Zwei CFO-Wechsel in weniger als sechs Monaten sind kein Detail am Rande – sie treffen ein Unternehmen genau dort, wo Anleger Verlässlichkeit erwarten. Bei The Trade Desk sorgt der schnelle Abgang des Finanzchefs deshalb für Unruhe, obwohl die Prognose für das laufende Quartal bestätigt wurde. Warum wiegt das Thema Führung aktuell schwerer als die operativen Zahlen?
Neuer Interims-CFO, Prognose bleibt stehen
The Trade Desk hat am 26. Januar Tahnil Davis zum Interims-Finanzchef ernannt – rückwirkend zum 24. Januar. Davis ist kein Neuzugang, sondern seit fast elf Jahren als Chief Accounting Officer im Haus. Er folgt auf Alex Kayyal, der den CFO-Posten erst seit sechs Monaten innehatte und nun ausgeschieden ist.
Parallel hat das Unternehmen die Guidance für das vierte Quartal 2025 bekräftigt:
– Umsatz: mindestens 840 Mio. US-Dollar
– bereinigtes EBITDA: rund 375 Mio. US-Dollar
Die Zahlen für Q4 sowie das Gesamtjahr 2025 sollen am Mittwoch, 25. Februar 2026, nach US-Börsenschluss veröffentlicht werden. Im Anschluss ist eine Telefonkonferenz für 14:00 Uhr Pazifikzeit angesetzt.
Analysten werden vorsichtiger – Vertrauen als Kursfaktor
Der erneute Wechsel an der Finanzspitze hat mehrere Analystenreaktionen ausgelöst. Citizens JMP stufte die Aktie am 26. Januar von „outperform“ auf „market perform“ ab. In der Folge geriet der Kurs deutlich unter Druck.
In den letzten Wochen kamen zudem weitere Anpassungen hinzu, die in Summe das Bild eintrüben:
– Wells Fargo: Kursziel 42 US-Dollar, Rating „equal weight“ (12. Jan.)
– BNP Paribas Exane: Start mit „neutral“, Kursziel 40 US-Dollar (14. Jan.)
– Wolfe Research: „outperform“ bestätigt, Kursziel aber von 60 auf 45 US-Dollar gesenkt (5. Jan.)
– CFRA: auf „Hold“ abgestuft, Kursziel 40 US-Dollar (27. Jan.)
Unterm Strich geht es weniger um eine einzelne Einschätzung – sondern um das Signal: Nach dem Führungswechsel werden Erwartungen zurückgeschraubt, und das erhöht die Hürde für positive Überraschungen bei den kommenden Quartalszahlen.
Was operativ zuletzt überzeugt hat – und was jetzt zählt
Zur Einordnung: Im letzten gemeldeten Quartal (Q3 2025, veröffentlicht am 6. November 2025) lag The Trade Desk bei Gewinn und Umsatz leicht über den Markterwartungen. Gemeldet wurden unter anderem 739,43 Mio. US-Dollar Umsatz (Erwartung: 719,11 Mio.) sowie ein Umsatzwachstum von 17,7% gegenüber dem Vorjahr. Zusätzlich genehmigte das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm über 500 Mio. US-Dollar (rund 2,1% der ausstehenden Aktien).
Trotz dieser operativen Punkte steht die Aktie aktuell vor allem wegen der Führungsfrage unter Druck. Am Freitag schloss sie bei 30,33 US-Dollar und markierte damit zugleich ein neues 52-Wochen-Tief.
Der nächste klare Orientierungspunkt ist damit der 25. Februar 2026: Dann muss das Unternehmen mit den Q4- und Jahreszahlen liefern – und vor allem zeigen, dass trotz CFO-Wechsel die finanzielle Linie und Kommunikation stabil bleibt.
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