Netflix Aktie: Übernahmepoker

Netflix stellt sein Übernahmeangebot für Warner Bros. Discovery auf reine Barzahlung um, um das Verfahren zu beschleunigen und Paramount Skydance zuvorzukommen.

Kurz zusammengefasst:
  • Umstellung auf reines Barangebot über 82,7 Mrd. US-Dollar
  • Direkte Reaktion auf höheres Gebot von Paramount
  • Zugeständnisse bei Kinofenstern für Warner-Filme
  • Quartalszahlen und Bilanzrisiken im Fokus

Netflix stellt sein Übernahmeangebot für Warner Bros. Discovery (WBD) offenbar grundlegend um. Aus der bisherigen Bar-Aktien-Struktur soll eine reine Barkomponente werden. Ziel ist es, das Verfahren zu beschleunigen und den aggressiven Gegenangriff von Paramount Skydance auszubremsen.

Bieterwettstreit mit Paramount

Nach aktuellen Berichten plant Netflix, das ursprüngliche Angebot über 82,7 Milliarden US-Dollar in ein komplettes Barangebot umzuwandeln. Zuvor waren pro WBD-Aktie 23,25 US-Dollar in bar und 4,50 US-Dollar in Netflix-Aktien vorgesehen. Mit der Umstellung auf 100 % Cash will das Management eine Aktionärsabstimmung bereits Ende Februar oder im März 2026 erreichen.

Netflix

US64110L1061
-
Heute: -
7 Tage: -

Der Schritt ist eine direkte Reaktion auf den Druck durch Paramount Skydance. Paramount hat ein feindliches Übernahmeangebot im Volumen von 108,4 Milliarden US-Dollar vorgelegt, abgesichert durch eine persönliche Garantie von 40 Milliarden US-Dollar von Larry Ellison. Trotz des nominell höheren Angebots von Paramount setzt Netflix darauf, dass Geschwindigkeit und Planungssicherheit einer sofortigen Barzahlung bei den WBD-Aktionären mehr Gewicht haben.

Zugeständnisse bei Kinoauswertungen

Um das Paket attraktiver zu machen und regulatorische Bedenken zu dämpfen, hat Co-CEO Ted Sarandos wesentliche Zugeständnisse bei Kinostarts angekündigt. Er sagte zu, für Warner-Bros.-Filme ein 45-tägiges exklusives Kinofenster beizubehalten.

Gleichzeitig positionierte sich Sarandos offensiv gegenüber Kritikern und Branchenzweiflern. Sein Ziel sei es, das „Opening Weekend“ zu gewinnen und Netflix als Stütze des klassischen Kinogeschäfts zu etablieren – ein klarer Kontrapunkt zu Sorgen, ein Tech-Konzern könnte das Kinomodell aushöhlen.

Wichtige Fakten im Überblick

Für Anleger, die die Netflix-Aktie verfolgen, sind derzeit vor allem folgende Punkte relevant:

  • Angebotsstruktur: Umstellung des WBD-Gebots über 82,7 Mrd. US-Dollar auf ein reines Barangebot.
  • Quartalszahlen: Die Zahlen für Q4 2025 werden am Dienstag, 20. Januar 2026, vorgelegt.
  • Erwartungen: Analysten rechnen mit einem Ergebnis je Aktie (EPS) von 0,55 US-Dollar und Erlösen von 11,97 Mrd. US-Dollar.
  • Politischer Faktor: Ex-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben Anleihen beider Unternehmen im Volumen von bis zu 2 Mio. US-Dollar gekauft und öffentlich Zweifel an der Transaktion geäußert.
  • Content-Strategie: Netflix hat sich über einen Deal mit Sony die exklusiven Streaming-Rechte am Live-Action-Film „The Legend of Zelda“ (Kinostart 2027) gesichert.

Bilanzrisiken und Markterwartungen

Die Aktie notiert derzeit bei rund 88,20 US-Dollar (Schlusskurs Nasdaq, gestern). Der Markt blickt gespannt auf die Zahlen am 20. Januar – im Konsens wird ein Umsatzplus von etwa 17 % gegenüber dem Vorjahr erwartet. Im Mittelpunkt steht jedoch klar die Finanzierung des möglichen WBD-Mega-Deals.

Eine vollständige Barfinanzierung würde die Bilanzstruktur deutlich verändern. Kritiker warnen, dass der kombinierte Konzern brutto mehr als 56 Milliarden US-Dollar an Schulden tragen könnte. Damit wäre auch das Investment-Grade-Rating von Netflix potenziell unter Druck.

Gleichzeitig unterstreichen der Zugriff auf große Marken wie „Zelda“ und der offensive M&A-Kurs, dass das Management marktbeherrschende Größe höher gewichtet als eine konservative Bilanzpolitik.

Ausblick auf die kommende Woche

Für die Netflix-Aktie entsteht damit eine angespannte Gemengelage aus unmittelbar bevorstehenden Quartalszahlen und einem deutlich verschärften Übernahmepoker. In den Kursen spiegelt sich das Risiko eines längeren Bieterwettstreits mit dem finanzstarken, von Ellison unterstützten Paramount-Konsortium wider – die Reaktion auf Zahlen und Details zur Deal-Struktur dürfte den Ton für die nächste Woche vorgeben.

Netflix-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Netflix-Analyse vom 18. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Netflix-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Netflix-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Netflix: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Weitere Artikel zu Netflix

Neueste News

Alle News

Netflix Jahresrendite

Rechtliche Hinweise zu den Hebelprodukten