BayWa Aktie: Bedeutsame Schatten?

Der Verkauf von Cefetra bringt Entlastung, doch die Tochter BayWa r.e. verfehlt ihre Ziele deutlich. Dies gefährdet die geplante Entschuldung von 4 Milliarden Euro bis 2028 und zwingt zu Führungswechseln.

Kurz zusammengefasst:
  • Verkauf von Cefetra reduziert Schulden um 600 Millionen
  • Erneuerbare-Energien-Tochter verfehlt Planziele deutlich
  • Führungswechsel im Aufsichtsrat und Vorstand
  • Umbau mit Stellenabbau und Standortschließungen

Der Münchner Agrar- und Energiekonzern hat mit dem Cefetra-Verkauf einen wichtigen Schritt in der Restrukturierung vollzogen. Doch die Erleichterung währt kurz: Die Erneuerbare-Energien-Tochter BayWa r.e. verfehlt ihre Planziele deutlich – und gefährdet damit das gesamte Sanierungskonzept. Kann BayWa die selbst gesteckten Ziele bis 2028 noch erreichen?

Cefetra-Verkauf bringt 600 Millionen Entlastung

Der Verkauf der niederländischen Tochter Cefetra für 125 Millionen Euro ist abgeschlossen. Durch die Entkonsolidierung und den Einsatz des Erlöses zur Schuldentilgung sinken die Bankverbindlichkeiten um über 600 Millionen Euro. Zusammen mit bereits 2025 realisierten Verkäufen hat BayWa die Bankschulden seit vergangenem Jahr um rund 1,3 Milliarden Euro reduziert.

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Das klingt nach Fortschritt, ist aber nur ein Etappenziel: Laut Sanierungsplan müssen bis 2028 insgesamt 4 Milliarden Euro abgebaut werden. Als nächstes steht der Verkauf des neuseeländischen Apfelanbauers Turners & Growers an, der weitere 300 Millionen Euro zur Entschuldung beitragen soll.

BayWa r.e. bricht ein – Kernproblem verschärft sich

Der größte und letzte Baustein zur Entschuldung bereitet erhebliche Sorgen: Das Geschäft der Wind- und Solarpark-Tochter BayWa r.e. ist eingebrochen. Am 2. Februar meldete BayWa per Ad-hoc-Mitteilung „wesentliche Abweichungen“ bei der Geschäftsplanung der Tochtergesellschaft. Verantwortlich sind nach Angaben des Vorstands spürbare Marktveränderungen bei erneuerbaren Energien in den USA und Europa.

Die Konsequenz: Die geplanten Gesamterlöse aus dem bis Ende 2028 vorgesehenen Verkauf der BayWa-r.e.-Beteiligung sinken. Wie stark genau, lässt das Unternehmen offen. Klar ist: Die Neubewertung verzögert auch die Veröffentlichung des Jahresabschlusses für 2025, ursprünglich für spätestens Ende April geplant. Zwar sind Liquidität und Tagesgeschäft laut BayWa nicht unmittelbar gefährdet, doch die strategischen Folgen wiegen schwer.

Führungswechsel und verschärfte Kontrolle

Parallel zum operativen Umbau erneuert sich die Führung grundlegend. Drei Aufsichtsratsmitglieder legen ihre Mandate nieder: Monika Hohlmeier und Michael Höllerer zum Ende März, Monique Surges zum Ende Mai. Die Aufsichtsräte waren in die Kritik geraten, weil sie den schuldenfinanzierten Expansionskurs gestützt hatten, der BayWa 2024 in die Schieflage brachte.

Künftig muss der Aufsichtsrat alle Geschäfte über 50 Millionen Euro genehmigen – zuvor lag die Schwelle bei 200 Millionen Euro. Auch im Vorstand gibt es Veränderungen: Der bisherige Vorstandsvorsitzende Dr. Frank Hiller scheidet zum 31. Juli in beiderseitigem Einvernehmen aus dem Unternehmen aus.

Harte Schnitte beim Personal und Standorten

BayWa arbeitet weiter am Konzernumbau: Bis 2028 soll der Umsatz auf rund 10 Milliarden Euro schrumpfen. Bis 2027 sind rund 1.300 Stellen weniger geplant, in der zentralen Verwaltung etwa 40 Prozent der Arbeitsplätze. Zudem will das Unternehmen 26 von mehr als 400 weltweiten Niederlassungen schließen.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht prüft seit Oktober 2024 den Jahresabschluss 2023. Zuvor verhängte das Bundesamt für Justiz bereits ein Ordnungsgeld wegen verspäteter Datenübermittlung.

Am 26. März folgen die Zahlen für das vierte Quartal 2025. Entscheidend werden dann die konkreten Zahlen rund um BayWa r.e. sein. Sie dürften zeigen, ob BayWa am Plan festhalten kann, bis 2028 insgesamt 4 Milliarden Euro zu entschulden – oder das Konzept grundlegend überarbeiten muss.

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