BYD startet in den März mit einem doppelten Signal: Im Heimatmarkt rutschen die Verkäufe so stark ab wie seit Jahren nicht mehr – gleichzeitig überholen die Auslieferungen ins Ausland erstmals die Inlandsverkäufe. Dazu kommt ein Technologie-Update, das die Erwartungen an Tempo und Reichweite neu sortieren soll. Entscheidend wird, ob diese Mischung aus Export-Schub und Innovationsagenda die Margen stabil hält.
Schwacher Februar in China
Im Februar verkaufte BYD weltweit 190.190 Fahrzeuge. Das waren 41% weniger als im Vorjahresmonat – der sechste Rückgang in Folge und der stärkste Einbruch seit Februar 2020.
Besonders deutlich fiel das Minus bei Plug-in-Hybriden aus: minus 44%. Reine E-Autos lagen bei rund 79.539 Einheiten, ein Rückgang um 36%. Als wesentlicher Faktor gilt der lange, acht Tage dauernde Lunar-New-Year-Feiertag. Hinzu kam ein Kalendereffekt: Im Vorjahr lag der Feiertag überwiegend im Januar, was den Jahresvergleich zusätzlich verzerrt.
Gleichzeitig wächst der strukturelle Druck im chinesischen Markt. Seit Jahresbeginn 2026 gilt eine neue Kaufsteuer von 5% auf New-Energy-Vehicles, parallel liefen frühere Förderprogramme aus. In diesem Umfeld wird der Wettbewerb im mittleren Preissegment härter: BYD hielt 2024–2025 nach Angaben aus dem Marktumfeld etwa 26–34% Marktanteil bei NEVs, während Hersteller wie Geely und Leapmotor in Kernbereiche vorstoßen.
Exporte überholen Inlandsabsatz
Trotz des schwachen Gesamtbilds steckt in den Februar-Zahlen ein strategischer Wendepunkt: Erstmals in der Unternehmensgeschichte lagen die Auslieferungen ins Ausland über den Inlandsverkäufen.
Die Überseelieferungen stiegen um 50% auf 100.600 Fahrzeuge. Damit gingen 53% des Monatsvolumens in internationale Märkte – eine klare Verschiebung der Gewichte. Rückenwind kommt auch aus Europa: Im Januar überholte BYD bei Neuzulassungen auf dem Kontinent Tesla, mit über 18.000 registrierten Fahrzeugen (nahezu verdreifacht gegenüber dem Vorjahr), während Teslas Registrierungen um 17% fielen. Außerdem: 2025 überschritten die Auslandsverkäufe erstmals die Marke von 1 Million Einheiten.
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Blade Battery 2.0 und Ladenetz
Auf dem „Disruptive Technology“-Event am 5. März in Shenzhen stellte BYD ein größeres Innovationspaket vor. Im Zentrum stand die zweite Generation der Blade Battery – das erste größere Update seit sechs Jahren. Genannt wurden unter anderem eine Ladezeit von unter zwölf Minuten von 20% auf 97% sowie eine Standardreichweite von 777 Kilometern.
BYD zeigte zwei Varianten: eine kompaktere Version mit 8C- bis 10C-Laderaten sowie ein Modell mit höherer Energiedichte von bis zu 210 Wh/kg (gegenüber derzeit etwa 150 Wh/kg). Damit sollen Reichweiten von über 1.000 Kilometern im CLTC-Zyklus möglich sein – weiterhin auf Basis von Lithium-Eisenphosphat.
Damit das Schnellladen im Alltag funktioniert, baut BYD in China ein eigenes Netz aus: Bis Ende 2026 sollen 20.000 Schnellladestationen stehen, mehr als 4.200 seien bereits in Betrieb. Zudem wurden neue Modelle mit „Blade Battery 2.0“ und „Flash Charging 2.0“ genannt; bei Premiumfahrzeugen wie Denza Z9GT und Yangwang U7 soll die höhere Zellendichte ebenfalls Reichweiten von über 1.000 Kilometern ermöglichen.
Produktion und Zahlen: Blick auf den 26. März
Parallel zur Exportstrategie erweitert BYD die Fertigungsbasis. Für 2026 peilt das Unternehmen 1,3 Millionen Exporte an – 24% mehr als die für 2025 erwarteten knapp 1,05 Millionen. Neue Werke in Thailand, Usbekistan und Brasilien sollen langfristig zusammen 300.000 Fahrzeuge pro Jahr liefern. In Ungarn läuft die Testproduktion, die Serienfertigung ist für das zweite Quartal geplant. In Deutschland soll das Händlernetz bis Ende 2026 auf über 350 Standorte wachsen, verbunden mit dem Ziel von über 50.000 Verkäufen pro Jahr im Land. Zudem verfolgt BYD den Erwerb eines großen Werks in Mexiko, um die internationale Produktionskapazität auszubauen.
An der Börse hat die Aktie deutlich nachgegeben: Vom Hoch über 159 HKD (Mai 2025) ging es nahe an das 52-Wochen-Tief von 88,50 HKD (Februar 2026). Bewertungsseitig liegt das KGV mit 19,9 knapp über dem asiatischen Autosektor-Durchschnitt von 19,8, aber deutlich über einem Peer-Schnitt von 8; als „fair“ wird ein Wert von 15,5 genannt.
Der nächste harte Datenpunkt folgt am 26. März: Dann will BYD den vollständigen Bericht für das Geschäftsjahr 2025 vorlegen. Im Fokus stehen dabei die Margenentwicklung im intensiven Preiswettbewerb und die Frage, wie tragfähig die hohen Investitionen in Ladeinfrastruktur und internationale Expansion finanziell sind. Deutsche Bank rechnet für 2026 mit 4,9 Millionen Fahrzeugverkäufen, Jefferies erwartet allein 1,5 Millionen Exporte.
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