ASML legt für das vierte Quartal 2025 Zahlen vor, die selbst optimistische Erwartungen deutlich übertreffen – doch die Aktie gerät dennoch unter Druck. Der Chipzulieferer profitiert massiv vom KI-Boom, erhöht seine Prognose für 2026 und startet ein großes Rückkaufprogramm. Warum also nutzen Anleger den starken Newsflow, um zunächst Kasse zu machen?
Rekordaufträge dank KI-Nachfrage
Im Schlussquartal 2025 meldete ASML Netto-Bestellungen von 13,2 Milliarden Euro – mehr als doppelt so viel wie der zuvor erwartete Konsens von rund 6,3 bis 7 Milliarden Euro. Damit unterstreicht das Unternehmen, wie stark Chipproduzenten derzeit Kapazitäten für KI-Anwendungen ausbauen.
Besonders gefragt waren erneut die High-End-Anlagen: Rund 7,4 Milliarden Euro der neuen Aufträge entfielen auf EUV-Systeme. Zum Jahresende 2025 summierte sich der gesamte Auftragsbestand damit auf etwa 38,8 Milliarden Euro – ein Polster, das hohe Auslastung für die kommenden Jahre signalisiert.
Für das Gesamtjahr 2025 erzielte ASML Netto-Umsätze von 32,7 Milliarden Euro bei einem Nettoergebnis von 9,6 Milliarden Euro. Allein im vierten Quartal steuerte das Geschäft 9,7 Milliarden Euro Umsatz und eine Bruttomarge von 52,2 % bei.
Höhere Prognose und Stellenabbau
Für 2026 dreht das Management die Erwartungen nach oben. ASML rechnet nun mit Netto-Umsätzen zwischen 34 und 39 Milliarden Euro und einer Bruttomarge von 51 bis 53 %. CEO Christophe Fouquet verweist auf eine „positive mittel- bis langfristige Sicht“ der Kunden, vor allem getrieben durch KI-bezogene Nachfrage.
Parallel dazu kündigt der Konzern eine strategische Neuausrichtung an. Weltweit sollen rund 1.700 Stellen wegfallen, vor allem in Management- und Supportfunktionen in den Niederlanden und den USA. Ziel ist es, Hierarchien abzubauen, Bürokratie zu verringern und die Organisation beweglicher zu machen. Gleichzeitig will ASML in den technischen Bereichen weiter einstellen, um die Entwicklungskapazitäten zu sichern.
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Mehr Geld für Aktionäre
An die Anteilseigner will ASML in den kommenden Jahren deutlich mehr Kapital zurückgeben. Das Unternehmen hat ein neues Aktienrückkaufprogramm beschlossen, das den Rückkauf von bis zu 12 Milliarden Euro eigener Aktien bis 2028 erlaubt.
Auch die Dividende wird kräftig angehoben: Für 2025 ist eine Ausschüttung von 7,50 Euro je Aktie vorgesehen, was einem Plus von 17 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit unterstreicht das Management den Anspruch, sowohl Wachstum zu finanzieren als auch Aktionäre am Erfolg zu beteiligen.
Analysten reagierten überwiegend positiv. TD Cowen erhöhte das Kursziel auf 1.500 Euro. JPMorgan bestätigte ein „Overweight“-Rating mit Ziel 1.300 Euro und verwies auf das Potenzial für zweistellige Wachstumsraten beim Auftragseingang in den Jahren 2027 und 2028. Goldman Sachs bleibt bei „Buy“ mit einem Kursziel von 1.270 Euro.
Kursreaktion: Gewinnmitnahmen nach Rally
Trotz Rekordaufträgen und angehobener Prognose kam es an der Börse zu einem Rücksetzer. Nach starken Kursgewinnen seit Jahresbeginn – die Aktie liegt seit Januar rund 22 % im Plus und hat sich auf Sicht von zwölf Monaten mehr als verdoppelt – nutzen Teile des Marktes die positiven Nachrichten offenbar zur Gewinnmitnahme.
Am US-Markt schloss der Titel heute bei 1.423,44 US-Dollar und damit leicht unter dem jüngst markierten 52‑Wochen-Hoch von 1.454,59 US-Dollar. Angesichts eines Zuwachses von rund 33 % in den vergangenen 30 Tagen und eines deutlichen Abstands zu den wichtigen gleitenden Durchschnitten signalisiert die Kursentwicklung eine bereits sehr ambitionierte Bewertung.
Fazit: Starkes Fundament, hohes Erwartungsniveau
Operativ liefert ASML eine Kombination aus Rekordaufträgen, hoher Profitabilität, angehobener Prognose und klarer Aktionärsorientierung – die Grundlage für weiteres Wachstum im Umfeld des KI-Investitionsbooms ist vorhanden. Gleichzeitig zeigt die volatile Kursreaktion, wie hoch die Erwartungen nach der kräftigen Rally inzwischen sind. In den kommenden Quartalen wird entscheidend sein, ob das Unternehmen die angekündigten Umsatz- und Margenziele einlöst und der Auftragsboom auch in die Jahre 2027 und 2028 hinein anhält.
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