Unmittelbar vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen präsentiert sich bei Thyssenkrupp ein zweigeteiltes Bild. Während die erst kürzlich börsennotierte Marine-Tochter TKMS ihre Prognosen anhebt, meldet die Wasserstoff-Sparte nucera deutliche Einbrüche. Diese divergierenden Nachrichten aus den Tochtergesellschaften bestimmen die Stimmung vor der morgigen Bilanzvorlage der Muttergesellschaft.
Marine-Sparte hebt Prognose an
Die im Oktober 2025 an die Börse gebrachte Tochter Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) liefert positive Impulse. Das Unternehmen korrigierte seine Umsatzerwartung für das laufende Geschäftsjahr nach oben und rechnet nun mit einem Wachstum von 2 bis 5 Prozent. Zuvor war das Management lediglich von einer Stagnation oder einem leichten Anstieg ausgegangen.
Treibende Kraft hinter dieser Entwicklung ist die geopolitische Lage. Die steigende Nachfrage nach Kriegsschiffen und U-Booten hat den Auftragsbestand auf ein neues Rekordniveau gehoben. Diese Entwicklung übertrifft die Erwartungen der Analysten, die im Durchschnitt mit einem geringeren Wachstum gerechnet hatten. Auch am Kapitalmarkt kommt die Entwicklung an: Seit dem Börsengang konnte die im MDAX gelistete Aktie, an der Thyssenkrupp weiterhin 51 Prozent hält, um fast 20 Prozent zulegen.
Wasserstoff-Geschäft bricht ein
Im scharfen Kontrast dazu stehen die Zahlen der Wasserstoff-Tochter thyssenkrupp nucera. Das Unternehmen verzeichnete im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 einen massiven Rückgang in den wesentlichen Kennzahlen:
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- Umsatz: Einbruch um 44 Prozent auf 147 Millionen Euro.
- Auftragseingang: Rückgang um 21 Prozent auf 75 Millionen Euro.
- Ergebnis: Das EBIT rutschte mit minus 4 Millionen Euro in die Verlustzone (Vorjahr: plus 8 Millionen Euro).
Das Management begründet den Umsatzschwund im Bereich „Green Hydrogen“ mit Projektverschiebungen und dem Basiseffekt durch das Großprojekt NEOM, bei dem bereits ein hoher Realisierungsgrad erreicht wurde.
Mutterkonzern vor Zahlenvorlage
Für die Thyssenkrupp AG richten sich nun alle Blicke auf den morgigen Donnerstag, den 12. Februar 2026. Dann wird der Konzern seine Bücher für das erste Quartal öffnen. Analysten erwarten hierbei keine einfachen Zahlen: Aufgrund hoher Rückstellungen für die Restrukturierung der Stahlsparte Steel Europe hatte der Konzern bereits im Dezember einen Nettoverlust für das Gesamtjahr in Aussicht gestellt.
Das Management um CEO Miguel Ángel López hat das laufende Geschäftsjahr als Phase der Umsetzung deklariert. Nach der Einigung zur Zukunft der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) und dem TKMS-Börsengang muss der Vorstand morgen um 11:00 Uhr darlegen, ob das bereinigte EBIT-Ziel von 500 bis 900 Millionen Euro für den Gesamtkonzern weiterhin Bestand hat.
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