Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern steht vor einer möglichen Zeitenwende im jahrelangen Roundup-Rechtsstreit. Der U.S. Supreme Court hat am 16. Januar 2026 angekündigt, den Fall Durnell zu prüfen – eine Entscheidung, die bis Juni fallen könnte. Die Wall Street reagiert bereits: Mehrere Investmentbanken haben ihre Kursziele in Richtung 55 Euro angehoben.
Die Fakten im Überblick:
- Supreme Court prüft Bundesvorrang bei Glyphosat-Klagen
- BofA Securities und Morgan Stanley heben Kursziel auf 55 Euro
- Pharma-Division visiert operative Marge von 30% bis 2030 an
- FDA verleiht Orphan Drug Status für Netzhaut-Zelltherapie
- Aktie notiert nahe 52-Wochen-Hoch von 44,98 Euro
Federal Preemption als Schlüsselfrage
Im Kern geht es um die Frage der „federal preemption“: Können Bundesvorschriften staatliche Warnhinweispflichten überlagern? Der Solicitor General der US-Regierung hatte sich im Dezember bereits zugunsten von Bayer positioniert und empfohlen, den Fall anzunehmen und zugunsten des Unternehmens zu entscheiden.
BofA Securities sieht eine Wahrscheinlichkeit von etwa 70% für ein positives Urteil – möglicherweise mit einer 7-2 oder sogar 9-0 Entscheidung der Richter. Ein günstiges Urteil könnte die Gesamtverbindlichkeiten unter die aktuelle Rückstellung von 6 Milliarden Euro drücken. Das Analysehaus hob sein Kursziel von 35 auf 55 Euro an und bekräftigte die Kaufempfehlung. Morgan Stanley zog mit einer identischen Kurszielhebung nach.
Pharma-Division mit ambitionierten Zielen
Parallel zum Rechtsstreit nimmt die operative Neuausrichtung Fahrt auf. Auf der JP Morgan Healthcare Conference Mitte Januar präsentierte Pharma-Chef Stefan Oelrich konkrete Ziele: Die Division soll bis spätestens 2027 zu mittlerem einstelligem Umsatzwachstum zurückkehren. Die operative Marge soll bis 2030 auf etwa 30% steigen, wobei die Verbesserung ab 2028 einsetzen soll.
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Als Wachstumstreiber gelten Nubeqa gegen Prostatakrebs, Kerendia für Nierenerkrankungen sowie die neueren Präparate Beyonttra, Lynkuet und Asundexian. Letzteres profitierte zuletzt von positiven Schlaganfall-Studienergebnissen. 2026 gilt als letztes Jahr, in dem der Patentablauf des Blutverdünners Xarelto die Ergebnisse belastet.
Zelltherapie erhält FDA-Sonderstellung
Die Bayer-Tochter BlueRock Therapeutics erhielt kürzlich die Orphan Drug Designation der FDA für die Zelltherapie OpCT-001 zur Behandlung von Retinitis pigmentosa. Die Therapie befindet sich in einer Phase-1/2a-Studie für primäre Photorezeptorerkrankungen – die erste klinische Studie einer iPSC-abgeleiteten Zelltherapie in diesem Bereich.
Die Aktie hat sich binnen Jahresfrist mehr als verdoppelt und notiert bei rund 43 Euro nur knapp unter ihrem jüngsten Höchststand. Das durchschnittliche Analystenurteil liegt derzeit bei etwa 41 Euro, wobei die jüngsten Anhebungen nach der Supreme Court-Entscheidung noch nicht vollständig eingepreist sind. Die Entscheidung des obersten US-Gerichts bis Juni 2026 dürfte richtungsweisend für die weitere Kursentwicklung sein.
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