Graphite One stellt sich für die nächste Phase rund um das Graphite-Creek-Projekt breiter auf. Mit einer neuen Führungsrolle für Community Relations und zusätzlichen Marketingmaßnahmen will das Unternehmen gleichzeitig vor Ort und am Kapitalmarkt präsenter werden. Was steckt hinter dieser Doppelstrategie?
Neue Rolle für lokale Zusammenarbeit
Am Donnerstag hat Graphite One Lucille Carter zur Vice President of Community Relations ernannt – eine neu geschaffene Position. Carter war zuvor Senior Vice President für regionale und Aktionärs-Services bei der Bering Strait Native Corporation.
Für Graphite One ist dabei nicht nur die Management-Erfahrung wichtig, sondern auch der lokale Bezug: Carter wuchs in Nome und Teller auf, also in der Nähe des Graphite-Creek-Vorkommens in Alaska. Laut Mitteilung arbeitet sie vom Büro in Anchorage aus und hat die Aufgabe bereits übernommen.
Hintergrund: In der Entwicklungs- und Genehmigungsphase eines Minenprojekts wird die Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden schnell zum entscheidenden Faktor. CEO Anthony Huston betonte, verantwortungsvolle Entwicklung basiere auf „offener und fortlaufender Kommunikation“ mit den Gemeinden in Projektnähe. Graphite One verweist zudem auf einen bestehenden Subsistence Council und will die Aktivitäten unter anderem auf Teller, Brevig Mission, Mary’s Igloo und die Nome-Region ausweiten.
Mehr Marketing in den USA und Europa
Ebenfalls am Donnerstag kündigte das Unternehmen zwei Marketinginitiativen an. In den USA startet ab dem 1. März eine zunächst viermonatige Zusammenarbeit mit i2i Marketing Group (Florida). Dafür fallen laut Unternehmensangaben zunächst 250.000 US-Dollar im Voraus an – plus bis zu 250.000 US-Dollar pro Monat für den Rest der Laufzeit.
Parallel verlängert Graphite One die Zusammenarbeit mit der deutschen Investor-Relations-Firma MCS Market Communication Service GmbH. Hier beziffert das Unternehmen die Kosten auf bis zu 350.000 Euro pro Monat für vier Monate. Wichtig in diesem Zusammenhang: Laut Mitteilung werden als Vergütung keine Wertpapiere an die Marketingfirmen ausgegeben.
Kapitalerhöhung liefert frisches Geld
Die Ankündigungen kommen nur wenige Tage nach Abschluss einer öffentlichen Kapitalaufnahme über 35 Mio. kanadische Dollar (18. Februar). Platziert wurden 20.002.000 Einheiten zu 1,75 C$ je Einheit, bestehend aus einer Aktie und einem Warrant. Die Warrants können über 36 Monate zu 2,25 C$ je Aktie ausgeübt werden; zudem wurde die vollständige Mehrzuteilungsoption genutzt. BMO Capital Markets führte das Konsortium.
Graphite One will die Nettoerlöse vor allem für Ausgaben rund um eine AAM-Anlage (Anoden-Aktivmaterial) verwenden – inklusive Design, Engineering, Genehmigungen, Ausrüstung – sowie für allgemeines Working Capital. Als Barhonorar erhielten die Agenten 2.010.210 C$.
Beim Aktienkurs zeigt sich zuletzt zumindest kurzfristig eine leichte Erholung: Heute notiert das Papier bei 0,84 Euro und damit 3,43% im Plus, liegt aber auf 30-Tage-Sicht deutlich im Minus.
Im Kern zeichnet sich damit ein klares Bild ab: Graphite One nutzt die frisch beschafften Mittel, baut die Kommunikationsarbeit in der Projektregion aus und erhöht über Kampagnen in den USA und Europa die Sichtbarkeit am Kapitalmarkt – alles mit Blick auf die nächsten Schritte in Genehmigung und Entwicklung von Graphite Creek.