Cameco zeichnet für den Uranmarkt weiter ein freundliches Bild – trotz fallender Kurse im allgemeinen Börsenrutsch. Auf der BMO-Konferenz betonte das Unternehmen vor allem: Viele Versorger haben über Jahre zu wenig langfristig eingekauft, während das Angebot an mehreren Stellen hakt. Kann daraus am Ende sogar ein deutlich höheres Preisniveau entstehen?
Angebot und Nachfrage: „Uncovered Requirements“ auf Rekord
Auf der BMO Global Metals, Mining & Critical Minerals Conference in Florida sprach Präsident und COO Grant Isaac von einem sich zuspitzenden Markt. Versorger hätten laut Cameco seit 12 bis 14 Jahren unterhalb der „Ersatzrate“ kontrahiert – also weniger, als langfristig nötig wäre, um die Versorgung abzusichern. Daraus sei eine von Cameco so bezeichnete „uncovered requirements wedge“ entstanden, die inzwischen Rekordwerte erreicht habe.
Zugleich hält Cameco den oft zitierten „Supply Stack“ für zu optimistisch. Das Unternehmen verwies darauf, dass bei ihm selbst rund 30% der genehmigten Kapazität stillliegen. Zusätzlich hätten Störungen das Angebot weiter begrenzt, unter anderem durch den Ausfall einer Orano-Mine in Niger.
Bei den Preisen sieht Cameco Rückenwind: Langfristige Uran-Kontraktpreise liegen demnach aktuell bei 90 US-Dollar je Pfund. Marktgebundene Verträge deuteten zudem auf die Möglichkeit von „dreistelligen“ Preisen hin. Entsprechend hat Cameco seine Sensitivitätstabelle angepasst – mit Obergrenzen bis 160 US-Dollar. Für 2026 sprach Isaac von einem „sehr starken Start“, mit spürbarer Aktivität am Markt und weiter steigenden Termpreisen sowie höheren Vertragsunter- und -obergrenzen.
USA-Partnerschaft: Mögliche Reaktoraufträge 2026
Ein zweiter Schwerpunkt war das bereits im Oktober 2025 angekündigte Memorandum of Understanding zwischen der US-Regierung, Cameco und Brookfield Asset Management. Ziel ist der Bau neuer AP1000-Kernreaktoren in den USA.
Cameco zeigte sich laut Konferenzprotokoll zuversichtlich, dass es 2026 eine formelle Ankündigung zu Aufträgen für acht bis zehn Reaktoren geben könnte. Als langlaufende Beschaffungsposten nannte Isaac unter anderem Reaktordruckbehälter, Dampferzeuger, Kühlmittelpumpen sowie Instrumentierungs- und Kontrollmodule. Zudem drängt das Unternehmen darauf, auch Kernbrennstoff als „Long-Lead Item“ im Beschaffungsprozess zu klassifizieren.
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Die Dimension bezifferte Cameco konkret: Zehn Reaktoren über zehn Jahre – inklusive Erstbeladung und laufendem Brennstoffbedarf – entsprächen rund 65 Millionen Pfund zusätzlicher Uran-Nachfrage, die bislang nicht in Marktprojektionen enthalten gewesen sei.
Zahlen und Produktion: Rückenwind, aber „Disziplin“ bleibt
Der Auftritt kam rund zehn Tage nach den Quartalszahlen. Für Q4 2025 meldete Cameco laut 24/7 Wall Street einen Gewinn je Aktie von 0,37 US-Dollar (USD-bereinigt) und lag damit 14% über den Konsensschätzungen. Der Umsatz von 877 Millionen US-Dollar übertraf die Erwartungen demnach um 9%.
Für das Gesamtjahr 2025 wurden unter anderem folgende Punkte genannt: Umsatz 3,48 Milliarden US-Dollar (+11% gegenüber Vorjahr), verwässerter Gewinn je Aktie 1,35 US-Dollar (+246%) sowie ein Nettogewinn von 590 Millionen CAD (nach 172 Millionen CAD im Jahr 2024). Zudem erhöhte das Unternehmen die Dividende um 50% gegenüber 2024. Die 49%-Beteiligung an Westinghouse Electric drehte laut Quelle von einem Nettoverlust von 218 Millionen US-Dollar auf einen Nettogewinn von 58 Millionen US-Dollar; das (bereinigte) EBITDA von Westinghouse lag bei 780 Millionen CAD (+61%).
Operativ bleibt Cameco jedoch bewusst zurückhaltend. 2025 produzierte das Unternehmen 34 Millionen Pfund Uran. Für 2026 liegt die Prognose für McArthur River bei bis zu 17 Millionen Pfund und damit leicht unter historischen Raten. Cameco betonte, man wolle die Förderung nicht überstürzt hochfahren, sondern Produktion und Nachfrage mit „Geduld und Disziplin“ in Einklang bringen.
Auch der Konversionsmarkt gilt als Engpass. Die Anlage in Port Hope sei derzeit das größte laufende Konversionswerk in der westlichen Welt. Eine Kapazitätserweiterung komme nur infrage, wenn die Vertragslaufzeiten die Investition rechtfertigten.
Zum Kurs: Am Konferenztag schloss die Aktie laut Investing.com bei 118,63 US-Dollar und damit 2,14% tiefer – im Einklang mit einem breiten Marktrückgang (Dow Jones -1,66%, S&P 500 -1,04%, Nasdaq -1,13%), ausgelöst durch Zollunsicherheit und einen viel diskutierten Research-Bericht zu KI-Disruption. Auf Wochensicht (bis einschließlich Konferenztag) stand bei Cameco dennoch ein Plus von 5,08%.
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