Oracle Aktie: Woche der Wahrheit

Oracle steht vor der Veröffentlichung der Q3-Zahlen am 10. März. Der Markt fokussiert sich auf das Cloud-Wachstum, hohe Investitionen und die Bewältigung der massiven Schuldenlast.

Kurz zusammengefasst:
  • Quartalszahlen mit Fokus auf Cloud-Wachstum erwartet
  • Hohe Verschuldung und Investitionen belasten Finanzen
  • Analysten bewerten Wachstumsstrategie kontrovers
  • Formel-1-Partnerschaft als Schaufenster für KI-Technik

Oracle steuert auf einen Termin zu, der für die Aktie gleich doppelt wichtig ist: In wenigen Tagen kommen die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026. Gleichzeitig wird an der Wall Street spürbar neu abgewogen, wie viel Wachstum die Cloud-Offensive wert ist – und wie schwer die hohe Schuldenlast wiegt. Passend dazu rückt eine verlängerte Formel‑1‑Partnerschaft Oracles KI- und Cloud-Technik prominent ins Rampenlicht.

Q3-Zahlen am 10. März: Darauf schaut der Markt

Oracle hat am Dienstag angekündigt, die Q3-Ergebnisse am Dienstag, 10. März, nach US-Börsenschluss vorzulegen. Anschließend folgt eine Telefonkonferenz mit Webcast.

Oracle

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Inhaltlich geht es dabei vor allem um den Spagat zwischen Tempo und Finanzierung: Das Unternehmen wächst im Cloud-Geschäft kräftig, braucht dafür aber viel Kapital. Genau diese Mischung sorgt seit Monaten für Diskussionen – insbesondere mit Blick auf KI-Investitionen, die Verschuldung und die Rolle rund um OpenAI.

Die Aktie hat sich zuletzt zwar etwas erholt, liegt seit Jahresbeginn aber weiterhin deutlich im Minus (-20,84% YTD).

Erwartungen: Wachstum ja – aber mit hohen Anforderungen

Für Q3 rechnet die Wall Street laut Quelltext mit einem Gewinn je Aktie von 1,71 US‑Dollar (plus 16,3% zum Vorjahr). Beim Umsatz stehen rund 16,9 Mrd. US‑Dollar im Raum (plus ca. 20%). Das wäre im Rahmen dessen, was Oracle nach den Q2-Zahlen selbst in Aussicht gestellt hatte.

Im Fokus steht vor allem die Cloud-Prognose: Oracle hatte für Q3 ein Cloud-Umsatzwachstum von 37% bis 41% (konstante Währung) bzw. 40% bis 44% (US‑Dollar) genannt. Beim Gesamtumsatz stellte das Management 16% bis 18% (konstante Währung) bzw. 19% bis 21% (US‑Dollar) in Aussicht. Entscheidend ist also weniger, ob Wachstum kommt – sondern ob Oracle es „sauber“ liefert, inklusive Kapazitätsaufbau und termingerechter Inbetriebnahmen bei Kunden.

RBC senkt Kursziel: Schulden und „Stargate“-Risiken

Kurz vor den Zahlen hat RBC Capital die Tonlage verschärft: Analyst Rishi Jaluria bestätigte sein „Hold“, senkte aber das Kursziel deutlich auf 160 US‑Dollar (zuvor 195 US‑Dollar). Seine Sorge: Oracle könnte bei der Finanzierung der „Stargate“-Verpflichtungen unter Druck geraten.

Als Hintergrund nennt der Bericht konkrete Belastungsfaktoren: über 100 Mrd. US‑Dollar Gesamtschulden (Stand Q2 GJ 2026) und ein negativer Free Cashflow von rund 10 Mrd. US‑Dollar. Zudem wird auf einen Dämpfer bei einem Finanzierungspartner verwiesen: Blue Owl, laut Text Oracles größter „Stargate“-Finanzierungspartner, habe Ende 2025 ein 1‑GW‑Campusprojekt in Michigan nicht unterstützt – mit Verweis auf weniger attraktive Leasing-Konditionen und steigende Verschuldung.

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Oracle plant zwar laut Artikel, 2026 Kapital in Höhe von 45 bis 50 Mrd. US‑Dollar einzuwerben. RBC bleibt dennoch skeptisch und verlangt sichtbare Fortschritte beim Ausbau der Oracle Cloud Infrastructure (OCI). Oracle selbst hatte im Q2-Call Erwartungen für IaaS-Umsätze von 18 Mrd. US‑Dollar in FY26 und 32 Mrd. US‑Dollar in FY27 genannt – das hängt direkt an der pünktlichen Fertigstellung der physischen Infrastruktur.

Gegenstimmen gibt es allerdings: Der Konsens an der Wall Street lautet laut Quelltext „Strong Buy“ (25 Kaufempfehlungen, sechs Halteempfehlungen). Oppenheimer hob auf „Outperform“ an (Kursziel 185 US‑Dollar), DA Davidson auf „Buy“ (Kursziel 180 US‑Dollar).

Q2 als Vorlage: Cloud stark, Investitionen steigen

Operativ lieferte Oracle in Q2 ein gemischtes, aber in der Cloud starkes Bild. Der Umsatz stieg auf 16,1 Mrd. US‑Dollar (plus 14%), der Cloud-Umsatz auf 8,0 Mrd. US‑Dollar (plus 34%). Auffällig: Cloud-Infrastruktur legte um 66% zu, getrieben durch einen 177%-Sprung bei GPU-bezogenen Erlösen.

Noch eindrucksvoller sind die vertraglich gesicherten künftigen Umsätze: Die Remaining Performance Obligations (RPO) kletterten auf 523 Mrd. US‑Dollar (plus 438%). Der Text nennt dabei unter anderem Verträge mit Meta und NVIDIA als Treiber.

Der Preis für dieses Wachstum ist jedoch sichtbar: Oracle rechnet inzwischen mit rund 50 Mrd. US‑Dollar Capex im Gesamtjahr – nach zuvor 35 Mrd. US‑Dollar (Stand September). Genau hier wird der Markt am 10. März besonders genau hinhören: Wie diszipliniert werden die Mittel eingesetzt, und wie schnell werden Verträge zu realem Umsatz?

Formel 1 als Schaufenster: KI „am Streckenrand“

Parallel zur Finanzstory setzt Oracle ein öffentlichkeitsstarkes Zeichen: Oracle und Oracle Red Bull Racing verlängern und erweitern ihre Titelpartnerschaft mehrjährig – ausgerechnet vor dem laut Text größten Regelumbruch der modernen Formel‑1‑Geschichte.

Für Oracle ist das weniger Sportsponsoring als ein demonstratives Praxisbeispiel. Red Bull Ford Powertrains entwickelt demnach seine Antriebseinheit auf OCI. Außerdem soll diese Saison ein KI-gestützter „Strategy Agent“ an der Strecke starten, der Datenerfassung automatisiert, historische und Live-Renndaten auswertet und schneller verwertbare Hinweise für die Ingenieure liefern soll. Damit verknüpft Oracle OCI, KI-Tools und Fusion-Cloud-Anwendungen in einer sehr sichtbaren Kundenreferenz.

Am 10. März muss Oracle dann liefern: Im Mittelpunkt stehen die Aussagen des Managements zu Kapazitätsausbau, Go‑live‑Zeitplänen bei Kunden und der Frage, wie schnell die rekordhohen RPO tatsächlich in Umsatz umschlagen – bei gleichzeitig hohen Investitionen und einer angespannten Cashflow-Lage.

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