Der Tarifkonflikt im Lufthansa-Konzern weitet sich aus. Nach den Arbeitskämpfen bei der Kernmarke haben nun die Piloten der Ferientochter Eurowings mit überwältigender Mehrheit für einen Streik votiert. Damit droht dem Luftfahrtriesen ausgerechnet kurz vor dem Start der Osterferien eine empfindliche Störung des direkten Urlaubsflugbetriebs.
Betriebsrenten als Auslöser
Bei einer Urabstimmung der Vereinigung Cockpit sprachen sich 94 Prozent der teilnehmenden Eurowings-Piloten für Arbeitsniederlegungen aus. Im Kern des Streits stehen die Betriebsrenten. Die Gewerkschaft hatte die Verhandlungen Anfang März für gescheitert erklärt, da das Management eine Erhöhung der Beiträge ablehnte und lediglich eine Umverteilung im bestehenden System anbot. Zwar gibt es noch keinen konkreten Streiktermin, ein Arbeitskampf bei der Direktfluggesellschaft würde jedoch massiv in die Reisepläne von Urlaubern eingreifen.
Die Eskalation bei der Tochtergesellschaft trifft den Konzern in einer ohnehin unruhigen Phase. Bereits in der vergangenen Woche fielen an den Drehkreuzen Frankfurt und München hunderte Flüge aus, weil Piloten der Kernmarke und der Regionaltochter CityLine die Arbeit niederlegten. Diese anhaltende Unsicherheit hinterlässt Spuren am Kapitalmarkt. Auf Monatssicht verzeichnet das Papier ein Minus von rund 14 Prozent und notiert bei 7,78 Euro. Die heute leicht positive Kursentwicklung ändert wenig an der fundamental angespannten Gesamtlage.
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Umbaupläne treffen auf geopolitische Hürden
Abseits der Tarifkonflikte treibt das Management den Konzernumbau voran. Um das für 2026 anvisierte operative Ergebnis (EBIT) von 2,3 Milliarden Euro zu erreichen, setzt Lufthansa auf eine Bündelung administrativer Funktionen und den Abbau von 4.000 Verwaltungsstellen bis 2030. Flankiert wird dies von einer massiven Flottenmodernisierung, bei der im laufenden Jahr durchschnittlich jede Woche ein neues Flugzeug ausgeliefert wird.
Parallel muss die Fluglinie aktuell geopolitische Routen-Einschränkungen managen. Wegen der angespannten Sicherheitslage gelten für Flüge in den Nahen Osten konkrete Aussetzungen:
- Amman, Beirut, Erbil, Dubai und Abu Dhabi: bis 28. März
- Tel Aviv: bis 2. April
- Teheran: bis 30. April
Die Streikgefahr bei Eurowings bleibt vorerst bestehen. Am 25. März treffen sich die Gewerkschaft und das Management zu einem erneuten Gesprächstermin, der über mögliche Flugausfälle in der anlaufenden Vorsaison entscheidet. Die finanziellen Auswirkungen der aktuellen Streikwelle und der Streckenausfälle auf das operative Geschäft präsentiert Lufthansa am 6. Mai im Rahmen der Quartalszahlen.
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