Eutelsat hat gestern 1,5 Milliarden Euro frisches Kapital über eine zweistufige Anleiheemission eingesammelt. Die Platzierung ist der nächste Schritt in der umfassenden Refinanzierung des Satellitenbetreibers – und Teil eines ambitionierten Plans, die Schuldenstruktur grundlegend umzubauen. Die teure Vergangenheit soll abgelöst werden.
Zwei Tranchen für die Schuldenablösung
Die Emission besteht aus Senior Notes über 850 Millionen Euro mit Fälligkeit 2031 zu einem Zinssatz von 5,750 Prozent sowie weiteren 650 Millionen Euro mit Laufzeit bis 2033 und einem Kupon von 6,250 Prozent. Beide Tranchen werden zum Nennwert ausgegeben und durch Eutelsat S.A. sowie OneWeb Holdings Limited garantiert. Die tatsächliche Ausgabe erfolgt am 5. März 2026.
Das Geld fließt direkt in die Ablösung bestehender Verbindlichkeiten: Die 600-Millionen-Euro-Anleihe mit 2,25 Prozent Zinssatz und Fälligkeit 2027 wird vollständig getilgt, ebenso die deutlich teurere 9,750-Prozent-Anleihe über 600 Millionen Euro mit Fälligkeit 2029. Zudem werden der bestehende Terminkredit und die revolvierende Kreditlinie aus dem Vertrag vom Juni 2021 gekündigt. Die Ablösung der hochverzinslichen Anleihe dürfte die Finanzierungskosten spürbar senken.
Kapitalerhöhung und Exportkredit bereits vollzogen
Die Anleihe ist nur ein Baustein im größeren Refinanzierungsprogramm. Bereits im Dezember 2025 hatte Eutelsat eine Kapitalerhöhung über rund 670 Millionen Euro brutto abgeschlossen, die zu Netto-Erlösen von rund 1,476 Milliarden Euro führte. Mitte Februar folgte eine Exportkreditfinanzierung über etwa eine Milliarde Euro, abgesichert durch eine französische Staatsgarantie über Bpifrance Assurance Export. Mit dem Geld werden 340 neue LEO-Satelliten für die OneWeb-Konstellation bei Airbus Defence and Space bestellt.
Die Nettoverschuldung sank per Ende Dezember 2025 auf 1,3 Milliarden Euro – ein Rückgang um über 1,3 Milliarden Euro gegenüber Juni 2025, hauptsächlich getrieben durch die Kapitalerhöhung. Die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Schulden lag zuletzt bei 2,3 Jahren. Die neuen Anleihen mit Laufzeiten bis 2033 verlängern diese Kennzahl deutlich.
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LEO-Geschäft wächst kräftig
Die Halbjahreszahlen vom 13. Februar zeigten einen Gesamtumsatz von 592 Millionen Euro. Die LEO-Erlöse stiegen um rund 60 Prozent auf 110,5 Millionen Euro und machen inzwischen etwa ein Fünftel der Gesamterlöse aus. Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 52,1 Prozent. Eutelsat bestätigte die Jahresprognose und erwartet ein Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA von rund 2,7x zum Geschäftsjahresende. Langfristig peilt das Unternehmen Umsätze zwischen 1,5 und 1,7 Milliarden Euro bis zum Geschäftsjahr 2028-29 an.
Nicht alles lief nach Plan: Ende Januar scheiterte der Verkauf der passiven Bodeninfrastruktur an den Private-Equity-Investor EQT Infrastructure VI, nachdem nicht alle Bedingungen erfüllt werden konnten. Die Transaktion hätte Netto-Erlöse von rund 550 Millionen Euro gebracht. Eutelsat betonte jedoch, dass dies die Finanzierung des strategischen Entwicklungsplans nicht gefährde.
Mit der Anleihe, der Kapitalerhöhung und dem Exportkredit hat Eutelsat seine Finanzarchitektur innerhalb weniger Monate neu aufgestellt. Die Zinsbelastung sinkt, die Laufzeiten werden gestreckt. Die Weichen für das LEO-Wachstum sind gestellt.
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