Oracle steht vor einem der wichtigsten Meilensteine der Unternehmensgeschichte: Am 22. Januar 2026 wird der Einstieg bei TikTok offiziell besiegelt. Der Software-Konzern sichert sich 15 Prozent an der US-Sparte der Social-Media-Plattform und wird damit direkter Profiteur eines Geschäfts, das 2026 über 17 Milliarden Dollar Werbeerlöse in den USA generieren soll. Doch während die strategische Phantasie wächst, verkaufen Insider massiv Aktien – und die Börse bleibt skeptisch.
Die Details zum TikTok-Deal
Das Closing am 22. Januar markiert den formalen Übergang der Mehrheitskontrolle an US-Investoren. Oracle erwirbt gemeinsam mit Partnern wie Silver Lake und MGX Anteile an der neu gegründeten „TikTok USDS Joint Venture LLC“. ByteDance, der chinesische Mutterkonzern, hält künftig nur noch 19,9 Prozent.
Für Oracle bedeutet das mehr als nur Cloud-Umsätze: Der Konzern wird direkt am Erfolg einer der weltweit größten Social-Media-Plattformen beteiligt. TikTok zählt in den USA über 170 Millionen Nutzer, die Werbeeinnahmen steigen kontinuierlich. Mit dem Deal positioniert sich Oracle nicht nur als Infrastruktur-Provider, sondern als strategischer Partner mit Gewinnbeteiligung.
Insider verkaufen – Institutionen uneinig
Parallel zum TikTok-Coup zeigt sich ein uneinheitliches Bild bei den Großinvestoren. Capital Advantage Inc. reduzierte seine Position im dritten Quartal um über 82 Prozent auf nur noch 1.361 Aktien. Chicago Capital LLC hingegen stockte um 6,8 Prozent auf 110.323 Aktien auf – ein Investment von rund 31 Millionen Dollar.
Deutlich alarmierender für Anleger ist das Insider-Verhalten: In den vergangenen 90 Tagen verkauften Führungskräfte Aktien im Wert von 39,1 Millionen Dollar. Obwohl Insider weiterhin 40,9 Prozent der Anteile halten, sendet kontinuierlicher Verkauf während einer Kurskorrektur ein ungünstiges Signal.
Die 50-Milliarden-Dollar-Wette auf KI
Der Aktienkurs kämpft seit Wochen mit den Folgen der Quartalszahlen vom Dezember. Oracle meldete zwar einen Auftragsbestand von 523 Milliarden Dollar – getrieben durch einen 300-Milliarden-Vertrag mit OpenAI. Doch um diese Verpflichtungen zu erfüllen, erhöhte der Konzern die Investitionsplanung auf 50 Milliarden Dollar.
Diese aggressive Expansion der KI-Infrastruktur belastet den freien Cashflow und sorgt für Verunsicherung. Die Aktie fiel von ihrem 52-Wochen-Hoch bei 345,72 Dollar auf aktuell 193,75 Dollar – ein Rückgang von über 40 Prozent.
Analysten senken Kursziele
RBC Capital kappte sein Kursziel von 250 auf 195 Dollar und liegt damit fast exakt beim aktuellen Kursniveau. Die Bank sieht kurzfristig kaum Aufwärtspotenzial. Optimistischere Häuser wie UBS halten jedoch an positiven Prognosen fest. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 304 Dollar – was auf eine mögliche Übertreibung der jüngsten Korrektur hindeutet.
Technisch bleibt die Lage angespannt: Die Aktie notiert unter den gleitenden Durchschnitten bei 219 Dollar (50 Tage) und 216 Dollar (200 Tage). Die Marke von 190 Dollar gilt als nächste wichtige Unterstützung.
Ausblick auf den 22. Januar
Der TikTok-Deal wird zeigen, ob Oracle die strategische Wette rechtfertigen kann. Gelingt die Integration und fließen erste Gewinne aus dem Social-Media-Geschäft, könnte die aktuelle Schwäche als Einstiegschance gelten. Bleibt die Skepsis über die hohen Investitionen bestehen, dürfte der Kurs weiter unter Druck bleiben.
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