Operation Epic Fury, Hollywoods 111-Milliarden-Poker und die ethische Grenze der KI

Ein US-Militärschlag gegen den Iran, eine ethische KI-Krise und ein 111-Milliarden-Dollar-Deal in Hollywood prägen die Lage vor einer erwarteten turbulenten Börsenwoche.

Kurz zusammengefasst:
  • Militäroperation löst Ölpreis- und Goldrallye aus
  • KI-Firma verliert Pentagon-Vertrag wegen ethischer Prinzipien
  • Paramount schließt Mega-Übernahme von Warner Bros. ab
  • Stellantis und Berkshire melden Milliardenschwere Abschreibungen

Liebe Leserinnen und Leser,

an einem gewöhnlichen Samstag ruhen die Börsen, sortieren Analysten ihre Notizen, und die Welt dreht sich ein wenig langsamer. Doch dieser 28. Februar 2026 ist kein gewöhnlicher Samstag. Während Sie diese Zeilen lesen, haben die USA und Israel unter dem Codenamen „Operation Epic Fury“ großangelegte Militärschläge gegen den Iran gestartet. Hollywood vollzieht seinen größten Zusammenschluss seit Jahrzehnten. Und im Silicon Valley zerbricht eine 200-Millionen-Dollar-Partnerschaft an einer einzigen ethischen Frage.

Wenn am Montag in Tokio die ersten Kurse aufleuchten, wird eine völlig neue Welt eingepreist.

Der Nahe Osten brennt – und die Märkte spüren es bereits

Die Fakten sind brutal: US-Präsident Donald Trump sprach von der „Beseitigung nuklearer Bedrohungen“, während Teheran umgehend mit Raketenangriffen auf Israel sowie US-Stützpunkte in Bahrain, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten antwortete. Tragischerweise forderten die Angriffe im Südiran mindestens 57 zivile Todesopfer unter Schülerinnen.

Die ökonomischen Schockwellen sind bereits messbar – obwohl die klassischen Börsen schweigen:

Der Energie-Schock: Mehrere große Ölkonzerne und Handelshäuser haben den Transport durch die Straße von Hormus sofort ausgesetzt. Israel schloss das strategisch wichtige Gasfeld Leviathan. Ein Ölpreis-Spike am Montag gilt als ausgemachte Sache.

Krypto als Seismograph: Bitcoin, das einzige große Asset, das am Wochenende durchgehend handelt, brach um über vier Prozent auf rund 64.000 Dollar ein. Der Fear & Greed Index stürzte auf 11 – ein Wert, der zuletzt während der Bankenkrise 2023 erreicht wurde.

Die Flucht ins Gold: Physisch hinterlegte ETFs wie die SPDR Gold Shares verzeichnen Zuflüsse auf dem höchsten Stand seit April 2022. Analysten erwarten am Montag eine massive Gap-up-Eröffnung. Fällt die Marke von 5.500 Dollar, sehen Experten den Weg bis 6.000 Dollar frei.

Wie lukrativ dieses Umfeld für die Produzenten ist, demonstrierte passend der Branchenprimus Newmont: Der weltgrößte Goldproduzent meldete für 2025 einen Umsatzsprung von 21 Prozent auf 22,7 Milliarden Dollar und verdoppelte seinen freien Cashflow auf 7,3 Milliarden Dollar. Die Aktie hat sich in zwölf Monaten nahezu verdreifacht.

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Silicon Valley zieht eine rote Linie – und zahlt den Preis

Während im Nahen Osten Raketen fliegen, tobt in Washington ein Konflikt, der die Zukunft der KI-Industrie definieren könnte. Das Pentagon kündigte am Samstag sämtliche Verträge mit Anthropic und stufte das Unternehmen als „Lieferkettenrisiko“ ein.

Der Grund ist bemerkenswert: CEO Dario Amodei weigerte sich, die Sicherheitsvorkehrungen seines KI-Modells Claude aufzuheben. Seine zwei roten Linien: keine inländische Massenüberwachung, keine vollautonomen Waffensysteme.

