Heute ist für Alibaba kein gewöhnlicher Quartalstag. Zeitgleich mit dem Ergebnisbericht für das dritte Fiskalquartal 2026 trifft eine milliardenschwere KI-Neuausrichtung auf eine Aktie, die seit ihrem 52-Wochen-Hoch rund 27 Prozent verloren hat. Der 19. März wird zeigen, ob die neue Konzernstruktur bei Investoren Vertrauen schafft — oder weitere Fragen aufwirft.
Die Erwartungen
Analysten rechnen für das Quartal (Oktober bis Dezember 2025) mit einem Gewinn von 1,62 Dollar je Aktie — deutlich weniger als die 3,10 Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz soll auf rund 41,6 Milliarden Dollar gestiegen sein, ein Plus von etwa acht Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Gewinnrückgang ist kein Zufall. Alibaba investiert massiv in KI-Infrastruktur und das schnell wachsende Quick-Commerce-Geschäft, was die Margen kurzfristig belastet. Anleger wollen deshalb vor allem eines sehen: Wächst die Cloud-Sparte weiter stark, und lässt sich das KI-Geschäft zunehmend monetarisieren?
Im September-Quartal stieg der Cloud-Umsatz um 34 Prozent auf 39,8 Milliarden Renminbi. KI-bezogene Erlöse machten zuletzt mehr als 20 Prozent des externen Cloud-Umsatzes aus — ein Wert, der vor zwei Jahren noch kaum messbar war.
Die neue KI-Architektur
Kurz vor dem Ergebnistag vollzog Alibaba eine weitreichende Umstrukturierung seiner KI-Aktivitäten. Unter dem Namen Alibaba Token Hub (ATH) wurden alle zentralen KI-Teams unter einem Dach zusammengefasst — darunter das Tongyi-Labor, das die Qwen-Sprachmodelle entwickelt, sowie eine neue Einheit namens Wukong, die KI-gestützte Unternehmensworkflows rund um die Kollaborationsplattform DingTalk aufbauen soll.
CEO Eddie Wu Yongming übernimmt persönlich die Leitung der neuen Einheit. Das Investitionsversprechen dahinter ist erheblich: 380 Milliarden Renminbi — umgerechnet rund 53 Milliarden Dollar — sollen in den nächsten drei Jahren fließen. Das entspricht in etwa Alibabas gesamten Kapitalausgaben der vergangenen zehn Jahre.
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Wukong richtet sich an Unternehmenskunden und soll KI-Agenten für Aufgaben wie Dokumentenbearbeitung, Genehmigungsprozesse und Meeting-Protokollierung bündeln. Neben DingTalk, das über 20 Millionen Unternehmensnutzer zählt, plant Alibaba eine Anbindung an Slack, Microsoft Teams und WeChat. Die Plattform befindet sich noch in einer geschlossenen Testphase.
Die Umstrukturierung verlief nicht reibungslos: Drei leitende KI-Manager verließen das Unternehmen noch vor der Ankündigung, darunter im März der Chef der Qwen-Einheit, Lin Junyang. Der Abgang hochrangiger Entwickler zeigt, wie intensiv der Wettbewerb um KI-Talente in China ist — Tencent und ByteDance machen Alibaba hier erheblich zu schaffen.
Geteilte Analystenmeinungen
Die Einschätzungen der Analysten spiegeln das Spannungsfeld wider, in dem sich Alibaba bewegt. Morgan Stanley-Analyst Gary Yu bekräftigte sein Übergewichten-Rating und bezeichnete die Aktie als bevorzugten Titel — mit dem Argument, dass Alibaba durch eigene Chips, Cloud-Infrastruktur und die Qwen-Modelle die gesamte KI-Wertschöpfungskette kontrolliere.
Erste-Group-Analyst Hans Engel sieht das anders: Er stufte die Aktie von Kaufen auf Halten herab und verwies auf sinkende Margen sowie fehlende Anzeichen für eine baldige Gewinnstabilisierung.
Der Optionsmarkt erwartet nach dem Ergebnisbericht eine Kursbewegung von rund 5,75 Prozent in beide Richtungen — etwas mehr als der historische Durchschnitt von 5,1 Prozent nach Quartalsergebnissen. Heute wird sich zeigen, welche Seite recht behält.
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