Shell muss sich in einem zunehmend schwierigeren Ölmarkt behaupten. Neue Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) schüren die Sorge vor einem deutlichen Angebotsüberschuss im Jahr 2026 – und drücken damit auf die Preisfantasie im Sektor. Gleichzeitig hält der Konzern an einem straffen Kostenkurs und hohen Kapitalrückgaben fest. Reicht das, um schwächere Ölpreise abzufedern?
- IEA erwartet 2026 einen Überschuss von 3,7 Mio. Barrel/Tag
- Brent schloss am Freitag bei 67,75 US-Dollar, WTI bei 62,89 US-Dollar
- Shell setzt ein 3,5 Mrd. US-Dollar-Aktienrückkaufprogramm um und erhöhte die Dividende um 4% auf 0,372 US-Dollar je Aktie
IEA: Angebot wächst schneller als Nachfrage
In ihrem diese Woche veröffentlichten „Oil Market Report“ prognostiziert die IEA für 2026 einen globalen Angebotsüberschuss von rund 3,7 Millionen Barrel pro Tag. Das Angebot soll demnach um 2,4 Mio. Barrel/Tag steigen – vor allem getrieben von Produzenten außerhalb von OPEC+. Auf der Nachfrageseite rechnet die Behörde nur noch mit 850.000 Barrel/Tag Wachstum.
Diese „Super-Überschuss“-Erwartung setzte Rohölpreise direkt unter Druck. Brent gab die zweite Woche in Folge nach und schloss bei 67,75 US-Dollar je Barrel, WTI bei 62,89 US-Dollar. Für integrierte Ölkonzerne wie Shell bedeutet das: niedrigere realisierte Verkaufspreise – und damit ein gedämpfter Ergebnisausblick.
Kosten runter, Cash raus
Trotz des schwachen Branchenumfelds verweist Shell auf operative Disziplin. In den Q4/2025-Zahlen, die Anfang des Monats veröffentlicht wurden, bestätigte das Management strukturelle Kostensenkungen von 5,1 Mrd. US-Dollar bis Ende 2025. Das Ziel erreichte Shell damit drei Jahre früher als geplant.
Parallel bleibt der Fokus klar auf Ausschüttungen. Shell läuft derzeit ein Aktienrückkaufprogramm über 3,5 Mrd. US-Dollar, das bis zur Vorlage der Q1/2026-Ergebnisse abgeschlossen sein soll. Es ist zudem das 17. Quartal in Folge, in dem Rückkäufe von mindestens 3 Mrd. US-Dollar angekündigt wurden. Die Quartalsdividende erhöhte Shell zuletzt um 4% auf 0,372 US-Dollar je Aktie.
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Indien: Ausbau bei LNG in Hazira
Während Shell global spart, setzt der Konzern in ausgewählten Märkten auf Wachstum. Am Freitag wurde berichtet, dass Shell Energy India den Ausbau des LNG-Regasifizierungsterminals in Hazira vorantreibt. Die Kapazität soll von rund 6,3 Mio. Tonnen pro Jahr auf über 26 Mio. Tonnen steigen. Zusätzlich kündigte Shell an, seine Global Capability Centres in der Region auszubauen.
Auf Analystenseite schlagen niedrigere Ölpreise bereits auf Modelle durch. Scotiabank senkte die EPS-Schätzung für 2026 auf 4,75 US-Dollar und verwies auf das schwächere Rohstoffumfeld. Shell selbst plant für 2026 mit einem Capex-Rahmen von 20 bis 22 Mrd. US-Dollar.
Unterm Strich bleibt das Bild zweigeteilt: Der Ölpreiswind dreht gegen den Sektor – Shell setzt dem vor allem Kostendisziplin, laufende Rückkäufe und eine moderat erhöhte Dividende entgegen. Der nächste konkrete Termin ist das Ende des aktuellen Buyback-Programms, das Shell bis zur Veröffentlichung der Q1/2026-Zahlen anpeilt.
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