Diese Prinzipientreue kostete Anthropic 200 Millionen Dollar. Noch am selben Tag sprang OpenAI ein und sicherte sich den Verteidigungsvertrag – mit dem Versprechen, dieselben ethischen Grenzen einzuhalten. Die Ironie ist kaum zu übersehen.

Hunderte Mitarbeiter von Google DeepMind und OpenAI unterzeichneten bereits einen offenen Solidaritätsbrief. Es ist ein definierender Moment für die Frage, wie weit die Tech-Industrie dem militärisch-industriellen Komplex entgegenkommt.

Der 111-Milliarden-Coup in Hollywood

Mitten in diese geopolitische Anspannung platzte die Entscheidung im Bieterkampf um Warner Bros. Discovery. Paramount Skydance, das Vehikel von David und Larry Ellison, schluckt den Medienkonzern für 111 Milliarden Dollar inklusive Schulden.

Netflix, das 82,7 Milliarden geboten hatte, zog sich zurück – und dürfte die Niederlage verschmerzen. Die Breakup-Fee von 2,8 Milliarden Dollar tröstet über den verlorenen Deal hinweg, und Analysten werten den Rückzug sogar positiv: Netflix erspart sich einen Schuldenberg von 90 Milliarden Dollar und regulatorischen Ärger.

Die wahren Gewinner sitzen in Manhattan: Bank of America, Citi und Apollo stellen ein 54-Milliarden-Dollar-Finanzierungspaket bereit. Die Gebühren dürften die Jahresboni etlicher Investmentbanker sichern. Für die Mitarbeiter von Warner Bros. sieht es düsterer aus – Paramount plant Kosteneinsparungen von sechs Milliarden Dollar.

Die Stunde der Wahrheit: Milliarden-Abschreibungen bei Stellantis und Berkshire

Stellantis muss einen strategischen Fehlschlag eingestehen, der seinesgleichen sucht: 22,2 Milliarden Euro Abschreibungen – mehr, als das Unternehmen an der Börse noch wert ist (unter 19 Milliarden Euro). Der Einbruch der Elektroauto-Nachfrage im US-Markt fordert seinen Tribut. Ein Batterie-Joint-Venture in Kanada, das rund eine Milliarde kostete, wurde für symbolische 100 Dollar verramscht.

Selbst in Omaha zeigt sich: Legenden sind nicht unfehlbar. Greg Abel, seit Januar 2026 Buffetts Nachfolger als Berkshire-CEO, präsentierte in seinem ersten Aktionärsbrief eine bittere Pille: Wertberichtigungen von 4,5 Milliarden Dollar auf Kraft Heinz und Occidental Petroleum. Der Jahresgewinn sank von 89 auf 67 Milliarden Dollar.

Europa sichert die Flanken

Die Bundesregierung handelte am Samstag vorausschauend: Die Treuhandverwaltung über die deutschen Rosneft-Töchter – darunter die Raffinerie PCK Schwedt – wurde durch die Bundesnetzagentur verlängert. Ein notwendiger Schritt zur Versorgungssicherheit, besonders jetzt, da die Lieferketten durch Hormus unterbrochen sind.

Die Quintessenz

Wir stehen vor einer Handelswoche extremer Volatilität. Defensive Sektoren, Rüstungswerte und Edelmetalle dürften am Montag im Fokus stehen. Zinssensible und konjunkturabhängige Papiere werden Gegenwind spüren.

Doch über die kurzfristigen Marktbewegungen hinaus markiert dieser Samstag einen Wendepunkt. Im Nahen Osten eskaliert ein Konflikt, dessen Ausgang niemand vorhersagen kann. Im Silicon Valley wird ausgehandelt, wo die ethischen Grenzen künstlicher Intelligenz verlaufen. Und in Hollywood entsteht ein Medienimperium, dessen Konturen erst noch sichtbar werden müssen.

Behalten Sie einen kühlen Kopf – auch wenn die Welt um Sie herum das Gegenteil nahelegt.

Herzlichst,

Ihr Eduard Altmann

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