Der Spezialchemiekonzern Evonik hat seine operativen Ziele für 2025 zwar erreicht, verordnet seinen Aktionären jedoch eine schmerzhafte Diät. Neben einer spürbaren Dividendenkürzung kappt das Management die bisherige Ausschüttungsgarantie und reagiert mit sofortigen Preiserhöhungen auf den anhaltenden Margendruck. Ist das der notwendige Schritt, um den langwierigen Konzernumbau erfolgreich abzuschließen?
Auf den ersten Blick lesen sich die endgültigen Zahlen für das abgelaufene Jahr solide. Mit einem bereinigten operativen Gewinn (EBITDA) von 1,87 Milliarden Euro landete das Unternehmen punktgenau in der prognostizierten Spanne. Auch der Nettogewinn stieg von 222 Millionen auf 265 Millionen Euro an. Doch diese Ergebnisse haben ihren Preis: Der Konzern bricht mit seiner bisherigen Kontinuitätspolitik bei der Gewinnbeteiligung. Für 2025 schlägt der Vorstand eine reduzierte Dividende von 1,00 Euro je Aktie vor, nach 1,17 Euro im Vorjahr. Ab 2026 sollen dann jährlich nur noch 40 bis 60 Prozent des bereinigten Nettogewinns ausgeschüttet werden. Das verschafft dem Unternehmen dringend benötigte finanzielle Flexibilität.
Margendruck erzwingt Sofortmaßnahmen
Die Anpassungen spiegeln ein herausforderndes Marktumfeld wider. Der Gesamtumsatz schrumpfte 2025 um sieben Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Zudem fiel die wichtige Kapitalrendite (ROCE) auf 6,1 Prozent ab, womit das Management weit vom mittelfristigen Zielwert von elf Prozent entfernt bleibt.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Evonik?
Um operativ gegenzusteuern, greift Evonik zu einer drastischen Maßnahme: Für das Kernprodukt MetAMINO, einen zentralen Umsatzbringer in der Tierernährung, steigen die Preise mit sofortiger Wirkung weltweit um zehn Prozent. Parallel dazu befindet sich das laufende Sparprogramm in der Schlussphase. Bis zu 2.000 Stellen fallen weg, davon 1.500 in Deutschland, um ab dem laufenden Jahr jährlich rund 400 Millionen Euro einzusparen.
Schwacher Ausblick belastet den Kurs
An der Börse hinterlässt diese Mischung aus Umbau und Marktschwäche deutliche Spuren. Die Aktie beendete den gestrigen Handelstag bei 13,96 Euro und verbucht damit auf Sicht von zwölf Monaten ein Minus von über 34 Prozent. Der aktuelle Abstand zur 200-Tage-Linie liegt bei minus 7,6 Prozent, was den anhaltenden Abwärtstrend unterstreicht. Ein RSI-Wert (14 Tage) von extrem niedrigen 15,8 signalisiert zwar einen stark überverkauften Zustand, doch der jüngste Ausblick für 2026 bremst aufkommenden Optimismus. Während das EBITDA-Ziel mit 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro stabil bleibt, musste das Management die Umsatzerwartung auf 13,5 bis 14,5 Milliarden Euro nach unten anpassen. Hohe Energiepreise, schwache Konjunktur und globale Überkapazitäten belasten das Geschäft.
Ob die strukturelle Neuausrichtung und die sofortigen Preisanhebungen greifen, wird sich zeitnah messbar zeigen. Die nächsten verlässlichen Indikatoren für einen operativen Turnaround liefert die Vorlage der Quartalszahlen am 8. Mai. Wenig später, am 3. Juni, müssen die Aktionäre auf der Hauptversammlung den neuen, restriktiveren Dividendenkurs formell absegnen.
Evonik-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evonik-Analyse vom 10. März liefert die Antwort:
Die neusten Evonik-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evonik-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Evonik: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...