Der Wiesbadener Windparkentwickler ABO Energy steht am Scheideweg. Vom 10. bis 12. Februar stimmen die Anleihegläubiger über eine Stillhaltevereinbarung ab – eine notwendige Bedingung für die geplante Sanierung. Der Hintergrund: Mit einem erwarteten Jahresfehlbetrag von rund 170 Millionen Euro steuert das Unternehmen auf den ersten Verlust seiner Geschichte zu.
Drei Prognosekorrekturen in drei Monaten
Die Dimension der Krise offenbarte sich schrittweise:
- November 2025: Erste Korrektur von ursprünglich 29 bis 39 Millionen Euro Gewinn auf minus 95 Millionen Euro
- Januar 2026: Weitere Anpassung auf minus 170 Millionen Euro bei einer Konzerngesamtleistung von etwa 230 Millionen Euro
Verantwortlich für den Absturz sind laut Unternehmensangaben überzeichnete Wind-an-Land-Auktionen in Deutschland mit deutlich reduzierten Einspeisevergütungen. Hinzu kommen erhebliche Sonderabschreibungen aufgrund gesunkener Erwartungen an künftige Zuschlagsniveaus sowie negative Entwicklungen in internationalen Märkten wie Spanien, Finnland, Griechenland und Ungarn. Wesentliche Windprojekte verschoben sich zudem ins Geschäftsjahr 2026.
Stillhaltevereinbarung verschafft Atempause
Ende Januar schloss ABO Energy eine Stillhaltevereinbarung mit den Gläubigern wesentlicher Finanzierungen. Die Banken verzichten vorerst darauf, Rechte aus möglichen Kündigungsgründen geltend zu machen. Das verschafft dem Unternehmen Zeit für die Entwicklung eines tragfähigen Sanierungskonzepts unter Begleitung eines CRO-Teams und externer Berater.
Für den Erfolg der Restrukturierung braucht ABO Energy aber auch die Unterstützung der Anleihegläubiger der Anleihe 2024/2029. Diese sollen unter anderem auf die Negativverpflichtungsklausel in den Anleihebedingungen verzichten, um Sicherheiten für Zwischenfinanzierungen zu ermöglichen.
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Pipeline als Hoffnungsträger
Die wichtigsten Kennzahlen:
- Erwarteter Jahresfehlbetrag 2025: rund 170 Millionen Euro
- Projektpipeline: rund 30 Gigawatt (Wind, Solar, Batterien)
- Kernmärkte Deutschland und Frankreich: über ein Drittel der Pipeline-Kapazität
- Anleihegläubiger-Abstimmung: 10. bis 12. Februar 2026
Trotz der aktuellen Schieflage verweist die Geschäftsführung auf das bestehende Projektportfolio mit einer Gesamtkapazität von rund 30 Gigawatt. Mehr als ein Drittel dieser Kapazität entfällt auf die Kernmärkte Deutschland und Frankreich – Substanz, auf der das Sanierungskonzept aufbauen soll.
Das Unternehmen firmiert seit Juli 2024 als ABO Energy GmbH & Co. KGaA. Die Gründerfamilien halten jeweils rund 26 Prozent der Aktien, die Mainova AG ist mit gut zehn Prozent größter Einzelaktionär. Am 12. Februar wird sich zeigen, ob die Anleihegläubiger dem Unternehmen die notwendige Zeit für den Turnaround gewähren.
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