Glencore bekommt in Südafrika Rückenwind – ausgerechnet über die Stromrechnung. Der staatliche Versorger Eskom senkt die Tarife für zwei angeschlagene Ferrochrom-Produzenten deutlich, darunter das Gemeinschaftsunternehmen mit Merafe. Für Glencore ist das mehr als eine Randnotiz, denn an den energiehungrigen Schmelzwerken hing zuletzt auch die Jobfrage.
Die Aktie notiert heute bei 6,10 Euro – und damit auf einem neuen 52-Wochen-Hoch. Der Markt scheint die Kombination aus operativer Entlastung und strategischen Rohstoff-Themen positiv einzuordnen.
Eskom senkt Strompreis – kurz vor der Deadline
Eskom kündigte am Freitag eine zusätzliche Strompreissenkung um 29% für das Glencore-Merafe-Joint-Venture sowie Samancor Chrome an. Künftig sollen beide 62 südafrikanische Cent je Kilowattstunde zahlen. Zum Vergleich: Ein Übergangstarif lag seit Januar bei 87,74 Cent/kWh, Ende 2025 waren es noch 1,36 Rand/kWh.
Timing und Wirkung sind entscheidend. Die Nachricht kam einen Tag vor einer von Glencore gesetzten Frist (28. Februar), bis zu der eine tragfähige Energielösung für die Schmelzwerke Lion, Boshoek und Wonderkop gefunden werden sollte. Dort liefen bereits Entlassungsverfahren an.
Warum das für den Ferrochrom-Sektor wichtig ist
Glencore hatte Ende 2025 Entlassungsbenachrichtigungen an rund 2.500 Beschäftigte der Schmelzwerke ausgegeben und die hohen Stromkosten als zentralen Treiber einer Wettbewerbskrise im Sektor genannt. Merafe teilte zudem mit, dass nach der ersten Tarifsenkung im Januar 2026 bereits einer von drei seit Mai 2025 stillgelegten Betrieben wieder hochgefahren wurde.
Die Einigung hat auch eine politische Dimension. Laut Energieminister Kgosientsho Ramokgopa summiert sich die gewährte Senkung für den Sektor auf insgesamt 54%. Damit sollen nicht nur Arbeitsplätze gesichert, sondern auch Exporteinnahmen von rund 76 Milliarden Rand gestützt werden. Bis Dezember 2026 rechnet Ramokgopa damit, dass rund 45 Schmelzwerke wieder in Betrieb gehen.
Ein Nebeneffekt: Das Glencore-Abkommen gilt als wegweisend – und könnte weitere energieintensive Großverbraucher motivieren, ebenfalls Entlastungen zu beantragen.
Kobalt-Deal, Jahreszahlen und Ausschüttung als zweite Story
Parallel sorgte ein Kobalt-Großgeschäft für Aufmerksamkeit: Glencore will knapp 2.000 Tonnen Kobalt im Wert von fast 115 Mio. US-Dollar von Rami Weisfisch kaufen. Das Material soll in die USA verschifft werden; Quellen erwarten einen Weiterverkauf im Rahmen von „Project Vault“, einer Initiative zur Bevorratung kritischer Mineralien mit 10 Mrd. US-Dollar US-Finanzierung.
Fundamental lieferte der Konzern zuletzt eine solide Basis: Das bereinigte EBITDA sank 2025 um 6% auf 13,5 Mrd. US-Dollar. Auffällig war jedoch die Dynamik im Jahresverlauf – das zweite Halbjahr lag 49% über dem ersten. Außerdem kündigte Glencore eine Gesamtausschüttung von 17 Cent je Aktie (rund 2 Mrd. US-Dollar) an, bestehend aus 10 Cent Basisdistribution und 7 Cent Aufstockung, gestützt auf den Wert der Bunge-Aktien.
Unterm Strich verdichtet sich damit ein Bild: operative Entlastung bei energieintensiven Anlagen, plus Rückenwind durch die Rolle bei kritischen Mineralien. Nach dem Lauf bis an das 52‑Wochen‑Hoch wird der nächste konkrete Gradmesser vor allem sein, wie schnell und in welchem Umfang die angekündigten Wiederinbetriebnahmen im südafrikanischen Schmelzsektor tatsächlich umgesetzt werden.
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