RWE verbindet strategische Fortschritte im Kerngeschäft mit Rückenwind von der Analystenseite. Besonders die großen Offshore-Zuschläge in Großbritannien und das wachsende KI-Energiethema rücken den Versorger in ein neues Licht. Wie stark stützen diese Entwicklungen den laufenden Aufwärtstrend der Aktie?
Analysten erhöhen die Messlatte
Gleich zwei große Investmentbanken haben ihre Kursziele für RWE angehoben und sich klar positiv positioniert.
Wichtige Punkte im Überblick:
- Deutsche Bank erhöht Kursziel von 50 auf 55 Euro, Rating „Buy“
- Morgan Stanley hebt von 55 auf 60 Euro an, Einstufung „Overweight“
- Begründung: steigende Gewinne je Aktie und strukturell höherer Energiebedarf durch KI
- RWE wird stärker als Infrastrukturanbieter der digitalen Transformation gesehen
Die Deutsche Bank verweist auf das starke Umfeld europäischer Versorger, die 2025 eines der besten Jahre seit 2007 erleben. Steigende Ergebnisse je Aktie sollen den Spielraum für weitere Kurszuwächse eröffnen.
Morgan Stanley geht noch einen Schritt weiter. Analyst Robert Pulleyn sieht RWE als klaren Profiteur des KI-Trends: Rechenzentren treiben den Strombedarf, verlässliche Erzeuger mit großem Erneuerbaren-Portfolio rücken damit in den Fokus. Das spiegelt sich im neuen Kursziel von 60 Euro wider.
Offshore-Erfolg in Großbritannien
Parallel unterlegt RWE die positive Einschätzung mit konkreten Projekterfolgen. In der britischen Offshore-Auktionsrunde „Allocation Round 7“ (AR7) sicherte sich der Konzern Differenzverträge (CfDs) für fünf Windparks mit insgesamt 6,9 Gigawatt Leistung:
- Norfolk Vanguard East & West
- Dogger Bank South (zwei Teilprojekte)
- Awel y Môr
Die Verträge laufen über 20 Jahre und sehen einen inflationsindexierten Strike Price von 91,20 britischen Pfund je Megawattstunde vor. Nach den schwierigen Jahren im Offshore-Sektor ist das ein deutliches Signal, dass RWE weiterhin Projekte zu auskömmlichen Konditionen sichern kann.
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Ein zentraler Baustein ist zudem die Partnerschaft mit KKR: Der US-Finanzinvestor übernimmt 50 Prozent an den Norfolk-Vanguard-Projekten (3,1 GW). Über dieses „Capital Recycling“ löst RWE gebundenes Kapital, ohne auf Projektkontrolle und Wachstum zu verzichten, und schafft so Spielraum für weitere Investitionen.
Auch geografisch bleibt der Konzern in Bewegung. In Chile erhielt RWE die Umweltgenehmigung für das Hybridprojekt „Pita Solar“ mit 192 Megawatt Photovoltaik und Batteriespeicher. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 320 Millionen US-Dollar und stärkt die Präsenz in Lateinamerika.
Kursentwicklung und Einordnung
Die Kombination aus positiven Studien und Projektfortschritten spiegelt sich im Chartbild wider. Gestern schloss die Aktie bei 51,64 Euro. Damit liegt sie nur gut 3 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 53,42 Euro und deutlich über den zentralen Durchschnittslinien: Der 50-Tage-Durchschnitt verläuft bei 45,75 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 38,98 Euro.
Auf 12-Monats-Sicht ergibt sich ein Anstieg von rund 75 Prozent. Auch kurzfristig zeigt sich Stärke: In den vergangenen 30 Tagen legte der Kurs um gut 17 Prozent zu, auf Sieben-Tage-Sicht sind es etwa 7 Prozent. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 59,8 signalisiert dabei noch keinen extrem überkauften Markt, auch wenn die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 74 Prozent ein dynamisches Handelsumfeld unterstreicht.
Inhaltlich markiert vor allem die Einordnung durch Morgan Stanley als „KI-Profiteur“ einen narrativen Schwenk. Versorger gelten nicht mehr nur als defensive Dividendentitel, sondern zunehmend als kritische Infrastruktur für Rechenzentren und digitale Anwendungen. Der erfolgreiche Abschluss der britischen Offshore-Auktion zeigt gleichzeitig, dass dieses Wachstumsprofil mit langfristig gesicherten Erlösen unterlegt wird.
Politischer Rahmen und nächste Hürden
Kurzfristig rückt wieder die Politik in den Fokus. In Nordrhein-Westfalen könnte der vertraglich vereinbarte Kohleausstieg bis 2030 ins Wanken geraten, da sich der Bau neuer, wasserstofffähiger Gaskraftwerke verzögert. Für RWE ist dies von Bedeutung, weil Stilllegungen an die Verfügbarkeit von Ersatzkapazitäten geknüpft sind. Eine Verschiebung des Kohlepfads hätte damit direkte Auswirkungen auf den Kraftwerkspark und die Übergangsstrategie.
Aus markttechnischer Sicht bleibt der Bereich um 52 Euro wichtig. Ein stabiler Ausbruch über diese Zone würde den Weg in Richtung des neuen Kursziels der Deutschen Bank bei 55 Euro aus charttechnischer Sicht weiter öffnen. Parallel dürfte die Finalisierung der KKR-Transaktion entscheidend sein: Der konkrete Mittelzufluss kann die Bilanzstruktur 2026 weiter stärken und zusätzliche Projekte in Erneuerbare Energien finanzieren.
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