XRP: Konsolidierung nach ETF-Signal

XRP korrigiert nach starkem Jahresstart, während erste Nettoabflüsse aus US-ETFs und ein ETF-Rückzug für Verunsicherung sorgen. Die weitere Kursentwicklung hängt von der 2-Dollar-Marke und ETF-Strömen ab.

Kurz zusammengefasst:
  • Erste Nettoabflüsse aus US-Spot-ETFs auf XRP
  • Kurs korrigiert nach 25-prozentigem Jahresauftakt
  • Wichtige technische Unterstützung bei 2,00 US-Dollar
  • On-Chain-Daten zeigen hohe Netzwerkaktivität

XRP startet stark ins neue Jahr, steht zum Ende der ersten Handelswoche 2026 aber unter Bewährungsprobe. Nach einem rund 25-prozentigen Jahresauftakt hat sich die Stimmung spürbar abgekühlt – vor allem wegen der ersten Nettoabflüsse aus US-Spot-ETFs und dem Rückzug eines potenziellen neuen Anbieters. Entscheidend ist nun, ob sich die aktuelle Schwächephase als normale Konsolidierung in einem intakten Aufwärtstrend erweist.

Erste ETF-Abflüsse, aber weiter hoher Bestand

Zum ersten Mal seit dem Start im November 2025 verzeichneten US-Spot-ETFs auf XRP Nettoabflüsse. Am 7. Januar flossen per Saldo rund 40,8 Millionen US‑Dollar aus den Produkten ab und beendeten damit eine Serie nahezu durchgehender Zuflüsse. Besonders betroffen war der 21Shares TOXR ETF, der allein auf etwa 47,25 Millionen US‑Dollar an Rückgaben kam.

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Ganz kippt das institutionelle Bild aber nicht. Während der 21Shares-ETF klare Abflüsse sah, meldeten Wettbewerber wie Bitwise und Grayscale am gleichen Tag kleinere Zuflüsse. Das deutet eher auf eine Umschichtung zwischen Anbietern hin als auf einen generellen Rückzug professioneller Investoren. Insgesamt liegen die kumulierten Nettozuflüsse seit Start der Spot-Produkte bei rund 1,37 Milliarden US‑Dollar, die verwalteten Vermögen bleiben damit auf hohem Niveau.

Ein zweites Signal kam von WisdomTree: Der Vermögensverwalter zog in dieser Woche seine S-1-Registrierung für einen eigenen XRP-ETF zurück. Analysten führen diesen Schritt vor allem auf einen bereits gut gefüllten Wettbewerbsmarkt zurück, in dem Bitwise, Canary Capital und 21Shares sich früh große Marktanteile gesichert haben. Fundamentale Zweifel an XRP werden im Quelltext nicht genannt, es geht primär um die Frage, ob sich ein weiterer ETF wirtschaftlich lohnt.

Kursbild: Korrektur nach starkem Jahresauftakt

Nach dem dynamischen Start ins Jahr konsolidiert XRP inzwischen deutlich unter dem jüngsten Zwischenhoch bei 2,40 US‑Dollar. Vom lokalen Peak aus hat der Coin im Wochenverlauf rund 14 % abgegeben, konnte sich aber wieder stabilisieren. Heute notiert XRP bei etwa 2,08 US‑Dollar und damit knapp unter der Spanne von 2,10 bis 2,14 US‑Dollar, in der sich der Kurs zuletzt eingependelt hatte.

Aus technischer Sicht gilt die Marke von 2,00 US‑Dollar als zentrale psychologische und charttechnische Unterstützung. Eine anhaltende Bewegung darunter würde nach Einschätzung der zitierten Marktteilnehmer das Risiko einer tieferen Korrektur in den Bereich um 1,96 US‑Dollar erhöhen. Auf der Oberseite gilt: Bleibt XRP stabil über etwa 2,15 US‑Dollar und beruhigen sich die ETF-Flows, sehen Analysten die Chance auf eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends mit mittelfristigen Zielen im Bereich von 3,00 US‑Dollar.

Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt mit 28,8 im überverkauften Bereich, was statistisch eher für eine fortgeschrittene Korrekturphase spricht. Gleichzeitig bewegt sich der aktuelle Kurs leicht über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 2,02 US‑Dollar, während der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch von 3,04 US‑Dollar bei gut 30 % liegt – ein klarer Hinweis auf die Spannbreite der jüngsten Schwankungen.

