Dr. Jan-Christian Heins kauft für 10.000 Euro eigene Aktien – zu einem Kurs, der 70 Prozent unter dem Jahreshoch liegt. Gleichzeitig verspricht das Münchner KI-Robotik-Unternehmen einen Umsatzsprung von 0,25 auf bis zu 55 Millionen Euro. Passt das zusammen?
Verwaltungsratschef greift zu
Ende Februar 2026 meldete Verwaltungsratschef Dr. Jan-Christian Heins einen Aktienkauf zu 7,26 Euro je Aktie – nur einen Tag nach dem 52-Wochen-Tief von 7,00 Euro. Das Timing ist bemerkenswert: Im März 2025 stand die Aktie noch bei 24,20 Euro. Der Kursverlust seit Jahresanfang beträgt über 35 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar knapp 57 Prozent.
Auch CEO Nikolas Bullwinkel hatte zwischen Ende Januar und Anfang Februar mehrfach zugekauft. Beide Insider signalisieren damit Vertrauen in die operative Wende, die das Unternehmen für 2026 ankündigt.
Vom Prototypen zur Serie
Circus SE hat die industrielle Serienfertigung seines autonomen Kochroboters CA-1 gestartet. Gemeinsam mit dem globalen Produktionspartner Celestica läuft die Fertigung der vierten Geräte-Generation. Das System arbeitet auf sieben Quadratmetern, verwaltet bis zu 36 gekühlte Zutaten und bereitet mehr als 500 Gerichte pro Ladung zu – vollständig autonom von der Dosierung bis zur Verpackung.
Ab Sommer 2026 liefert Circus an die Mercedes-Benz Gastronomie für die Werkskantine in Sindelfingen. Parallel läuft eine achtmonatige Testphase in Düsseldorfer REWE-Filialen unter dem Label „Fresh & Smart“. Seit Januar versorgt das System ausgewählte Bundeswehr-Kasernen unter dem neuen Brand Circus Defence.
Verteidigungssektor als neues Standbein
Circus Defence hat ein Rahmenabkommen mit BRAVE1, der ukrainischen Plattform für Verteidigungstechnologie, unterzeichnet. Der Fokus liegt zunächst auf autonomen Versorgungssystemen in BRAVE1-Einrichtungen. Mittelfristig will Circus sein Produktportfolio auf weitere autonome Verteidigungssysteme ausweiten – ein strategischer Schwenk, der über die ursprüngliche Gastronomie-Positionierung hinausgeht.
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Zusätzlich kooperiert das Unternehmen mit der MMV Leasing, einer Tochter der LBBW, um Mittelständlern den Zugang über Leasing-Modelle zu erleichtern. Der Start ist für das erste Quartal 2026 geplant.
Ambitionierter Ausblick nach Verlustjahr
2025 erwirtschaftete Circus lediglich 0,25 Millionen Euro Umsatz bei einem Betriebsverlust von knapp 15 Millionen Euro. Für 2026 prognostiziert das Management nun Erlöse zwischen 44 und 55 Millionen Euro – ein Anstieg um das bis zu 220-Fache. Das EBITDA wird weiterhin negativ zwischen 6 und 8 Millionen Euro erwartet.
Das Unternehmen verweist auf über 8.000 Vorbestellungen mit einem theoretischen Umsatzpotenzial von mehr als 1,6 Milliarden Euro. Ob und wann diese in zahlungswirksame Aufträge münden, bleibt offen. Die laufenden Pilotprojekte – etwa bei REWE – liefern noch keine belastbaren Daten aus dem Dauerbetrieb. Erst danach entscheiden die Partner über eine breitere Integration.
Circus prüft derzeit die Aufnahme weiteren Wachstumskapitals, ohne Details zu Umfang oder Zeitpunkt zu nennen.
Entscheidende Monate stehen bevor
Die Insiderkäufe am Kurstief zeigen intern Überzeugung. Ob der Hochlauf der Serienproduktion, die Bundeswehr-Integration und die Handelstests die extreme Umsatzprognose rechtfertigen, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen. Bis dahin bleibt Circus ein klassischer Scale-up-Fall: hohe Verluste, hohe Erwartungen – und ein Geschäftsmodell, das seinen kommerziellen Nachweis erst noch erbringen muss.
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