Während die meisten Europäer noch über ChatGPT diskutieren, hat der italienische Rüstungskonzern Leonardo bereits die militärische Anwendung künstlicher Intelligenz perfektioniert. Mit der Präsentation der „Michelangelo Dome“ – einem KI-gesteuerten Verteidigungssystem – will CEO Roberto Cingolani Europa unabhängig von amerikanischer und israelischer Technologie machen. Die Ankündigung kommt nicht von ungefähr: Die Aktie hat seit Jahresbeginn bereits rund 77 Prozent zugelegt. Doch kann Leonardo diesen Höhenflug halten – oder ist der Gipfel bereits erreicht?
Europas Antwort auf Iron Dome
Der Michelangelo Dome soll bis Ende des Jahrzehnts einsatzbereit sein und Bedrohungen vom Meer bis in die Luft abwehren – von Raketenangriffen bis zu Drohnenschwärmen. Das Besondere: Die offene Systemarchitektur ermöglicht die Integration von Verteidigungssystemen aus allen verbündeten Nationen. Ein strategischer Schachzug, der Leonardo zum Rückgrat einer europäischen Verteidigungsallianz machen könnte.
„In einer Welt, in der sich Bedrohungen rasant entwickeln und Verteidigung teurer ist als Angriff, müssen wir innovieren, antizipieren und international kooperieren“, betonte Cingolani bei der Vorstellung. Die Botschaft ist klar: Europa will bei Luftabwehrsystemen nicht länger Juniorpartner sein.
Saudi-Milliarden für Aerostruktur-Sparte
Parallel verhandelt Leonardo laut Bloomberg mit Saudi-Arabiens Public Investment Fund über eine Beteiligung an der Aerostruktur-Einheit. Die Gespräche, die bereits seit Anfang 2025 laufen, stehen kurz vor dem Abschluss. Geplant ist eine gemeinsame globale Einheit für Flugzeugstrukturen – ein Deal, der erheblichen Wert für Aktionäre freisetzen könnte und Leonardos Kriegskasse für weitere Investitionen füllt.
Starke Zahlen untermauern Aufwärtstrend
Die Neun-Monats-Zahlen von Anfang November lieferten solide Argumente für die Kursrally: Der Auftragseingang explodierte um 23,4 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro, während die Umsätze auf 13,4 Milliarden Euro kletterten. Das operative Ergebnis (EBITA) legte um knapp 19 Prozent auf 945 Millionen Euro zu. Besonders bemerkenswert: Die Nettoverschuldung schmolz um über ein Viertel auf 2,31 Milliarden Euro.
Mit einem Auftragsbestand von 47,3 Milliarden Euro und einem Book-to-Bill-Ratio von 1,4 ist Leonardo für die kommenden Jahre ausgelastet. Die im Juli angehobene Jahresprognose bestätigte das Management im November.
EU-Milliarden treiben Branche
Leonardo profitiert vom massiven Aufrüstungsprogramm Europas. Die EU kündigte im Mai ein 150-Milliarden-Euro-Paket für Verteidigungsbeschaffung an, während NATO-Mitglieder ihre Ausgaben bis 2035 auf fünf Prozent des BIP erhöhen wollen. Morningstar-Analystin Loredana Muharremi sieht eine Verlagerung „von eigenständiger Hardware zu integrierten Kommandoarchitekturen“ – genau das Geschäftsfeld, in dem Leonardo mit dem Michelangelo Dome punkten will.
Der Konzern hat seine Position durch strategische Partnerschaften gestärkt: Kooperationen mit Rheinmetall und Baykar bei Drohnentechnologien, ein Joint Venture mit der UAE-Gruppe EDGE und Pläne für ein Raumfahrtunternehmen mit Airbus und Thales. Selbst die ESG-Bewertung von MSCI wurde kürzlich von „BBB“ auf „A“ angehoben.
Doch Risiken bleiben: Verzögerungen bei der Michelangelo-Entwicklung, abhängige europäische Beschaffungszyklen und aufstrebende Konkurrenten wie das deutsche KI-Drohnen-Start-up Helsing mit seiner 12-Milliarden-Bewertung könnten den Höhenflug bremsen.
Leonardo-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Leonardo-Analyse vom 30. November liefert die Antwort:
Die neusten Leonardo-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Leonardo-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. November erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Leonardo: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...