Mit der Übernahme durch BioNTech ist die Börsenstory von CureVac beendet. Die Aktie wurde von der Nasdaq genommen, der Ticker „CVAC“ existiert nicht mehr. Für frühere Aktionäre verschiebt sich der Fokus damit vollständig auf die künftige Entwicklung von BioNTech.
Delisting und Transaktion im Überblick
Die Streichung von der Nasdaq wurde am Freitag wirksam. Damit ist CureVac nicht länger als eigenständiges Wertpapier handelbar. Zuvor hatte BioNTech die Nachstrukturierung nach dem Übernahmeangebot abgeschlossen und die vollständige Kontrolle übernommen.
Wichtige Eckdaten der Transaktion:
- Transaktionsvolumen: rund 1,25 Mrd. US-Dollar (reiner Aktientausch)
- Andienungsquote: 86,75 % der CureVac-Aktien im Übernahmeangebot
- Angediente Aktien: 195.341.219 CureVac-Anteile
- Wirksamkeit des Delistings: Freitag
- Beendigung der SEC-Registrierung: voraussichtlich 90 Tage nach Einreichung von Form 15
Mit der Einreichung von Form 25 bei der US-Börsenaufsicht SEC enden die Publizitätspflichten von CureVac in den USA. BioNTech ist nun alleinige Eigentümerin des gesamten CureVac-Geschäfts.
BioNTech bündelt mRNA-Kapazitäten
Durch die Übernahme wandert die komplette mRNA-Technologieplattform von CureVac inklusive Patentportfolio unter das Dach von BioNTech. Das Management von CureVac SE wurde neu besetzt: Prof. Ugur Sahin, Sierk Poetting und Ramón Zapata-Gomez bilden nun den Vorstand, das bisherige Management ist zurückgetreten.
Die Transaktion war erstmals im Juni 2025 angekündigt worden, der Vollzug erfolgte im Dezember 2025. Die anschließende weitere Angebotsfrist lief bis zum 18. Dezember 2025. Mit Abschluss des Delistings ist die Integration nun operativ weitgehend vollzogen.
Konsequenzen für ehemalige Aktionäre
Für frühere Aktionäre ist die Beteiligung an CureVac als eigenständigem Investment beendet. Wer das Übernahmeangebot angenommen hat, hält nun Anteile an BioNTech oder hat eine Barabfindung gemäß den Angebotsbedingungen erhalten. Künftige wirtschaftliche Effekte der Übernahme spiegeln sich damit ausschließlich in der Kursentwicklung der BioNTech-Aktie wider.
Die Frist für verbleibende Minderheitsaktionäre zur Einreichung von Erstattungsanträgen endet am 27. Januar. Danach sollen die restlichen administrativen Schritte im Zusammenhang mit der Übernahme abgeschlossen werden.
Analystenreaktion und Brancheneinordnung
Goldman Sachs hat die Einstufung für BioNTech am Freitag auf „Buy“ angehoben. Zur Begründung verweist die Investmentbank auf die gestärkte Onkologie-Pipeline und den strategischen Wert der kombinierten mRNA-Plattformen. Zudem entfällt mit CureVac ein eigenständiger Wettbewerber im mRNA-Segment, was BioNTech nach Einschätzung der Analysten bei den für 2026 angepeilten klinischen Meilensteinen besser positioniert.
Die Übernahme steht zugleich für eine weitere Konsolidierung in der mRNA-Branche. BioNTech will seine Fähigkeiten in mRNA-Design, Formulierungen für den Wirkstofftransport und Produktion ausbauen. Mit dem Zusammenschluss werden frühere Rechtsstreitigkeiten zwischen beiden Unternehmen beigelegt und Forschungsressourcen im Bereich Krebsimmuntherapien gebündelt.
Ausblick: Fokus verschiebt sich zu BioNTech
Mit Abschluss der Fristen für Minderheitsaktionäre am 27. Januar endet die eigenständige Kapitalmarkthistorie von CureVac endgültig. Künftige Impulse aus der zusammengeführten mRNA-Forschung, etwa im Bereich Onkologie, schlagen sich dann ausschließlich bei BioNTech nieder und werden dort in den kommenden Quartalen an den üblichen Nachrichtenzeitpunkten wie Studiendaten und Pipeline-Updates sichtbar werden.