In drei Tagen legt Mercedes-Benz den vollständigen Geschäftsbericht 2025 vor. Die wichtigsten Zahlen sind zwar bereits bekannt – spannend wird aber, welche Details der Konzern zu Restrukturierung, Kapitalallokation und dem strategischen Neustart nachliefert. Kann der Premiumhersteller damit das Vertrauen in eine Trendwende untermauern?
Zuletzt zeigte sich die Aktie eher unauffällig: Am Freitag schloss sie bei 58,80 Euro (-0,39%). Damit notiert sie nur knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt (58,99 Euro) und rund 5% unter dem 52-Wochen-Hoch von 61,93 Euro.
Schwaches Jahr, klare Bremsspuren
2025 war für Mercedes-Benz ein Jahr mit Gegenwind auf vielen Ebenen. Der Konzern meldete ein bereinigtes EBIT von 8,2 Mrd. Euro nach 13,7 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Umsatz sank auf 132,2 Mrd. Euro (2024: 145,6 Mrd. Euro). Noch deutlicher fiel der Rückgang beim Konzernergebnis aus: 5,3 Mrd. Euro nach 10,4 Mrd. Euro – ein Minus von rund 49%.
Auch die Profitabilität im Kerngeschäft ließ nach. Die bereinigte Umsatzrendite bei Mercedes-Benz Cars rutschte auf 5,0% (Vorjahr: 8,1%). Gleichzeitig ging der durchschnittliche Verkaufspreis im Pkw-Segment auf rund 68.100 Euro zurück (zuvor 71.000 Euro). Das passt ins Bild: Preisdruck, schwierigere Märkte und ein härterer Wettbewerb hinterlassen Spuren.
Zölle, China und Währung drücken auf Volumen und Marge
Als Belastungsfaktoren nennt das Unternehmen Zölle, negative Wechselkurseffekte und verschärften Wettbewerb in China. Beim Absatz zeigt sich das besonders deutlich: 2025 verkaufte Mercedes rund 2,16 Mio. Pkw und Vans, davon etwas mehr als 1,8 Mio. Pkw – ein Rückgang von 9% gegenüber 2024. In China fiel das Minus mit 19% noch kräftiger aus.
Das ist strategisch heikel, weil China für Mercedes-Benz weiterhin das wichtigste Einzelland ist. Fast ein Drittel aller Pkw setzte der Konzern 2025 dort ab. Positiv aus Sicht des Managements: Kosteneinsparungen von mehr als 3,5 Mrd. Euro in der Pkw-Sparte federten einen Teil des Drucks ab.
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Dividende runter, Rückkauf läuft weiter
Der Ergebnisrückgang schlägt auch bei der Ausschüttung durch. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen für 2025 eine Dividende von 3,50 Euro je Aktie vor, nach 4,30 Euro im Vorjahr. Gleichzeitig verweist der Quelltext darauf, dass Analysten sogar mit einer noch niedrigeren Dividende gerechnet hatten.
Parallel bleibt der Aktienrückkauf ein wichtiger Baustein: Das Programm läuft bis zu einem Gesamtvolumen von 2 Mrd. Euro weiter. Bis Ende 2025 wurden Aktien im Wert von rund 300 Mio. Euro zurückgekauft, für 2026 wären damit rechnerisch noch bis zu 1,7 Mrd. Euro möglich.
Produktoffensive und „In China für China“
Operativ setzt Mercedes-Benz auf einen Neustart über neue Modelle und Technologieinvestitionen. Bis 2027 sollen mehr als 40 neue oder überarbeitete Modelle kommen, inklusive elektrischer Varianten der C-Klasse und weiterer Modelle im Kern- und Top-End-Segment.
Zugleich soll die China-Strategie stärker lokal werden: „In China für China“, engere Tech-Partnerschaften und eine angepasste Kostenstruktur. Mehr als 80% des chinesischen Marktes will Mercedes bis Mitte 2026 lokal bedienen, unter anderem über den lokalisierten GLE LWB.
Zum Ausblick: Für 2026 erwartet Mercedes Konzernumsatz auf Vorjahresniveau, das operative Ergebnis soll „deutlich“ über dem Vorjahr liegen. In der Pkw-Sparte bleibt der Rahmen jedoch eng: Die Marge wird nur bei 3 bis 5% gesehen. Zweistellige Margen will CEO Ola Källenius erst 2027 wieder anpeilen.
Am Mittwoch, den 4. März, dürfte der vollständige Jahresbericht zeigen, wie konkret Restrukturierung, Investitionsschwerpunkte und Kapitalallokation hinterlegt sind; der nächste feste Termin danach ist die Hauptversammlung am 16. April, gefolgt von den Q1-Zahlen am 29. April 2026.
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