Die vorgelegten Finanzdaten waren objektiv brillant, doch die Börse reagierte gnadenlos. Obwohl AppLovin im vierten Quartal die Erwartungen pulverisierte und den Gewinn massiv steigerte, stürzte das Papier gestern um bis zu 20 Prozent ab. Was verunsichert die Anleger so sehr, dass sie trotz eines operativen Feuerwerks die Reißleine ziehen?
Anleger nutzen die Nachrichten offensichtlich für Gewinnmitnahmen („Sell the News“). Der Technologiekonzern meldete für das vierte Quartal 2025 einen Umsatzsprung von 66 Prozent auf 1,66 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Konsensschätzungen. Noch beeindruckender fiel die Profitabilität aus: Der Nettogewinn schoss um 84 Prozent auf 1,1 Milliarden US-Dollar nach oben, was einer bereinigten EBITDA-Marge von rund 84 Prozent entspricht.
Doch der Markt handelt die Zukunft, und hier zeigten sich erste Risse im Wachstumstrend. Die Prognose für das erste Quartal 2026 sieht einen Umsatz zwischen 1,745 und 1,775 Milliarden US-Dollar vor. Marktbeobachter werten dies kritisch, da es lediglich ein sequenzielles Wachstum von 5 bis 7 Prozent impliziert. Für eine Aktie, die im Vorfeld extrem stark gelaufen war und hohe Bewertungsmaßstäbe angesetzt hatte, genügte dieses Signal der Verlangsamung für eine scharfe Korrektur auf das Niveau von 366 bis 371 US-Dollar.
Angst vor KI-Konkurrenz
Ein zentraler Belastungsfaktor ist die Sorge vor Disruption durch künstliche Intelligenz. Berichte über wachsende Konkurrenz durch Meta sowie neue KI-Tools wie Googles „Project Genie“ und das kürzlich gestartete CloudX drücken auf die Stimmung. Zwar wies CEO Adam Foroughi diese Ängste im Analysten-Call explizit zurück und betonte, dass KI-Modelle das eigene Geschäft eher antreiben als stören, doch die Nervosität bleibt bestehen.
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Zudem belasten externe Faktoren das Sentiment. Eine laufende SEC-Untersuchung bezüglich „Identifier Bridging“ sowie ältere Vorwürfe von Short-Sellern wirken trotz des operativen Erfolgs weiter als Bremsklotz für das Anlegervertrauen.
Analysten uneins
Die Reaktion der Experten fällt gespalten aus und spiegelt das Ringen zwischen starken Fundamentaldaten und Bewertungsrisiken wider. Während einige Häuser ihre Kursziele nach oben schraubten, traten andere auf die Bremse:
- Optimisten: Wedbush hob das Ziel von 465 auf 640 US-Dollar an, UBS sogar auf 740 US-Dollar.
- Skeptiker: Morgan Stanley senkte das Ziel unter Verweis auf Wettbewerbssorgen von 800 auf 720 US-Dollar. Auch die Deutsche Bank (auf 640 US-Dollar) und Goldman Sachs (auf 585 US-Dollar) reduzierten ihre Erwartungen.
Die Fakten im Überblick
- Umsatz Q4 2025: 1,66 Mrd. USD (+66 % zum Vorjahr).
- Nettogewinn Q4 2025: 1,10 Mrd. USD (+84 % zum Vorjahr).
- Gewinn pro Aktie (EPS): 3,24 USD (Erwartung: ~2,95 USD).
- Prognose Q1 2026: 1,745 bis 1,775 Mrd. USD Umsatz.
Nach der historischen Rallye im Jahr 2025 findet nun eine harte Realitätsprüfung der Bewertungsmultiplikatoren statt. Die kommenden Quartale werden zeigen müssen, ob sich AppLovin gegen die aufkommende KI-Konkurrenz behaupten kann und ob die verhaltene Wachstumsprognose nur eine konservative Schätzung oder ein tatsächlicher Trendbruch ist.
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