Coinbase Aktie: Milliarden-Modell wackelt
Ein US-Gesetzentwurf könnte Coinbases lukrative Stablecoin-Erträge verbieten. Der Senat hat nur noch wenige Wochen Zeit, während Analysten die Aktie uneins bewerten.

Kurz zusammengefasst
- Stablecoin-Einnahmen als zentrale Umsatzsäule bedroht
- CLARITY Act verbietet künftig Zinsausschüttungen an Nutzer
- Senat muss Gesetz noch vor Sommerpause verabschieden
- Analysten uneins über Bewertung der Coinbase-Aktie
Eine Milliardenumsatz-Säule, ein Gesetzentwurf, der sie direkt bedroht, und ein Zeitfenster, das sich in wenigen Wochen schließt. Für Coinbase wird der April zum Monat der Entscheidungen.
Stablecoin-Einnahmen im Visier
Coinbase erwirtschaftete 2025 rund 1,35 Milliarden Dollar mit Stablecoin-Erträgen — knapp 20 Prozent des Gesamtumsatzes. Im vierten Quartal allein kletterten diese Einnahmen auf ein Rekordhoch von 364 Millionen Dollar, getrieben von einem durchschnittlichen USDC-Bestand von 17,8 Milliarden Dollar in Coinbase-Produkten.
Genau dieses Modell greift der CLARITY Act an. Der Gesetzentwurf in seiner Fassung vom 23. März verbietet ausdrücklich, dass Stablecoin-Emittenten Zinsen oder wirtschaftlich gleichwertige Vergütungen an Nutzer ausschütten — direkt, indirekt oder über Umwege. Coinbase verteilt bislang einen Teil der Erträge aus USDC-Reserven als Rewards an berechtigte Nutzer. Genau das wäre künftig untersagt.
Enger Zeitplan, offene Fronten
Der Senat steckt fest. Das Banking Committee hat bis heute keinen Markup-Termin bestätigt. Coinbase-Cheflobbyist Faryar Shirzad zeigte sich zuletzt optimistisch, dass ein Markup noch im April und eine Abstimmung im Mai möglich seien. Senator Bernie Moreno formulierte die Konsequenz eines Scheiterns nüchtern: Wer das Fenster jetzt verpasst, riskiert, dass das Thema bis nach den Midterms 2026 vom Tisch fällt.
Das Weiße Haus hat sich inzwischen als Vermittler eingeschaltet. Der Wirtschaftsrat der Regierung stellte in einem Bericht fest, dass ein Verbot von Stablecoin-Ausschüttungen die Kreditvergabe der Banken nicht nennenswert beeinflussen würde — eine Einschätzung, die Coinbases Position stützt. Bipartisane Senatoren zeigen sich offen für Kompromisse, etwa durch Beschränkungen auf institutionelle Stablecoins oder bankenähnliche Kapitalpuffer.
Barclays warnt, Bernstein bleibt bullish
Ins Bild passt, dass das operative Umfeld für Coinbase gerade schwierig ist. Barclays warnte, das globale Krypto-Handelsvolumen sei auf den niedrigsten Stand seit Ende 2023 gefallen. Der März war demnach der schwächste Handelsmonat seit September 2024, der April zeige keine Erholung. Barclays stufte die Aktie von Neutral auf Underweight herab und senkte das Kursziel auf 140 Dollar.
Cantor Fitzgerald sieht das anders: Die Analysten bekräftigten ihr Overweight-Rating und werteten das aktuelle Umfeld als strategische Kaufgelegenheit. Bernstein hält sogar an einem Kursziel von 330 Dollar fest, Goldman Sachs reduzierte sein Ziel, behielt aber die Kaufempfehlung.
Für das erste Quartal 2026 erwartet Coinbase selbst Einnahmen aus Abonnements und Dienstleistungen zwischen 550 und 630 Millionen Dollar — ein Rückgang gegenüber dem Vorquartal, den das Unternehmen mit niedrigeren Kryptopreisen, gesunkenen Zinsen und geringeren Staking-Erträgen begründet.
Am 7. Mai legt Coinbase die Q1-Zahlen vor. Bis dahin dürfte sich auch zeigen, ob der Senat den CLARITY Act tatsächlich noch vor der Sommerpause in Bewegung bringt — und ob Coinbases lukrativste Einnahmequelle in ihrer jetzigen Form überleben kann.
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