Rekordgewinne, explodierende Auftragsbestände, Milliarden an Aktionärsrückflüssen — und trotzdem notiert die Microsoft-Aktie auf dem niedrigsten Stand seit Monaten. Diese Schere zwischen operativer Stärke und Kursentwicklung ist derzeit das zentrale Rätsel rund um den Technologieriesen.
Zahlen, die eigentlich begeistern sollten
Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 übertraf Microsoft die Erwartungen deutlich. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 24 Prozent auf 4,14 Dollar, der Umsatz kletterte um 17 Prozent auf 81,3 Milliarden Dollar. Das Cloud-Geschäft allein generierte über 50 Milliarden Dollar Umsatz. Die kommerziellen Buchungen stiegen um 230 Prozent — getrieben durch Großverträge über Azure und Microsoft 365.
Gleichzeitig schüttete Microsoft im Quartal 12,7 Milliarden Dollar an Aktionäre aus, 32 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zuletzt erklärte der Vorstand eine Quartalsdividende von 0,91 Dollar je Aktie, zahlbar am 11. Juni 2026.
Das OpenAI-Problem im Auftragsbestand
Hinter den beeindruckenden Backlog-Zahlen verbirgt sich ein Konzentrationsrisiko, das Analysten zunehmend beschäftigt. Rund 45 Prozent des kommerziellen Auftragsbestands entfallen auf einen einzigen Kunden: OpenAI. Bereinigt um diesen Anteil wächst der verbleibende Bestand nur noch mit 28 Prozent jährlich — deutlich weniger als die Gesamtzahl suggeriert.
Hinzu kommt, dass das Azure-Wachstum im zweiten Quartal leicht von 39 auf 38 Prozent abgebremst hat. Für sich genommen ist das marginal. Im Kontext einer Bewertung, die lange auf beschleunigter KI-Monetarisierung beruhte, reicht diese Verlangsamung aus, um Unsicherheit zu schüren.
Bewertungskorrektur auf Rezessionsniveau
Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 14 Prozent verloren und notiert aktuell bei 346 Euro — deutlich unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts von 415 Euro. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist von rund 38 auf etwa 25 gesunken, den niedrigsten Stand seit Jahren. Zuletzt verlief der Jahresauftakt ähnlich schwach während der Finanzkrise 2008.
Der breite Markt liegt dagegen nur rund drei Prozent unter seinem Allzeithoch. Die Divergenz ist erheblich und spiegelt eine gezielte Neubewertung der KI-Prämie wider, die Microsoft-Aktien lange getragen hat.
Sicherheit als wachsendes Geschäftsfeld
Auf Produktseite sorgte der März-Patchday für Aufmerksamkeit: Microsoft schloss 84 Sicherheitslücken, acht davon kritisch. Zwei Office-Schwachstellen ermöglichen Remote-Code-Ausführung allein durch das Öffnen einer präparierten Nachricht in der Vorschau. Bisher wurden keine der Lücken aktiv ausgenutzt.
Das Sicherheitsgeschäft nähert sich unterdessen einem Jahresumsatz von 30 Milliarden Dollar — ein Bereich, der von der wachsenden Nachfrage nach KI-gestützten Abwehrlösungen profitiert. Die neu eingeführte Hotpatching-Funktion für Azure-VMs, die Updates ohne Neustart ermöglicht, stärkt die Attraktivität der Cloud-Plattform für Unternehmenskunden zusätzlich.
Das operative Bild bleibt stark. Die Frage, die den Kurs belastet, ist eine andere: ob das Wachstumstempo bei Azure auch ohne den OpenAI-Effekt trägt — und wann der Markt bereit ist, das wieder höher zu bewerten.
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