SAP Aktie: Umbau mit Ansage
SAP befindet sich in einer tiefgreifenden Umstellung, die durch die Übernahme von Reltio und ein neues KI-Abrechnungsmodell geprägt ist. Die kommenden Quartalszahlen werden die Auswirkungen dieser Strategie zeigen.
Kurz zusammengefasst
- Übernahme des Datenexperten Reltio geplant
- Neues verbrauchsbasiertes Preismodell für KI
- Quartalszahlen und Hauptversammlung stehen an
- Aktie notiert auf 52-Wochen-Tief
Der Kursrückgang von über 30 Prozent seit Jahresbeginn ist schmerzhaft — aber SAP-Chef Christian Klein hat ihn gewissermaßen angekündigt. Der Konzern befindet sich mitten in einer fundamentalen Transformation, und die nächsten Wochen werden zeigen, wie weit die Strategie trägt.
Reltio: Datenpflege als KI-Fundament
Im März gab SAP die geplante Übernahme von Reltio bekannt, einem Spezialisten für Master Data Management. Der Deal, der für Q2 oder Q3 2026 erwartet wird, zielt auf ein Problem, das viele KI-Projekte scheitern lässt: schlechte Datenqualität. Reltios Kerntechnologie — die sogenannte Entity Resolution — führt Datensätze aus verschiedenen Quellen und Formaten zu einem konsistenten „Golden Record“ zusammen. Ohne verlässliche Datenbasis liefern KI-Assistenten wie SAPs eigener Joule fehlerhafte Ergebnisse. Reltio schließt genau diese Lücke, und zwar unabhängig davon, ob die Daten aus SAP-Systemen oder Drittanwendungen stammen. Das nicht börsennotierte Unternehmen wurde zuletzt mit 1,7 bis 2 Milliarden US-Dollar bewertet; konkrete Kaufpreisangaben machte SAP bislang nicht.
Preismodell, Quartalszahlen, Hauptversammlung
Parallel zur Datenstrategie bereitet SAP ab Juli 2026 eine Umstellung des Abrechnungsmodells vor: Klassische Abonnements sollen für KI-Dienste schrittweise durch verbrauchsbasierte Modelle ersetzt werden. Klein baut dafür eine neue Einheit mit Hunderten Mitarbeitern auf. In einem Gastbeitrag in der Financial Times warnte er bereits, der Übergang zur KI könnte ähnlich holprig verlaufen wie seinerzeit die Cloud-Migration — Kunden bräuchten Zeit, sich anzupassen.
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Die nächsten Wochen bringen konkrete Zahlen. Am 23. April veröffentlicht SAP die Q1-Ergebnisse; Anleger werden vor allem den „Current Cloud Backlog“ unter die Lupe nehmen, den wichtigsten Frühindikator für die Stärke der Cloud-Transformation. Am 5. Mai folgt die virtuelle Hauptversammlung mit Abstimmung über eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie — ein Plus von 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Bewertung und Makrorisiken
Die Aktie notiert aktuell auf einem 52-Wochen-Tief von 139 Euro, rund 49 Prozent unter dem Jahreshoch vom Juni 2025. Das drückt auch die Bewertung: Das erwartete KGV für 2028 liegt inzwischen bei 14,35 — ein Niveau, das Analysten als weitgehend normal einordnen. Die durchschnittliche Umsatzprognose für 2026 liegt bei 40,6 Milliarden Euro, was einem Wachstum von rund zehn Prozent entspricht.
Risiko bleibt das Makroumfeld. Ein Großteil der SAP-Kunden kommt aus dem produzierenden Gewerbe — einem Sektor, der durch handelspolitische Unsicherheiten unter Druck steht. Kostensensible Unternehmen könnten teure Cloud-Migrationsprojekte verschieben. Die Q1-Zahlen am 23. April werden erstmals zeigen, ob dieser Gegenwind bereits in den Auftragsbüchern angekommen ist.
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