PayPal Aktie: Neuer Chef, alte Probleme
PayPals neuer Chef setzt auf KI-Partnerschaften, während Sammelklagen wegen unrealistischer Ziele und schwachem Kerngeschäft den Kurs belasten. Das Wachstum im Branded Checkout ist eingebrochen.

Kurz zusammengefasst
- Neuer CEO Enrique Lores startet KI-Offensive mit Sabre und OpenAI
- Sammelklagen wegen unrealistischer Finanzziele für 2027
- Wachstum im Kerngeschäft Branded Checkout auf nur 1% eingebrochen
- Aktie verliert seit Jahresbeginn bereits über 23 Prozent
PayPal hat einen neuen Steuermann an Bord geholt, um das strauchelnde Zahlungsgeschäft wieder auf Kurs zu bringen. Während der frisch gebackene CEO Enrique Lores auf Künstliche Intelligenz als Wachstumstreiber setzt, holt die jüngste Vergangenheit den Konzern ein. Enttäuschende Wachstumsraten im Kerngeschäft und einkassierte Langfristziele haben nun eine Reihe von Aktionärsklagen ausgelöst.
KI-Offensive im Reise-Sektor
Seit dem 1. März 2026 leitet der ehemalige HP-Chef Enrique Lores die Geschicke des Zahlungsdienstleisters. Seine Strategie konzentriert sich stark auf sogenannte „Agentic AI“ – Systeme, die nicht nur Fragen beantworten, sondern eigenständig für Nutzer handeln. Ein zentraler Baustein ist dabei eine neue Partnerschaft mit dem Reisesoftware-Anbieter Sabre und der Plattform Mindtrip. Ab dem zweiten Quartal 2026 sollen Kunden über diese KI-gestützte Lösung Reisen planen und buchen können. PayPal steuert hierbei die digitale Brieftasche für die Identitätsprüfung und den Bezahlvorgang bei. Parallel dazu läuft eine Kooperation mit OpenAI, um direkte Käufe aus ChatGPT heraus zu ermöglichen.
Schwaches Kerngeschäft ruft Anwälte auf den Plan
Allerdings überschatten juristische Auseinandersetzungen den strategischen Umbau. Am Freitag informierten mehrere Kanzleien über Sammelklagen gegen das Unternehmen und Teile der Führungsetage. Der Vorwurf der Investoren wiegt schwer: Das Management habe unrealistische Finanzziele für 2027 ausgegeben und die Schwäche im eigenen Vertrieb verschleiert.
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Auslöser für den Unmut waren die Zahlen für das vierte Quartal 2025. Das wichtige „Branded Checkout“-Geschäft – also die sichtbaren PayPal-Bezahlknöpfe – verzeichnete nur noch ein minimales Wachstum von einem Prozent. Im Vorquartal lag dieser Wert noch bei fünf Prozent. Dieser abrupte Einbruch im direkten Wettbewerb mit Apple Pay führte letztlich zur Rücknahme der langfristigen Prognosen.
Skepsis an der Börse
Die Börse quittiert diese operative Schwäche mit deutlichen Abschlägen. Mit einem Schlusskurs von 38,12 Euro am Freitag hat das Papier seit Jahresbeginn bereits über 23 Prozent an Wert verloren. Analysten bewerten die Aussichten für die kommenden Monate zunehmend vorsichtig, da auch die Gewinnprognosen für 2026 hinter den Erwartungen zurückblieben.
Lores muss nun beweisen, dass seine bei HP gesammelten Erfahrungen für eine Trendwende im hart umkämpften Fintech-Sektor ausreichen. Die primäre operative Hürde für 2026 besteht darin, den Marktanteil beim sichtbaren Bezahlvorgang gegen Apple und andere Konkurrenten zu verteidigen, bevor die neuen KI-Initiativen nennenswerte Umsätze generieren können.
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