Mutares drückt beim Wachstum aufs Gas: Gleich mehrere Übernahmen sind unterschrieben oder bereits abgeschlossen – angeführt vom bislang größten Deal der Firmengeschichte. Doch je schneller der Einkaufskorb wächst, desto wichtiger wird die andere Seite der Gleichung: die Integration. Kann das operative Tempo mit der Transaktionsserie Schritt halten?
Größter Deal: SABIC setzt den Rahmen
Der Taktgeber der aktuellen Offensive ist eine Vereinbarung aus Januar 2026. Mutares will das regionale Engineering-Thermoplastics-Geschäft (ETP) von SABIC in Europa und Amerika übernehmen. Mit einem Enterprise Value von 450 Mio. US-Dollar ist es die größte Transaktion der Unternehmensgeschichte.
Der Zielumsatz des Geschäfts liegt laut Mitteilung bei rund 2,5 Mrd. US-Dollar. Der Abschluss ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Rund 2.900 Mitarbeiter und acht Standorte sollen dann zu Mutares wechseln. Passend dazu erweitert das Management die Konzernstruktur um ein fünftes Segment: „Chemicals & Materials“. Dort sollen künftig sowohl der SABIC-Zukauf als auch die jüngst übernommene Venator Ultramarine Blue Pigments gebündelt werden.
Februar-Serie: Venator, HARO und Wärtsilä in der Pipeline
Im Februar folgten weitere Schritte im Eiltempo. Am 11. Februar 2026 schloss Mutares den Kauf mehrerer französischer Gesellschaften der Venator-Gruppe ab, darunter Venator Chemicals France SAS. Das Paket bringt laut Angaben rund 110 Mitarbeiter und etwa 35 Mio. Euro Jahresumsatz mit und soll das neue Chemie- und Materials-Segment stärken.
Nur zwei Tage später, am 13. Februar, unterschrieb Mutares zudem eine Vereinbarung zum Erwerb des Fußbodengeschäfts der Hamberger Industriewerke (Marke HARO). Der Deal soll – vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen – im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden und das Segment Goods & Services als neue Plattforminvestition stärken.
Parallel bleibt eine bereits bekannte Pipeline aktiv: Für das Gas-Solutions-Geschäft von Wärtsilä ist eine Vereinbarung unterschrieben. Der Corporate-Carve-out soll das Segment Engineering & Technology als Plattforminvestition erweitern und in der ersten Hälfte 2026 – ebenfalls unter üblichen Genehmigungen – über die Ziellinie gehen. Für 2024 wird ein Umsatz von 300 Mio. Euro genannt.
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Zahlen, Dividende – und was der Markt daraus macht
Dass Mutares den Expansionskurs finanziell unterfüttert, zeigen die zuletzt veröffentlichten Kennzahlen: In den ersten neun Monaten 2025 stiegen die Umsatzerlöse im Konzern auf 4.725,3 Mio. Euro (Vorjahr: 3.892,8 Mio. Euro). Das Nettoergebnis der Holding legte im selben Zeitraum auf 83,5 Mio. Euro zu (Vorjahr: 53,5 Mio. Euro) – beeinflusst unter anderem durch den Teilverkauf von Steyr Motors sowie den Teilexit von Locapharm. Veröffentlicht wurden diese Zahlen am 13. November 2025.
Für 2025 hält der Vorstand an seiner Spanne fest: 6,5 bis 7,5 Mrd. Euro Konzernumsatz und 130 bis 160 Mio. Euro Jahresüberschuss auf Holding-Ebene. Mittelfristig nennt Mutares bis 2028 einen Konzernumsatz von 10 Mrd. Euro sowie 200 Mio. Euro Jahresüberschuss der Holding.
Auch die Dividende bleibt ein Ankerpunkt: Vorstand und Aufsichtsrat schlugen eine Ausschüttung von insgesamt 2,00 Euro je Aktie vor, entsprechend der festgelegten jährlichen Mindestdividende. Zudem liegt ein großer Teil der Aktien bei Insidern: Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat halten zusammen rund 36%.
An der Börse spiegelt sich zuletzt eher Zurückhaltung: Am Freitag schloss die Aktie bei 31,35 Euro (-0,95%). Auf 30 Tage steht ein Minus von 6,97%, während es auf 12 Monate ein Plus von 16,76% bleibt. Der Kurs liegt leicht unter dem 50-Tage-Durchschnitt (32,09 Euro), der RSI (14 Tage) beträgt 37,3.
Zum konkreten Fahrplan: Der Geschäftsbericht 2025 ist für den 28. April 2026 angekündigt, die Hauptversammlung für den 3. Juli 2026. Genau dort dürfte sich zeigen, wie weit Mutares die vielen Baustellen gleichzeitig sauber in die Struktur bekommt – und ob das neue Segment „Chemicals & Materials“ schnell die erhoffte Klammer für die Zukäufe liefert.
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