The Trade Desk steckt in einer ungewöhnlichen Lage: Der CEO kauft für rund 148 Millionen Dollar eigene Aktien, während eine Boarddirektorin fast ihren gesamten Anteil verkauft. Gleichzeitig kursieren Berichte über eine mögliche Partnerschaft mit OpenAI. Was steckt hinter diesen widersprüchlichen Signalen?
Enttäuschende Zahlen als Ausgangspunkt
Den Hintergrund bildet ein handfester Rückschlag: The Trade Desk verfehlte im jüngsten Quartal erstmals seit 33 Quartalen die eigenen Erwartungen. Die Umsatzprognose für das erste Quartal lag rund ein Prozent unter den bisherigen Schätzungen, die EBITDA-Guidance sogar 13 Prozent darunter. Piper Sandler reagierte mit einer Kurszielabsenkung und beließ das Rating auf „Neutral“. Das Umsatzwachstum hat sich in fünf aufeinanderfolgenden Quartalen verlangsamt – ein Trend, der Anleger zunehmend beunruhigt.
Die Folgen sind im Kursverlauf ablesbar: Die Aktie hat seit ihrem Hoch im vergangenen Jahr rund 57 Prozent verloren und notiert aktuell bei etwa 23,63 Euro – weit unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts.
CEO kauft, Boardmitglied verkauft
Inmitten dieser Schwächephase kaufte CEO Jeff Green über mehrere Tage rund sechs Millionen Aktien zu Preisen zwischen 23,49 und 25,08 Dollar – der erste nennenswerte Insiderkauf seit über einem Jahr. Das ist ein klares Bekenntnis des Firmenchefs zur eigenen Aktie.
Auf der anderen Seite steht Boarddirektorin Kathryn Falberg, die am 5. März Aktien im Wert von rund 4,65 Millionen Dollar verkaufte und damit etwa 98 Prozent ihrer Beteiligung aufgab. Hinzu kommt der angekündigte Rücktritt von Boardmitglied Gokul Rajaram, der zum 3. April wirksam wird. Das Unternehmen betonte, der Abgang erfolge ohne Meinungsverschiedenheiten.
OpenAI als möglicher Katalysator
Der stärkste Kurstreiber der vergangenen Wochen war ein Bericht, wonach OpenAI erwägt, The Trade Desk für den Verkauf von Werbung auf ChatGPT zu nutzen. OpenAI hatte erst kürzlich begonnen, die Plattform mit Anzeigen zu monetarisieren, und sucht nun offenbar nach einem erfahrenen Partner statt einer eigenen Infrastruktur aufzubauen.
Die Meldung löste einen Kurssprung von 18 Prozent aus, bevor die Aktie wieder nachgab. Analysten sind gespalten: Einige sehen die potenzielle Kooperation als strategisch bedeutsam, weil sie The Trade Desk in einem Markt positioniert, der zunehmend von KI-gesteuerten Werbeformaten geprägt wird. Andere warnen, dass der Kursanstieg die tatsächlichen kurzfristigen Ertragseffekte überschätzt – zumal die Partnerschaft noch nicht bestätigt ist.
Produkte und institutionelle Investoren
Operativ bleibt das Unternehmen aktiv. Ende Februar startete The Trade Desk das „Ventura Ecosystem“, eine Plattform zur Vernetzung von TV-Betriebssystemen und Streaming-Diensten. Zudem wurde „OpenAds“ eingeführt, ein transparentes Auktionsumfeld für Publisher, zu dessen ersten Partnern unter anderem der Guardian, BuzzFeed und Hearst Magazines zählen.
Institutionelle Investoren haben ihre Positionen zuletzt ausgebaut: Vanguard erhöhte seinen Anteil im dritten Quartal um 27,7 Prozent, Geode Capital Management im zweiten Quartal sogar um 52,1 Prozent.
Entscheidende Monate voraus
The Trade Desk steht vor einer klaren Bewährungsprobe: Die mögliche OpenAI-Partnerschaft könnte einen neuen Wachstumskanal öffnen – vorausgesetzt, sie kommt tatsächlich zustande und liefert messbare Ergebnisse. Die Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 werden zeigen, ob das Unternehmen den Abwärtstrend beim Umsatzwachstum stoppen kann. Bis dahin dürften Anleger und Analysten jede operative Meldung genau unter die Lupe nehmen.
The Trade Desk-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue The Trade Desk-Analyse vom 12. März liefert die Antwort:
Die neusten The Trade Desk-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für The Trade Desk-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
The Trade Desk: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