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On-Chain-Daten: Wale, Börsenbestände, Nutzung

On-Chain-Kennzahlen auf dem XRP Ledger (XRPL) untermauern das Bild einer angespannten, aber aktiven Marktphase:

  • Whale-Aktivität: Am 6. Januar wurden 2.802 Transaktionen mit einem Volumen von jeweils über 100.000 US‑Dollar registriert – der höchste Tageswert der vergangenen drei Monate. Solche Ausschläge gingen historisch oft mit erhöhter Kursvolatilität einher.
  • Börsen-Reserven: Global zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen. Während einige Handelsplätze Zuflüsse verzeichnen, sanken die XRP-Bestände insbesondere auf den südkoreanischen Börsen Upbit und Bithumb Anfang Januar um rund 22 Millionen Token. Das kann auf Abflüsse in Cold-Wallets oder schrittweisen Aufbau von Positionen außerhalb der Börsen hindeuten.
  • Netzwerkauslastung: Trotz Kursschwankungen verarbeitet das XRP-Netzwerk weiterhin mehr als 1,5 Millionen Transaktionen pro Tag. Die Nutzung des Ledgers bleibt damit hoch, unabhängig vom kurzfristigen Preisverlauf.

Diese Daten sprechen dafür, dass im Hintergrund aktiv umverteilt wird, während die Basisnutzung des Netzwerks stabil bleibt.

DeFi, Treasury-Tests und Stablecoin-Rolle

Parallel zur Kurs- und ETF-Diskussion entwickelt sich das XRP-Ökosystem funktional weiter, vor allem im DeFi- und Treasury-Bereich.

  • Flare-Integration: Am 7. Januar startete das Flare Network den ersten XRP-Spotmarkt auf der Derivateplattform Hyperliquid. Über das FAssets-System und LayerZero’s OFT-Standard lässt sich nun dezentral XRP-Exposure gegen USDC handeln. Das erweitert die On-Chain-Liquidität und schafft zusätzliche Einsatzmöglichkeiten für XRP.
  • Institutionelles Treasury-Pilotprojekt: Evernorth, ein von Ripple und SBI Holdings unterstütztes Treasury-Haus, hat am 8. Januar eine Kooperation mit Doppler Finance angekündigt. Gemeinsam sollen institutionelle Liquiditäts- und Treasury-Management-Anwendungen direkt auf dem XRP Ledger getestet werden. Das stärkt die Positionierung des Netzwerks als Infrastruktur für Unternehmensanwendungen.
  • Stablecoin-Wachstum: Ripples Stablecoin RLUSD kommt inzwischen auf eine Marktkapitalisierung von etwa 1,35 Milliarden US‑Dollar. Der Coin fungiert als stabile Liquiditätsschicht für Zahlungsströme und DeFi-Anwendungen auf dem XRP Ledger und spielt damit eine wachsende Rolle im Ökosystem.

In Summe zeigen diese Projekte, dass parallel zur Marktvolatilität an konkreten Anwendungsfällen gearbeitet wird, die über reine Spekulation hinausgehen.

Regulierung, Unternehmenspläne und Einordnung

Auf der regulatorischen Seite richtet sich der Blick auf den 15. Januar 2026. Dann steht im US-Senat die Markup-Sitzung zum Market Structure Bill an, der zusätzliche rechtliche Klarheit für digitale Assets bringen könnte. Solche Rahmenbedingungen gelten als wichtiger Treiber für die mittelfristige Bewertung von XRP, da sie Einfluss auf die Zulässigkeit und den Umfang institutioneller Engagements haben.

Unternehmensseitig hat Ripple-Präsidentin Monica Long in dieser Woche klargestellt, dass das Unternehmen vorerst keinen Börsengang plant und privat bleiben will. Damit entfällt ein spekulativer Faktor rund um eine mögliche IPO-Story; der Fokus rückt stärker zurück auf die tatsächliche Nutzung des Ledgers und die Performance der Spot-ETFs.

Trotz eines „Extreme Fear“-Index von 24, der kurzfristige Skepsis signalisiert, stehen strukturell mehr als 1,3 Milliarden US‑Dollar in ETF-Vermögen und ein wachsendes Anwendungs-Ökosystem im Hintergrund. Vor diesem Umfeld lässt sich die aktuelle Phase als Konsolidierung innerhalb eines größeren Marktzyklus einordnen, bei dem technische Schlüsselmarken um 2,00 US‑Dollar und die weitere Entwicklung der ETF-Flows in den kommenden Wochen eine zentrale Rolle spielen werden.

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