Der Traum vom größten Bergbaukonzern der Welt ist ausgeträumt. Glencore und Rio Tinto haben ihre Gespräche über einen historischen Zusammenschluss ergebnislos abgebrochen, da die Vorstellungen über Preis und Macht zu weit auseinanderlagen. Für Anleger stellt sich nach dem Scheitern der „Elefantenhochzeit“ nun die Dringlichkeit, wie der Rohstoffriese seinen Wert als eigenständiges Unternehmen heben will.
Das Wichtigste im Überblick:
- Deal-Aus: Gespräche mit Rio Tinto offiziell ohne Ergebnis beendet.
- Streitpunkte: Zu niedrige Bewertung des Kupfergeschäfts und Streit um Chefposten.
- Strategie: Fokus auf Teilverkauf der Minen im Kongo (DRC).
- Kursentwicklung: Verlust von 6,30 % auf 7-Tage-Sicht.
Preis und Macht als Stolpersteine
Hinter den Kulissen der gescheiterten Verhandlungen offenbarten sich tiefgreifende Differenzen. Glencore wies das Angebot von Rio Tinto deutlich zurück und bezeichnete die Offerte als „erhebliche Unterbewertung“. Der Verwaltungsrat in Baar monierte insbesondere, dass das eigene, starke Kupfergeschäft im Preisvorschlag nicht adäquat abgebildet wurde.
Neben dem Geld ging es um Einfluss: Rio Tinto beanspruchte Berichten zufolge sowohl den Posten des CEO als auch den des Chairman für sich. Eine Einigung über eine ausgewogene Führungsstruktur kam nicht zustande, da auch Rio Tinto keinen ausreichenden Mehrwert für die eigenen Aktionäre in den geforderten Konditionen sah.
Fokus auf den Alleingang
Nach der Absage rückt die operative Eigenständigkeit wieder in den Vordergrund. Glencore untermauerte diesen Anspruch bereits am 03. Februar mit einem strategischen Schachzug: Dem geplanten Verkauf von 40 Prozent der Anteile an den Kupfer- und Kobalt-Minen in der Demokratischen Republik Kongo an ein US-Konsortium.
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Diese Transaktion, die den Unternehmenswert der betroffenen Minen auf rund 9 Milliarden US-Dollar beziffert, dient einem doppelten Zweck. Sie diversifiziert geopolitische Risiken und macht den wahren Wert des Kupferportfolios transparent – genau jenes Argument, das Glencore gegen die zu niedrige Bewertung durch Rio Tinto ins Feld führte.
Charttechnik und Ausblick
Die Unsicherheit der letzten Tage spiegelt sich im Kursverlauf wider: Auf Wochensicht verzeichnet die Aktie ein Minus von 6,30 %. Aktuell notiert das Papier bei 5,43 Euro und damit gut 15 % unter dem 52-Wochen-Hoch vom Januar. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt zwar noch immer komfortable 34 %, doch die Dynamik hat kurzfristig nachgelassen.
Der Fokus der Marktteilnehmer richtet sich nun auf den 18. Februar 2026. An diesem Datum legt Glencore die vorläufigen Jahresergebnisse vor. Das Management steht dann in der Pflicht, Details zur Kapitalallokation zu liefern und aufzuzeigen, wie die Wachstumsstory ohne den Partner Rio Tinto fortgeschrieben wird.
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