Zwei Kreuzfahrtschiffe in der Golfregion, tausende gestrandete Urlauber und eine sich verschärfende Sicherheitslage: TUI steht vor einer akuten operativen Krise. Die „Mein Schiff 4″ und „Mein Schiff 5″ können wegen der Blockade der Straße von Hormus nicht aus der Region auslaufen. Der Konzern hat sämtliche Reisen nach Israel, in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Katar und Bahrain storniert. Die Aktie verlor binnen Monatsfrist über ein Fünftel ihres Werts.
Evakuierung unter Hochdruck
Seit den Luftangriffen am 28. Februar 2026 arbeitet TUI an der Rückholung seiner Kunden. CEO Sebastian Ebel beziffert die Zahl der betroffenen TUI-Urlauber auf rund 10.000, branchenweit sind etwa 30.000 deutsche Touristen gestrandet. Das Unternehmen greift dabei auf Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad zurück. Eigene Maschinen stehen zwar bereit, können aber bestimmte Flugkorridore in der Krisenregion wegen fehlender Verkehrsrechte nicht nutzen.
Sechs Kreuzfahrten wurden abgesagt. Die beiden festsitzenden Schiffe können die Region auf dem Seeweg nicht verlassen. Alle Buchungen mit Leistungsbeginn bis einschließlich 8. März lassen sich gebührenfrei umbuchen oder stornieren.
Kursentwicklung spiegelt Verunsicherung
Die Aktie steht seit Wochen massiv unter Druck. Seit Jahresanfang verlor das Papier rund 16 Prozent, auf Monatssicht beträgt das Minus über 15 Prozent. Am 2. März gab der Titel im XETRA-Handel 9,9 Prozent auf 7,28 Euro nach. Der gesamte Reise- und Luftfahrtsektor reagierte mit deutlichen Abgaben: Lufthansa büßte 6,4 Prozent ein, easyJet 4,9 Prozent.
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Finanzieller Schaden bleibt begrenzt – vorerst
MWB Research schätzt den unmittelbaren Effekt auf etwa 50 Millionen Euro entgangenen Umsatz und rund 25 Millionen Euro weniger EBIT. Diese Prognose geht davon aus, dass sich die Lage im April normalisiert. Das kritische Sommergeschäft läuft überwiegend im westlichen Mittelmeer und in der Türkei. Sollte der Konflikt auf diese Regionen übergreifen, würde sich die Situation verschärfen – allein die Türkei macht 20 Prozent des Sommervolumens aus.
Der Konzern hatte zuletzt operative Stärke demonstriert. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 sprang das bereinigte EBIT um 51,5 Prozent auf 77,1 Millionen Euro – das beste Winterquartal der Unternehmensgeschichte. Für das Gesamtjahr erwartet TUI einen Umsatzanstieg von 2 bis 4 Prozent sowie ein EBIT-Plus von 7 bis 10 Prozent.
Entscheidende Wochen stehen bevor
Am 13. Mai folgt der Halbjahresbericht. Bis dahin wird sich zeigen, ob die Buchungen für den Sommer 2026 stabil bleiben oder ob die Verunsicherung auf die Nachfrage durchschlägt. Sollte sich der Konflikt bis April beruhigen und die Hauptdestinationen unbeschadet bleiben, dürfte der finanzielle Schaden überschaubar ausfallen. Weitet sich die Krise jedoch auf die Türkei oder Ägypten aus, steht TUI vor einem deutlich größeren Problem. Die nächsten Wochen werden zeigen, welches Szenario eintritt.
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