Siemens schärft sein Profil als Industrie-KI-Anbieter: Die Partnerschaft mit NVIDIA liefert nach der CES 2026 erste messbare Ergebnisse, während ein Großinvestor seine Beteiligung ausbaut und das Aktienrückkaufprogramm weiterläuft. Gleichzeitig bleibt der Ausblick beim Gewinn je Aktie zurückhaltend. Wie stimmig ist diese Mischung aus konserviver Prognose und wachsender KI-Story?
Industrial AI wird konkret
Auf der CES 2026 haben Siemens-CEO Roland Busch und NVIDIA-Gründer Jensen Huang das gemeinsame „Industrial AI Operating System“ weiter konkretisiert. Kern ist die enge Verzahnung von Siemens-Software wie NX und Teamcenter mit NVIDIA-GPUs und der Omniverse-Plattform.
Erste Pilotprojekte zeigen, dass die Allianz schneller als gedacht in der Praxis ankommt:
- PepsiCo meldet durch digitale Zwillinge und KI eine Effizienzsteigerung von rund 20 Prozent in Logistikzentren.
- Rolls-Royce nutzt die Plattform zur Beschleunigung der Triebwerksentwicklung.
- Die Integration von „Physical AI“ ermöglicht die komplette Planung und Optimierung von Fabriken, bevor überhaupt gebaut wird.
Damit gewinnt die bislang vor allem strategisch erzählte KI-Partnerschaft einen klaren operativen Bezug. Siemens positioniert sich damit als Infrastruktur-Lieferant für industrielle Metaverse- und KI-Anwendungen.
Institutioneller Investor stockt auf
Parallel zu den technologischen Fortschritten steigt das Engagement institutioneller Investoren. Laut heutiger Stimmrechtsmitteilung hat The Capital Group Companies, Inc. ihre Beteiligung an Siemens erhöht.
- Überschreiten der Meldeschwelle von 3 Prozent per 8. Januar 2026
- Neuer Stimmrechtsanteil: 3,04 Prozent (rund 24,32 Millionen Aktien)
- Zuvor: 2,94 Prozent
Der Schritt erfolgt in einem Umfeld, in dem Siemens an der Börse mit über 190 Milliarden Euro bewertet wird und als DAX-Schwergewicht gilt. Das erhöhte Engagement eines langfristig orientierten Großanlegers unterstreicht die Attraktivität der aktuellen strategischen Ausrichtung.
Aktienrückkauf stützt den Kurs
Zusätzlich läuft das seit Februar 2024 bestehende Aktienrückkaufprogramm weiter. Im Zeitraum vom 5. bis 11. Januar 2026 erwarb Siemens über Xetra weitere 287.513 Aktien. Der durchschnittliche Kaufpreis bewegte sich im marktüblichen Rahmen.
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Seit Start des Programms wurden damit insgesamt mehr als 20,37 Millionen eigene Aktien zurückgekauft. Der fortlaufende Rückkauf wirkt stützend auf den Kurs und reduziert die frei handelbare Aktienzahl.
Charttechnisch konsolidiert die Siemens-Aktie derzeit im Bereich um 238 Euro. Vor diesem Hintergrund erhält der Markt durch das Zusammenspiel aus Rückkaufprogramm und erhöhter Beteiligung von Capital Group zusätzliche Signale langfristiger Unterstützung.
Zahlen, Bewertung und Indien-Impuls
Fundamental zeigt sich das Bild solide, aber mit verhaltenem Ausblick. Für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2025 lag der Gewinn je Aktie (Basic EPS) bei 12,25 Euro. Für 2026 stellt das Management eine Spanne von 10,40 bis 11,00 Euro in Aussicht – also einen leichten Rückgang.
Auf Basis der aktuellen Notierung und der Guidance-Mitte von 10,70 Euro ergibt sich ein geschätztes KGV von rund 22. Das legt nahe, dass der Markt trotz der gedämpften Gewinnprognose ein nachhaltiges Wachstum durch KI- und Digitalisierungsanwendungen einpreist.
Flankiert wird die Strategie durch politische und wirtschaftliche Initiativen in wichtigen Zukunftsmärkten. Heute begleitet Siemens eine Wirtschaftsdelegation um Bundeskanzler Friedrich Merz nach Indien. In Gujarat stehen Gespräche mit Premierminister Narendra Modi zu Halbleitern, Verteidigung und Hochtechnologie auf der Agenda – alles Bereiche, in denen Siemens in Indien bereits aktiv ist und weitere Impulse für das Industriebasisgeschäft und KI-nahe Anwendungen ableiten kann.
Klarer Blick nach vorn
Der nächste zentrale Termin ist der 12. Februar 2026. Dann wird erwartet, dass das Management detaillierter zur Skalierung des „Industrial AI Operating System“ Stellung nimmt und dessen Umsatzrelevanz für das laufende Geschäftsjahr konkretisiert. Vor allem die Frage, wie schnell aus den erfolgreichen Pilotprojekten mit Kunden wie PepsiCo und Rolls-Royce wiederkehrende Erlöse entstehen, dürfte entscheidend dafür sein, ob die aktuelle Bewertung mit einem KGV um 22 langfristig untermauert werden kann.
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