Das Hamburger Biotech-Unternehmen Evotec zieht die Reißleine bei den Kosten. Während das Biologics-Geschäft floriert, zwingt eine anhaltende Schwäche im klassischen Forschungsbereich das Management zu massiven Einschnitten. Mit dem neuen Programm „Horizon“ verschwindet nun rund ein Sechstel der weltweiten Arbeitsplätze, um mittelfristig die Profitabilität des Konzerns zu sichern.
Hinter der harten Restrukturierung verbirgt sich eine drastische Schere in der operativen Entwicklung. Im abgelaufenen Jahr 2025 schrumpfte der Umsatz im Kernsegment Discovery & Preclinical Development um 13 Prozent, was zu einem operativen Verlust führte. Völlig anders präsentiert sich die Biologics-Tochter: Hier kletterten die Erlöse um 40 Prozent auf geschätzte 259 Millionen Euro und lieferten einen positiven EBITDA-Beitrag von 53 Millionen Euro. Diese Diskrepanz zwingt den Vorstand nun zur Neuausrichtung.
Harte Einschnitte im Standortnetz
Um die Struktur zu vereinfachen, reduziert Evotec sein globales Netz in den nächsten zwei Jahren von 19 auf 10 Standorte. Dabei fallen bis zu 800 Stellen weg, wobei Einrichtungen in Framingham, Lyon und Abingdon vollständig geschlossen werden. Die Maßnahmen sollen bis Ende 2027 jährliche Einsparungen von rund 75 Millionen Euro bringen. Dem stehen jedoch zunächst Restrukturierungskosten von etwa 100 Millionen Euro gegenüber.
Obwohl das Gesamtjahr 2025 mit einem Umsatz am oberen Ende der Erwartungen bei 788 Millionen Euro abschloss, dämpft der Ausblick die Euphorie. Für 2026 rechnet das Management lediglich mit Erlösen zwischen 700 und 780 Millionen Euro sowie einem deutlich schwächeren operativen Ergebnis von maximal 40 Millionen Euro.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Evotec?
Übergangsjahr drückt auf die Stimmung
Das laufende Jahr gilt folglich als Übergangsphase, bevor bis 2030 die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro fallen soll. Diese verhaltene kurzfristige Perspektive spiegelt sich im Chartbild wider: Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier bereits ein Minus von 22,50 Prozent und notiert bei 4,30 Euro.
Analysten bewerten den Strategiewechsel und die neuen Ziele derzeit unterschiedlich:
* Deutsche Bank: Kursziel von 6,00 auf 4,50 Euro gesenkt (Einstufung: „Hold“)
* RBC: Kursziel bei 10,00 Euro belassen (Einstufung: „Outperform“)
* Marktkonsens: Das durchschnittliche Kursziel der befragten Experten liegt bei 7,20 Euro
Am 8. April 2026 wird Evotec die finalen Zahlen für 2025 präsentieren. Dann müssen die erstmals detailliert aufgeschlüsselten Segmentdaten der neuen Horizon-Struktur belegen, in welchem Umfang die schwächelnde Forschungssparte den Konzern belastet und wie schnell die angekündigten Kostensenkungen tatsächlich greifen können.
Evotec-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evotec-Analyse vom 17. März liefert die Antwort:
Die neusten Evotec-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evotec-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Evotec: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
