Klarna liefert beim Wachstum weiter ab – doch genau das reicht dem Markt gerade nicht. Denn auf Rekordwerte bei Umsatz und Nutzern treffen ein Jahresverlust, vorsichtigere Signale für 2026 und neuer juristischer Gegenwind. Die Folge: Anleger schauen weniger auf die Schlagzeilen, sondern stärker auf die Stolpersteine darunter.
Starkes Wachstum – schwacher Gewinn
Im Gesamtjahr 2025 meldete Klarna ein kräftiges Plus bei den Volumina und Erlösen: Der Bruttowarenwert (GMV) stieg um 22% auf 127,9 Mrd. US-Dollar, der Umsatz um 25% auf 3,5 Mrd. US-Dollar. Operativ weist das Unternehmen auf bereinigter Basis zwar einen Gewinn von 65 Mio. US-Dollar aus (Marge: 1,9%). Unter dem Strich blieb jedoch ein deutlicher Verlust: 294 Mio. US-Dollar netto, vor Steuern lag das Minus bei 241 Mio. US-Dollar.
Auch das vierte Quartal zeigt dieses Spannungsfeld. Klarna schaffte erstmals ein Umsatzquartal über 1 Mrd. US-Dollar und übertraf beim GMV sowie beim Umsatz die eigene Prognosespanne. Gleichzeitig drehte das Ergebnis ins Negative: Ein Nettoverlust von 26 Mio. US-Dollar stand einem Nettogewinn von 40 Mio. US-Dollar im Vorjahresquartal gegenüber.
Nutzerrekorde – und die Logik dahinter
Auf der Kundenseite bleibt das Tempo hoch. Zum Jahresende 2025 zählte Klarna mehr als 118 Mio. aktive Nutzer weltweit und verarbeitete rund 3,4 Mio. Transaktionen pro Tag. Die Zahl der Händlerpartner stieg auf 966.000 (+42% im Jahresvergleich).
Besonders auffällig: die Entwicklung im Banking-Teil. Die Zahl der „Banking Consumers“ kletterte auf 15,8 Mio. (+101%), aktive Kartennutzer auf 4,2 Mio. (+288%). Genau diese Gruppe ist für Klarna besonders wertvoll: Laut Angaben liegt der durchschnittliche Umsatz pro Banking-Kunde bei 107 US-Dollar – gegenüber 30 US-Dollar im Schnitt über alle Kunden. Dazu kommt eine deutlich höhere Kaufhäufigkeit.
Auch die App-Nutzung erreichte neue Marken: mehr als 55 Mio. monatlich aktive Nutzer, 9 Mio. tägliche Nutzer. Die tägliche Nutzung legte im Jahresvergleich um rund 53% zu.
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Ausblick 2026: Erwartungen gedämpft, Risiken bleiben
Für 2026 stellt Klarna ein GMV von 155 Mrd. US-Dollar in Aussicht, für das erste Quartal einen Umsatz zwischen 900 und 980 Mio. US-Dollar. Die bereinigte operative Marge soll im Gesamtjahr 6,9% erreichen. Allerdings wurde insbesondere die GMV-Prognose in Marktberichten als unter den Erwartungen liegend eingeordnet – ein Hinweis darauf, dass das Wachstum an Schwung verlieren könnte.
Zusätzlich belastet das Thema Risikovorsorge. Für ein im vierten Quartal 2025 in den USA neu aufgebautes BNPL-Finanzierungsportfolio von 2,5 Mrd. US-Dollar buchte Klarna 80 Mio. US-Dollar an Rückstellungen sofort und erfasste 40 Mio. US-Dollar Umsatz. Das Management sprach von Gegenwind für die nähere Zukunft.
Parallel kommt ein juristischer Unsicherheitsfaktor hinzu: In den USA läuft eine Sammelklage im Zusammenhang mit dem Börsengang. Der Vorwurf lautet, Risiken rund um Verlustreserven seien kurz nach dem IPO unzutreffend dargestellt worden.
Am Aktienmarkt spiegelte sich die angespannte Lage zuletzt deutlich wider: Der Schlusskurs am Freitag lag bei 11,46 Euro (Tagesminus: 4,34%), seit Jahresbeginn steht damit ein Rückgang von 53,03% zu Buche.
Zum Start ins Jahr 2026 hängt viel daran, ob Klarna die angekündigte Verbesserung der Transaktionsmargen in der zweiten Jahreshälfte tatsächlich liefert – und ob höhere Risikovorsorge sowie die laufenden Verfahren die Story bis dahin weiter ausbremsen.
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