Advanced Micro Devices steht vor einer doppelten Herausforderung: Nvidia dringt mit eigenen Prozessoren in AMDs Kerngeschäft vor, während AMD selbst versucht, mit einer 300-Millionen-Dollar-Kreditgarantie die Verbreitung seiner KI-Chips voranzutreiben. Die Aktie verliert seit Wochen an Boden – trotz Rekordzahlen.
Nvidia entwickelt eigene Server-CPUs
Nvidia hat mit Meta eine mehrjährige Vereinbarung getroffen, die über reine GPU-Lieferungen hinausgeht. Erstmals werden Nvidias Grace-Prozessoren als eigenständige Server-CPUs in großem Maßstab in Metas Rechenzentren eingesetzt. Grace basiert auf der Arm-Architektur und war bisher vor allem als Begleiter für Blackwell-GPUs bekannt. Nun positioniert Nvidia den Chip als Alternative zu klassischen Rechenzentrum-Prozessoren.
Das trifft AMD direkt. Mit seinen EPYC-Serverprozessoren hatte AMD Intel zuletzt Marktanteile abgenommen – ein Wachstumstreiber, der nun unter Druck gerät. Hinzu kommt, dass auch Cloud-Riesen wie Amazon, Google und Microsoft eigene Arm-Chips entwickeln. AMD und Intel teilen sich das x86-Ökosystem, das zunehmend Konkurrenz von anderen Architekturen bekommt.
AMD garantiert Kredit für Cloud-Startup
Auf der Offensive setzt AMD auf kreative Finanzierungswege. Das Unternehmen garantiert einen 300-Millionen-Dollar-Kredit von Goldman Sachs für das Cloud-Startup Crusoe, das AMD-KI-Chips kaufen und einsetzen soll. Die Besonderheit: AMD verpflichtet sich, die Chips von Crusoe zurückzuleasen, falls das Startup keine Kunden findet. So konnte Crusoe einen Zinssatz von rund 6 Prozent sichern – deutlich günstiger als ohne diese Absicherung.
Crusoe installiert die AMD-Chips in einem Rechenzentrum in Ohio, das vom kanadischen Entwickler 5C gebaut wird. Die Strategie ist nicht neu – Nvidia hat ähnliche Finanzierungsmodelle mit KI-Startups genutzt. AMD kopiert das Vorgehen, um die Verbreitung seiner Beschleuniger voranzutreiben.
Cathie Wood kauft nach Kursrutsch zu
Investorin Cathie Wood nutzte die Kursschwäche nach den Quartalszahlen. In den vergangenen Wochen kaufte sie über ihre ARK-ETFs rund 191.000 AMD-Aktien. Die Zahlen selbst waren stark: 10,3 Milliarden Dollar Umsatz im vierten Quartal 2025, ein Plus von 34 Prozent im Jahresvergleich, und ein Gewinn je Aktie von 1,53 Dollar – beides Rekordwerte.
Trotzdem verlor die Aktie seit der Veröffentlichung am 3. Februar etwa 19 Prozent. Der Titel notiert aktuell rund 23 Prozent unter dem Jahreshoch von über 260 Dollar und etwa 5 Prozent unter dem Jahresstartkurs von 210 Dollar. Das durchschnittliche Handelsvolumen lag zuletzt bei 32,8 Millionen Aktien täglich – etwas unter dem 65-Tage-Schnitt von 37 Millionen.
Rekordgeschäft trifft auf verschärften Wettbewerb
AMD hat im Gesamtjahr 2025 einen Rekordumsatz von 34,6 Milliarden Dollar erzielt. Für das erste Quartal 2026 rechnet das Unternehmen mit rund 9,8 Milliarden Dollar Erlös. Die MI400-GPU-Serie und die Helios-Plattform sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 anlaufen.
Die Frage ist, ob AMD seinen Schwung gegen eine wachsende Zahl von Konkurrenten halten kann. Nvidias Vorstoß in den CPU-Markt ist mehr als nur eine Randnotiz – es ist eine direkte Attacke auf ein Geschäftsfeld, das AMD gerade erst Intel abgenommen hat. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob die Finanzierungstricks und die neue Chipgeneration ausreichen, um die Position zu verteidigen.
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