Der europäische Satellitenbetreiber startete mit einem Großauftrag für OneWeb stark in das Jahr 2026, doch nun dominieren Gewinnmitnahmen das Bild. Während die Aktie gestern über drei Prozent verlor, herrscht unter Analysten Uneinigkeit über die weitere Marschrichtung. Drücken die hohen Investitionskosten dauerhaft auf den Kurs?
Gewinnmitnahmen nach Auftrags-News
Nach dem dynamischen Jahresauftakt konsolidiert der Kurs. Auslöser der vorangegangenen Aufwärtsbewegung war eine Bestellung von 340 neuen Satelliten für die OneWeb-Konstellation bei Airbus Defence and Space. Zusammen mit einer Order vom Dezember summiert sich das Volumen auf 440 Einheiten, deren Auslieferung Ende 2026 beginnen soll.
Doch die Euphorie weicht nun der Realität: Gestern notierte das Papier bei 2,13 Euro, was einem Tagesverlust von 3,62 Prozent entspricht. Nach dem Hoch am 19. Januar setzten Anleger verstärkt auf Gewinnmitnahmen. Charttechnisch ist der Titel damit unter den 50-Tage-Durchschnitt von 2,22 Euro gerutscht, während die 200-Tage-Linie bei 3,10 Euro weiterhin den übergeordneten Abwärtstrend markiert.
Experten uneins über Bewertung
Die Einschätzungen der Banken zeichnen ein widersprüchliches Bild. Morgan Stanley nahm die Bewertung am 20. Januar mit einem Kursziel von 2,50 Euro auf, was ein Aufwärtspotenzial von rund 17 Prozent impliziert. Auch die Deutsche Bank stufte den Titel von „Sell“ auf „Hold“ hoch und sieht den fairen Wert bei 2,30 Euro.
Skeptischer zeigt sich Oddo BHF. Das Institut senkte das Kursziel deutlich von 2,60 auf 1,70 Euro. Diese Diskrepanz spiegelt die Unsicherheit am Markt wider: Das durchschnittliche Kursziel liegt zwar bei 2,65 Euro, die Spanne der Schätzungen reicht jedoch von 1,40 bis über 5 Euro.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Eutelsat?
Hoher Kapitalbedarf belastet
Hintergrund der verhaltenen Stimmung sind die massiven finanziellen Herausforderungen. Zwar schloss Eutelsat im Dezember 2025 eine Kapitalerhöhung über 1,5 Milliarden Euro ab, doch der Investitionsbedarf bleibt gewaltig. Für den Zeitraum bis 2029 sind Ausgaben von rund 4 Milliarden Euro geplant.
Zudem drückt der zuletzt negative Free Cash Flow von minus 289 Millionen Euro auf die Stimmung. Die Verschuldungsquote liegt bei 119 Prozent. Hoffnungsträger bleibt das EU-Projekt IRIS2, bei dem das Eutelsat-Konsortium SpaceRISE Fortschritte macht. Die ESA bestätigte kürzlich den erfolgreichen Abschluss wichtiger Überprüfungen, was langfristig neue Einnahmequellen erschließen könnte.
Der entscheidende Impuls für die weitere Kursentwicklung dürfte Mitte Februar folgen. Dann legt das Unternehmen den Halbjahresbericht vor. Anleger werden dabei primär darauf achten, ob das Management einen glaubwürdigen Weg aufzeigen kann, wie das ambitionierte Investitionsprogramm ohne weitere Belastung der Cash-Flow-Situation gestemmt werden soll.
Eutelsat-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Eutelsat-Analyse vom 28. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Eutelsat-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Eutelsat-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Eutelsat: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
