Micron Technology steht vor einer Woche, die über die Fortsetzung der beispiellosen Wachstumsstory entscheiden könnte. Am 18. März veröffentlicht der Speicherchip-Hersteller seine Zahlen für das zweite Fiskalquartal 2026 – und die Erwartungen sind gewaltig. Dahinter steht eine Entwicklung, die das Unternehmen binnen weniger Quartale zum dominierenden Player im Zukunftsmarkt Künstliche Intelligenz gemacht hat.
Das Fundament: Ein Quartal für die Geschichtsbücher
Im ersten Fiskalquartal 2026 (endete am 27. November 2025) erzielte Micron einen Umsatz von 13,64 Milliarden Dollar – ein Anstieg um 57 Prozent im Jahresvergleich. Der Nettogewinn belief sich auf 5,24 Milliarden Dollar, was 4,60 Dollar je Aktie entspricht. Bereits zum dritten Mal in Folge markierte das Unternehmen einen neuen Quartalsumsatzrekord.
Besonders auffällig: Das Cloud-Memory-Segment explodierte förmlich und verdoppelte seinen Umsatz auf 5,3 Milliarden Dollar. Der operative Cashflow erreichte 8,41 Milliarden Dollar, während der adjustierte Free Cashflow bei 3,9 Milliarden Dollar lag.
Die Erwartungen für Q2: Wall Street rechnet mit dem nächsten Sprung
Für das am 28. Februar abgeschlossene zweite Fiskalquartal deutet die Unternehmensführung auf einen Rekordumsatz von rund 18,7 Milliarden Dollar hin. Das entspräche einem Zuwachs von 132 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal – eine deutliche Beschleunigung gegenüber den 56 Prozent Wachstum aus Q1.
Die Analystenschätzungen liegen bei 18,85 Milliarden Dollar Umsatz und 8,52 Dollar Gewinn je Aktie. Beim Gewinn erwarten Experten einen Anstieg um 480 Prozent – auch hier eine massive Beschleunigung gegenüber den 175 Prozent aus dem Vorquartal.
HBM: Der strukturelle Treiber
Hinter der Erfolgsgeschichte steht Microns dominante Position im Markt für High-Bandwidth Memory (HBM) – eine Speichertechnologie, die für KI-Infrastrukturen unverzichtbar ist. Das Unternehmen hat bereits die gesamte HBM-Produktion für das Kalenderjahr 2026 zu festen Preisen und Mengen vertraglich zugesichert, einschließlich der branchenführenden HBM4-Generation.
Das Management prognostiziert für den HBM-Gesamtmarkt ein durchschnittliches jährliches Wachstum von etwa 40 Prozent bis 2028. Der Markt soll von rund 35 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf etwa 100 Milliarden Dollar im Jahr 2028 anwachsen – zwei Jahre früher als ursprünglich erwartet und größer als der gesamte DRAM-Markt des Jahres 2024.
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Laut UBS-Analyst Timothy Arcuri zeigen Branchenprüfungen, dass die Preise sowohl für DRAM- als auch für NAND-Speicher weiter steigen. Arcuri rechnet damit, dass Engpässe – insbesondere bei DRAM – bis 2027 und möglicherweise bis 2028 andauern könnten. Der Grund: Speicherhersteller kämpfen mit begrenztem Fabrikraum, langen Lieferzeiten für Ausrüstung und Fachkräftemangel.
Technologische Führung und Investitionsoffensive
Microns 12-Hi HBM3E bietet 36 Gigabyte Kapazität bei 20 Prozent geringerem Stromverbrauch als konkurrierende 8-Hi Versionen – ein entscheidender Vorteil für Rechenzentren, in denen Stromkosten der größte Kostenfaktor sind. Die nächste Generation HBM4 befindet sich bereits in der Sampling-Phase, mit geplanter Auslieferung 2026-2027 und Geschwindigkeiten von über 11 Gigabit pro Sekunde pro Pin.
Um die Kapazitäten auszubauen, erhöht Micron die geplanten Investitionsausgaben für das Fiskaljahr 2026 von 18,0 auf 20,0 Milliarden Dollar. Der Fokus liegt auf HBM-Kapazitäten und 1-Gamma-Produktion, mit Projekten in Idaho, New York, Japan, Singapur und Indien. Zusätzlich hat das Unternehmen 6,1 Milliarden Dollar an direkten Zuschüssen im Rahmen des US-CHIPS-Gesetzes gesichert.
Analystenstimmen: Überwiegend optimistisch
Von 35 großen Analysten bewerten aktuell 31 die Aktie mit „Strong Buy“ oder „Outperform“. Timothy Arcuri von UBS erhöhte sein Kursziel von 450 auf 475 Dollar und bekräftigte seine Kaufempfehlung. Goldman Sachs hob das Kursziel von 235 auf 360 Dollar an, behielt aber ein neutrales Rating bei. Morgan Stanley hingegen bevorzugt nun Nvidia gegenüber Micron im Halbleitersektor.
Basierend auf einem Gewinn je Aktie von 10,52 Dollar in den vergangenen zwölf Monaten notiert die Aktie aktuell bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 36,6 – nahezu identisch mit Nvidias Bewertung.
Am 18. März wird sich zeigen, ob Micron die hohen Erwartungen erfüllen kann. Eine potenzielle Unsicherheit: Das KI-Start-up OpenAI kündigte kürzlich an, seine geplanten Infrastrukturausgaben bis 2030 von 1,4 Billionen auf 600 Milliarden Dollar zu reduzieren. Angesichts der bereits abgesicherten HBM-Lieferverträge für 2026 geht das Management jedoch davon aus, dass die angespannte Marktlage weit über das laufende Kalenderjahr hinaus bestehen bleibt.
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