Broadcom Aktie: Zahlen-Countdown
Mizuho hebt KI-Umsatzprognosen für Broadcom deutlich an, während Google neue Chip-Partner prüft. Die Aktie notiert nahe ihrem Jahreshoch.
Kurz zusammengefasst
- Mizuho prognostiziert starkes KI-Umsatzwachstum bis 2028
- Google verhandelt über zusätzliche Chip-Lieferanten
- Aktienkurs nahe 52-Wochen-Hoch bei positiver Analystenstimmung
- Quartalszahlen Anfang Juni werden mit Spannung erwartet
Broadcom hält heute seine Hauptversammlung ab — und der Zeitpunkt könnte kaum besser gewählt sein. Mizuho hat gerade die KI-Umsatzprognosen massiv angehoben, während Google gleichzeitig einen neuen Chip-Partner ins Spiel bringt. Beides zusammen sorgt für Gesprächsstoff unter Aktionären.
Mizuho sieht KI-Umsatz auf 132 Milliarden Dollar
Die Investmentbank Mizuho hat nach Gesprächen mit dem Broadcom-Management ihre Schätzungen deutlich nach oben geschraubt. Für das Geschäftsjahr 2027 prognostiziert Mizuho KI-Umsätze von 101 Milliarden Dollar — der Marktkonsens liegt bei rund 120 Milliarden. Für 2028 hält Mizuho sogar 132 Milliarden Dollar für möglich. Das entspräche einem jährlichen Wachstum von 87 Prozent über drei Jahre.
Hinter diesen Zahlen stecken konkrete Verträge. Meta hat sich bis 2029 zur gemeinsamen Entwicklung von MTIA-Chips verpflichtet. Anthropic bezieht ab 2027 TPU-Kapazität im Umfang von 3,5 Gigawatt. OpenAI entwickelt gemeinsam mit Broadcom KI-Beschleuniger mit zehn Gigawatt Kapazität — Auslieferung ab der zweiten Jahreshälfte 2026. Allein aus den Verträgen mit Google und Anthropic erwartet Mizuho für 2026 rund 21 Milliarden Dollar KI-Umsatz.
Das zuletzt gemeldete Quartal stützt diese Erwartungen. Der KI-Umsatz stieg um 106 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar. Für das laufende Quartal peilt Broadcom 10,7 Milliarden Dollar an.
Google diversifiziert — kein Grund zur Panik
Die Meldung, die Investoren zuletzt beschäftigt hat: Google verhandelt laut einem Bericht vom 19. April mit Marvell Technology über zwei neue KI-Chips. Ein dritter Lieferant neben Broadcom und MediaTek würde Googles Chip-Strategie breiter aufstellen.
Das klingt bedrohlicher, als es ist. Analysten von Counterpoint Research erwarten, dass Broadcom seinen Marktanteil bei rund 60 Prozent halten wird — selbst wenn Marvell etwa 25 Prozent übernimmt. Google baut offenbar eine Mehrlieferanten-Architektur auf, bei der jeder Partner andere Segmente abdeckt. Broadcom hat zudem erst kürzlich einen TPU-Vertrag mit Google bis 2031 abgeschlossen.
Mizuho verweist auf das VMware-Softwaregeschäft als weiteren Stabilitätsanker. Das Segment arbeitet mit rund 80 Prozent operativer Marge und soll langfristig mehr als 54 Milliarden Dollar freien Cashflow pro Jahr beisteuern.
Aktie nahe Jahreshoch, Q2-Zahlen im Blick
Die Broadcom-Aktie notiert aktuell bei rund 340 Euro — knapp vier Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Der RSI liegt bei 70, was technisch als überkauft gilt. Im Fünf-Jahres-Vergleich hat die Aktie seit dem Jahrestief im April 2025 mehr als 128 Prozent zugelegt.
Der Analystenkonsens bleibt positiv: Das durchschnittliche Kursziel liegt bei umgerechnet rund 466 Dollar. Rosenblatt hält an einem Ziel von 500 Dollar fest, Morgan Stanley hat sein Ziel auf 470 Dollar angehoben. Seaport Global stufte die Aktie im April auf Neutral herab — mit Verweis auf die Bewertung.
Anfang Juni legt Broadcom die Zahlen für das zweite Quartal vor. Dann zeigt sich, ob die Prognose von 22 Milliarden Dollar Quartalsumsatz hält. Ein Risiko bleibt: China macht mehr als 20 Prozent des Gesamtumsatzes aus — und die aktuelle Zollbefreiung für Halbleiter ist nicht dauerhaft garantiert.
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