Der Streaming-Gigant gerät zunehmend in die Zange. Während Rivalen das Angebot für das Übernahmeziel Warner Bros. Discovery massiv nachbessern, schaltet sich nun auch das US-Justizministerium ein. Droht der geplante 82,7-Milliarden-Dollar-Deal am Widerstand von Regulierern und aktivistischen Investoren zu scheitern?
Paramount erhöht den Druck
Paramount Skydance greift tief in die Tasche, um Netflix auszustechen. Das Konkurrenzangebot für Warner Bros. wurde am Dienstag signifikant nachgebessert. Das neue Paket umfasst nun eine „Ticking Fee“ von 25 Cent pro Aktie, die ab Anfang 2027 vierteljährlich in bar gezahlt würde – das entspricht rund 650 Millionen Dollar pro Quartal bis zum Abschluss der Transaktion.
Besonders aggressiv ist das Angebot Paramounts, die Auflösungsgebühr in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar zu übernehmen, sollte Warner Bros. den bestehenden Vertrag mit Netflix aufkündigen. CEO David Ellison wirbt damit, den Aktionären „Werthaltigkeit und einen klaren regulatorischen Pfad“ zu bieten, im Gegensatz zu den kartellrechtlichen Unsicherheiten bei Netflix.
Kartellwächter und Aktivisten
Diese Unsicherheiten nehmen konkret Gestalt an. Das US-Justizministerium (DOJ) prüft im Rahmen der Fusionskontrolle offenbar gezielt, ob Netflix wettbewerbswidrige Praktiken anwendet. Laut Berichten wurden Dritte aufgefordert, Informationen über mögliches Ausschlussverhalten zu liefern, das die Monopolstellung von Netflix festigen könnte.
Netflix-Manager Clete Willems wies die Bedenken zurück und bezeichnete die Untersuchung als routinemäßigen Vorgang („ordinary course of business“). Das Unternehmen kooperiere konstruktiv mit den Behörden.
Zusätzliches Störfeuer kommt von der Investorenseite. Der aktivistische Investor Ancora Holdings hat eine Beteiligung von rund 200 Millionen Dollar an Warner Bros. aufgebaut und droht mit einem Stimmrechtskampf (Proxy Fight), sollte der Vorstand nicht das lukrativste Angebot annehmen. Dies erhöht den Druck auf das Management, die Treue zu Netflix zu überdenken.
Privatanleger nutzen Rücksetzer
An der Börse hat die Unsicherheit Spuren hinterlassen. Die Netflix-Aktie hat seit ihrem Hoch im Juni 2025 rund 40 Prozent an Wert eingebüßt und markierte Anfang Februar ein 52-Wochen-Tief bei 79,23 Dollar.
Marktbeobachter registrieren jedoch ein starkes Interesse von Privatanlegern, die den Kursrutsch offenbar als Einstiegsgelegenheit interpretieren und antizyklisch zukaufen. Auch das Board von Warner Bros. stützt offiziell weiterhin die Netflix-Fusion, da Aktionäre hierbei Anteile an der separat gehandelten Discovery-Sparte behalten würden.
Die Fakten im Überblick
| Punkt | Detail |
|---|---|
| Netflix-Gebot | 82,7 Mrd. Dollar (bar) |
| Paramount-Gebot | 108,4 Mrd. Dollar (inkl. Schulden) |
| Auflösungsgebühr | 2,8 Mrd. Dollar (zahlt Paramount bei Wechsel) |
| Deadline Paramount | 20. Februar 2026 |
| Aktionärsvotum | Voraussichtlich im April |
Fazit
Die nächsten Wochen werden für Netflix zur Bewährungsprobe. Mit der Deadline für das Paramount-Angebot am 20. Februar und der für April geplanten Aktionärsabstimmung bei Warner Bros. steuert der Übernahmekrimi auf seinen Höhepunkt zu. Sollte der Deal trotz der verbesserten Gegenofferte und der DOJ-Prüfung gelingen, würde Netflix die Kontrolle über Marken wie „Harry Potter“ und „Game of Thrones“ gewinnen – scheitert er, müsste sich der Streaming-Riese strategisch neu orientieren.
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