SAP- vs. Oracle-Aktie: Wer meistert den KI-Umbruch besser?

SAP's steady AI integration and strong cash flow contrast with Oracle's high-stakes infrastructure bet. We analyze the financials and risks for investors.

Kurz zusammengefasst:
  • Oracle pursues aggressive AI infrastructure expansion, burning cash with a -$10B free cash flow, while SAP nearly doubled its FCF to €8.24B.
  • SAP embeds AI (like Joule) into its core business applications, with 2/3 of new cloud deals containing Business AI components.
  • Oracle's 42% operating margin is high but overshadowed by debt plans and lawsuits over AI spending disclosures.
  • SAP's market cap is ~$239B with a P/E of ~20, compared to Oracle's ~$426B cap and higher ~28 P/E, reflecting different risk profiles.

Im Kampf um die Zukunft der Unternehmenssoftware stehen sich zwei Schwergewichte gegenüber: SAP setzt auf intelligente Anwendungen und solide Finanzen, Oracle pokert mit Milliarden-Investitionen in KI-Infrastruktur. Wer hat die besseren Karten?

Die Ausgangslage könnte unterschiedlicher kaum sein. Oracle sorgt mit einer aggressiven Expansionsstrategie für Schlagzeilen – und für nervöse Anleger. Der US-Konzern will bis zu 50 Milliarden Dollar aufnehmen, um seine Cloud-Infrastruktur auszubauen. Die Rechnung dahinter: Wer die Rechenzentren für das KI-Zeitalter baut, kontrolliert die Zukunft.

SAP

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SAP geht einen anderen Weg. Die Walldorfer integrieren KI schrittweise in ihre bestehenden Geschäftsanwendungen und setzen auf berechenbare Einnahmen. Kein Feuerwerk, aber auch kein Absturzrisiko?

Zwei Philosophien im direkten Vergleich

Oracle hat sich voll und ganz dem Infrastruktur-Geschäft verschrieben. Die Oracle Cloud Infrastructure wächst rasant, angetrieben von der explodierenden Nachfrage nach KI-Rechenleistung. Der Multi-Cloud-Ansatz – Oracle-Datenbanken laufen auch auf AWS und Azure – kommt bei Großkunden gut an.

Der Preis dieser Offensive ist allerdings hoch. Der freie Cashflow rutschte zuletzt tief ins Minus. Mehrere Sammelklagen werfen dem Unternehmen vor, Anleger über KI-Ausgaben und Umsatzprognosen getäuscht zu haben.

SAP hingegen spielt seine Stärke aus: Die tiefe Verankerung in den kritischsten Geschäftsprozessen seiner Kunden. Die Migration auf S/4HANA Cloud läuft, der KI-Assistent Joule wird in immer mehr Anwendungen eingebettet. Zwei Drittel aller Cloud-Aufträge im vierten Quartal enthielten bereits Business-AI-Komponenten.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

KennzahlSAPOracle
Marktkapitalisierung~239 Mrd. USD~426 Mrd. USD
KGV (Forward)~20~28
Dividendenrendite~1,2%~1,35%
Cloud-Umsatz FY202521 Mrd. EUR (+26%)~30 Mrd. USD
Operative Marge (Non-IFRS)~28%~42%
Freier Cashflow FY20258,24 Mrd. EUR (+95%)-10 Mrd. USD

Der Kontrast ist frappierend. Während SAP seinen freien Cashflow nahezu verdoppelte, verbrennt Oracle Milliarden für den Infrastruktur-Ausbau. Die höhere operative Marge bei Oracle täuscht über die Cashflow-Problematik hinweg.

Wachstum um jeden Preis?

Oracles Auftragsbestand ist auf atemberaubende 523 Milliarden Dollar angeschwollen. Klingt beeindruckend – doch die Abhängigkeit von wenigen Großkunden wie OpenAI birgt erhebliche Risiken. Fällt ein solcher Vertrag weg oder verzögert sich, wackelt das gesamte Kartenhaus.

Die Aktie hat seit ihrem 52-Wochen-Hoch deutlich nachgegeben. Steigende Schulden und der negative Cashflow belasten das Anlegervertrauen.

SAP kämpft mit anderen Herausforderungen. Die vorsichtige Prognose für 2026 und ein langsameres Wachstum beim Cloud-Auftragsbestand enttäuschten einige Analysten. Doch die Reaktion des Managements spricht Bände: Ein neues Aktienrückkaufprogramm über 10 Milliarden Euro signalisiert Zuversicht. Für das Geschäftsjahr 2025 sollen Aktionäre 2,50 Euro je Aktie erhalten.

Chancen und Risiken im Überblick

SAP punktet mit:
– Treuer Kundenbasis, die schrittweise in die Cloud migriert
– Starkem und wachsendem freien Cashflow
– KI-Integration direkt in geschäftskritische Prozesse

SAP muss aufpassen bei:
– Tempo der Cloud-Migration
– Wettbewerbsdruck durch Cloud-native Anbieter
– Vorsichtigen Prognosen, die Anleger verschrecken können

Oracle überzeugt durch:
– Explosives Wachstum der Cloud-Infrastruktur
– Gigantischen Auftragsbestand mit Umsatzvisibilität
– Flexibilität durch Multi-Cloud-Strategie

Oracle riskiert:
– Finanzielle Überdehnung durch Investitionsoffensive
– Klumpenrisiko bei Großkunden
– Umsetzungsrisiken beim Datacenter-Ausbau

Fazit: Sicherheit gegen Spektakel

Oracle hat alles auf eine Karte gesetzt. Geht die Wette auf, winken Traumrenditen. Geht sie schief, droht ein schmerzhafter Absturz. Die jüngste Kursentwicklung zeigt: Der Markt ist skeptisch geworden.

SAP bietet das Gegenprogramm. Weniger aufregend, aber solider. Die Walldorfer verdienen Geld, während sie in KI investieren – nicht trotzdem. Der niedrigere Bewertungsaufschlag reflektiert weniger Fantasie, aber auch weniger Risiko.

Für risikofreudige Anleger mit langem Atem könnte Oracle interessant sein – vorausgesetzt, die Milliarden-Wette geht auf. Wer nachts ruhig schlafen möchte, findet bei SAP die stabilere Alternative. Die deutschen Softwerker haben bewiesen, dass sie auch ohne Spektakel wachsen können.

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