Für Thyssenkrupp wird ein alter Klotz am Bein leichter: Bei HKM ist eine Einigung in Sicht, die vor allem die Stahlsparte von langfristigen Verpflichtungen entlasten soll. Gleichzeitig rücken bereits die nächsten Bewährungsproben näher – in dieser Woche legt erst die Tochter Nucera, dann der Konzern Zahlen vor. Wie viel Rückenwind liefert der HKM-Schritt für die anstehenden Quartalsberichte?
HKM: Transaktion mit Bedingungen
Kern der Einigung: Salzgitter soll die Thyssenkrupp-Anteile an HKM übernehmen. Als Stichtag für den Vollzug wurde der 1. Juni 2026 festgelegt. Entscheidender Punkt für Thyssenkrupp: Die Abnahmeverpflichtungen für Stahlbrammen von HKM sollen bereits Ende 2028 auslaufen – und damit vier Jahre früher als bislang vorgesehen (2032).
Ganz durch ist das Paket aber noch nicht. Die Umsetzung hängt unter anderem an:
– Zustimmung der Aufsichtsbehörden
– einem positiven Fortführungsgutachten
– sowie daran, dass Vallourec SA als dritter Gesellschafter seine Anteile ebenfalls an Salzgitter verkauft (Bereitschaft wurde signalisiert)
Finanzielle Details bleiben vertraulich.
Warum der Schritt strategisch zählt
Im Markt wird der Deal als Baustein gesehen, um die Bilanz von Thyssenkrupp Steel von langfristigen Verpflichtungen zu befreien. Das kann helfen, die Position in den laufenden Gesprächen über eine mögliche Verselbstständigung der Stahlsparte zu verbessern.
An der Börse spiegelt sich der zuletzt freundlichere Grundton auch im Kursbild wider: Mit 11,77 € liegt die Aktie seit 7 Tagen rund 5,4% im Plus und hat über 12 Monate etwa 156% zugelegt. Gleichzeitig ist der Titel noch gut 11% vom 52-Wochen-Hoch (13,24 €) entfernt – ein Hinweis, dass der Markt zwar viel eingepreist hat, aber nicht „durchmarschiert“.
Blick nach vorn: Zwei Termine in dieser Woche
Nach der strukturellen Weichenstellung verschiebt sich der Fokus schnell zurück aufs Operative. In den kommenden Tagen stehen zwei relevante Veröffentlichungen an:
- Mittwoch, 11. Februar 2026: Quartalsergebnisse von Thyssenkrupp nucera (Q1 GJ 2025/2026)
- Donnerstag, 12. Februar 2026: Quartalsbericht der Thyssenkrupp AG
Investoren dürften dabei besonders darauf schauen, wie stark die schwache Industriekonjunktur den Auftragseingang getroffen hat und ob die Effizienzprogramme wie geplant Wirkung zeigen.
Zum Hintergrund passt, dass Thyssenkrupp Steel zuletzt auch die Sicherung grüner Energie betont hat, unter anderem über neue Stromlieferverträge (PPAs), etwa für Solarstromkapazitäten. Zudem ist der regulatorische Rahmen für Transformationsoptionen wie CCS durch das seit November 2025 geltende Kohlendioxid-Speicherungsgesetz (KSpG) klarer gefasst.
Der nächste konkrete Taktgeber ist damit bereits terminiert: Am Donnerstag (12.02.) liefert der Konzernbericht die Messlatte, ob zur Portfolio-Bereinigung auch operativ die passenden Zahlen kommen.
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