Die Bayer-Aktie erlebte diese Woche eine Berg- und Talfahrt. Nach einem Kurssprung von über sieben Prozent am Dienstag folgte am Mittwoch ein ebenso deutlicher Rückschlag. Auslöser für die Volatilität: US-Präsident Donald Trump erklärte am 18. Februar per Dekret die Produktion von Glyphosat zur nationalen Sicherheitspriorität. Gleichzeitig senkte die Ratingagentur Fitch den Ausblick für den DAX-Konzern auf negativ.
Glyphosat wird Chefsache
Mit Berufung auf den Defense Production Act von 1950 stufte das Weiße Haus Glyphosat-basierte Herbizide als unverzichtbar für die militärische Bereitschaft und die US-Nahrungsmittelversorgung ein. Die Präsidialverordnung hebt explizit hervor, dass es in den USA nur einen bedeutenden Produzenten dieser Chemikalie gebe – eine indirekte Referenz an Bayers Tochter Monsanto mit ihren Produktionsstätten in Iowa und Louisiana.
Besonders brisant: Trump verpflichtet das Landwirtschaftsministerium sicherzustellen, dass keine Regulierung die wirtschaftliche Rentabilität dieses inländischen Herstellers gefährdet. Eine de facto Bestandsgarantie für Bayers umstrittene Kernsparte im US-Markt. Ein Bayer-Sprecher bestätigte, man werde der Verordnung Folge leisten und betonte die Bedeutung von im Inland produzierten Pflanzenschutzmitteln.
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Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar
Der politische Rückenwind kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Parallel treibt Bayer einen Sammelvergleich zur Beilegung der jahrelangen Roundup-Rechtsstreitigkeiten voran. Der neue Vorschlag sieht Zahlungen von bis zu 7,25 Milliarden Dollar über 21 Jahre vor, um die Rechtsrisiken für Monsanto final zu decken. Die Genehmigung durch das Gericht in St. Louis steht noch aus.
Fitch Ratings reagierte am Donnerstag mit einer Herabstufung des Ausblicks von stabil auf negativ, bestätigte aber das Rating von BBB. Die Bonitätswächter verweisen auf Unsicherheiten beim Vergleich, dessen Umsetzung und der Finanzierung möglicher Auszahlungen. Auch das ausstehende Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA bleibt ein Risikofaktor.
Am Donnerstag notierte die Aktie im XETRA-Handel bei 45,91 Euro, ein Plus von 0,21 Prozent. Marktbeobachter sprechen von einem politisch induzierten Aufwind, warnen jedoch vor überzogenen Erwartungen. Trumps Dekret könnte die rechtliche Position des Konzerns in künftigen Verfahren stärken – allerdings nur, wenn der Vergleich gerichtlich genehmigt wird und der Supreme Court mitspielt. Die nächsten Wochen dürften zeigen, ob der politische Schutzschild aus Washington ausreicht, um die jahrelange Rechtsunsicherheit endgültig zu beenden.
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