Volatus Aerospace meldet einen wichtigen technologischen Schritt im kommerziellen Drohnengeschäft und baut parallel sein Verteidigungsgeschäft weiter aus. Im Fokus steht die Integration einer präzisen Navigationslösung von Trimble in die Lieferdrohnenflotte sowie ein wachsendes Auftragsbuch im Militärbereich. Wie stark verändert diese Kombination aus Technologie-Update und Defense-Wachstum das Profil des Unternehmens?
Präzisionsnavigation für Lieferdrohnen
Wie am Mittwoch bekanntgegeben, hat Volatus Aerospace die Trimble PX-1 RTX-Lösung in seine Lieferdrohne „Canary“ integriert. Ziel ist eine zentimetergenaue Positionsbestimmung in Echtzeit – ohne die bisher übliche Abhängigkeit von bodengebundener Infrastruktur.
Die Lösung liefert:
- Echtzeit-Positionierung im Zentimeterbereich
- Inertialbasierte, exakte Ausrichtung (True Heading)
- Redundante GNSS-Inertial-Hardware zur Erhöhung der Ausfallsicherheit
Aktuell kommt das System in laufenden Operationen zwischen dem Edmonton International Airport und der Montana First Nations Clinic zum Einsatz. Dort ermöglicht es Drohnenflüge unter aktiven Anflugkorridoren und präzise Landungen in eng definierten Zonen.
Ein weiterer Kernpunkt ist die Sicherheitsarchitektur. Die zusätzliche Redundanz der Trimble-Hardware reduziert Risiken durch magnetische Störungen oder Sensorausfälle – ein zentraler Baustein für die behördliche Genehmigung erweiterter Flugbetriebe außerhalb der Sichtweite (BVLOS). COO Greg Colacitti bezeichnete die Integration als deutliche Stärkung der Sicherheitsargumentation für die täglichen medizinischen Lieferflüge.
Verteidigungsgeschäft als zweite Säule
Parallel zu den Fortschritten in der kommerziellen Logistik treibt Volatus das Verteidigungsgeschäft voran. Grundlage hierfür ist die Übernahme von Caliburn Holdings LLP, die im Oktober 2025 bekanntgegeben wurde.
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Mit dieser Transaktion sicherte sich das Unternehmen drei skalierbare Drohnenplattformen mit maximalen Startgewichten zwischen 100 kg und 265 kg. Die Systeme erreichen Flugzeiten von 12 Stunden bis zu sieben Tagen. Damit positioniert sich Volatus als kanadischer Hersteller für unbemannte Systeme mit Relevanz für nationale Verteidigungsanforderungen.
NATO-Auftrag stärkt Auftragsbasis
Die Dynamik im Defense-Segment erhielt am 15. Dezember 2025 weiteren Rückenwind. An diesem Tag erhielt Volatus einen Auftrag im Volumen von bis zu 9 Mio. CAD zur Lieferung von ISR-Trainingssystemen (Intelligence, Surveillance, Reconnaissance) an einen NATO-Partner.
Die erste Tranche von 4,5 Mio. CAD soll im laufenden Quartal (Q1 2026) umgesetzt werden. Damit dürfte das Verteidigungsgeschäft bereits kurzfristig sichtbare Umsatzbeiträge liefern.
Ausblick auf 2026
Die erfolgreiche Integration der Trimble-Technologie gilt als deutliche Entschärfung technischer und regulatorischer Risiken im kommerziellen Bereich. Der Nachweis zuverlässiger Operationen in komplexem Luftraum wie internationalen Flughäfen kann die Genehmigung weiterer Lieferstrecken im Laufe des Jahres 2026 beschleunigen.
Auf Investorenseite rückt damit der nächste Berichtstermin in den Vordergrund: Die Zahlen für das erste Quartal 2026 werden Hinweise geben, wie sich die NATO-Lieferungen in den Erlösen niederschlagen und welche Effizienzgewinne die neue Navigationslösung im täglichen Betrieb bringt. In Kombination aus kanadischer Souveränität im Verteidigungssektor und einer hochpräzisen kommerziellen Logistikflotte adressiert Volatus zwei unterschiedliche, aber wachstumsstarke Marktsegmente mit steigender Relevanz für das Gesamtprofil des Unternehmens.
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