Gold: Loderndes Feuer?
Die Eskalation im Nahen Osten treibt den Goldpreis nicht nach oben, sondern drückt ihn durch steigende Ölpreise und Zinsängste. Der Dollar gewinnt an Stärke und erhöht die Opportunitätskosten für das zinslose Edelmetall.

Kurz zusammengefasst
- Goldpreis fällt trotz drohender militärischer Eskalation
- Ölpreisschock heizt Inflations- und Zinserwartungen an
- Starker Dollar belastet das zinslose Edelmetall
- Zentralbankkäufe stützen langfristig die Nachfrage
Geopolitische Eskalationen treiben Anleger normalerweise in den sicheren Hafen der Edelmetalle. Aktuell passiert am Markt genau das Gegenteil. Das auslaufende US-Ultimatum an den Iran löst keine Flucht in Sicherheit aus, sondern schürt massive Inflationsängste durch explodierende Energiepreise.
Am Dienstag gab der Preis für eine Unze in der asiatischen Sitzung zum dritten Mal in Folge nach und fiel um 0,5 Prozent auf 4.627,91 Dollar. Auslöser ist die drohende militärische Eskalation im Nahen Osten. US-Präsident Donald Trump setzte Teheran eine Frist bis Dienstagabend, um die blockierte Straße von Hormus wieder zu öffnen. Teheran hatte zuvor einen Vorschlag für einen 45-tägigen Waffenstillstand abgelehnt. Das Wall Street Journal berichtet bereits über mögliche US-Angriffe auf iranische Energieziele.
Zinsangst belastet das Edelmetall
Die Blockade dieser zentralen Route, über die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gashandels abgewickelt wird, verändert die Marktdynamik grundlegend. Der Internationale Währungsfonds spricht von der schwerwiegendsten Störung der globalen Energieversorgung aller Zeiten. Die daraus resultierenden Ölpreisschocks heizen die US-Inflationserwartungen spürbar an. Das stärkt den Dollar und treibt die Renditen von US-Staatsanleihen nach oben. Da Gold keine Zinsen abwirft, steigen für Investoren die Opportunitätskosten drastisch.
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Erschwerend kommt der robuste US-Arbeitsmarkt hinzu. Die Arbeitslosenquote fiel zuletzt auf 4,3 Prozent und liegt damit unter dem Jahresziel der Notenbank. Geldmärkte preisen Zinssenkungen für 2026 mittlerweile komplett aus. Solange der Konflikt die Energieversorgung verknappt und den Preisdruck hoch hält, fehlt der Federal Reserve der geldpolitische Spielraum.
Zentralbanken stützen den Boden
Langfristig profitiert das Edelmetall weiterhin von einer robusten physischen Nachfrage. Das World Gold Council rechnet für 2026 mit Käufen des offiziellen Sektors in Höhe von rund 850 Tonnen. Besonders Schwellenländer stocken ihre Reserven auf. Die chinesische Zentralbank kauft seit 16 Monaten ununterbrochen zu. Diese strukturellen Zuflüsse federn die jüngsten Abflüsse aus westlichen Gold-ETFs ab, die im März ein Volumen von bis zu 12 Milliarden Dollar erreichten.
Die anstehende Veröffentlichung der FOMC-Protokolle sowie der US-Verbraucherpreise dürfte in dieser Woche für anhaltende Volatilität sorgen. Goldman Sachs hält trotz des aktuellen Gegenwinds an einem Kursziel von 5.400 Dollar bis Ende 2026 fest. Kurzfristig dominiert jedoch der indirekte Kriegseffekt über steigende Ölpreise und einen starken Dollar. Eine nachhaltige Aufwärtsbewegung setzt entweder eine Öffnung der Straße von Hormus oder einen klaren Zinssenkungspfad der US-Notenbank voraus.
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