Nach 15 Jahren Pause kehrt Chevron nach Libyen zurück. Der US-Ölkonzern sicherte sich ein Explorationsgebiet im rohstoffreichen Sirte-Becken – und reiht sich damit in eine wachsende Liste internationaler Energieriesen ein, die nach neuen Reserven in Frontier-Märkten suchen.
Am 11. Februar gab Chevron bekannt, als Gewinner für die Contract Area 106 in Libyens Ausschreibungsrunde 2025 ausgewählt worden zu sein. Zuvor hatte das Unternehmen bereits am 24. Januar eine Absichtserklärung mit der staatlichen libyschen National Oil Corporation (NOC) unterzeichnet. Die endgültige Vergabe hängt noch von der Ausführung eines Produktionsbeteiligungsvertrags ab.
Die wichtigsten Fakten:
- Explorationsblock: Contract Area 106 im Sirte-Becken
- Letztes Libyen-Engagement: 2010 beendet
- MoU unterzeichnet: 24. Januar 2026 in Tripolis
- Status: Vergabe unter Vorbehalt des Produktionsbeteiligungsvertrags
Rückkehr in ein ölreiches Land
Das Sirte-Becken zählt zu den produktivsten Ölregionen Libyens. Chevron hatte das Land 2010 während politischer Unruhen verlassen. Kevin McLachlan, Vice President of Exploration bei Chevron, erklärte, die Vergabe unterstreiche den Fokus auf Nordafrika und die östliche Mittelmeerregion. Sie passe gut in die Explorationsstrategie, das Portfolio mit hochwertigen Flächen und aussichtsreichen Projekten zu erweitern.
Frank Mount, President of Corporate Business Development, bezeichnete die Vertragsvergabe und die Absichtserklärung als wichtige Meilensteine bei der weiteren Evaluierung von Gelegenheiten im libyschen Energiesektor.
Big Oil sucht neue Reserven
Chevrons Schritt ist Teil eines breiteren Branchentrends. Während der US-Schieferölboom nachlässt, weiten große Ölkonzerne ihre Suche nach neuen Reserven außerhalb Amerikas aus. Libyen vergibt erstmals seit fast zwei Jahrzehnten wieder Explorationslizenzen an internationale Unternehmen. Neben Chevron erhielten auch Italiens Eni und Spaniens Repsol neue Lizenzen.
CEO Michael Wirth hob während des Earnings Call am 30. Januar das gewachsene Interesse von Ländern hervor, die amerikanische Investitionen in die Rohstoffförderung suchen. Das Ressourcenpotenzial in manchen dieser Länder sei unbestreitbar – Irak und Libyen gehörten zu den größten Ressourceninhabern weltweit.
Regionale Expansionsstrategie
Die Libyen-Vergabe fügt sich in Chevrons verstärktes Engagement in der östlichen Mittelmeerregion ein. Das Unternehmen baut seine Aktivitäten in Ägypten, Zypern und der Türkei aus und unterzeichnete kürzlich eine Absichtserklärung in Syrien. Zu Chevrons Portfolio in Afrika und im Mittelmeerraum gehören bedeutende Positionen in Nigeria, Angola und Äquatorialguinea sowie Explorationsblöcke in Namibia, Guinea-Bissau und Ägypten.
Die Chevron-Aktie schloss am 11. Februar bei 185,82 Dollar und legte um 1,95 Prozent zu. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Titel ein Plus von rund 19 Prozent.
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