Novo Nordisk steht vor einer Gratwanderung: Während die FDA grünes Licht für die orale Version von Wegovy gibt, muss der dänische Pharmakonzern einen herben Pipeline-Rückschlag verdauen. Die Phase-III-Studie für Alzheimer ist gescheitert – und damit bricht eine milliardenschwere Umsatzhoffnung weg.
Alzheimer-Hoffnung enttäuscht
Die kürzlich veröffentlichten Daten des EVOKE-Programms sind eindeutig: Orales Semaglutid verfehlt die klinischen Wirksamkeitsziele bei Alzheimer. Zwar verbesserten sich wichtige Biomarker, doch der entscheidende klinische Nutzen für Patienten blieb aus. Für viele Investoren war die Erweiterung der GLP-1-Anwendungen über Diabetes und Adipositas hinaus fest eingeplant – diese Rechnung geht nun nicht auf.
Analysten sehen die Notwendigkeit, die langfristigen Bewertungsprämien des Unternehmens neu zu justieren. Die erhoffte Expansion in weitere lukrative Indikationen wird sich verzögern oder womöglich gar nicht realisieren.
Orales Wegovy als Gegenpol
Ende Dezember genehmigte die FDA die Tabletten-Version von Wegovy. Damit ist Novo Nordisk der erste Anbieter eines oralen GLP-1-Rezeptoragonisten speziell zur Gewichtskontrolle. Der Markteintritt erfolgt bereits im Januar 2026 – mit strategisch wichtigen Implikationen:
- Neue Zielgruppe: Patienten mit Spritzenphobie erhalten erstmals Zugang zur Therapie
- Wettbewerbsfähige Preisgestaltung: Das Unternehmen setzt auf aggressive Preise für schnelle Marktdurchdringung
- Sofortiges Umsatzpotenzial: Der Launch ist bereits angelaufen
Konkurrenz rückt näher
Der Vorsprung könnte jedoch kürzer ausfallen als gedacht. Eli Lilly hat seinen oralen Kandidaten Orforglipron bei der FDA eingereicht – unter Nutzung eines „Commissioner’s National Priority Vouchers“. Dieses Verfahren verkürzt die Prüfung von standardmäßig sechs bis zehn Monaten auf möglicherweise nur wenige Wochen.
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Die Phase der Alleinstellung für Novo Nordisks Tablette dürfte damit deutlich kürzer werden als vom Markt ursprünglich angenommen. Das Duopol im oralen Abnehm-Segment steht unmittelbar bevor.
China: Rechtssieg mit Preisnachlass
In China sicherte sich Novo Nordisk einen juristischen Erfolg. Der Oberste Volksgerichtshof bestätigte die Gültigkeit des Semaglutid-Patents und blockiert damit vorerst generische Wettbewerber. Gleichzeitig senkte das Unternehmen die Wegovy-Preise in ausgewählten Provinzen um rund 50 Prozent – eine Verteidigung der Marktanteile, die jedoch auf Kosten der Marge geht.
Neubewertung läuft
Die Aktie gibt nach, seit die Alzheimer-Daten bekannt wurden. Während die Zulassung des oralen Wegovy das Kerngeschäft stärkt, fehlt nun die spekulative Fantasie einer breiteren Pipeline. Investoren wägen ab: Auf der einen Seite stehen kurzfristige Cashflow-Gewinne durch das neue Produkt, auf der anderen der Verlust langfristiger Wachstumsperspektiven und die drohende Konkurrenz durch Eli Lilly. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob die operative Stärke ausreicht, um die strategische Enttäuschung zu kompensieren.
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