D-Wave stellt sich zum Jahresstart strategisch neu auf. Der Quantencomputer-Spezialist verlegt seinen Hauptsitz nach Florida und hat zudem eine milliardenschwere Übernahme abgeschlossen. An der Börse kommt das in einem nervösen Tech-Umfeld trotzdem nicht automatisch als Rückenwind an.
Wichtige Punkte im Überblick:
– Hauptsitzwechsel: Palo Alto (Kalifornien) → Boca Raton (Florida), Abschluss bis Jahresende geplant
– Übernahme: Quantum Circuits für 550 Mio. US-Dollar (300 Mio. in Aktien, 250 Mio. in bar)
– Partnerprojekt: 20 Mio. US-Dollar von Florida Atlantic University für ein Advantage2-System
– Kursentwicklung: Aktie im Januar laut Nasdaq rund -18,9%
Umzug nach Boca Raton
Ende Januar kündigte D-Wave an, den globalen Hauptsitz von Palo Alto nach Boca Raton zu verlagern. Der Umzug soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Künftig sitzt das Unternehmen am Boca Raton Innovation Campus (BRiC) – jenem Standort, an dem IBM 1981 den ersten Personal Computer entwickelte.
Begleitet wird der Schritt von einer Partnerschaft mit der Florida Atlantic University (FAU). Die Universität will nach Angaben des Unternehmens 20 Mio. US-Dollar investieren, um D-Waves Advantage2 (Annealing-Quantencomputer) am Campus zu erwerben und zu installieren. Boca Raton soll damit zu einem zentralen Entwicklungsstandort für die Roadmap der Annealing-Systeme werden.
Auch die Stadt unterstützt den Umzug: Boca Raton genehmigte Wirtschaftsförder-Anreize von bis zu 500.000 US-Dollar. Zudem soll D-Wave in den kommenden fünf Jahren 100 neue Jobs schaffen, mit durchschnittlichen Jahresgehältern von mindestens 125.000 US-Dollar.
Übernahme für 550 Mio. Dollar abgeschlossen
Bereits Mitte Januar meldete D-Wave den Abschluss der Übernahme von Quantum Circuits Inc.. Der Deal hat ein Volumen von 550 Mio. US-Dollar und setzt sich aus 300 Mio. US-Dollar in D-Wave-Stammaktien sowie 250 Mio. US-Dollar in bar zusammen.
Mit Quantum Circuits erweitert D-Wave sein Technologieportfolio um supraleitende Gate-Model-Technologie mit fehlerkorrigierten Ansätzen, darunter eine Dual-Rail-Qubit-Architektur mit integrierter Fehlererkennung. D-Wave bezeichnet sich dadurch als „Dual-Platform“-Anbieter, der sowohl Annealing- als auch Gate-Model-Systeme anbietet.
Laut Unternehmensmitteilung soll ein erstes Gate-Model-System 2026 allgemein verfügbar werden. Zusätzlich kommt mit Dr. Rob Schoelkopf (Yale-Professor und Mitgründer von Quantum Circuits) ein neuer Chief Scientist an Bord. Außerdem entsteht ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum in New Haven (Connecticut).
Aktie: Volatil, Sektor unter Druck
An der Börse blieb das Umfeld zum Jahresstart schwierig. Laut Nasdaq geriet der Quantencomputer-Sektor im Januar unter breiten Verkaufsdruck. D-Wave verlor in diesem Zeitraum rund 18,9%, begleitet von allgemeinen Tech-Schwankungen und einer risikoscheueren Stimmung. Ähnliche Rückgänge nennt Nasdaq auch bei Wettbewerbern wie IonQ und Rigetti Computing.
D-Wave wird laut Yahoo-Finance-Daten mit rund 7,9 Mrd. US-Dollar bewertet. Operativ soll die Kombination aus neuem Florida-Hauptsitz, zusätzlichem F&E-Standort in Connecticut und der Quantum-Circuits-Integration die nächste Entwicklungsphase stützen – mit dem Ziel, sowohl Annealing- als auch Gate-Model-Quantenrechner für ein breiteres Spektrum an Rechenproblemen anzubieten. Bis zum Jahresende dürften daher vor allem die Umsetzung des Umzugs sowie die angekündigte Bereitstellung eines ersten Gate-Model-Systems im Laufe von 2026 die zentralen Meilensteine bleiben.
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