Amazon hat Walmart beim Jahresumsatz überholt und ist damit zum umsatzstärksten Unternehmen der Welt aufgestiegen. Der E-Commerce-Riese meldete für 2025 Erlöse von 717 Milliarden Dollar, während Walmart auf 713 Milliarden Dollar kam. Damit endet Walmarts 13-jährige Herrschaft an der Spitze.
Der Wechsel mag symbolisch sein, unterstreicht aber die grundlegend unterschiedlichen Geschäftsmodelle: Während über 90 Prozent von Walmarts Umsatz aus dem klassischen Einzel- und Online-Handel stammen, hat sich Amazon längst zum Technologiekonzern gewandelt.
Diversifikation als Erfolgsfaktor
Die Zahlen zeigen, wie breit Amazon aufgestellt ist: Von den 717 Milliarden Dollar entfielen 464 Milliarden auf den Handel – sowohl online als auch in physischen Stores und über Drittanbieter. Die Cloud-Sparte AWS steuerte knapp 129 Milliarden Dollar bei, Werbung und Prime-Abos zusammen über 100 Milliarden Dollar.
Besonders AWS entwickelt sich zum Wachstumsmotor: Im vierten Quartal 2025 beschleunigte sich das Umsatzwachstum auf 24 Prozent – der höchste Wert seit 13 Quartalen. Morgan Stanley-Analyst Brian Nowak sieht Amazon deshalb als „am meisten unterschätzten Gewinner im Bereich generative KI“.
Rekordinvestitionen sorgen für Turbulenzen
Doch die Euphorie hat einen Haken: Amazon plant für 2026 Kapitalausgaben von rund 200 Milliarden Dollar, vor allem für KI-Infrastruktur und Rechenzentren. Zum Vergleich – 2025 lagen die Ausgaben bei etwa 130 Milliarden Dollar.
Die Kehrseite zeigt sich im freien Cashflow: Dieser brach 2025 auf 11,2 Milliarden Dollar ein, nach 38,2 Milliarden Dollar im Vorjahr. CEO Andy Jassy reagierte mit drastischen Sparmaßnahmen und kündigte im Januar die Streichung von rund 16.000 Verwaltungsstellen an.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Amazon?
Die Börse reagierte nervös: Die Aktie verlor neun Handelstage in Folge und damit fast 400 Milliarden Dollar an Börsenwert. Heute zeigt sich an der NASDAQ eine leichte Stabilisierung bei 204,71 Dollar.
Buffett steigt aus
Zusätzlichen Druck erzeugte Warren Buffetts Berkshire Hathaway, die im vierten Quartal 2025 rund 77 Prozent der Amazon-Beteiligung verkaufte. Der massive Ausstieg eines der angesehensten Investoren sorgte für Aufsehen.
Derweil hält Morgan Stanley an seiner optimistischen Einschätzung fest: Die Analysten bestätigen ihr Overweight-Rating mit Kursziel 300 Dollar. Sie sehen in den Rekordinvestitionen keine Belastung, sondern den Grundstein für künftiges Wachstum.
Walmart zeigt sich vom Machtwechsel unbeeindruckt: Die US-Umsätze stiegen im letzten Quartal um 4,6 Prozent, das E-Commerce-Geschäft wuchs um 27 Prozent – bereits das 15. Quartal mit zweistelligen Zuwächsen. Der Handelsriese nutzt sein dichtes Filialnetz geschickt als Wettbewerbsvorteil im Onlinegeschäft.
Für Amazon-Anleger bleibt die Frage: Rechtfertigen die KI-Perspektiven die hohen Vorlaufkosten? Die nächsten Quartale werden zeigen, ob Morgan Stanley oder Buffett richtig liegt.
Amazon-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Amazon-Analyse vom 20. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Amazon-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Amazon-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Amazon: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
