Der Kurs von Bitfarms ist am Dienstag deutlich unter Druck geraten – nicht wegen firmenspezifischer Nachrichten, sondern wegen neuer politischer Risiken aus Washington. Zusätzliche Strafzölle von Donald Trump auf europäische Verbündete lösten eine Kettenreaktion an den Kryptomärkten aus, die bis zu den Mining-Aktien durchschlug. Gleichzeitig arbeitet Bitfarms im Hintergrund an einem tiefgreifenden Strategiewechsel hin zu KI- und HPC-Rechenzentren. Wie passt diese kurzfristige Nervosität an der Börse zu den längerfristigen Plänen des Unternehmens?
Zölle treffen Krypto-Stimmungsbild
Auslöser der jüngsten Schwäche war die Ankündigung von Donald Trump, ab dem 1. Februar 2026 einen pauschalen 10%-Zoll auf Waren aus acht europäischen NATO-Ländern, darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien, zu erheben. Die verschärften Handelskonflikte setzten Risikoanlagen weltweit zu – auch Bitcoin geriet unter Druck und rutschte unter die psychologisch wichtige Marke von 90.000 US-Dollar.
Bitfarms gilt als stark vom Bitcoin-Preis abhängiger Wert und reagierte entsprechend sensibel. Die Aktie geriet am Dienstag in einen Abwärtsstrudel, begleitet von hohem Handelsvolumen, was die Breite der Verkäufe sowohl auf institutioneller als auch auf privater Seite unterstreicht. Zusätzlich belasteten Berichte über Verzögerungen bei Gesetzesvorhaben zur Marktstruktur im Kryptosektor die Stimmung. Die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit und regulatorischer Hängepartie sorgte dafür, dass Mining-Titel wie Bitfarms sogar schwächer liefen als Bitcoin selbst.
Am Mittwochvormittag deutet sich jedoch eine zumindest vorläufige Beruhigung an: Nach den jüngsten Turbulenzen liegt der Kurs bei 3,83 CAD, was einem Anstieg von gut 30 % innerhalb einer Woche und rund 47 % seit Jahresbeginn entspricht.
Strategischer Schwenk zu KI und HPC
Während der Markt kurzfristig vor allem auf Schlagzeilen und Bitcoin-Schwankungen reagiert, befindet sich Bitfarms operativ mitten im Umbau. Das Unternehmen will sich von einem reinen Bitcoin-Miner zu einem Anbieter von Hochleistungsrechenzentren (High-Performance Computing, HPC) und Infrastruktur für Künstliche Intelligenz entwickeln.
Konkret beinhaltet dieser Kurswechsel:
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- Rückzug aus Lateinamerika, insbesondere aus Argentinien und Paraguay
- Fokussierung auf US-Standorte mit stabilerem regulatorischem Umfeld
- Aufbau von Infrastruktur, die neben Krypto-Mining auch KI-Workloads bedienen kann
Ziel ist es, die Abhängigkeit vom Bitcoin-Preis zu verringern, geopolitische Risiken zu reduzieren und von der stark wachsenden Nachfrage nach Rechenleistung für KI-Anwendungen zu profitieren. Dieser Umbau kostet zunächst Zeit und Geld, könnte Bitfarms mittelfristig aber breiter und robuster aufstellen.
Zahlen und Analystensicht
Trotz der jüngsten Kursschwankungen zeigen die vergangenen Geschäftszahlen eine gewisse operative Robustheit. Für 2024 meldete Bitfarms Erlöse von 192,88 Mio. US-Dollar – ein Anstieg von rund 31,8 % gegenüber dem Vorjahr. Unter dem Strich stand zwar weiterhin ein Nettoverlust von 54,06 Mio. US-Dollar, doch damit hat das Unternehmen sein Minus im Vergleich zum Vorjahr in etwa halbiert.
Diese Entwicklung spiegelt sich teilweise in den Analysteneinschätzungen wider. Mitte Januar 2026 lag der Konsens großer Häuser im Bereich „Strong Buy“ bis „Moderate Buy“. Die durchschnittlichen 12-Monats-Kursziele bewegen sich zwischen 3,67 und 4,25 US-Dollar, einzelne optimistische Stimmen trauen der Aktie sogar bis zu 7,00 US-Dollar zu. Aus Marktsicht klafft damit eine erkennbare Lücke zwischen der aktuellen Bewertung und den mittelfristigen Erwartungen der Analysten.
Ausblick: Volatil mit Hebel auf Bitcoin
Kurzfristig bleibt Bitfarms ein stark gehebelter Spielball der Kryptostimmung. Die am Dienstag getestete Zone um 2,60 US-Dollar fungiert dabei als wichtige kurzfristige Unterstützung. Solange Bitcoin unter der 90.000-Dollar-Marke notiert und die Zolldebatte anhält, dürfte die Schwankungsbreite hoch bleiben – das unterstreicht auch die sehr hohe 30-Tage-Volatilität von annualisiert rund 127 %.
Entscheidend für die nächsten Wochen wird sein, ob Bitcoin sich erholen oder die Handelsspannungen weiter zunehmen. Gelingt dem Kryptomarkt eine Rückkehr über zentrale Marken und halten die politischen Risiken sich in Grenzen, hätte Bitfarms aufgrund seiner hohen Korrelation und des laufenden strategischen Umbaus kräftiges Rebound-Potenzial. Bleiben Zölle, Regulierungssorgen und Bitcoin-Schwäche dagegen bestehen, dürfte der Titel weiter ein nervöser, aber eng am Sektortrend orientierter Hochrisikowert bleiben.
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