Oracle Aktie: Analysten sehen Wendepunkt

Oracle verzeichnet starkes operatives Wachstum und politische Vernetzung, sieht sich aber mit einer Sammelklage und hohen Schulden konfrontiert. Analysten passen ihre Bewertungen nach oben an.

Dieter Jaworski ·

Kurz zusammengefasst

  • Starker Anstieg der Umsätze und Gewinne
  • Neue Sammelklage wegen Abhängigkeit von OpenAI
  • Schuldenlast wächst auf über 108 Milliarden Dollar
  • Analysten erhöhen Kursziele nach Quartalszahlen

Oracle bewegt sich derzeit in einem bemerkenswerten Spannungsfeld. Während Gründer Larry Ellison in den neuen Technologie-Rat von US-Präsident Donald Trump berufen wurde und die operativen Zahlen glänzen, belasten eine frische Sammelklage und ein hoher Schuldenberg den Konzern. Dennoch werten erste Analysten den drastischen Kursverfall der vergangenen Monate als übertrieben und passen ihre Einschätzungen nach oben an.

Direkter Draht nach Washington und starkes Wachstum

Die politische Vernetzung des Softwarekonzerns hat eine neue Stufe erreicht. Sowohl Ellison als auch CEO Safra Catz gehören zum initialen Aufgebot des neuen Beratergremiums des US-Präsidenten für Wissenschaft und Technologie (PCAST). Der Fokus der Gruppe liegt auf KI-Forschung, Chipentwicklung und nationaler Sicherheit. Diese Nähe zur Regierung untermauert die strategische Positionierung von Oracle im US-Technologiesektor.

Auch operativ liefert das Unternehmen starke Argumente. Im dritten Geschäftsquartal 2026 stiegen die verbleibenden Leistungsverpflichtungen im Jahresvergleich um 325 Prozent auf 553 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig kletterten der Umsatz um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar und der Gewinn je Aktie um 24 Prozent. Das Management hob daraufhin die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 um eine Milliarde auf 90 Milliarden US-Dollar an.

Sammelklage und Schuldenberg bremsen

Trotz dieser fundamentalen Stärke hat das Papier seit seinem Höchststand im September 2025 massiv an Wert verloren. Der aktuelle Kurs von rund 123,88 Euro spiegelt einen Abstand von knapp 56 Prozent zum 52-Wochen-Hoch wider. Verantwortlich für diesen Druck sind vor allem juristische und finanzielle Risiken.

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Eine neu eingereichte Wertpapier-Sammelklage wirft Oracle vor, Anleger über die starke Abhängigkeit von OpenAI getäuscht zu haben. Laut der Klageschrift verschwieg das Unternehmen Warnungen, wonach OpenAI bis 2028 mehr als ein Drittel der gesamten Oracle-Umsätze ausmachen könnte. Zudem sorgten Berichte für Unruhe, dass sich ein Hauptfinanzier aus einem 10 Milliarden US-Dollar schweren Rechenzentrumsprojekt zurückgezogen habe. Parallel dazu wuchs die Schuldenlast in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres auf über 108 Milliarden US-Dollar an, was das Unternehmen kürzlich zu einer weiteren Kapitalaufnahme von 30 Milliarden US-Dollar zwang.

Wall Street reagiert positiv

Einige Investmentbanken betrachten den massiven Kursrutsch angesichts des vollen Auftragsbuchs mittlerweile als überzogene Marktreaktion. Nach den jüngsten Quartalszahlen haben Analysten ihre Bewertungen entsprechend angepasst:

  • J.P. Morgan: Hochstufung von „Neutral“ auf „Overweight“, Kursziel 210 US-Dollar
  • Oppenheimer: Beibehaltung der Einstufung „Outperform“, Kursziel von 185 auf 210 US-Dollar angehoben

Die fundamentale Wachstumsstory steht damit im direkten Kontrast zu den juristischen Herausforderungen. Mehr Klarheit bezüglich der rechtlichen Risiken dürfte es in Kürze geben, wenn am 6. April 2026 die Frist für die Benennung des Hauptklägers in der laufenden Sammelklage abläuft.

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Oracle Aktie

123,32 EUR

– 1,24 EUR -1,00 %
KGV 25,64
Sektor Technologie
Div.-Rendite 1,37 %
Marktkapitalisierung 410,73 Mrd. EUR
ISIN: US68389X1054 WKN: 871460

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