Apple startet mit Gegenwind ins neue Jahr. Eine Herabstufung durch Raymond James und neue Berichte zu den Mixed-Reality-Plänen belasten den Kurs. Parallel rücken Bewertungsfragen und die tatsächliche Wucht des KI-Geschäfts stärker in den Fokus.
- Raymond James stuft auf „Market Perform“ ab – Bewertungsrisiken im Vordergrund
- Berichte über massiven Rückgang bei Vision-Pro-Marketing und -Produktion
- Foxconn meldet Rekordumsatz durch KI-Server, Konsumentenelektronik bleibt schwächer
- iPhone 17 in China mit starker Nachfrage, Marktanteil wieder über 20 %
- Q1-Zahlen am 29. Januar im Mittelpunkt der Erwartungen
Herabstufung und Vision-Pro-Dämpfer
Die schwächere Kursentwicklung heute geht vor allem auf eine Einstufungsänderung von Raymond James zurück. Das Haus senkte seine Bewertung für Apple auf „Market Perform“ und begründete dies mit einer ausgereizten Bewertung. Die Aktie wird aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 36 gehandelt, was aus Sicht der Analysten nur begrenztes weiteres Potenzial lässt, solange die Gewinne nicht deutlich schneller wachsen.
Zusätzlichen Druck erzeugen Berichte unter Verweis auf die Financial Times, wonach Apple die Marketingausgaben für das Vision-Pro-Headset um 95 % gekürzt und die Produktion spürbar zurückgefahren hat. Marktbeobachter wie Morgan-Stanley-Analyst Erik Woodring sehen vor allem den hohen Preis von 3.499 US‑Dollar und das begrenzte Angebot an nativen VisionOS-Apps als Hürden für eine breitere Nachfrage. Die Signale deuten darauf hin, dass Vision Pro vorerst ein Nischenprodukt bleibt und 2026 nicht die erhoffte Umsatzsäule wird.
Hardware-Mix: KI boomt, iPhone flacht ab
Ein Blick in die Lieferkette schärft das Bild. Foxconn, wichtigster Fertigungspartner von Apple, meldete heute einen Rekordanstieg des Umsatzes im vierten Quartal um 22 %. Der Konzern führte den Zuwachs ausdrücklich auf eine starke Nachfrage nach KI-Servern zurück. Im Segment „Smart Consumer Electronics“, zu dem auch das iPhone gehört, registrierte Foxconn dagegen nur stabile oder leicht rückläufige Erlöse, was mit saisonalen Effekten begründet wurde.
Damit zeigt sich: Das aktuelle KI-Investitionsfieber spielt vor allem den Infrastruktur-Anbietern in die Karten, während der erwartete Hardware-Superzyklus auf Konsumentenseite bisher deutlich uneinheitlicher verläuft.
Ganz negativ ist das Bild allerdings nicht. Aus China kommen positive Signale für die iPhone-Generation 17. Berichte zufolge kletterte Apples Marktanteil dort im November wieder über 20 %, die monatlichen Auslieferungen lagen bei über 6 Millionen Geräten. Brian White von Monness hält deshalb an seinem Kaufvotum fest und nennt ein Kursziel von 300 US‑Dollar. Er argumentiert, dass die langfristigen KI-Chancen die aktuellen makroökonomischen Belastungen überwiegen.
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Bewertung und Wachstumsrealität
Mit einer Marktkapitalisierung von rund 4 Billionen US‑Dollar und einem KGV von etwa 36 ist Apple zum Jahresbeginn 2026 anspruchsvoll bewertet. Der Markt preist bereits einen deutlichen KI-getriebenen Wachstumsschub ein, dessen finanzieller Effekt aber erst anläuft.
Die Einführung von „Apple Intelligence“ läuft zwar weiter, doch Investoren achten zunehmend auf konkrete Ergebnisbeiträge. Die Unterschiede zwischen Foxconns starkem KI-Servergeschäft und der verhaltenen Entwicklung bei Konsumelektronik unterstreichen, dass der unmittelbare KI-Nutzen derzeit eher im Backend als beim Endgerät ankommt.
Hinzu kommt ein eher zurückhaltendes Bild bei Insidertransaktionen: Im vierten Quartal 2025 überwogen Verkäufe, darunter Aktienverkäufe von Finanzchef Kevan Parekh. Das verstärkt die skeptische Wahrnehmung rund um die hohe Bewertung.
Ausblick auf die Quartalszahlen
Der nächste zentrale Termin ist der Bericht zum ersten Geschäftsquartal 2026 am 29. Januar. Analysten erwarten im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 2,66 US‑Dollar – ein deutlicher Anstieg gegenüber 1,85 US‑Dollar im Vorquartal. Apple muss hier zeigen, dass die ambitionierten Erwartungen nicht zu hoch gegriffen sind.
Charttechnisch nähert sich die Aktie einer Unterstützungszone um 270 US‑Dollar. Ein Rutsch darunter könnte eine längere Konsolidierungsphase einleiten. Auf der anderen Seite signalisiert das durchschnittliche Analystenkursziel von 283,92 US‑Dollar weiterhin moderates Aufwärtspotenzial, falls die anstehenden Zahlen und die Entwicklung bei iPhone 17 sowie anderen Hardwarelinien die aktuelle Bewertung untermauern.
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