UBS schließt das Jahr 2025 mit einem Nettogewinn von 7,8 Milliarden Dollar ab – ein Plus von 53 Prozent. Die Integration der Credit Suisse läuft planmäßig, die verwalteten Vermögen überschreiten sieben Billionen Dollar. Doch während die Zahlen glänzen, eskaliert der Konflikt mit dem Schweizer Bundesrat. Der fordert bis zu 26 Milliarden Dollar zusätzliches Eigenkapital. Parlamentarier mahnen CEO Sergio Ermotti, sein öffentliches Lobbying gegen die Pläne zurückzufahren.
Zahlen beeindrucken, Politik belastet
Im vierten Quartal 2025 verdiente die Großbank 1,2 Milliarden Dollar, 56 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Verwaltungsrat schlägt eine Dividende von 1,10 Dollar je Aktie vor – ein Anstieg um 22 Prozent. Ein Aktienrückkaufprogramm über drei Milliarden Dollar wurde abgeschlossen.
Die Credit-Suisse-Integration zeigt Fortschritte: Rund 85 Prozent der Schweizer Konten sind migriert, die kumulierten Kosteneinsparungen erreichten 10,7 Milliarden Dollar. Für 2026 peilt das Management eine Eigenkapitalrendite von rund 15 Prozent an, bis 2028 sollen 18 Prozent erreicht werden.
Regulierungsstreit spitzt sich zu
Finanzministerin Karin Keller-Sutter fordert als Lehre aus dem Credit-Suisse-Kollaps drastische Sicherheitsnetze. Ausländische Tochtergesellschaften sollen künftig zu 100 Prozent statt bisher 60 Prozent mit Eigenkapital unterlegt sein. Für UBS bedeutet das einen zusätzlichen Kapitalbedarf von bis zu 26 Milliarden Dollar.
Das Management lehnt die Pläne ab und warnt vor massiven Wettbewerbsnachteilen. Laut Financial Times haben Parlamentarier die Bank aufgefordert, öffentliche Auftritte Ermottis gegen die Reformen zu reduzieren. Der CEO, dessen Amtszeit ursprünglich im April 2027 enden sollte, könnte länger bleiben müssen, um die Bank durch den regulatorischen Gegenwind zu steuern.
Drei Jahre nach dem Debakel zeigt sich ein möglicher Kompromiss: Bürgerliche Parlamentarier bringen ins Spiel, dass UBS bis zu 50 Prozent auf AT1-Anleihen statt hartes Eigenkapital zurückgreifen könnte. Das würde den Kapitalbedarf deutlich senken. Die Gesetzesvorlage wird im ersten Halbjahr 2026 erarbeitet, frühestens 2027 treten Änderungen in Kraft.
Forschungskompetenz demonstriert
Parallel zum politischen Tauziehen veröffentlichte UBS am 3. März das Global Investment Returns Yearbook 2026 – eine Studie mit 126 Jahren Marktdaten aus 35 Ländern. Die Kernbotschaft: Aktien lieferten seit 1900 real 6,6 Prozent jährlich, Anleihen nur 1,6 Prozent. Wirtschaftliche Risiken haben historisch geopolitische Risiken überwogen. Die aktuelle Ausgabe analysiert zudem, ob KI-Innovationen zu Blasen führen und beleuchtet die Rolle von Gold als Inflationsschutz.
Neues im Verwaltungsrat
Zur Generalversammlung am 15. April nominiert UBS Agustín Carstens, den früheren Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, sowie Apple-CFO Luca Maestri für den Verwaltungsrat. William Dudley und Jeanette Wong treten nicht mehr an, Vizepräsident Lukas Gähwiler geht in den Ruhestand. Die Nominierung von Carstens signalisiert: UBS rüstet sich für die politische Auseinandersetzung.
Die nächsten Monate werden zeigen, ob der Parlamentskreis einen tragfähigen Kompromiss findet. Von dessen Ausgestaltung hängt ab, wie viel Kapital UBS tatsächlich aufbringen muss – und wie viel Spielraum für Aktienrückkäufe und Dividenden bleibt.
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