Die Übernahme von MTL Cannabis steht kurz vor dem Abschluss. Nachdem das Gericht grünes Licht gegeben hat und die Aktionäre mit überwältigender Mehrheit zugestimmt haben, könnte die Transaktion noch im März 2026 vollzogen werden. Gleichzeitig veröffentlichte der kanadische Cannabis-Konzern Quartalszahlen, die einen deutlich reduzierten Verlust zeigen.
Übernahme erhält gerichtliche Freigabe
Das Gericht hat der Übernahme von MTL Cannabis Corp. zugestimmt. Der Abschluss der Transaktion wird vor Ende März 2026 erwartet, vorbehaltlich üblicher Bedingungen und Genehmigungen Dritter.
Die gerichtliche Freigabe folgt auf ein klares Votum der MTL-Aktionäre. Am 17. Februar 2026 stimmten 99,97 Prozent aller abgegebenen Stimmen für die Übernahme. Rund 89 Prozent der Aktionäre beteiligten sich an der Abstimmung.
CEO Luc Mongeau bezeichnete das Ergebnis als bedeutenden Meilenstein auf dem Weg zum führenden medizinischen Cannabis-Anbieter Kanadas.
Die Eckdaten der Transaktion
Die Übernahme hat einen Unternehmenswert von 179 Millionen kanadischen Dollar. MTL-Aktionäre erhalten für jede Aktie 0,32 Canopy-Growth-Aktien und 0,144 Dollar in bar.
Durch den Deal übernimmt Canopy Growth MTL’s Patientennetzwerk, die Canada House Kliniken und die Online-Plattform Abba Medix. Hinzu kommen zwei Produktionsstätten in Québec sowie die Marken MTL und R’Belle.
MTL meldete zuletzt einen Nettoumsatz von 84 Millionen Dollar, eine Bruttomarge von 51 Prozent vor Fair-Value-Anpassungen und einen operativen Cashflow von 11 Millionen Dollar in den zwölf Monaten bis September 2025. Canopy Growth erwartet Kosteneinsparungen von rund 10 Millionen Dollar pro Jahr innerhalb von 18 Monaten.
Der Aktienanteil der Transaktion erhöht allerdings die Anzahl ausstehender Aktien – eine zusätzliche Verwässerung, die kurzfristige Profitabilität erschwert.
Q3: Verlust halbiert sich
Die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026, veröffentlicht am 6. Februar, zeigen eine stagnierende Umsatzentwicklung bei 75 Millionen Dollar. Der Nettoverlust verringerte sich jedoch um 49 Prozent im Jahresvergleich, der bereinigte EBITDA-Verlust um 17 Prozent.
Das Unternehmen verfügte zum Quartalsende über 371 Millionen Dollar an liquiden Mitteln und eine Netto-Cash-Position von 146 Millionen Dollar.
Im medizinischen Cannabis-Segment in Kanada legte der Umsatz um 15 Prozent auf 23 Millionen Dollar zu – das sechste Quartal in Folge mit Wachstum. Treiber waren mehr versicherte Patienten und größere Bestellvolumen.
Storz & Bickel steigerte den Umsatz sequenziell um 45 Prozent auf 23 Millionen Dollar. Der neue VEAZY-Vaporizer entwickelte sich zum schnellsten erfolgreichen Produktstart in der Firmengeschichte und erreichte als erstes Gerät binnen kürzester Zeit 20.000 verkaufte Einheiten.
Der bereinigte EBITDA-Verlust sank auf drei Millionen Dollar – der niedrigste Wert bisher.
Schulden bis 2031 gestreckt
Im Januar 2026 schloss Canopy Growth eine Rekapitalisierung über 150 Millionen Dollar ab. Alle ausstehenden Verbindlichkeiten wurden bis 2031 gestreckt, was Liquidität und Handlungsspielraum verbessert.
Die Restrukturierung hatte jedoch ihren Preis. Das Unternehmen musste Anleihegläubigern Warrants anbieten, um deren Zustimmung zu erhalten. Werden diese ausgeübt, droht weitere Verwässerung.
Margen unter Druck
Nicht alle Kennzahlen entwickeln sich positiv. Die Cannabis-Bruttomarge sank von 28 Prozent im Vorjahresquartal auf 25 Prozent, hauptsächlich wegen schwächerer internationaler Verkäufe und einer veränderten Umsatzmischung.
Zudem könnten geplante Änderungen beim Veteranen-Erstattungsprogramm die Margen belasten.
Ein Analyst von Alliance Global senkte das Kursziel und verwies auf Risiken bei den Veteranen-Erstattungen sowie fragile Bruttomargen.
Im internationalen Geschäft brach der Umsatz um 31 Prozent ein, vor allem wegen Lieferkettenproblemen in Europa. Sequenziell verbesserte sich der Wert jedoch um 22 Prozent, da Lieferungen nach Europa im zweiten Halbjahr des Quartals wieder anzogen.
Die wichtigsten Kennzahlen
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Q3 Konzernumsatz | 75 Mio. CAD (flach) |
| Kanada Cannabis-Wachstum | Zweistellig (medizinisch: +15%, Freizeit: +8%) |
| Nettoverlust-Reduktion | -49% |
| Liquide Mittel (31.12.2025) | 371 Mio. CAD |
| Bereinigter EBITDA-Verlust | 3 Mio. CAD |
| MTL Unternehmenswert | 179 Mio. CAD |
| Erwartete Synergien p.a. | ~10 Mio. CAD |
| Schulden-Fälligkeiten | 2031 |
| MTL-Aktionärs-Zustimmung | 99,97% |
Was jetzt kommt
CEO Mongeau betont, dass die Zahlen des dritten Quartals verbesserte Fundamentaldaten und ein fokussierteres Geschäftsmodell widerspiegeln. Die Stärke in Kanada biete eine klare Chance, die Plattform mit Abschluss der MTL-Übernahme weiter auszubauen.
Das Management strebt mittelfristig eine Bruttomarge im mittleren bis hohen Dreißiger-Bereich an. MTL’s historische Margen liegen über jenen von Canopy Growth, sodass die Transaktion sowohl Bruttomarge als auch bereinigtes EBITDA verbessern dürfte.
Nach rund einem Jahrzehnt als börsennotiertes Unternehmen hat Canopy Growth noch immer keinen Gewinn erzielt. Mit dem bevorstehenden MTL-Abschluss, der rekapitalisierten Bilanz und sechs Wachstumsquartalen in Folge im medizinischen Cannabis-Segment navigiert der Konzern dennoch durch einen strukturellen Wandel in Richtung Geschäftsjahr 2027.
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