Amazon macht ernst beim Konzernumbau. Ab dem morgigen Dienstag soll laut Insiderberichten die zweite große Entlassungsrunde anrollen, die Tausende Bürojobs kosten wird. Doch CEO Andy Jassy geht es dabei um mehr als reine Kosteneinsparungen – er will die Unternehmenskultur radikal entschlacken. Was bedeutet dieser tiefe Einschnitt für die Struktur des Tech-Giganten?
Der Umfang der Maßnahmen
Nach dem ersten Schritt im Oktober 2025 folgt nun die finale Phase des angekündigten Personalabbaus. Berichten zufolge plant Amazon, in dieser Woche Tausende weitere Stellen zu streichen, um das ausgegebene Ziel von insgesamt 30.000 abgebauten Positionen im Verwaltungsbereich („White-Collar“) zu erreichen. Dies entspricht fast 10 Prozent der Belegschaft in der Verwaltung. Betroffen sind dabei zentrale Bereiche: von der profitablen Cloud-Sparte AWS über das Einzelhandelsgeschäft und Prime Video bis hin zur Personalabteilung.
Kampf gegen die Bürokratie
Interessant ist die Begründung der Konzernspitze für diesen drastischen Schritt. Während zunächst Effizienzgewinne durch Künstliche Intelligenz als Haupttreiber vermutet wurden, korrigierte CEO Andy Jassy diese Annahme. Im letzten Analystencall stellte er klar: „Es ist nicht wirklich finanziell getrieben und auch nicht wirklich KI-getrieben.“ Vielmehr habe sich im Laufe der Jahre eine überbordende Bürokratie mit zu vielen Managementebenen eingeschlichen. Jassy will die Entscheidungsprozesse beschleunigen und die „Day 1“-Mentalität des Gründers Jeff Bezos wiederbeleben.
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Investitionen trotz Sparzwang
Paradoxerweise bedeutet der Stellenabbau keinen generellen Investitionsstopp. Gerade die Cloud-Sparte AWS, die im dritten Quartal 2025 für 65 Prozent des gesamten operativen Gewinns verantwortlich war, wird strategisch weiter ausgebaut. Erst am Sonntag kündigte das Unternehmen den Start einer „European Sovereign Cloud“ an. Amazon saniert also die Verwaltung, um Kapital und Ressourcen für das Wachstum im Cloud-Geschäft und die Einhaltung regulatorischer Anforderungen in Europa freizuschaufeln.
Das sagen die Analysten
An der Wall Street wird der strikte Sparkurs trotz der kurzfristigen Unruhe positiv bewertet. Rund 96 Prozent der beobachtenden Analysten raten weiterhin zum Kauf der Aktie und sehen ein durchschnittliches Kursziel von etwa 295 US-Dollar. Die Experten wetten darauf, dass die verschlankte Struktur mittelfristig zu besseren Margen führen wird. Kurzfristig reagierte das Papier jedoch nervös: In den letzten sieben Tagen gab der Kurs um rund 6,6 Prozent nach und schloss am Freitag bei 231,19 US-Dollar.
Der nächste wichtige Termin steht bereits fest: Am 5. Februar 2026 legt Amazon die Zahlen für das vierte Quartal vor. Dann wird sich zeigen, ob das Weihnachtsgeschäft die Erwartungen erfüllen konnte und wie schnell sich die laufenden Restrukturierungskosten in der Bilanz niederschlagen.
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