Canopy Growth steckt Anfang 2026 in einer entscheidenden Phase. Das Unternehmen treibt eine größere Übernahme voran, während sich in den USA das regulatorische Umfeld spürbar verändert. An der Börse spiegelt sich diese Kombination aus strategischem Umbau und Unsicherheit bislang jedoch nur verhalten wider.
Am Montag schloss die Aktie in Toronto bei 1,62 CAD (-1,82 %). In New York notierte sie um 1,20 USD – ein Niveau nahe dem unteren Ende der Spanne der vergangenen zwölf Monate.
MTL-Übernahme und US-Regeln im Fokus
Im Zentrum steht derzeit die geplante Übernahme von MTL Cannabis. Laut den am Montag veröffentlichten Details wird die Transaktion mit rund 125 Millionen USD Eigenkapital bewertet, der Unternehmenswert liegt bei 179 Millionen USD.
Der Deal ist wie folgt strukturiert:
– je MTL-Aktie: 0,32 Canopy-Aktien
– zusätzlich: 0,144 USD in bar
Das Management rechnet mit Kostensynergien von rund 10 Millionen USD innerhalb von 18 Monaten nach Abschluss der Übernahme. Der Vollzug ist für Ende Februar 2026 vorgesehen.
Parallel dazu verschiebt sich der regulatorische Rahmen in den USA. Diskutiert wird vor allem eine Executive Order von Präsident Trump zur Herabstufung von Cannabis von Schedule I auf Schedule III. Branchenexperten sehen darin die Chance, die Anwendung von Section 280E des US-Steuergesetzes zu beenden.
280E verhindert bislang, dass US-Cannabisunternehmen betriebliche Aufwendungen steuerlich geltend machen. Ein Wegfall würde die Profitabilitätsmodelle der gesamten Branche deutlich verändern. Canopy positioniert sich hier mit seiner US-Strategie, um von einem solchen Schritt zu profitieren.
Finanzdruck und skeptische Analysten
Trotz klar formulierter Strategie bleibt der finanzielle Druck hoch. Anfang Januar senkte das Analysehaus Bernstein sein Kursziel für die Aktie um mehr als 50 % und verwies auf anhaltende Probleme.
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Zuletzt restrukturierte Canopy einen Teil seiner Verbindlichkeiten und schloss dafür einen Term Loan über 150 Millionen USD ab, um die Bilanz zu stabilisieren.
Die Börsenreaktion fällt bislang zurückhaltend aus:
– Kursentwicklung seit Jahresbeginn: rund +4,39 %
– Kursentwicklung auf Jahressicht: etwa -46 %
Im Vergleich zur Konkurrenz zeigt sich die Schwäche deutlich. Tilray Brands meldete zuletzt einen Quartalsgewinn über den Erwartungen und Rekordumsätze. Canopy kämpft dagegen weiter mit einem deutlichen Cashburn.
Laut Berichten vom 19. Januar:
– freier Cashflow im zweiten Geschäftsquartal: -19 Millionen USD
– Prognose: kumulierte freie Cashflow-Abflüsse von über 100 Millionen USD bis einschließlich Geschäftsjahr 2028
Branchenbild und Bewertung
Die Unterschiede innerhalb des Cannabis-Sektors werden 2026 klarer. Canopy setzt auf Integration erworbener Vermögenswerte und US-Optionen. Tilray verlagert den Schwerpunkt unter anderem stark in den Getränke- und Konsumbereich, während Aurora Cannabis weiterhin mit Profitabilitätssorgen ringt und für 2026 einen deutlichen Nettoverlust erwartet.
Canopy bringt es aktuell auf eine Marktkapitalisierung von rund 422 Millionen USD (612 Millionen CAD). Die Aktie liegt etwa 99 % unter ihren historischen Höchstständen. Das verdeutlicht das Ausmaß der Kurskorrektur der vergangenen fünf Jahre.
Mit rund 1,20 USD je Aktie handelt der Titel nahe dem unteren Bereich seiner 52-Wochen-Spanne. Für viele Investoren bleibt Canopy damit ein „Show-me“-Wert, bei dem die angekündigten Synergien – insbesondere aus der MTL-Übernahme – erst noch in den Zahlen sichtbar werden müssen.
Nächste Termine im Blick
Die kommenden Wochen liefern mehrere Belastungstests für die Strategie. Der Abschluss der MTL-Cannabis-Transaktion Ende Februar soll die angekündigten Synergiepotenziale formal auf den Weg bringen. Schon vorher, am 6. Februar 2026, legt Canopy seine nächsten Quartalszahlen vor. Dann wird der Markt genau auf die Entwicklung des Cashburns und konkrete Aussagen zu möglichen Effekten der US-Regeländerungen auf die US-Vermögenswerte des Unternehmens achten.
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