BYD Aktie: Auslandsoffensive als Ausweg

Der chinesische Autobauer BYD verzeichnet einen deutlichen Gewinneinbruch im Heimatmarkt und setzt verstärkt auf profitable Auslandsverkäufe, um die schrumpfenden Margen auszugleichen.

Dr. Robert Sasse ·
BYD Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Nettogewinn fällt um 19 Prozent im Jahr 2025
  • Exporte übersteigen erstmals 100.000 Einheiten monatlich
  • Bruttomarge schrumpft auf 17,7 Prozent
  • Langfristiges Ziel: 50 Prozent Auslandsverkäufe bis 2030

BYDs Heimatmarkt gibt immer weniger her. Der Preiskampf in China drückt die Margen, der Jahresgewinn ist zum ersten Mal seit vier Jahren geschrumpft — und das Unternehmen reagiert mit einem klaren Kurswechsel: raus aus China, rein in die Welt.

Gewinn bricht ein, Marge schrumpft

Für das Geschäftsjahr 2025 meldete BYD einen Nettogewinnrückgang von 19 Prozent auf 32,6 Milliarden Yuan (rund 4,1 Milliarden Euro). Analysten hatten lediglich ein Minus von 12,1 Prozent erwartet. Der Umsatz stieg zwar auf einen Rekordwert von 804 Milliarden Yuan, doch das Wachstumstempo von 3,5 Prozent war das schwächste seit sechs Jahren.

Die Bruttomarge fiel von 19,4 auf 17,7 Prozent. Im vierten Quartal allein brach der Nettogewinn um 38,2 Prozent ein. CEO Wang Chuanfu sprach von einer „brutalen Knockout-Phase“ in der chinesischen Automobilindustrie — gemeint ist der aggressive Preiskampf, der die Margen der gesamten Branche unter Druck setzt.

Bemerkenswert ist zudem die Rolle staatlicher Subventionen: 2025 erhielt BYD 12,47 Milliarden Yuan an Fördergeldern — ein Plus von 19,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahlungen machten 38,2 Prozent des gesamten Nettogewinns aus. Ohne sie wäre der Gewinn um rund 50 Prozent gefallen.

Ausland rechnet sich, Inland kaum noch

Der Grund für die Exportoffensive liegt auf der Hand: Im Ausland verdient BYD rund 20.000 Yuan pro Fahrzeug, in China nur etwa 5.000 Yuan. Im Februar 2026 überstiegen die Exporte erstmals die Marke von 100.600 Einheiten — mehr als 50 Prozent der monatlichen Gesamtverkäufe.

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Das Exportziel für 2026 wurde auf 1,5 Millionen Fahrzeuge angehoben, nach zuvor 1,3 Millionen. Langfristig strebt BYD an, bis 2030 die Hälfte aller Fahrzeuge außerhalb Chinas zu verkaufen. Neue Werke entstehen derzeit in Ungarn, Brasilien, der Türkei, Thailand und Indonesien.

Der Jahresauftakt 2026 zeigt, wie stark die Abhängigkeit vom Heimatmarkt noch ist: In den ersten beiden Monaten sanken die Gesamtverkäufe um 36 Prozent auf 400.241 Einheiten. Die Inlandsverkäufe brachen um 58 Prozent ein, während die Exporte um mehr als 50 Prozent zulegten. Citigroup-Analysten schätzen, dass das chinesische Automobilgeschäft von BYD im ersten Quartal 2026 möglicherweise in der Verlustzone operiert.

Ab 2027 will BYD zudem Schnellladesäulen in internationalen Märkten aufbauen — mit einer Technologie, die ein Fahrzeug in fünf Minuten von zehn auf 70 Prozent lädt. Die Aktie schloss am Montag in Hongkong 1,06 Prozent im Minus. Die Schlussdividende wurde auf 0,358 Yuan je Aktie gekürzt, nach 0,397 Yuan im Vorjahr.

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BYD Aktie

11,70 EUR

+ 0,90 EUR +8,29 %
KGV 67,41
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 0,35 %
Marktkapitalisierung 970,98 Mrd. EUR
ISIN: CNE100000296 WKN: A0M4W9

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