Eli Lilly Aktie: Umsatz bleibt konstant
Eli Lilly hat in dieser Woche gleich drei gewichtige Nachrichten geliefert — und trotzdem steht der Kurs unter Druck. Das Zusammenspiel aus einem FDA-Sicherheitsbrief zur neuen Abnehmspille, einem Leukämie-Studiengewinn und einer Krebsbiotech-Übernahme zeichnet ein vielschichtiges Bild.
Foundayo: Zugelassen, aber unter Beobachtung
Seit dem 1. April ist Foundayo — der Markenname für Orforglipron — in den USA zugelassen. Das Mittel richtet sich an Erwachsene mit Adipositas oder Übergewicht und mindestens einer Begleiterkrankung. Es war das erste Medikament, das unter dem neuen National Priority Voucher-Programm der FDA genehmigt wurde.
Kurz nach der Zulassung veröffentlichte die FDA jedoch einen Brief, in dem sie Lilly zu weiteren Studien verpflichtet. Im Fokus stehen unerwartete schwere kardiovaskuläre Ereignisse, verzögerte Magenentleerung sowie Fälle von medikamentös induzierter Leberschädigung. Eine Marktrücknahme ist das nicht — Foundayo bleibt zugelassen, Rezepte werden über LillyDirect angenommen.
BMO-Capital-Markets-Analyst Evan Seigerman stufte die FDA-Auflagen als „handhabbar“ ein und sieht darin eher konservative Regulierungspraxis als ein echtes Wettbewerbsproblem. Zum Vergleich: Foundayo ermöglichte in Studien eine Gewichtsreduktion von 11 Prozent über 72 Wochen — Novo Nordisks orales Wegovy erzielte rund 14 Prozent über 64 Wochen, muss aber nüchtern eingenommen werden.
Jaypirca und CrossBridge: Pipeline liefert
Abseits der Adipositas-Front punktete Lilly in der Onkologie. Die Phase-3-Studie BRUIN CLL-322 mit dem Blutkrebs-Wirkstoff Pirtobrutinib (Jaypirca) erfüllte ihren primären Endpunkt: Die Kombination aus Jaypirca, Venetoclax und Rituximab verlängerte das progressionsfreie Überleben bei Patienten mit rezidivierter oder refraktärer chronischer lymphatischer Leukämie signifikant gegenüber Venetoclax und Rituximab allein. Es ist der vierte positive Phase-3-Erfolg für Pirtobrutinib in dieser Indikation. Lilly plant, die Daten bei Regulatoren einzureichen, um eine Zulassungserweiterung zu beantragen.
Parallel dazu kündigte Lilly am 14. April die Übernahme von CrossBridge Bio an. Das Startup aus Houston entwickelt Antikörper-Wirkstoff-Konjugate mit zwei Wirkköpfen statt einem — ein Ansatz, der laut Unternehmen bestehende ADC-Therapien gegen das Krebsprotein TROP2 übertreffen soll. Der Kaufpreis beträgt bis zu 300 Millionen Dollar in bar, aufgeteilt in eine Vorabzahlung und eine meilensteinabhängige Folgetranche. Ein IND-Antrag für den Leitkandidaten CBB-120 ist noch für 2026 geplant.
Kurs bleibt hinter den Nachrichten zurück
Die Aktie notiert aktuell bei rund 766 Euro — rund 17 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau und knapp 20 Prozent vom 52-Wochen-Hoch bei 959,50 Euro entfernt. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 40 auf Basis der Trailing-Earnings bleibt die Bewertung deutlich über dem S&P-500-Durchschnitt von etwa 24 — ein Faktor, der den Spielraum für positive Überraschungen begrenzt. Der nächste Katalysator dürfte der kommende Quartalsbericht sein, bei dem Lilly zeigen muss, wie schnell Foundayo im Markt Fuß fasst.