Rheinmetall Aktie: Drohnendeal gedrosselt

Der Haushaltsausschuss begrenzt das Drohnenprogramm der Bundeswehr auf zwei Milliarden Euro. Rheinmetall erhält einen kleineren Einstiegsauftrag unter strengen Auflagen.

Kurz zusammengefasst:
  • Parlament deckelt Drohnenprogramm auf zwei Milliarden Euro
  • Rheinmetall erwartet Auftrag im April unter Vorbehalt
  • Konzern sichert sich NATO-Auftrag für Feldlazarette
  • Jahreszahlen und Analystenkonferenz am 11. März

Die Bundeswehr bestellt Kamikaze-Drohnen – doch der Haushaltsausschuss hat dem Verteidigungsministerium einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Statt 4,4 Milliarden Euro gibt es nur 2 Milliarden, verteilt auf mehrere Anbieter, und jede weitere Tranche braucht erneute parlamentarische Zustimmung. Für Rheinmetall, das im April mit seinem ersten Auftrag rechnet, bedeutet das: Der Einstieg kommt – aber unter strengen Auflagen und mit deutlich weniger Volumen als ursprünglich gedacht.

Parlamentarische Bremse beim Drohnenprogramm

Am 25. Februar gab der Haushaltsausschuss grünes Licht für den Kauf von Kamikaze-Drohnen. In einer ersten Tranche fließen rund 540 Millionen Euro an die deutschen Hersteller Helsing und Stark Defence. Doch gleichzeitig deckelte der Ausschuss das Gesamtprogramm auf zwei Milliarden Euro – maximal eine Milliarde je Anbieter. Das Verteidigungsministerium hatte ursprünglich 4,4 Milliarden Euro gefordert.

Rheinmetall

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Der parlamentarische Maßgabebeschluss schreibt zudem fest: Jede weitere Abruftranche bedarf einer erneuten Zustimmung des Haushaltsausschusses. Eine automatische Aufstockung gibt es nicht.

Rheinmetall soll voraussichtlich im April als dritter Lieferant mit ins Boot geholt werden. Das Unternehmen hatte zunächst nicht genügend Wirksamkeitsnachweise für seine Einweg-Drohne FV-014 geliefert, meldete zuletzt aber erfolgreiche Tests. Das potenzielle Auftragsvolumen liegt bei rund 269 Millionen Euro – ebenfalls unter dem parlamentarischen Vorbehalt.

Dänischer NATO-Auftrag als Ausgleich

Parallel zum Drohnenprogramm sicherte sich Rheinmetall einen NATO-Vertrag aus Dänemark. Die Tochtergesellschaft Rheinmetall Mobile Systeme liefert fünf mobile Feldhospitäler im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Das dänische Verteidigungsministerium bestellte drei Einheiten der Kategorie Role 2B (Basic) und zwei des fortschrittlicheren Typs Role 2E (Enhanced).

Der Auftrag unterstreicht die Diversifizierung des Konzerns: Militärische Sanitätsinfrastruktur entwickelt sich zum komplementären Wachstumsfeld neben dem Kerngeschäft mit Waffensystemen. Auch der Anfang Februar gesicherte Auftrag für 274 CT-025-Türme beim Spähfahrzeug Luchs 2 – Gesamtwert im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich – zeigt die Breite der Pipeline.

Kapitalerhöhung formal abgeschlossen

Zum Wochenschluss meldete Rheinmetall die aktualisierte Gesamtzahl der Stimmrechte: 46.516.641. Die Kapitalmaßnahme ist damit technisch beendet – ein potenzieller Störfaktor für Anleger vom Tisch.

Jahreszahlen im Fokus

Die Aktie notierte zuletzt bei 1.666,50 Euro, rund 16 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von knapp 2.000 Euro. Im Pre-Close-Call hatte das Management für 2026 operative Verteidigungsumsätze von 15 bis 16 Milliarden Euro sowie eine EBIT-Marge von 18 bis 20 Prozent angekündigt – unter den damaligen Markterwartungen.

Am 11. März folgen die Jahreszahlen und die Analystenkonferenz. Dann muss Rheinmetall zeigen, ob die Prognosen trotz des parlamentarisch gedeckelten Drohnenprogramms und der strengen Abrufbedingungen realistisch bleiben. Die strategische Signalwirkung als künftiger Systemlieferant für Kamikaze-Drohnen ist erheblich – das finanzielle Volumen liegt vorerst deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen.

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