Negative Schlagzeilen auf der einen, strategische Hoffnung auf der anderen Seite: Trotz ausgeweiteter Rückrufe bei Babynahrung zeigt sich der Schweizer Nahrungsmittelriese an der Börse derzeit bemerkenswert robust. Während operative Probleme das Image belasten, bringt eine neue Analyse der UBS ein Szenario ins Spiel, auf das viele Investoren seit Jahren warten. Könnte ein Teilverkauf des Tafelsilbers die Wende bringen?
- Kurs: 78,89 CHF
- Wochentrend: +7,44 %
- YTD-Performance: -19,91 %
- Treibende Kraft: Spekulation über L’Oreal-Beteiligung
- Belastungsfaktor: Rückrufe bei Säuglingsnahrung
Strategischer Befreiungsschlag möglich
Verantwortlich für die jüngste Stabilisierung ist primär eine Einschätzung der Schweizer Großbank UBS. Analyst Guillaume Delmas bestätigte zwar sein „Neutral“-Rating mit einem Kursziel von 78 CHF, lenkte den Blick der Anleger jedoch weg vom operativen Tagesgeschäft hin zur strategischen Ausrichtung unter der neuen Führung.
Die Kernbotschaft der Analyse: Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass das Management einen Teilverkauf der massiven L’Oreal-Beteiligung prüft. Nestle hält weiterhin über 20 Prozent an dem französischen Kosmetikkonzern. Ein solcher Schritt würde erhebliche Mittel freisetzen und könnte die Bilanzstruktur signifikant verändern. Diese Perspektive reichte aus, um den Kurs am Freitag bei 78,89 CHF aus dem Handel gehen zu lassen – eine deutliche Erholung vom 52-Wochen-Tief bei 71,85 CHF, das erst Ende Januar markiert wurde.
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Schattenseite: Rückrufe weiten sich aus
Dass die Aktie seit Jahresbeginn dennoch knapp 20 Prozent im Minus liegt, hat handfeste operative Gründe. Die strategische Fantasie wird derzeit von einer Krise in der sensiblen Sparte für Säuglingsnahrung überschattet. Berichte über eine mögliche Belastung mit dem Bakterientoxin Cereulid haben zu weitreichenden Rückrufen geführt.
Der Ursprung der Verunreinigung wurde auf einen chinesischen Zulieferer von Arachidonsäure-Öl zurückgeführt. Betroffen sind Produkte der Marken Beba und Alfamino, wobei die Lage in Frankreich besonders kritisch beobachtet wird. Dort untersuchen Behörden mögliche Zusammenhänge mit gesundheitlichen Vorfällen, was auch die Marke Guigoz in den Fokus rückt. Dass der Aktienkurs trotz dieser Nachrichtenlage auf Wochensicht über 7 Prozent zulegen konnte, unterstreicht die Dominanz der L’Oreal-Spekulation im aktuellen Sentiment.
Blick auf die Zahlen
Der entscheidende Realitätscheck steht den Anlegern kurzfristig bevor. Am 19. Februar 2026 wird Nestle die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 präsentieren. Marktteilnehmer erwarten an diesem Termin nicht nur eine Quantifizierung der finanziellen Schäden durch die Rückrufaktion, sondern vor allem konkrete Aussagen des Managements zur Zukunft der L’Oreal-Beteiligung.
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