Während der Kampf um die technologische Vorherrschaft in der Chip-Branche tobt, zieht der Branchenprimus TSMC nun vor Gericht – und zwar gegen die eigenen Reihen. Der Vorwurf wiegt schwer: Ein ehemaliger Top-Manager soll streng geheime Informationen an den US-Erzrivalen Intel weitergegeben haben. Steht der technologische Vorsprung der Taiwaner auf dem Spiel oder ist das nur juristisches Säbelrasseln in einem nervösen Markt?
Razzia und schwere Vorwürfe
Die Situation spitzte sich am Donnerstag dramatisch zu, als taiwanische Staatsanwälte eine Razzia im Wohnsitz von Wei-Jen Lo bestätigten. Der ehemalige Senior Vice President von TSMC hatte sich im Juli 2025 nach 21 Jahren offiziell in den Ruhestand verabschiedet, angeblich um eine akademische Laufbahn einzuschlagen. Doch kurz darauf wechselte er offenbar zu Intel.
TSMC wirft dem Ex-Manager vor, kritische Betriebsgeheimnisse verraten zu haben. Im Fokus stehen dabei Informationen zu den fortschrittlichen 2nm-, A16- und A14-Prozesstechnologien. Diese Fertigungsverfahren bilden die absolute Spitze der Halbleiterentwicklung und sind das Fundament für TSMCs zukünftige Marktdominanz. Während Intel die Vorwürfe als haltlos zurückweist, verdeutlicht der Rechtsstreit die extreme Anspannung im Wettlauf um die technologische Krone.
Fundamentaldaten schlagen Gerüchte
Trotz der Brisanz dieser Industriespionage-Vorwürfe zeigen sich Anleger und Analysten bemerkenswert gelassen. Der Fokus liegt eindeutig auf der operativen Stärke des Unternehmens:
* Umsatzsprung: Im dritten Quartal meldete TSMC einen Umsatz von 33,07 Milliarden US-Dollar.
* Gewinnexplosion: Der Nettogewinn kletterte auf 15,11 Milliarden US-Dollar, was einem beeindruckenden Wachstum von 35,8 Prozent entspricht.
* Export-Boom: Getrieben durch die unersättliche Nachfrage nach KI-Chips stiegen die Exporte aus Taiwan im Oktober um fast 50 Prozent.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei TSMC?
Diese Zahlen untermauern, warum die Aktie trotz der juristischen Störfeuer widerstandsfähig bleibt. Auch wenn der Kurs am Freitag leicht um 0,40 Prozent auf 250,50 Euro nachgab, steht seit Jahresanfang immer noch ein sattes Plus von über 27 Prozent zu Buche.
Analysten sehen massives Potenzial
Die Experten sind sich weitgehend einig: Die Risiken des Rechtsstreits werden durch die Chancen der KI-Ära überlagert. Der Konsens der Analysten lautet „Strong Buy“, wobei alle sechs beobachtenden Experten zum Kauf raten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 371,67 US-Dollar, was vom aktuellen Niveau aus ein Aufwärtspotenzial von rund 27,5 Prozent impliziert. Einige optimistische Szenarien sehen den Kurs sogar bei bis zu 400 US-Dollar.
Fazit: Verteidigung des „Burggrabens“
Bei der Klage gegen Wei-Jen Lo geht es um weit mehr als eine Personalie. Es ist die strategische Verteidigung des „Burggrabens“ von TSMC. Die 2nm-Technologie ist der Schlüssel für die nächste Generation von KI- und Mobilprozessoren. Solange TSMC diesen technologischen Fahrplan einhält, dürften Investoren die Geräusche aus dem Gerichtssaal ignorieren. Dennoch bleibt der Ausgang des Verfahrens ein wichtiger Indikator dafür, wie sicher das geistige Eigentum des Marktführers tatsächlich ist.
TSMC-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue TSMC-Analyse vom 29. November liefert die Antwort:
Die neusten TSMC-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für TSMC-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. November erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
TSMC: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...