Barrick sortiert sein Portfolio neu, räumt geopolitische Risiken auf und profitiert gleichzeitig von einem deutlich verbesserten Sentiment für Gold. Mehrere Analystenhäuser erhöhen ihre Erwartungen – sowohl für den Goldpreis als auch für den Konzern selbst. Entscheidend ist nun, ob Barrick diese Vorschusslorbeeren operativ untermauern kann.
Institutionelle Gold-Fantasie als Treiber
Auslöser der jüngsten Kursstärke ist vor allem ein Schub institutionellen Optimismus für Edelmetalle. Am Donnerstag, den 8. Januar, hat Bernstein sein Goldpreisziel für 2026 deutlich auf 4.180 US‑Dollar je Unze angehoben. Begründet wird das mit anhaltend hoher Nachfrage der Notenbanken und Goldkäufen als Absicherung gegen geopolitische Risiken.
Für Barrick ist das direkt relevant: Der Konzern bietet hohe operative Hebel auf den Spot-Goldpreis. Steigt der Goldpreis, können Margen und Cashflows überproportional zulegen, sofern die Kosten im Rahmen bleiben.
Flankierend bestätigte DA Davidson am 6. Januar seine Kaufempfehlung für die Aktie. Das Haus sieht die strategische Neuausrichtung des Unternehmens auf einem guten Weg und stärkt damit das Vertrauen in den Umbau.
Am Markt spiegelt sich das bereits wider: Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten deutlich zugelegt und am Freitag bei 41,09 Euro ein neues 52‑Wochen-Hoch markiert. Damit liegt der Kurs rund 65 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt – ein klarer Hinweis auf einen etablierten Aufwärtstrend.
Spin-off „NewCo“ und Abbau des Mali-Risikos
Ein Kernstück der Neuausrichtung ist die Abspaltung eines neuen Unternehmens („NewCo“). Im Dezember 2025 kündigte Barrick an, seine führenden nordamerikanischen Gold-Assets in diese eigenständige Einheit auszulagern. Dazu zählen insbesondere die Beteiligung an den Nevada Gold Mines und die Interessen an Pueblo Viejo.
Die Idee dahinter: Die Premium-Bewertung von Goldminen in politisch stabilen Top-Regionen („Tier 1 Jurisdictions“) soll sichtbarer werden. Bisher wurde Barrick traditionell mit einem Abschlag gegenüber Wettbewerbern gehandelt, vor allem wegen Engagements in Afrika und dem Nahen Osten. Mit „NewCo“ soll ein klarer Block mit nordamerikanischem Fokus entstehen, der auch für Investoren attraktiv ist, die gezielt auf „sichere“ Fördernationen setzen.
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Parallel hat das Unternehmen ein wichtiges geopolitisches Risiko entschärft: Der sogenannte „Mali-Abschlag“, der den Kurs über weite Teile des Jahres 2025 belastete, ist weitgehend verschwunden. Im Dezember 2025 einigte sich Barrick mit der Regierung Malis auf eine zehnjährige Verlängerung der Abbaulizenz für das Loulo‑Gounkoto‑Minenkomplex. Zugleich wurde der Bergbaukodex von 2023 akzeptiert.
Damit kehrt in Mali wieder Planbarkeit ein. Dieser Schritt nimmt einen wesentlichen Belastungsfaktor vom Tisch und lenkt den Blick der Anleger zurück auf die Fähigkeit des Konzerns, nachhaltige Cashflows zu generieren.
Wichtige strategische Punkte im Überblick
- Geplante Abspaltung „NewCo“ mit Top-Gold-Assets in Nordamerika
- Beseitigung des „Mali-Abschlags“ durch neue Vereinbarung und Lizenzverlängerung
- Positive Analystenimpulse, u. a. höheres Goldpreisziel von Bernstein
- Deutlicher Kursaufschwung, neues 52‑Wochen-Hoch in Euro
Neuer Markenauftritt und Margenfokus
Die Veränderungen zeigen sich auch im Auftritt des Konzerns. Nach Zustimmung der Aktionäre im Mai 2025 firmiert das Unternehmen nun als Barrick Mining Corporation und notiert an der NYSE unter dem Ticker „B“. Das soll der erweiterten Ausrichtung Rechnung tragen, denn neben Gold gewinnt das Kupfergeschäft an Bedeutung.
Trotz dieser inhaltlichen Breite bleibt ein Punkt im Zentrum der Bewertung: die Kostenkontrolle im Kerngeschäft. Barrick strebt für 2025 all-in sustaining costs (AISC) von 1.460 bis 1.560 US‑Dollar je Unze Gold an, eine Zielspanne, die im Q3 erneut bestätigt wurde. Gelingt es, diese Vorgabe bei gleichzeitig hohen Goldpreisen einzuhalten, steigen die Margen deutlich. Genau das ist der Hebel, auf den viele Investoren derzeit setzen.
Technisches Bild und nächste Katalysatoren
Charttechnisch befindet sich die Aktie in einem bestätigten Aufwärtstrend. Der Kurs liegt klar über dem 50‑ und 200‑Tage-Durchschnitt, wobei der Abstand zur längerfristigen Linie besonders ausgeprägt ist. Auf US‑Dollar-Basis sehen Marktbeobachter die nächste markante Hürde im Bereich von 47,00 Dollar. Wird die Zone über dem letzten Ausbruchsbereich um 45,00 Dollar stabil verteidigt, wäre aus technischer Sicht der Weg für einen Test der historischen Hochs frei, insbesondere wenn die „NewCo“-Platzierung im ersten Halbjahr 2026 konkretisiert wird.
Operativ rückt nun ein klarer Termin in den Fokus: Am 5. Februar 2026 legt Barrick die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor. Dann zeigt sich, in welchem Umfang die hohen Goldpreise bereits in Ergebnis und Cashflow angekommen sind – und ob genügend Spielraum für eine Anhebung der Dividende über das aktuelle Niveau hinaus besteht.
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