Die Eskalation im Nahen Osten treibt den Ölpreis und spielt BP in die Karten. Doch der jüngste Kursanstieg basiert nicht nur auf geopolitischen Ängsten um die Straße von Hormus. Der britische Energieriese vollzieht unter dem Druck aktivistischer Investoren eine strategische Neuausrichtung zurück zu fossilen Brennstoffen – und Anleger honorieren den klaren Bruch mit den bisherigen grünen Zielen.
Geopolitik trifft Strategiewechsel
Der dominierende Markttreiber in dieser Woche ist zweifellos der Konflikt im Nahen Osten. Berichte über eine Blockade der Straße von Hormus durch den Iran – eine Route, über die rund 20 Prozent des weltweiten Ölangebots transportiert werden – ließen die Notierungen für die Sorte Brent zwischenzeitlich auf über 80 US-Dollar pro Barrel klettern. Für BP bedeutet dies massiven Rückenwind auf der Einnahmenseite.
Doch der Aufwärtstrend der Aktie begann bereits vor der aktuellen Krise. Auslöser war der Einstieg des Hedgefonds Elliott Management, der seine Beteiligung auf über fünf Prozent ausgebaut hat. Die Forderung der Investoren war eindeutig: Weniger Experimente mit erneuerbaren Energien, mehr Fokus auf das Kerngeschäft. Das Management reagierte prompt, kassierte die bisherigen Ziele für erneuerbare Energien und kündigte verstärkte Investitionen in fossile Projekte an.
Fokus auf US-Schieferöl
Im Zentrum der neuen Strategie steht das US-Schieferölgeschäft der Sparte BPX Energy. Das Unternehmen plant, die Produktion in diesem Bereich noch im laufenden Jahr um acht Prozent auf 500.000 Barrel Öläquivalent pro Tag (boe/d) zu steigern. Das entspricht rund einem Fünftel der gesamten weltweiten Förderung des Konzerns.
Bis Ende des Jahrzehnts soll dieser Wert sogar auf 650.000 boe/d anwachsen – und das bei sinkendem Kapitaleinsatz. Insgesamt zielt BP darauf ab, bis 2027 zehn neue große Upstream-Projekte in Betrieb zu nehmen. Damit vollzieht der Konzern eine klare Abkehr von der früheren Rhetorik, die Produktion von Öl und Gas schrittweise zu drosseln.
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Bilanzsanierung statt Aktienrückkäufe
Trotz der sprudelnden Einnahmen durch den hohen Ölpreis müssen Anleger eine bittere Pille schlucken: Das Management hat das Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt. Der freie Cashflow fließt stattdessen vollständig in die Stärkung der Bilanz. Mit einer Nettoverschuldung von zuletzt rund 22,2 Milliarden US-Dollar bleibt der Schuldenabbau die oberste Priorität.
Zusätzlich plant der Konzern Verkäufe von Unternehmensteilen im Wert von 20 Milliarden US-Dollar. Diese Maßnahmen unterstreichen, dass die finanzielle Gesundung aktuell Vorrang vor kurzfristigen Ausschüttungen an die Aktionäre hat. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier dennoch ein Plus von 9,23 Prozent.
Neuer Chef, neuer Kurs
Die Umsetzung dieser Restrukturierung liegt ab dem 1. April in neuen Händen. Meg O’Neill, bisherige Chefin von Woodside Energy, übernimmt als erste externe Führungskraft und erste Frau die Spitze des britischen Ölmultis. Ihre Aufgabe wird es sein, den Spagat zwischen Schuldenabbau, operativer Exzellenz im Ölgeschäft und den geopolitischen Unsicherheiten zu meistern. Ob der durch die Hormus-Krise bedingte Ölpreisaufschlag lange genug anhält, um die Bilanzziele schneller zu erreichen, wird die entscheidende Variable für die ersten Amtsmonate der neuen CEO sein.
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