Rolls-Royce kennt derzeit nur eine Richtung: steil nach oben. Der Triebwerksbauer hat zu Jahresbeginn nicht nur die symbolträchtige Marke von 100 Milliarden Pfund an Börsenwert durchbrochen, sondern auch ein neues Allzeithoch markiert. Nach einer Kursverdopplung innerhalb von zwölf Monaten stellt sich für Anleger jedoch die zentrale Frage: Ist die Bewertung durch die operativen Fortschritte noch gedeckt oder droht eine Überhitzung?
Stärke im Fahrwasser des Rekordmarktes
Am 2. Januar kletterte der Kurs auf den Rekordwert von 1.198 Pence. Dieser Anstieg wurde durch ein extrem freundliches Marktumfeld begünstigt, in dem der britische Leitindex FTSE 100 erstmals in seiner Geschichte die Marke von 10.000 Punkten überschritt. Rolls-Royce fungiert dabei als Outperformer: Während der Gesamtmarkt gut läuft, legte die Aktie auf Jahressicht um gut 103 Prozent zu.
Die technische Situation unterstreicht den Bullenmarkt. Der Kurs notiert deutlich über dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von 11,19 Pfund. Allerdings deutet der Abstand zum Durchschnitt auch darauf hin, dass die Bewegung kurzfristig weit gelaufen ist.
Fundamentale Wende treibt die Kurse
Der Höhenflug ist nicht bloße Spekulation, sondern das Resultat einer harten Restrukturierung unter CEO Tufan Erginbilgic. Die jüngsten Finanzdaten belegen den Erfolg der Strategie:
- Gewinnsprung: Der operative Gewinn kletterte im ersten Halbjahr 2025 um 51 Prozent auf 1,7 Milliarden Pfund.
- Effizienz: Die operative Marge verbesserte sich signifikant von 14 auf 19,1 Prozent.
- Cashflow: Der freie Cashflow stieg um 37 Prozent auf 1,58 Milliarden Pfund.
Das Unternehmen nutzt diese finanzielle Stärke, um Kapital an die Aktionäre zurückzuführen. Am 5. Januar wurden im Rahmen des laufenden Rückkaufprogramms weitere eigene Aktien erworben.
Bewertung zwischen Chance und Risiko
Trotz der Rallye wirkt die Aktie im Branchenvergleich auf den ersten Blick nicht zu teuer. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 17,6 wird Rolls-Royce günstiger gehandelt als Wettbewerber wie BAE Systems (KGV 25,8) oder RTX (KGV 37,3).
Einige Bewertungsmodelle mahnen jedoch zur Vorsicht. Eine Discounted-Cashflow-Analyse (DCF) deutet darauf hin, dass der faire Wert eher bei 9,72 Pfund liegen könnte, was ein Abwärtspotenzial von rund 28 Prozent implizieren würde. Hier prallen die optisch günstige KGV-Bewertung und fundamentale Modellrechnungen aufeinander.
Ausblick und Wachstumstreiber
Operativ laufen die Geschäfte auf Hochtouren. Die Sparte Civil Aerospace profitiert von der hohen Auslastung bei Großraumflugzeugen, während der Verteidigungssektor erst im Dezember eine strategische Zusammenarbeit mit NATO-Partnern im Wert von 400 Millionen Pfund sicherte. Zudem liefert der Bereich Power Systems dank der Nachfrage nach Rechenzentren höhere Margen.
Analysten erwarten für das Jahr 2026 einen Anstieg des Nettogewinns auf 2,71 Milliarden Pfund bei einem Gewinn je Aktie von 32,6 Pence. Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt derzeit bei rund 1.216 Pence und damit nur knapp über dem aktuellen Niveau, was das kurzfristige Aufwärtspotenzial begrenzen könnte.
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