Intel lieferte diese Woche eine Achterbahnfahrt: Erst sorgte CFO Dave Zinsner mit optimistischen Aussagen zur Server-Nachfrage für einen Kurssprung von 6 Prozent. Doch dann meldeten sich sechs US-Senatoren zu Wort – mit unangenehmen Fragen zu einem chinesischen Ausrüstungslieferanten. Während Intel technologisch Fortschritte meldet, wächst der politische Gegenwind.
Starke Server-Nachfrage treibt Optimismus
Auf einer Konferenz von Morgan Stanley skizzierte CFO Zinsner ein robustes Bild: Der Server-Markt dürfte 2026 deutlich wachsen, die Nachfrage aus Enterprise- und Cloud-Segmenten bleibt hoch. Intels Fabriken laufen derzeit mit über 100 Prozent Auslastung – ein Zeichen für die angespannte Lage in der gesamten Halbleiterindustrie.
Zinsner rechnet damit, dass die Nachfrage nach Intels Server-Prozessoren auch 2027 anhält, nachdem der Markt im Vorjahr bereits um mehr als 20 Prozent gewachsen war. Allerdings warnte er: Lieferengpässe werden das gesamte Jahr über bestehen bleiben und könnten sich 2027 sogar verschärfen. Besonders der PC-Markt dürfte unter anhaltenden Speicherengpässen leiden.
18A-Fertigung läuft besser als geplant
Ein zentraler Punkt in Zinsners Ausführungen war Intels fortgeschrittener 18A-Fertigungsknoten. Die Nachricht: Die Ertragsverbesserungen liegen im Plan oder sogar darüber. Mit 18A will Intel technologisch zu Taiwan Semiconductor Manufacturing aufschließen – ein entscheidender Schritt für die Foundry-Strategie.
CEO Lip-Bu Tan erwägt mittlerweile, 18A oder die Variante 18AP externen Kunden anzubieten. Das könnte Intels Ambitionen als Auftragsfertiger für andere Chipdesigner früher als erwartet Realität werden lassen. Das erste 18A-Produkt, Panther Lake, stieß bereits auf positive Resonanz.
Politischer Gegenwind aus Washington
Die positive Wochenbilanz erhielt einen Dämpfer: Sechs Senatoren beider Parteien forderten Intel auf, Details zur Zusammenarbeit mit ACM Research offenzulegen. Der Halbleiterausrüster unterhält Tochtergesellschaften, die auf US-Exportkontrolllisten stehen. Laut Bloomberg beziehen sich die Abgeordneten auf Berichte, wonach Intel ACM-Ausrüstung zur Halbleiterstrukturierung getestet habe. Die Sorge: mögliche Verbindungen zwischen ACM-Einheiten und chinesischen Firmen mit Bezügen zum Militär.
Die Anfrage zeigt, wie stark Intel trotz seiner Rolle als einziger großer US-Halbleiterfertiger im Spannungsfeld zwischen Technologieführerschaft und geopolitischen Vorgaben navigieren muss.
Führungswechsel im Verwaltungsrat
Intel bestätigte zudem einen personellen Übergang: Dr. Craig H. Barratt wird nach der Hauptversammlung am 13. Mai 2026 neuer unabhängiger Verwaltungsratsvorsitzender. Er löst Frank D. Yeary ab, der seit 2009 im Gremium sitzt und seit 2023 den Vorsitz innehat. Barratt, seit November 2025 im Board, bringt über 30 Jahre Erfahrung aus Führungspositionen bei Qualcomm, Intel und Alphabets Google mit.
Fazit: Technologie stimmt, Politik nicht
Intels Comeback-Story ruht auf zwei Säulen: der erfolgreichen Industrialisierung von 18A und der Gewinnung externer Foundry-Kunden. Die technischen Signale sind ermutigend, die Nachfrage intakt. Doch die Senate-Anfrage zeigt, dass auch politische Risiken die Transformation begleiten werden. Am 23. April folgen die Zahlen für das erste Quartal 2026 – dann wird sich zeigen, ob Intel den schwachen Ausblick vom Januar korrigieren kann.
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