Ein heftiger Stimmungswechsel im Sneaker-Markt trifft Adidas mitten im Umbau der Marke – und sorgt für einen offenen Schlagabtausch zwischen Großbanken. Während die Bank of America vor einem Ende des jahrzehntelangen Sneaker-Booms warnt, bleiben UBS und Santander klar optimistisch und verweisen auf einen konkreten Wachstumstreiber: das „Superstar“-Modell. Die Aktie hält sich trotz schwächerer Kursentwicklung der vergangenen Monate stabil und sendet damit ein wichtiges Signal.
Die Fakten im Überblick
- Schlusskurs heute: 162,40 Euro
- Performance 12 Monate: rund -33 %
- Abstand zum 52‑Wochen-Hoch (261,00 Euro): etwa -38 %
- 52‑Wochen-Tief: 149,70 Euro (Abstand nach oben: gut 8 %)
- RSI (14 Tage): 41,1 – kein extremes Überkauft- oder Überverkauft-Niveau
- Volatilität (30 Tage, annualisiert): sehr hoch mit 71,27 %
Damit bleibt der Titel deutlich unter seinen Hochs, hat sich aber etwas vom Jahrestief gelöst. Charttechnisch notiert die Aktie knapp unter dem 50‑Tage-Durchschnitt und spürbar unter der 200‑Tage-Linie, was auf einen insgesamt angeschlagenen, aber nicht kollabierenden Trend hinweist.
UBS und Santander stellen sich vor Adidas
Der jüngste Kursimpuls kommt vor allem von zwei Häusern, die der Equity Story von Adidas klar Vertrauen aussprechen.
UBS bestätigte ihre Kaufempfehlung und bekräftigte ein ambitioniertes Kursziel von 256 Euro. Analyst Robert Krankowski sieht im Sneaker „Superstar“ den zentralen Hebel für die nächsten Quartale. Seine Kernthese: Rund um dieses Modell „werde ein Superstar geschaffen“ – also ein starkes Franchise, das Umsatz und Margen stützen soll, wenn andere Trends nachlassen.
Parallel dazu hat Santander ihre Bewertung von Adidas neu aufgenommen und startet direkt mit einem „Outperform“-Rating. Zwei positive Impulse an einem Tag – das stärkt die optimistische Seite im Markt und erklärt die spürbare Kaufneigung im Tagesverlauf.
Im Hintergrund wirkt dabei eine klare Botschaft: Institutionelle Investoren sind bereit, dem aktuellen Produktzyklus und der Strategie der Unternehmensführung weiteren Spielraum zu geben, wenn glaubwürdige Analystenstudien die Pipeline stützen.
BofA warnt vor Ende des Sneaker-Booms
Auf der Gegenseite steht eine deutlich skeptischere Stimme. Die Bank of America veröffentlichte am selben Tag eine Studie, die nicht nur Adidas, sondern die gesamte Sneaker- und Sportswear-Branche infrage stellt.
Die US-Bank warnt vor einem nachlassenden Verbraucherinteresse an Sneakern als Modeartikel. Nach rund 20 Jahren Boomphase sieht BofA die Gefahr, dass der Aufschwung in diesem Segment an ein strukturelles Ende kommt. Für Anbieter wie Adidas wäre das mehr als nur ein konjunktureller Dämpfer: Ein zentrales Wachstumsfeld würde an Dynamik verlieren.
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Der Markt hat sich kurzfristig dennoch eher auf die optimistische Lesart der UBS eingelassen. Entscheidend dabei: Die UBS argumentiert, dass der vorsichtige Unternehmensausblick die tatsächliche Markenstärke nicht voll widerspiegelt. Nach dieser Lesart könnte der „Superstar“-Sneaker genau die Lücke schließen, die ein Abflauen anderer Modelle hinterlässt.
Damit prallen zwei Narrative aufeinander: strukturelle Sättigung gegen produktgetriebenen Neustart.
Adidas zwischen Umbau und Aufholpotenzial
Die Debatte kommt in einer Phase, in der Adidas ohnehin in der Neuaufstellung steckt. Nach dem Wegfall der Yeezy-Umsätze muss das Unternehmen zeigen, dass klassische Franchises wie Samba, Gazelle und nun vor allem „Superstar“ nachhaltig tragen können.
Die Kursentwicklung der vergangenen zwölf Monate – ein Minus von knapp 33 % – macht deutlich, wie viel Vertrauen bereits verloren gegangen ist. Gleichzeitig deutet der große Abstand zum 52‑Wochen-Hoch und das von UBS genannte Kursziel von 256 Euro auf ein theoretisch großes Aufholpotenzial hin, sollte der neue Produktzyklus überzeugen.
Im Umfeld hilft derzeit ein tendenziell freundlicherer Markt. Der DAX schloss zuletzt leicht im Plus, gestützt von moderat positiven BIP-Daten für Deutschland. Das nimmt zumindest etwas Druck von zyklischen Konsumwerten, ändert aber nichts daran, dass Adidas den eigenen Wachstumsbeweis noch liefern muss.
Nächster Prüfstein: Quartalszahlen im März
Der nächste harte Test steht bereits fest: Am 11. März 2026 legt Adidas die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Dann wird sich zeigen, ob die Hoffnung der optimistischen Analysten mit konkreten Daten unterfüttert wird – insbesondere beim „Superstar“-Sneaker und den klassischen Franchises.
Bis dahin dürfte der Titel anfällig für neue Branchenstudien und Stimmungsdaten im Konsumsektor bleiben. Aus technischer Sicht wäre eine nachhaltige Rückeroberung der Zone um 165 Euro ein wichtiges Signal, um den seit Jahresbeginn schwachen Trend aufzuhellen. Die aktuelle Stabilisierung über dem 52‑Wochen-Tief bei gleichzeitig hohem Abstand zum Rekordniveau unterstreicht: Adidas bewegt sich in einer Bewährungsphase, in der die kommenden Zahlen und der Erfolg des „Superstar“-Produkts entscheidend für die nächste Trendrichtung sein werden.
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