DAX: Ölpreis treibt den Index in den Keller
Der DAX verliert deutlich, angetrieben durch steigende Ölpreise und historisch hohe Anleiherenditen. BASF und Brenntag stechen als Gewinner in einem von Verlierern geprägten Marktumfeld hervor.
Kurz zusammengefasst
- DAX fällt auf 22.300 Punkte
- Ölpreis erreicht über 111 Dollar
- Bundesanleihen auf 15-Jahres-Hoch
- BASF und Brenntag als Wochengewinner
Der Iran-Konflikt lässt die Märkte nicht los. Während Trumps erneute Verlängerung seines Ultimatums an Teheran zunächst für relative Ruhe sorgte, schossen die Ölpreise trotzdem weiter nach oben – und rissen den DAX mit in die Tiefe.
Brent-Rohöl kletterte heute auf über 111 Dollar je Barrel. Das ist das eigentliche Problem: Nicht die Kriegsnachrichten selbst, sondern die Erkenntnis, dass die Schäden an der Infrastruktur im Nahen Osten auf Monate, womöglich Jahre, nicht reparierbar sind. Lieferkettenstörungen sind kein kurzfristiges Phänomen mehr. Die Märkte beginnen, das einzupreisen.
Der DAX schloss mit einem Minus von 1,38 Prozent bei 22.300 Punkten. Auf Wochensicht steht ein Verlust von knapp 0,4 Prozent zu Buche.
Bundesanleihen auf 15-Jahres-Hoch – die EZB gerät in die Bredouille
Der Rentenmarkt sendet ein klares Signal: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen erreichte heute den höchsten Stand seit 15 Jahren. Der Markt preist mittlerweile drei Zinserhöhungen der EZB bis Jahresende ein. Steigende Energiepreise treiben die Inflation – und spanische Daten für März zeigen mit 3,3 Prozent bereits, wohin die Reise gehen könnte. Am Dienstag folgen die Zahlen für die gesamte Eurozone.
Kein Wunder also, dass vorsichtige Anleger heute in sichere Häfen flüchteten und Aktien nur sehr selektiv anfassten.
Gewinner und Verlierer in trübem Umfeld
Auffällig: BASF und Brenntag schwammen gegen den Strom. BASF legte im Wochenverlauf über 13 Prozent zu – Morgan Stanley bekräftigte sein positives Votum und hob das Kursziel an. Die Logik dahinter: Rohstoffengpässe durch den Iran-Krieg treffen asiatische Chemiekonzerne deutlich härter als europäische Wettbewerber. Chemiedistributor Brenntag führt die Wochenliste sogar mit einem Plus von über 16 Prozent an.
Auf der Gegenseite brachen Rheinmetall und Zalando wöchentlich um mehr als acht Prozent ein, SAP verlor über sieben Prozent. Tech- und Rüstungswerte, die zu Jahresbeginn noch zu den Favoriten zählten, stehen plötzlich unter erheblichem Druck.
Das Schlusslicht des heutigen Handelstages im MDax war CTS Eventim mit einem Einbruch von 23,2 Prozent – der Veranstalter enttäuschte trotz starker Jahreszahlen mit einem schwachen Ausblick und einer angekündigten Dividendenkürzung. Der Kurs fiel damit auf den tiefsten Stand seit November 2022.
Der Euro hält sich derweil mühsam bei rund 1,15 Dollar. Seit Kriegsbeginn hat die Gemeinschaftswährung gegenüber ihrem Stand von Ende Februar – damals noch knapp über 1,20 Dollar – merklich Federn gelassen. Solange der Konflikt andauert, dürfte eine Erholung auf sich warten lassen.
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