Xiaomi setzt in seiner Elektroauto-Fabrik erstmals selbst entwickelte humanoide Roboter ein – und kauft parallel im großen Stil eigene Aktien zurück. Die beiden Maßnahmen fallen in eine Phase erheblichen Kursdrucks. Während die operativen Zahlen stark ausfallen, wächst die Spannung vor den Jahresergebnissen Ende März.
Humanoide Roboter erreichen 90 Prozent Erfolgsquote
Der chinesische Technologiekonzern hat zwei humanoide Roboter in seiner EV-Fabrik getestet. Die Maschinen absolvierten drei Stunden autonomen Betrieb an einer Montagestation für selbstschneidende Schrauben. Das Ergebnis: eine beidseitige Erfolgsquote von 90,2 Prozent bei Einhaltung der geforderten Taktzeit von 76 Sekunden.
„In Xiaomis Autofabrik verlässt alle 76 Sekunden ein neues Auto das Fließband“, erklärte Firmenpräsident Lu Weibing auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Die Roboter seien in der Lage, mit diesem Tempo mitzuhalten. Technologisch ermöglicht wird der Einsatz durch ein intern entwickeltes Vision-Language-Action-Modell namens Xiaomi-Robotics-0, kombiniert mit Reinforcement Learning.
Lu relativierte jedoch: Der Einsatz befinde sich noch in einem frühen Stadium. Die Roboter hätten „eher wie Praktikanten“ gearbeitet. CEO Lei Jun kündigte an, innerhalb der nächsten fünf Jahre humanoide Roboter in großer Zahl in den Produktionsstätten einzusetzen.
Aktienrückkäufe nahezu an jedem Handelstag
Das Unternehmen hat mit einem unabhängigen Broker ein automatisches Rückkaufprogramm von bis zu 2,5 Milliarden Hongkong-Dollar vereinbart. Allein am 3. März erwarb Xiaomi 3,2 Millionen Class-B-Aktien für 100 Millionen Hongkong-Dollar.
Das Besondere: In 2026 kaufte der Konzern an nahezu jedem einzelnen Handelstag eigene Aktien zurück. Im Vormonat flossen bereits über 3,2 Milliarden Hongkong-Dollar in Rückkäufe – der höchste Betrag seit mehr als zwei Jahren.
Mehrfache Belastungsfaktoren drücken den Kurs
Trotz der Rückkäufe bleibt die Aktie unter Druck. Seit Jahresanfang steht ein Minus von rund 19 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar von über 43 Prozent. Das Papier notiert deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt.
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Ein globaler Mangel an Speicherchips trifft Massenmarkt-Smartphone-Hersteller hart. Steigende Preise für DRAM und NAND-Flash drücken die Margen, während eine Weitergabe an Verbraucher die Nachfrage gefährdet.
Zudem belastet der anhaltende Preiskampf im chinesischen EV-Markt die Stimmung. Investoren zeigten sich enttäuscht vom moderaten Auslieferungsziel von 550.000 Fahrzeugen für 2026.
In Indien eskaliert ein Steuerstreit. Die Behörden werfen dem Konzern vor, Zollabgaben auf Lizenzgebühren hinterzogen zu haben. Die ursprüngliche Forderung von 72 Millionen Dollar könnte sich durch Strafen auf über 150 Millionen Dollar verdoppeln. Zusätzlich bleiben Vermögenswerte von rund 610 Millionen Dollar eingefroren.
Operative Stärke steht im Kontrast zur Kursentwicklung
Die ersten neun Monate 2025 zeichneten ein anderes Bild: Der Umsatz kletterte um 32,5 Prozent auf über 340 Milliarden RMB, der Gewinn um 140 Prozent auf mehr als 35 Milliarden RMB.
Im dritten Quartal 2025 überschritt das EV-Segment die Gewinnschwelle – weniger als zwei Jahre nach Marktstart. Das Segment erzielte einen operativen Gewinn von 700 Millionen RMB. Die Bruttomarge sprang auf 25,5 Prozent, nach 17,1 Prozent im Vorjahr.
Jahresergebnisse als Richtungsentscheidung
Am 24. März veröffentlicht der Konzern die geprüften Jahresergebnisse 2025. Der Vorstand erwägt zudem die erste Schlussdividende seit dem Börsengang. Analysten von RBC Capital Markets prognostizieren für humanoide Roboter bis 2050 einen globalen Markt von 9 Billionen US-Dollar, wobei China mehr als 60 Prozent davon ausmachen soll. Der Termin dürfte zeigen, wie der Markt die Kombination aus technologischer Innovationsoffensive und strukturellem Gegenwind langfristig bewertet.
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