Nordex meldet einen Großauftrag von 279 MW – und das nahezu auf dem 52-Wochen-Hoch. Doch während das operative Geschäft brummt, bremst Bernstein Research die Kurseuphorie mit einer neutralen Ersteinschätzung. Wie weit trägt die Rally noch?
Wpd bestellt erneut – und diesmal größer
Langzeitkunde wpd hat 40 Turbinen für neun deutsche Windparkprojekte geordert. Die Anlagen – 36 vom Typ N163/6.X und vier vom Typ N175/6.X – verteilen sich auf Standorte in Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen. Lieferung und Montage sind für 2027 geplant.
Bereits im September 2025 hatte wpd rund 126 MW bei Nordex geordert. Die erneute, deutlich größere Bestellung zeigt, dass die Partnerschaft trägt. Bemerkenswert: Jeder Auftrag enthält einen 15-jährigen Premium-Servicevertrag. Dieses Servicegeschäft gilt als margenstark und liefert planbare, wiederkehrende Einnahmen – ein wichtiges Gegengewicht zum zyklischen Projektgeschäft.
Starkes Fundament, ambitionierte Ziele
Der Auftrag kommt nicht aus dem Nichts. Das Geschäftsjahr 2025 verlief außergewöhnlich gut: Nordex erzielte einen Umsatz von 7,6 Milliarden Euro bei einer EBITDA-Marge von 8,4 Prozent. Das vierte Quartal stach besonders heraus – mit einer Marge von über 12 Prozent und einem Umsatzwachstum von 15,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragseingang legte 2025 um 22,5 Prozent auf 10,21 GW zu.
Für 2026 peilt das Unternehmen Erlöse zwischen 8,2 und 9,0 Milliarden Euro an, mittelfristig soll die operative Marge auf 10 bis 12 Prozent steigen. Ab 2027 plant Nordex erstmals eine Kapitalrückgabe: mindestens 50 Millionen Euro jährlich über Dividenden oder Aktienrückkäufe.
Analysten sind gespalten
Genau hier setzt Bernstein Research an. Analystin Deepa Venkateswaran stufte die Aktie von „Buy“ auf „Neutral“ herab und begründete dies mit dem begrenzten Aufwärtspotenzial nach den jüngsten Kursgewinnen – bei einem Kursziel von 40 Euro. Gemessen am gestrigen Schlusskurs von 43,26 Euro sieht Bernstein damit sogar leichtes Rückschlagspotenzial.
Andere Häuser sind deutlich optimistischer: Goldman Sachs erhöhte das Kursziel auf 46,10 Euro, Jefferies auf 50 Euro, die Deutsche Bank sogar auf 58 Euro. Die Bandbreite der Einschätzungen spiegelt wider, wie unterschiedlich Analysten die Margenentwicklung und das Wachstumstempo bewerten.
Die Aktie selbst hat seit Jahresbeginn rund 44 Prozent zugelegt und notiert nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 43,36 Euro. Der RSI von 32 deutet dabei auf eine technisch überverkaufte Situation hin – trotz des starken Aufwärtstrends ein Signal, das aufmerksame Beobachter registrieren dürften.
Am 27. April legt Nordex seinen ersten Quartalsbericht für 2026 vor. Dann zeigt sich, ob die ambitionierten Margenziele mehr als Ankündigung sind – und ob der Kurs das aktuelle Niveau fundamental rechtfertigt.
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