Während der Tech-Index am letzten Handelstag der Woche noch einmal ordentlich zugelegt hat, offenbart ein genauerer Blick auf die Einzelwerte eine bemerkenswerte Verschiebung: Intel katapultiert sich mit über zehn Prozent an die Spitze, während ausgerechnet KI-Darling Nvidia weiter unter Druck gerät. Ist das der Beginn einer fundamentalen Umschichtung im Technologiesektor – weg von überhitzten KI-Wetten, hin zu unterschätzten Value-Plays?
Intel-Comeback elektrisiert die Börse
Der eigentliche Star des Freitags war zweifellos Intel: Mit einem spektakulären Kurssprung von über zehn Prozent führte der Chip-Veteran die Gewinnerliste des NASDAQ 100 deutlich an. Auslöser war ein Analystenreport, der dem lange gebeutelten Konzern einen möglichen Milliardenauftrag von Apple für seine Foundry-Sparte in Aussicht stellt. Die Nachricht löste eine massive Short-Covering-Rallye aus – zahlreiche Leerverkäufer wurden auf dem falschen Fuß erwischt und mussten ihre Positionen eilig eindecken.
Auch andere Halbleiterwerte profitierten von der Aufbruchstimmung: Marvell Technology legte knapp zwei Prozent zu, SanDisk schoss nach seiner kürzlich erfolgten Abspaltung und der Aufnahme in den S&P 500 um fast fünf Prozent nach oben. Die Rotation innerhalb des Chip-Sektors wird damit immer deutlicher sichtbar.
Nvidia und Oracle unter Verkaufsdruck
Auf der Verliererseite stand ausgerechnet Nvidia, das Aushängeschild der KI-Revolution. Die Aktie verlor weitere 1,8 Prozent und setzte damit ihre Korrektur fort – im November summiert sich das Minus bereits auf einen zweistelligen Prozentwert. Fondsmanager nutzen offenbar das Monatsende für Gewinnmitnahmen und Portfolioumschichtungen.
Auch Oracle geriet mit einem Minus von knapp zwei Prozent unter die Räder. Belastend wirkten Sorgen über die massiven Kapitalausgaben für den Aufbau der KI-Infrastruktur sowie mögliche Bonitätswarnungen von Ratingagenturen.
Starkes Finale trotz November-Verlust
Der NASDAQ 100 schloss am Freitag bei 25.434,89 Punkten – praktisch auf Tageshoch und mit einem soliden Plus von 0,78 Prozent. Damit gelang dem Index ein versöhnlicher Wochenausklang nach volatilen Handelstagen. Allerdings konnte auch diese Aufholjagd nicht verhindern, dass der November mit einem Minus von rund 1,6 Prozent zu Buche steht – die erste Monatsverlust nach sieben Gewinnmonaten in Folge.
Die Handelsumsätze fielen mit rund 206 Millionen Aktien erwartungsgemäß dünn aus, da viele Investoren das verlängerte Thanksgiving-Wochenende für eine Verschnaufpause nutzten. Der Volatilitätsindex VIX sank um 0,86 Prozent auf 16,35 Punkte und signalisiert damit nachlassendes Risikobewusstsein.
Blick nach vorne: Cyber Monday als Stimmungstest
Aus technischer Sicht hat der Index am Freitag eine wichtige Unterstützung bei 25.280 Punkten erfolgreich verteidigt. Ein Durchbruch über die Marke von 25.500 Punkten wäre nun nötig, um den gleitenden 20-Tage-Durchschnitt zurückzuerobern und die Aufwärtsdynamik wiederherzustellen.
Die kommende Woche dürfte spannend werden: Investoren richten ihren Blick auf die Cyber-Monday-Verkaufszahlen und den ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe. Zudem preisen die Märkte mittlerweile mit 85-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine Zinssenkung der Fed im Dezember ein – ein möglicher Rückenwind für wachstumsstarke Tech-Titel. Ob die Rotation von überbewerteten KI-Titeln hin zu Value-Positionen wie Intel anhält, wird sich in den kommenden Handelstagen zeigen.
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