Der KI- und Datenanalyse-Spezialist Palantir Technologies beendete die Handelswoche mit einem kräftigen Kursplus. Verantwortlich dafür war ein juristischer Erfolg gegen ehemalige Mitarbeiter – doch auch die geopolitische Gemengelage und ein Pentagon-Urteil gegen Konkurrent Anthropic spielten eine Rolle.
Klage gegen Ex-Mitarbeiter gewonnen
Palantir hatte drei ehemalige Beschäftigte verklagt, die zum KI-Start-up Percepta gewechselt waren. Der Vorwurf: CEO Hirsh Jain, Mitgründerin Radha Jain und Mitarbeiterin Joanna Cohen sollen vertrauliche Daten gestohlen, Geheimhaltungsvereinbarungen verletzt und gezielt Personal abgeworben haben.
Ende Februar entschied US-Bezirksrichter J. Paul Oetken zugunsten von Palantir. Die drei hätten „wahrscheinlich“ gegen ihre Verpflichtungen verstoßen. Das Urteil wurde am Donnerstag öffentlich: Den Beklagten wurde untersagt, weiterhin Unternehmensdaten zu nutzen oder Palantir-Mitarbeiter abzuwerben. Die Begründung: Palantir drohe sonst „irreparabler Schaden“.
Die Aktie sprang am Freitag um bis zu 5,8 Prozent nach oben und schloss bei 157,16 Dollar.
Pentagon stuft Anthropic als Risiko ein
Der Gerichtserfolg war nicht der einzige Kurstreiber. Über die gesamte Woche legte die Aktie rund 15 Prozent zu. Ein Grund: Das Pentagon erklärte den KI-Anbieter Anthropic zum „Supply-Chain-Risiko“. Damit dürfen Regierungsauftragnehmer dessen Technologie nicht mehr in US-Verteidigungsanwendungen einsetzen.
Hintergrund sind Anthropics Weigerung, Schutzmaßnahmen zu entfernen, die verhindern, dass die Software für inländische Überwachung und bestimmte militärische Zwecke genutzt wird. Die Trump-Administration hatte Behörden bereits angewiesen, auf Anthropic-Dienste zu verzichten. Für Palantir, das rund die Hälfte seines Umsatzes mit US-Regierungs- und Militäraufträgen erzielt, bedeutet das weniger Wettbewerb.
Parallel verschärften sich die Spannungen mit dem Iran. US-Präsident Donald Trump intensivierte seine Drohungen, die USA und Israel führten Angriffe gegen das Land durch. Solche geopolitischen Konflikte haben in der Vergangenheit die Nachfrage nach Palantirs Datenanalyse-Software erhöht.
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Starke Zahlen im vierten Quartal
Das Fundament für die Rally lieferten die Geschäftszahlen. Im vierten Quartal 2025 stieg der Umsatz um 70 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar. Besonders stark entwickelte sich das US-Geschäft mit kommerziellen Kunden: Hier lag das Plus bei 137 Prozent im Jahresvergleich und 28 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dieser Bereich macht inzwischen 36 Prozent des Gesamtumsatzes aus.
Auch der sogenannte Remaining Performance Obligation (RPO) – vertraglich zugesicherte, aber noch nicht verbuchte Umsätze – schoss um 143 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar nach oben. Allein im vierten Quartal kamen 1,6 Milliarden Dollar hinzu.
Für 2026 prognostiziert das Management ein Umsatzwachstum von 60 Prozent auf etwa 7,19 Milliarden Dollar. Getrieben wird die Entwicklung von Palantirs KI-Plattform AIP, die Unternehmen ermöglicht, große Sprachmodelle auf Basis eigener Daten zu nutzen – etwa in Lieferketten, Fertigung und Logistik.
Analysten heben Kursziele an
Die jüngsten Entwicklungen haben die Stimmung an der Wall Street gedreht. Citi-Analyst Tyler Radke hält an seiner Kaufempfehlung fest und hob sein Kursziel auf 260 Dollar – das höchste unter allen beobachteten Analysten. Daiwa Securities stufte die Aktie von Neutral auf Kaufen hoch und setzt ein Zwölf-Monats-Ziel von 180 Dollar. Auch UBS schwenkte nach einer Korrektur von rund 35 Prozent gegenüber den Höchstständen Ende 2025 auf Kaufen um, ebenfalls mit Ziel 180 Dollar.
Laut MarketBeat liegt der Konsens von 28 Analysten bei „Moderates Kaufen“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 187,96 Dollar. Die Aktie hatte das Jahr 2026 bei rund 182 Dollar eröffnet, fiel im Februar bis auf 126,45 Dollar und notiert aktuell etwa 16 Prozent unter dem Jahresanfang. Auf Zwölfmonatssicht steht dennoch ein Plus von rund 102 Prozent zu Buche.
Bewertung bleibt Diskussionsthema
Trotz der Erfolge bleibt die Bewertung umstritten. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 200 auf Basis der Gewinne der letzten zwölf Monate und 115 auf Forward-Basis gehört Palantir zu den teuersten Aktien im S&P 500. Da 77 Prozent des Umsatzes aus den USA stammen, reagiert das Unternehmen empfindlich auf innenpolitische Entwicklungen und Haushaltszyklen.
Am Mittwoch, den 11. März, stehen die US-Inflationsdaten für Februar an. Solche Veröffentlichungen können die Renditen am Anleihenmarkt bewegen und High-Growth-Aktien wie Palantir belasten. Zudem beobachten Investoren, wie das Pentagon die Einstufung von Anthropic konkret umsetzt und ob bestehende Systeme sofort angepasst werden müssen.
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