Gerüchte um einen Einstieg des chinesischen Sportgiganten Anta Sports treiben die Fantasie der Anleger an. Im Zentrum steht das 29-Prozent-Paket der milliardenschweren Pinault-Familie, für das offenbar ein konkretes Kaufangebot vorliegt. Doch während die Finanzierung steht, droht der Deal an einer gewaltigen Lücke bei den Preisvorstellungen zu scheitern.
Die wichtigsten Kennzahlen:
* Kursentwicklung 7 Tage: +6,68%
* Schlusskurs: 23,95 €
* RSI (14): 73,2 (Überkauft)
* Abstand zum 52-Wochen-Hoch: -42,72%
* Abstand zum 200-Tage-Schnitt: +14,20%
Anta Sports klopft an
Berichten zufolge hat der in Hongkong notierte Konzern Anta Sports Products bereits vor Wochen ein formelles Angebot für den Puma-Anteil der französischen Investmentgesellschaft Artemis abgegeben. Die Finanzierung für diesen strategischen Schritt sei gesichert. Anta ist kein Unbekannter auf dem globalen Parkett: Die Chinesen haben sich als erfahrener Markensammler etabliert und führten bereits 2019 das Konsortium zur Übernahme von Amer Sports (Wilson, Salomon) an.
Für die Pinault-Familie, die über Artemis auch den Luxusgüterkonzern Kering (Gucci) kontrolliert, käme ein Verkauf nicht ungelegen. Der Anteil an Puma gilt intern bereits seit Längerem als „nicht strategisch“. Zudem steht die Holding wegen ihrer Verschuldung unter Beobachtung und sucht nach Wegen, sich stärker vom volatilen Luxusmarkt zu diversifizieren.
Bewertungskluft bremst Einigung
Trotz des strategischen Fits haken die Verhandlungen an der Bewertung. Artemis unter Führung von François-Henri Pinault fordert dem Vernehmen nach mehr als 40 Euro je Aktie. Dies steht in starkem Kontrast zur aktuellen Börsenrealität. Am Freitag ging das Papier mit 23,95 Euro aus dem Handel.
Der Unterschied in absoluten Zahlen ist massiv: Während Anta auf Basis aktueller Kurse rund 960 Millionen Euro für das Paket aufbringen müsste, verlangen die Franzosen etwa 1,7 Milliarden Euro. Diese Diskrepanz hat die Gespräche vorerst ins Stocken gebracht.
Analysten von RBC Capital Markets sehen einen möglichen Eigentümerwechsel dennoch positiv. Ein Ausstieg von Artemis könnte die „Equity-Story“ von Puma beleben, da ein neuer Ankeraktionär frisches Kapital und neue Perspektiven für die Marke einbringen könnte.
Charttechnik und Turnaround
Die Spekulationen haben der Aktie kurzfristig Auftrieb gegeben. Mit einem Wochenplus von 6,68 Prozent und einem Abstand von gut 14 Prozent zur 200-Tage-Linie zeigt der Trend nach oben. Allerdings mahnt der RSI-Wert von 73,2 zur Vorsicht – der Titel gilt kurzfristig als technisch überkauft.
Fundamental befindet sich Puma mitten in einer Restrukturierung. CEO Arthur Hoeld kämpft mit rückläufigen Umsätzen und gestand zuletzt ein, dass der Marke die nötige „Heat“ fehle, um gegen Konkurrenten wie Adidas oder Hoka zu bestehen. Um dem entgegenzuwirken, wurde Nadia Kokni von Hugo Boss als neue Marketing-Chefin abgeworben – ein Personalwechsel, der die Dringlichkeit der Lage unterstreicht.
Fazit und Ausblick
Anleger sollten beachten, dass selbst bei einer Einigung nicht zwingend ein Übernahmeangebot für alle Aktionäre folgen muss. Da es lediglich um ein 29-Prozent-Paket geht, würde die Schwelle für ein Pflichtangebot (30 Prozent) knapp unterschritten. Die nächsten entscheidenden Impulse liefert das Unternehmen am 26. Februar 2026 mit den Geschäftszahlen für 2025. Diese Ergebnisse werden zeigen, ob die Forderung von 40 Euro je Aktie eine realistische Basis hat oder reines Wunschdenken der Verkäuferseite bleibt.
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