Die Nachrichtenlage bei den Stuttgartern bleibt widersprüchlich und fordert die Nerven der Anleger. Während schwache Absatzzahlen aus dem wichtigen chinesischen Markt und gedämpfte Profitabilitätserwartungen auf den Kurs drücken, stellen sich führende Investmentbanken demonstrativ hinter den Autobauer. Kann die intensivierte Technologie-Offensive in Asien langfristig das Ruder herumreißen?
- Aktueller Kurs: 59,29 € (-0,08 %)
- Jahresperformance: Seit Jahresbeginn verliert das Papier 4,26 % an Wert.
- Analysten-Konsens: JPMorgan und Deutsche Bank bestätigen Kaufempfehlungen trotz Absatzschwäche.
- Strategie: Neuer CTO forciert Partnerschaften mit südkoreanischen Tech-Giganten.
Banken halten an Optimismus fest
Trotz eines schwierigen Starts in das Jahr 2026, der sich in einem Kursrückgang von über 4 % seit Januar niederschlägt, bleiben die großen Analysehäuser bei ihrer positiven Einschätzung. JPMorgan bestätigte am Donnerstag das „Overweight“-Rating mit einem Kursziel von 70 Euro. Zwar warnt die US-Bank vor einer im vierten Quartal voraussichtlich schwächeren Profitabilität im Vergleich zum Vorquartal, sieht aber die regionale Verteilung der Verkäufe als stabilisierenden Faktor.
Noch zuversichtlicher zeigt sich die Deutsche Bank, die mit einem Kursziel von 79 Euro das derzeit höchste Potenzial unter den großen Instituten sieht. Auch die Bank of America bewertet die langfristigen Aussichten differenziert: Während BMW sich in einer Übergangsphase befinde, gewinne Mercedes im Elektro-Bereich an Stärke. Aktuell notiert die Aktie rund 5 % unter dem durchschnittlichen Konsensziel der Marktbeobachter.
China-Absatz als Bremsklotz
Die Diskrepanz zwischen Analystenlob und Kursentwicklung erklärt sich beim Blick auf die harten Fakten des Jahres 2025. Die am 12. Januar veröffentlichten Zahlen offenbarten einen globalen Absatzrückgang von 10 % auf 2,16 Millionen Fahrzeuge.
Verantwortlich für diesen Dämpfer waren primär die beiden wichtigsten Auslandsmärkte:
* China: Ein Einbruch von 19 % auf 551.900 Einheiten signalisiert anhaltende strukturelle Herausforderungen im Fernost-Geschäft.
* USA: Auch hier gingen die Verkäufe um 12 % zurück.
Lichtblicke gab es lediglich im absoluten Luxussegment, wo die G-Klasse einen neuen Rekordabsatz verzeichnete. Diese Zahlen belasten das Sentiment und erklären, warum der Kurs derzeit deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 54,74 Euro kämpft, obwohl er sich vom 52-Wochen-Tief bei 47,05 Euro bereits erholt hat.
Neue Technologie-Allianzen in Korea
Um die Abhängigkeiten neu zu ordnen und technologisch aufzuholen, setzt das Management auf eine Vertiefung der Lieferketten in Asien. Der neue CTO Jörg Burzer wählte für seine erste Auslandsreise Südkorea, um Gespräche mit Samsung, SK und LG zu führen.
Im Fokus stehen dabei nicht nur bestehende Lieferverträge für Batterien mit LG Energy Solution und SK On, sondern potenzielle neue Kooperationen im Bereich der Festkörperbatterien und Displays. Besonders eine mögliche Einigung mit Samsung SDI könnte die Lieferbasis der Stuttgarter strategisch erweitern. Unterstützt wird dieser Kurs durch ein neu eröffnetes Beschaffungsbüro in Seoul, das die Qualitätssicherung vor Ort straffen soll.
Blick auf die kommenden Wochen
Für Anleger wird die kurzfristige Entwicklung maßgeblich von den anstehenden Unternehmensmeldungen abhängen. Der Pre-Close Call am 20. Januar 2026 dürfte erste konkrete Indikationen zur Marge im vierten Quartal liefern, bevor am 12. Februar die endgültigen Jahresergebnisse präsentiert werden. Zudem könnte das Update der S-Klasse am 29. Januar neue Impulse für die Produktwahrnehmung setzen.
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