Der geplante Mega-Deal mit Warner Bros. Discovery (WBD) wackelt gewaltig – und die Börse feiert. Während Regulierer und Konkurrenten den Druck auf die Übernahme massiv erhöhen, hoffen viele Aktionäre nun auf ein Scheitern der teuren Akquisition. Ist das der Startschuss für eine Erholung des zuletzt stark gefallenen Kurses?
Regulierungsdruck wächst
Der Gegenwind aus der Politik hat sich deutlich verschärft. Elf republikanische Generalstaatsanwälte forderten das US-Justizministerium (DOJ) in einem Brief auf, die geplante Übernahme der WBD-Studio- und Streaming-Assets genau zu prüfen. Die Befürchtung: Eine Verschmelzung der riesigen Inhaltsbibliotheken mit Netflix könnte den Wettbewerb im Streaming-Sektor ersticken, die Qualität verringern und die Preise für Verbraucher treiben.
Parallel dazu hat das DOJ bereits seine Untersuchungen intensiviert. Bloomberg berichtete, dass die Behörde zivilrechtliche Auskunftsersuchen an unabhängige Filmstudios gesendet hat, um mögliche kartellrechtliche Verstöße zu prüfen. Die Frist für diese Antworten läuft am 23. März ab – brisanterweise nur drei Tage nach der geplanten Aktionärsabstimmung bei Warner Bros. Discovery.
Konkurrenz lockt mit höherem Angebot
Als wäre der behördliche Widerstand nicht genug, grätscht nun auch noch Paramount Skydance dazwischen. Das Unternehmen hat sein Angebot für Warner Bros. Discovery auf 31 US-Dollar pro Aktie nachgebessert. Dies liegt deutlich über der Netflix-Offerte, die die Assets mit einem Unternehmenswert von knapp 83 Milliarden US-Dollar oder rund 27,75 US-Dollar pro Aktie bewertet.
Hatte das WBD-Board frühere Annäherungsversuche von Paramount noch wegen Finanzierungsfragen abgelehnt, zwingt die Kombination aus dem höheren Preis und den wachsenden kartellrechtlichen Hürden des Netflix-Deals die Verantwortlichen nun zur erneuten Prüfung.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Netflix?
Warum die Aktie steigt
Paradoxerweise reagierte die Netflix-Aktie auf die drohende Blockade mit einem Kurssprung von fast sechs Prozent auf 82,72 US-Dollar. Der Grund für diese Erleichterungsrally ist finanzieller Natur: Viele Investoren betrachteten die geplante Übernahme skeptisch, da sie Netflix eine enorme Schuldenlast aufbürden würde. Die Aktie hatte im Vorfeld rund 40 Prozent von ihren Höchstständen eingebüßt, auch weil Aktienrückkäufe für den Deal ausgesetzt wurden.
Ein Scheitern der Übernahme würde nicht nur die Bilanz schonen, sondern dem Streaming-Riesen vertraglich sogar eine Auflösungsgebühr (Breakup Fee) von 2,8 Milliarden US-Dollar in die Kasse spülen. Marktbeobachter werten den Kursanstieg bei hohem Handelsvolumen als klares Signal, dass die Wall Street eine unabhängige Zukunft von Netflix derzeit bevorzugt.
Entscheidung im März
Die kommenden Wochen werden für die weitere Kursentwicklung entscheidend sein. Am 20. März steht die Abstimmung der WBD-Aktionäre an, kurz darauf folgt die Frist des Justizministeriums. Sollte der Deal unter der Last von Politik und Konkurrenzangeboten tatsächlich platzen, dürfte dies kurzfristig weiteren Auftrieb für den Netflix-Kurs bedeuten, da die operative Flexibilität erhalten bliebe und Kapital für Aktienrückkäufe frei würde.
Netflix-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Netflix-Analyse vom 26. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Netflix-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Netflix-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Netflix: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...