Die Aktie von Lynas legt nach den Zahlen zum zweiten Quartal deutlich zu. Trotz spürbarer Produktionsprobleme steigerte der Seltene-Erden-Produzent seinen Umsatz kräftig – möglich gemacht durch deutlich höhere Verkaufspreise. Damit rückt die Frage in den Vordergrund, wie nachhaltig dieses Preisumfeld für Lynas sein kann.
Umsatz wächst trotz Produktionsrückgang
Lynas erzielte im Quartal bis Ende Dezember einen Umsatz von 201,9 Mio. australischen Dollar, nach 141,2 Mio. AUD im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Plus von 43 Prozent – obwohl die Produktion klar zurückging.
Der entscheidende Hebel waren die gestiegenen Verkaufspreise. Der durchschnittliche Verkaufspreis kletterte auf 85,60 AUD je Kilogramm, nach 49,20 AUD im Vorjahr. Der Anstieg um 74 Prozent glich die operativen Einschränkungen mehr als aus.
Wichtige Q2-Kennzahlen im Überblick:
- Umsatz: 201,9 Mio. AUD (+43 % im Jahresvergleich)
- Durchschnittlicher Verkaufspreis: 85,60 AUD/kg (+74 % im Jahresvergleich)
- Produktion Seltene-Erden-Oxide gesamt: 2.382 Tonnen (vorheriges Quartal: 3.993 Tonnen)
- NdPr-Produktion: 1.404 Tonnen (Quartalsvergleich: –30 %)
Stromprobleme bremsen Kalgoorlie
Die Produktion litt spürbar unter wiederkehrenden Stromausfällen im Werk Kalgoorlie in Westaustralien. Die Gesamtproduktion von Seltene-Erden-Oxiden sank von 3.993 Tonnen im Vorquartal auf 2.382 Tonnen, ein Rückgang von rund 40 Prozent.
Besonders betroffen war die Produktion von Neodym und Praseodym (NdPr), zentralen Materialien für Permanentmagnete in Elektroautos und Windkraftanlagen. Hier fiel das Volumen im Quartalsvergleich um etwa 30 Prozent auf 1.404 Tonnen.
CEO Amanda Lacaze betonte, dass die Probleme noch nicht vollständig gelöst sind. „Erst gestern hatten wir zwei bedeutende Stromausfälle“, sagte sie im Analystencall. Das Unternehmen prüft nun Off-Grid-Lösungen, unter anderem mit Diesel-basierten Alternativen, um die Stromversorgung zu stabilisieren.
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Politik stützt Seltene-Erden-Preise
Lacaze hob hervor, dass staatliche Mindestpreis-Politiken den Markt für Seltene Erden strukturell verändern. Die scheidende Chefin, die nach zwölf Jahren an der Spitze in den Ruhestand geht, verwies auf laufende Gespräche mit Regierungen, darunter Australien und G7-Staaten, zu Preissicherungsmechanismen.
„Wir brauchen keine Regierungen, die unsere Produkte kaufen. Wir brauchen Kunden, die unsere Produkte zu Preisen kaufen, die die tatsächlichen Geschäftskosten widerspiegeln“, erklärte sie.
Die Unterstützung der US-Regierung für Mindestpreise beim Wettbewerber MP Materials habe bereits zu „funktionaleren Marktdynamiken“ beigetragen. Zudem habe die Lockerung chinesischer Exportkontrollen das Überangebot im chinesischen Binnenmarkt reduziert und so die Referenzpreise angehoben.
Positive Dynamik im Januar
Lynas berichtete in der Quartalsmitteilung, dass sich das freundliche Preisumfeld auch im Januar 2026 fortgesetzt hat. Die Nachfrage wird demnach gestützt durch:
- verbesserte Preisbedingungen
- neue Kundenverträge
- weiteres Wachstum nicht-chinesischer Lieferketten
- vorteilhafte geopolitische Rahmenbedingungen
An der Börse kam das gut an: Die Aktie sprang im frühen Handel nach Zahlenvorlage um bis zu 8 Prozent nach oben. Auf Zwölfmonatssicht liegt das Plus bei über 120 Prozent und damit deutlich über der Entwicklung des ASX-200-Index.
Strategische Rolle bei kritischen Rohstoffen
Lynas bleibt der führende westliche Produzent von Seltenen Erden, während viele Staaten ihre Lieferketten unabhängiger von China aufstellen. Die Materialien werden unter anderem in Elektrofahrzeugen, Windkraftanlagen, Smartphones und Verteidigungstechnologien eingesetzt.
Die laufenden Gespräche über staatlich gestützte Mindestpreise deuten auf eine mögliche strukturelle Änderung der Bewertung und des Handels kritischer Rohstoffe hin. Für Anbieter wie Lynas könnte das längerfristig stabilere und tendenziell höhere Preisniveaus bedeuten, sofern die aktuellen politischen Initiativen in konkrete Maßnahmen münden.
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