Voestalpine bekommt gerade gleich von zwei Seiten Unterstützung: Operativ liefert der Konzern bessere Ergebnisse und einen deutlich stärkeren Cashflow – und politisch sorgt die EU-Handelspolitik mit CBAM für mehr Rückendeckung im Stahlgeschäft. Kein Wunder also, dass der Kurs nahe am Jahreshoch klebt. Aber wie stabil ist dieses Fundament, wenn Industrie und Auto weiter schwächeln?
Zahlen stützen die Rally
Die Neunmonatsergebnisse (1. April bis 31. Dezember 2025) gaben der Aufwärtsbewegung die passende Unterfütterung. Zwar sank der Umsatz auf 11,1 Mrd. Euro (–5,1%), doch die Profitabilität zog an: EBITDA 1,04 Mrd. Euro (+7,2%), EBIT 473 Mio. Euro (+20,9%). Unter dem Strich stiegen auch Ergebnis vor und nach Steuern deutlich.
Wichtig für viele Anleger: Der Free Cash Flow lag bei 345 Mio. Euro und damit „deutlich positiv“ gegenüber dem Vorjahr. Das nimmt Druck aus der Finanzierung und stärkt die Handlungsfähigkeit – gerade in einer Phase, in der Investitionen und Konjunkturzyklen gleichzeitig wirken.
Bilanz wird spürbar robuster
Noch klarer wird der Trend bei der Verschuldung. Die Netto-Finanzverschuldung sank laut Unternehmen um 27,4% auf 1,4 Mrd. Euro, das Eigenkapital stieg auf 7,6 Mrd. Euro. Die Gearing Ratio verbesserte sich auf 18,7% (von 26,2%).
Parallel liefen Restrukturierungen weiter: Die Zahl der Beschäftigten (FTE) ging auf 48.700 zurück (–3,8%). Das ist kein Kursfeuerwerk für sich – passt aber ins Bild einer strafferen Kosten- und Kapitalstruktur.
CBAM als struktureller Treiber – trotz Gegenwind
Ein zentraler Kurstreiber bleibt die europäische Handelspolitik. Der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) ist seit 1. Januar 2026 vollständig in Kraft. Voestalpine verweist im Q3-Bericht auf eine positive Wirkung von EU-Schutzmaßnahmen und CBAM für die Stahldivision. Auch neue Post‑Safeguard‑Maßnahmen, die auslaufende Regeln ab Mitte 2026 ersetzen sollen, seien am Markt gut angekommen.
Gleichzeitig bleibt die Lage nicht reibungslos: Reuters verwies am 11. Februar darauf, dass die Neunmonatsergebnisse die Kerngewinn-Erwartungen knapp verfehlten. Dazu belasten der europäische Industrieabschwung und die anhaltende Schwäche im Automobilsektor.
An der Börse spiegelt sich die positive Gesamterzählung dennoch klar wider: Der Schlusskurs lag gestern bei 48,68 Euro, nur 0,86% unter dem 52‑Wochen‑Hoch von 49,10 Euro. Auf 12 Monate steht ein Plus von 117,32%.
Zum Ausblick: Der Vorstand bestätigte die Prognose und erwartet für 2025/26 weiter ein EBITDA von 1,4 bis 1,55 Mrd. Euro. Der nächste Fixpunkt ist der Jahresbericht am 3. Juni 2026 – er wird zeigen, ob Cashflow, Bilanztrend und Rückenwind aus der EU-Politik stark genug bleiben, um die hohe Kursbasis zu rechtfertigen.
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