Nvidia greift Intel und AMD frontal an. Mit dem neuen Vera CPU präsentierte CEO Jensen Huang auf der GTC 2026 in San Jose den ersten Prozessor, der explizit für das Zeitalter agentischer KI entwickelt wurde — und damit ein Geschäftsfeld betritt, das bislang fest in der Hand der CPU-Platzhirsche lag.
Warum der CPU-Markt plötzlich zählt
Agentische KI verändert die Anforderungen an Rechenzentren grundlegend. Wenn autonome KI-Agenten eigenständig Websites durchsuchen, Daten aus Tabellen ziehen oder Informationen für Sprachmodelle aufbereiten, brauchen sie vor allem eines: leistungsstarke CPUs. Genau hier setzt Nvidia jetzt an.
Der Vera CPU basiert auf 88 selbst entwickelten Olympus-Kernen und soll gegenüber herkömmlichen Rack-CPUs doppelt so effizient und 50 Prozent schneller arbeiten. In der Rack-Konfiguration lassen sich 256 flüssigkeitsgekühlte Vera-Prozessoren zusammenschalten, die mehr als 22.500 parallele CPU-Umgebungen unterstützen. Zu den ersten Abnehmern zählen Alibaba, ByteDance, Meta und Oracle Cloud Infrastructure. Auf der Hardwareseite haben Dell, HPE, Lenovo und Supermicro bereits zugesagt.
Sieben Chips, ein System
Der Vera CPU ist nur ein Baustein der größeren Vera Rubin Plattform, die Nvidia als integriertes KI-Supercomputersystem positioniert. Sie umfasst insgesamt sieben aufeinander abgestimmte Chips — darunter Rubin GPUs, NVLink-6-Switches und den neu integrierten Groq 3 LPU, dessen Technologie Nvidia im Dezember für rund 20 Milliarden Dollar lizenziert hatte. Nvidia zufolge liefert die Plattform gegenüber der Blackwell-Generation zehnmal mehr Inferenz-Durchsatz pro Watt bei einem Zehntel der Kosten pro Token.
Einen Blick noch weiter in die Zukunft gewährte Huang mit dem Prototyp der Kyber-Architektur, die 144 GPUs in vertikal angeordneten Compute-Trays integriert. Kyber soll 2027 als Vera Rubin Ultra auf den Markt kommen.
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Bestellvolumen verdoppelt sich
Die technischen Ankündigungen treffen auf eine starke Finanzlage. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Nvidia einen Rekordumsatz von 68,1 Milliarden Dollar — ein Plus von 73 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr stehen 215,9 Milliarden Dollar zu Buche, 65 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Huang bezifferte die erwarteten Kaufaufträge für die Blackwell- und Vera-Rubin-Architekturen bis 2027 auf insgesamt eine Billion Dollar — doppelt so viel wie die noch im Vorjahr genannte Schätzung von 500 Milliarden Dollar. Die Aktie reagierte am Montag mit einem Kursanstieg von 3,8 Prozent auf diese Aussagen.
Bank of America schätzt, dass der CPU-Markt bis 2030 von derzeit 27 Milliarden auf 60 Milliarden Dollar anwachsen könnte. Mit dem Vera CPU in Produktion und der vollständigen Vera-Rubin-Plattform für die zweite Jahreshälfte 2026 angekündigt, dehnt Nvidia seinen Anspruch auf KI-Infrastruktur nun systematisch in das Terrain aus, das Intel und AMD jahrzehntelang für sich beansprucht haben.
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