Vulcan Energy Aktie: HOCHTIEF-Mann an Bord
Zwei Termine markieren jetzt den Takt bei Vulcan Energy Resources: der Quartalsbericht am 29. April und die Hauptversammlung am 28. Mai. Bis dahin wird jede Meldung auf die Goldwaage gelegt — und die Meldungen der vergangenen Woche liefern reichlich Gesprächsstoff.
HOCHTIEF zieht in den Vorstand ein
Die auffälligste Personalie: Roberto Gallardo, Chief Strategy Officer von HOCHTIEF und Präsident der CIMIC Group, sitzt ab sofort im Aufsichtsgremium von Vulcan Energy. Das ist kein Zufallsbesuch. HOCHTIEF hatte im Dezember 2025 ein umfassendes Finanzierungspaket unterzeichnet — darunter eine Investition von 39 Millionen Euro in die Lionheart-Projektgesellschaft sowie eine Cornerstone-Zeichnung von 130 Millionen Euro in Vulcan-Aktien. Das Recht, einen Direktor zu nominieren, war Teil dieser Vereinbarung. Gallardo hält laut der bei der ASX eingereichten Interessenserklärung aktuell keine Anteile an Vulcan.
Die Nominierungsfrist für die AGM ist inzwischen abgelaufen. Das Board-Tableau für den 28. Mai steht damit fest.
Verfallene Rechte, offene Fragen
Weniger reibungslos verlief die Nachricht zu den Performance Rights. Insgesamt 413.811 Bezugsrechte verfielen am 20. März, weil die zugehörigen Vesting-Bedingungen nicht erfüllt wurden. CEO Cris Moreno büßte dabei 2.749 Rechte ein, CFO Felicity Gooding 1.886. Bestimmte interne Meilensteine wurden schlicht nicht erreicht. Das wird auf der Hauptversammlung Fragen aufwerfen.
Milliarden-Finanzierung trifft auf steigenden Cash-Burn
Das Finanzierungsgerüst für Phase Eins ist mit rund 2,2 Milliarden Euro — inklusive 250 Millionen Euro von der Europäischen Investitionsbank — solide aufgestellt. Auf der Erlösseite sichern Zehnjahresverträge mit Stellantis, LG, Umicore und Glencore etwa 72 Prozent des vertraglich gesicherten Produktionsvolumens ab. Allein der Glencore-Deal umfasst bis zu 44.000 Tonnen über acht Jahre.
Mit dem Hochlauf der Bauarbeiten rückt jedoch der Cash-Burn ins Zentrum. Im Vorquartal flossen 7,2 Millionen Euro operativ ab — vor allem für Personal und Entwicklung. Der Q1-Bericht am 29. April wird zeigen, ob das Kostenmanagement mit dem physischen Baufortschritt Schritt hält.
Kurs erholt, Bewertungslücke bleibt
Die Aktie notiert aktuell bei 2,75 USD — rund 44 Prozent über dem Niveau vor einem Monat, als das Papier noch nahe seinem 52-Wochen-Tief von 1,80 USD lag. Vom Jahreshoch bei 3,98 USD trennen den Kurs allerdings noch knapp 31 Prozent.
Das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt bei 1,2x, während vergleichbare Unternehmen im Schnitt auf 5,8x kommen. Diese Bewertungslücke ist erheblich — und sie wird sich am 29. April und 28. Mai entweder verengen oder weiter auftun. Dazu braucht es konkrete Fortschritte: beim Bau der zentralen Lithiumanlage im Höchster Industriepark, beim Bohrbeginn in der zweiten Jahreshälfte 2026 und beim Nachweis, dass das Produktionsziel von 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid ab 2028 realistisch bleibt.