Ocugen steht heute im Rampenlicht. Nach einem Rücksetzer am Dienstag kehren die Käufer mit Wucht zurück und treiben den Kurs vorbörslich deutlich nach oben. Der Grund ist eine Mischung aus konkreten wissenschaftlichen Erfolgen und hoher Erwartungshaltung: Morgen veröffentlicht das Biotech-Unternehmen lang erwartete Studiendaten, während eine aktuelle Publikation im Fachmagazin Nature Eye bereits jetzt die Technologieplattform validiert.
Der Auslöser für die Kaufwelle
Die Nervosität weicht der Vorfreude: Ocugen bestätigte, dass am morgigen Donnerstag, den 15. Januar 2026, um 14:30 Uhr deutscher Zeit (8:30 a.m. ET) ein Webcast stattfindet. Im Zentrum stehen die Einjahresdaten der ersten Patientengruppe aus der Phase-2-ArMaDa-Studie für den Kandidaten OCU410.
Dieses Gentherapeutikum zielt auf die geografische Atrophie ab, eine fortgeschrittene Form der trockenen altersbedingten Makuladegeneration (dAMD). Dass renommierte Experten wie Dr. Arshad M. Khanani an der Präsentation teilnehmen, werten Marktbeobachter als Indiz für die Relevanz der bevorstehenden Veröffentlichung.
Wissenschaftliche Rückendeckung
Parallel zur Ankündigung liefert das Unternehmen fundamentale Argumente für seine Technologie. Das Fachjournal Nature Eye veröffentlichte positive Phase-1-Ergebnisse für den verwandten Kandidaten OCU410ST, der gegen Morbus Stargardt eingesetzt wird. Die Daten aus der GARDian1-Studie lesen sich vielversprechend:
- Krankheitsverlauf verlangsamt: Das Wachstum der atrophischen Läsionen wurde um 54 % reduziert (0,10 mm/Jahr gegenüber 0,19 mm bei unbehandelten Augen).
- Sehkraft verbessert: Behandelte Augen zeigten einen Gewinn an Sehschärfe (+6 Buchstaben), während die unbehandelte Kontrollgruppe einen Verlust hinnehmen musste (-1,5 Buchstaben).
- Sicherheit: Es wurden keine schweren unerwünschten Ereignisse gemeldet; alle behandelten Augen blieben stabil oder verbesserten sich.
Diese Ergebnisse dienen als wichtige Validierung der zugrundeliegenden Gen-Modifikator-Plattform und senken aus Sicht von Analysten das Risiko für die morgigen OCU410-Daten.
Finanzielle Basis und strategischer Kontext
Unterstützt wird die aktuelle Kursbewegung durch den Auftritt von CEO Dr. Shankar Musunuri auf der J.P. Morgan Healthcare Conference, der zeitgleich zur Datenveröffentlichung stattfindet. Dies bietet dem Management eine große Bühne, um die strategische Ausrichtung zu erläutern.
Finanziell polsterte Ocugen seine Bilanz zuletzt auf. Zum Ende des dritten Quartals 2025 lagen die Barmittel bei 32,9 Millionen US-Dollar, ergänzt durch eine anschließende Direktplatzierung über 20 Millionen US-Dollar. Zudem signalisiert eine Lizenzvereinbarung für Südkorea mit einem potenziellen Gesamtvolumen von bis zu 180 Millionen US-Dollar, dass das Unternehmen Wege zur Monetarisierung seiner Assets findet.
Der Kurs der Aktie reagierte entsprechend dynamisch und erreichte mit 1,91 US-Dollar ein neues 52-Wochen-Hoch. Auf Jahressicht (YTD) verzeichnet das Papier bereits ein Plus von rund 38 %.
Ausblick: Der morgige Tag entscheidet
Für Anleger zählt kurzfristig nur der morgige Donnerstag. Die Reaktion der Aktie wird maßgeblich davon abhängen, ob die ArMaDa-Daten die Sicherheit und Wirksamkeit bestätigen können, die bereits in der Stargardt-Studie beobachtet wurden. Gelingt dies, rücken die langfristigen Ziele in den Fokus: Ocugen plant den Abschluss der Rekrutierung für die Phase-2/3-Studie GARDian3 noch im ersten Quartal 2026 und visiert eine BLA-Einreichung (Zulassungsantrag) für die erste Jahreshälfte 2027 an.
Ocugen-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Ocugen-Analyse vom 14. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Ocugen-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Ocugen-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Ocugen: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...