Ein Umsatz von 0,25 Millionen Euro im Jahr 2025 – und eine Prognose von bis zu 55 Millionen Euro für 2026. Diese Diskrepanz erklärt, warum der Markt der Circus SE mit anhaltender Skepsis begegnet. Kann das Hamburger Kochrobotik-Unternehmen die Lücke schließen?
Die Antwort hängt an drei laufenden Pilotprojekten, deren Ergebnisse in den kommenden Monaten vorliegen werden. Bis dahin notiert die Aktie auf einem neuen 52-Wochen-Tief von 6,40 Euro – rund 74 Prozent unter dem Jahreshoch vom März 2025.
Drei Projekte, eine offene Rechnung
Das operative Fundament der Prognose bilden konkrete Testläufe. Seit November 2025 betreibt Circus unter der Marke „Fresh & Smart“ einen CA-1-Kochroboter in drei REWE-Filialen in Düsseldorf und Bonn. Die achtmonatige Testphase läuft noch bis zum Sommer oder Herbst 2026 – erst dann entscheidet REWE über eine mögliche Ausweitung. Parallel dazu läuft seit Januar ein Bundeswehr-Vertrag zur autonomen Lebensmittelversorgung in Kasernen, und für den Sommer ist eine Lieferung an die Mercedes-Benz Werkskantine in Sindelfingen geplant.
Als Basis der ambitionierten Umsatzziele verweist das Management auf über 8.000 Vorbestellungen mit einem theoretischen Potenzial von mehr als 1,6 Milliarden Euro. Der entscheidende Schritt – die Umwandlung dieser Vorbestellungen in zahlungswirksame Aufträge – steht jedoch noch aus.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Circus?
Leasing-Modell soll Marktzugang erleichtern
Flankierend arbeitet Circus an der Finanzierungsseite. Mit MMV Leasing, einer LBBW-Tochter, plant das Unternehmen den Start eines Leasing-Modells im ersten Quartal 2026. Ziel ist es, die hohen Anschaffungskosten der Robotersysteme für potenzielle Kunden in planbare monatliche Betriebsausgaben umzuwandeln – ein klassischer Hebel, um den Vertrieb zu beschleunigen. Gleichzeitig prüft Circus weiteres Wachstumskapital über Eigen- oder Fremdkapital, ohne Zeitplan oder Umfang zu konkretisieren.
Trotz des anhaltenden Kursdrucks kaufte Verwaltungsratschef Dr. Jan-Christian Heins Ende Februar Aktien zu 7,26 Euro je Stück, weitere Zukäufe aus dem CEO-nahen Umfeld erfolgten bereits im Januar und Februar. Das Vertrauen der Führungsebene steht damit im deutlichen Kontrast zur Marktbewertung: Die Aktie notiert rund 53 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts von 13,67 Euro.
Die nächsten Monate bringen konkrete Entscheidungspunkte. Das REWE-Urteil fällt im Sommer oder Herbst, der Leasing-Start mit MMV soll noch im ersten Quartal erfolgen, und die Mercedes-Lieferung ist für den Sommer geplant. Erst wenn aus diesen Testläufen wiederkehrende Einnahmen werden, lässt sich beurteilen, ob die Prognose des Managements auf einem tragfähigen Fundament steht.
Circus-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Circus-Analyse vom 12. März liefert die Antwort:
Die neusten Circus-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Circus-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Circus: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
