Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine durchbricht die 48-Euro-Marke und erreicht damit den höchsten Stand seit fünf Jahren. Hinter der Rally steckt mehr als nur gute Stimmung: Während der Konzern seine Schulden drastisch reduziert und die Profitabilität steigert, sorgen neue EU-Handelsregeln für strukturellen Rückenwind gegen Billigimporte.
Starke Zahlen trotz rückläufiger Erlöse
Die Quartalszahlen vom 11. Februar lieferten den entscheidenden Impuls. Zwar sank der Umsatz in den ersten neun Monaten auf 11,1 Milliarden Euro, doch das operative Ergebnis kletterte deutlich: Das EBITDA legte um 7,2 Prozent auf 1 Milliarde Euro zu, das EBIT sogar um 20,9 Prozent auf 473 Millionen Euro. Der Gewinn nach Steuern verbesserte sich um ein Viertel auf 259 Millionen Euro.
Besonders beeindruckend entwickelte sich das dritte Quartal: Der Nettogewinn verdreifachte sich nahezu auf 59,7 Millionen Euro. Der freie Cashflow erreichte starke 345 Millionen Euro. Die Jahresprognose mit einem erwarteten EBITDA zwischen 1,4 und 1,55 Milliarden Euro bestätigte das Management.
Schuldenabbau auf Rekordtempo
Die Nettofinanzverschuldung schmolz um mehr als ein Viertel auf 1,4 Milliarden Euro. Der Verschuldungsgrad fiel auf 19,5 Prozent – der niedrigste Wert seit fast zwei Jahrzehnten. Diese Bilanzstärkung verschafft dem Konzern deutlich mehr finanziellen Spielraum und reduziert die Zinsbelastung spürbar.
EU macht ernst gegen Billigstahl
Ein entscheidender Faktor für die positive Kursentwicklung liegt in Brüssel. Seit Jahresbeginn greift das Carbon Border Adjustment Mechanism der EU: Importeure von Stahl müssen CO2-Zertifikate zum europäischen Preisniveau erwerben. Ab Juli 2026 kommen drastische Mengenbeschränkungen hinzu – die EU halbiert die zulässigen Einfuhrmengen auf 18,3 Millionen Tonnen.
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Diese Handelsschutzmaßnahmen verteuern Stahlimporte aus Ländern mit niedrigeren Umweltstandards erheblich. Europäische Produzenten wie Voestalpine gewinnen dadurch strukturell an Wettbewerbsfähigkeit.
Analysten erhöhen Kursziele deutlich
Die Investmentbanken reagierten auf die Q3-Zahlen mit kräftigen Zielanhebungen. JPMorgan schraubte das Kursziel von 42,40 auf 50 Euro, Barclays ebenfalls auf 50 Euro. Besonders optimistisch zeigt sich die Deutsche Bank mit einem Ziel von 57 Euro. Morgan Stanley erhöhte auf 49 Euro und bekräftigte die Übergewichtung der Aktie.
Die Rally hat die Aktie seit ihrem Tief im April 2025 um mehr als 140 Prozent nach oben katapultiert. Ob sich das Momentum fortsetzt, hängt vor allem von der europäischen Industriekonjunktur ab – insbesondere vom Automobilsektor, der weiterhin schwächelt. Die laufende Transformation zur klimafreundlicheren Stahlproduktion im Rahmen des „greentec steel“-Programms könnte zusätzliche Bewertungsphantasie freisetzen.
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