Tesla steht vor einer wegweisenden Handelswoche. Am Freitag veröffentlichte der E-Auto-Pionier seine Auslieferungszahlen für das vierte Quartal – und bestätigte damit das zweite Jahr in Folge mit rückläufigen Fahrzeugverkäufen. Die Reaktion der Börse? Erstaunlich gelassen. Während Analysten zwischen Euphorie und Totalverriss schwanken, scheint der Markt Tesla längst nicht mehr als Autobauer zu bewerten, sondern als KI-Wette.
Die Zahlen: Minus 15 Prozent bei Autos, Rekord bei Energie
Im vierten Quartal 2025 lieferte Tesla 418.227 Fahrzeuge aus – ein Rückgang von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr bedeutet das 1,64 Millionen verkaufte Autos, etwa 8 bis 9 Prozent weniger als 2024. Der chinesische Rivale BYD hat Tesla damit offiziell als weltgrößter Elektroautohersteller überholt und verkaufte 2,26 Millionen reine Batterie-Elektrofahrzeuge.
Doch es gibt einen Lichtblick: Die Energiesparte. Tesla installierte im vierten Quartal rekordverdächtige 14,2 Gigawattstunden an Energiespeichern – ein Plus von 29 Prozent im Jahresvergleich. Dieser Geschäftsbereich wächst deutlich schneller als das Autogeschäft und stützt zunehmend die Gesamtperformance.
Wall Street: Zwischen 131 und 600 Dollar
Die Analystenmeinungen könnten kaum weiter auseinanderklaffen:
Die Bullen sehen Tesla als KI-Player. Wedbush-Analyst Dan Ives bekräftigte sein Kursziel von 600 Dollar und argumentiert, der Auslieferungsrückgang sei längst eingepreist gewesen. Er erwartet, dass Tesla binnen zwölf Monaten eine Marktkapitalisierung von zwei Billionen Dollar erreichen könnte – getrieben durch autonomes Fahren und Robotik. 2026 sei das entscheidende Jahr für die KI-Bewertung.
Die Bären verweisen auf die Fundamentaldaten. HSBC-Analyst Michael Tyndall hält an seiner „Reduce“-Einstufung mit einem Kursziel von 131 Dollar fest – das würde einen Absturz von fast 70 Prozent bedeuten. Tyndall kritisiert die Diskrepanz zwischen der Bewertung (KGV über 290) und dem schrumpfenden Kerngeschäft. Die Standardmodelle konnten die Nachfrageschwäche nach Auslaufen der Subventionen nicht auffangen.
Die Neutralen wie Morningstar sehen einen fairen Wert bei 300 Dollar. Die Aktie sei moderat überbewertet und hänge stark davon ab, ob das Robotaxi-Geschäft ab 2027 oder 2028 tatsächlich Geld abwirft.
Der Kontext: Subventionen weg, Sektor unter Druck
Der Rückgang um 15 Prozent hat einen klaren Auslöser: Das Ende der 7.500-Dollar-Steuergutschrift für Elektrofahrzeuge in den USA Ende 2025. Die gesamte Branche leidet darunter. Rivian meldete einen Einbruch der Auslieferungen um 31 Prozent auf nur 9.745 Fahrzeuge im vierten Quartal – ein Zeichen dafür, dass viele Käufer ihre Anschaffung ins dritte Quartal vorgezogen hatten.
Teslas Bewertung hat sich vom reinen Autogeschäft längst abgekoppelt. Trotz sinkender Verkaufszahlen legte die Aktie 2025 über 15 Prozent zu. Investoren behandeln Tesla mittlerweile wie einen Tech-Konzern und setzen auf KI-Rechenleistung, Grok-Integration und den Optimus-Roboter. Auch die Nähe von CEO Elon Musk zu Donald Trump, mit dem er am Wochenende in Mar-a-Lago dinierte, nährt Hoffnungen auf regulatorische Vorteile beim autonomen Fahren.
Entscheidende Woche
Die charttechnische Marke liegt bei 438 bis 440 Dollar. Ein Durchbruch nach unten würde den Fundamentalkritikern recht geben. Hält das Niveau, bleibt die „KI-Prämie“ intakt. Anleger warten nun auf die Bekanntgabe des Earnings-Call-Termins. Dort wird sich zeigen müssen, ob die Rekord-Energiesparte die schrumpfenden Auto-Margen ausgleichen kann – und ob die Robotaxi-Vision mehr ist als ein Versprechen für übermorgen.
Tesla-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Tesla-Analyse vom 5. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Tesla-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Tesla-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Tesla: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
