Der Halbleiterausrüster Aixtron erlebt derzeit eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen operativem Geschäft und Börsenbewertung. Während sinkende Umsätze und ein geplanter Stellenabbau das laufende Jahr belasten, sorgt der bevorstehende Aufstieg in einen wichtigen europäischen Index für reichlich Fantasie. Kann die Hoffnung auf das florierende KI-Geschäft die fundamentalen Schwächen tatsächlich ausgleichen?
Ab dem 23. März wird das Unternehmen offiziell im STOXX Europe 600 gelistet. Dieser Schritt zwingt passive Fonds und ETFs dazu, die Papiere in ihre Portfolios aufzunehmen, was einen kontinuierlichen Kaufdruck erzeugt. Diese technische Unterstützung trifft auf einen ohnehin starken Trend: Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier bereits ein Plus von über 64 Prozent, auch wenn der Kurs heute im schwächeren Marktumfeld leicht auf 32,17 Euro korrigierte.
Schwaches Kerngeschäft trifft auf KI-Hoffnung
Fundamentell durchläuft der Konzern eine schwierige Phase. Im vergangenen Jahr sanken Umsatz und operativer Gewinn deutlich, da die Nachfrage im einstigen Wachstumsmarkt für Siliziumkarbid (SiC) zyklisch einbrach. Auch für 2026 rechnet das Management mit rückläufigen Erlösen und plant Kostensenkungen durch einen Stellenabbau am Hauptsitz in Herzogenrath.
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Die Anleger blicken jedoch über diese Delle hinweg und fokussieren sich auf das Optoelektronik-Lasergeschäft. Hier erwartet Aixtron eine Umsatzverdopplung. Die Bauteile werden für den extrem schnellen Datenaustausch in modernen KI-Rechenzentren dringend benötigt. Analysten der DZ Bank gehen davon aus, dass neue Hardware-Architekturen großer Tech-Konzerne bereits in der zweiten Jahreshälfte für volle Auftragsbücher sorgen werden.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Marktbeobachter werten die schnelle Erholung der Kurse nach den verhaltenen Jahreszahlen als Indiz dafür, dass Investoren die langfristige Wachstumsstory bereits einpreisen. Auch die großen Investmentbanken positionieren sich nach den jüngsten Entwicklungen entsprechend:
- Berenberg: Kursziel deutlich von 21 auf 31 Euro angehoben
- JPMorgan: Einstufung „Overweight“ mit Ziel 31 Euro bestätigt
- Deutsche Bank: Rating von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft
Die Aufnahme in den STOXX Europe 600 sichert dem Titel kurzfristig die Aufmerksamkeit institutioneller Käufer und stützt die aktuelle Bewertung. Mittelfristig muss das operative Geschäft jedoch nachziehen. Ob das florierende Lasergeschäft stark genug wächst, um die anhaltende Schwäche im Siliziumkarbid-Bereich vollständig zu kompensieren, wird sich spätestens mit den Ergebnissen des ersten Quartals 2026 als erstem belastbaren Datenpunkt zeigen.
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