Gold: Geschäftsentwicklung analysiert

Großbanken wie JPMorgan und Wells Fargo heben ihre Goldpreisprognosen drastisch an, sehen aber kurzfristigen Gegenwind durch Zinsen und starken US-Dollar. Die kommenden US-Arbeitsmarktdaten gelten als entscheidend.

Dr. Robert Sasse ·

Kurz zusammengefasst

  • Wells Fargo korrigiert Kursziel auf bis zu 6.300 Dollar
  • Starke Nachfrage von Zentralbanken stützt Prognosen
  • Hohe Zinsen und starker Dollar belasten kurzfristig
  • US-Arbeitsmarktdaten geben nächste Richtung vor

Der Edelmetallmarkt sendet widersprüchliche Signale. Während Gold nach einem volatilen Monat rund 14 Prozent unter seinem Allzeithoch notiert, überbieten sich amerikanische Großbanken mit massiven Kurszielanhebungen. Ein Blick auf die zugrundeliegenden Prognosen offenbart einen tiefgreifenden Konflikt zwischen kurzfristigem makroökonomischem Gegenwind und langfristigen Strukturveränderungen.

Wall Street hebt Prognosen drastisch an

Besonders Wells Fargo sticht mit einer aggressiven Neubewertung hervor. Die Analysten korrigierten ihr Preisziel für Ende 2026 von bisher maximal 4.700 auf bis zu 6.300 US-Dollar je Unze nach oben. Vom derzeitigen Niveau entspricht das einem Aufwärtspotenzial von rund 40 Prozent. Mit dieser extrem bullischen Haltung steht das Institut nicht allein da.

Die aktuellen Zielmarken der Großbanken im Überblick:
* JPMorgan: 6.300 US-Dollar
* UBS: 6.200 US-Dollar
* Wells Fargo: 6.100 bis 6.300 US-Dollar
* Goldman Sachs: 5.400 US-Dollar
* HSBC (Bären-Szenario): 3.950 bis 5.050 US-Dollar

Als Fundament für die hohen Schätzungen dient die ungebrochene Nachfrage aus dem offiziellen Sektor. Schwellenländer diversifizieren ihre Reserven konsequent weg vom US-Dollar. Die chinesische Zentralbank kaufte zuletzt 15 Monate in Folge Gold und baute ihre Bestände massiv aus. Für das laufende Jahr 2026 rechnet JPMorgan mit weltweiten Zentralbankkäufen von rund 800 Tonnen.

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Zinsen und starker Dollar belasten

Demgegenüber steht ein erheblicher kurzfristiger Gegenwind, der den jüngsten Rücksetzer vom Rekordhoch erklärt. Die US-Notenbank Fed bremst die Erwartungen an baldige Zinssenkungen spürbar. Laut dem CME FedWatch-Tool preisen die Märkte für 2026 aktuell gar keine Zinsschritte nach unten mehr ein und sehen eine 80-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinspause im April. Das treibt die realen Anleiherenditen nach oben und macht das zinslose Edelmetall unattraktiver.

Zusätzlich verteuert der extrem starke US-Dollar, der auf seinen größten Monatsgewinn seit vergangenem Juli zusteuert, Gold für internationale Käufer. Erschwerend kommt die Inflationstreiberei durch die Schließung der Straße von Hormus hinzu, welche die Währungshüter zu weiterer geldpolitischer Strenge zwingt.

Eine unmittelbare Richtungsentscheidung für den Goldpreis fällt in der laufenden Handelswoche. Am heutigen Dienstag stehen die JOLTS-Stellenangebote an, gefolgt von den ADP-Beschäftigungsdaten am Mittwoch und dem offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Diese makroökonomischen Indikatoren werden den Kurs des US-Dollars diktieren und damit direkt über das Halten der aktuellen charttechnischen Unterstützungszonen beim Edelmetall entscheiden.

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