Ams Osram setzt seinen strikten Kurs zur Wertsteigerung fort. Neben harten Sparmaßnahmen und Unternehmensverkäufen nutzt der Konzern nun gezielt die Stärke seiner Marke, um neue Einnahmequellen ohne großen Kapitalaufwand zu erschließen. Doch reicht diese breit angelegte Strategie aus, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen und den zuletzt stark unter Druck geratenen Aktienkurs zu stabilisieren?
Neuer Deal in Asien
Der österreichisch-deutsche Konzern erweitert sein Geschäftsmodell durch eine exklusive Lizenzvereinbarung mit Ziwooo Biotechnology. Wie das Unternehmen heute bekannt gab, wird der chinesische Partner künftig Gesundheits- und Schönheitsprodukte unter der Marke OSRAM in China, weiteren asiatischen Märkten sowie Australien und Neuseeland vertreiben.
Das Portfolio umfasst unter anderem Rotlichttherapie-Geräte und UV-Hauttherapielösungen. Für Ams Osram ist dies ein klassischer Schritt der „IP-Monetarisierung“: Der Konzern stellt seinen bekannten Markennamen zur Verfügung, während Entwicklung, Produktion und Vertrieb vollständig beim Partner liegen. Dies generiert Lizenzeinnahmen ohne operatives Risiko – ein Modell, das bereits im Bereich Verbraucherbatterien mit der EURES GmbH Anwendung findet.
Radikaler Umbau im Hintergrund
Die Lizenzvereinbarung ist nur ein kleiner Baustein in einer umfassenden Transformation. Erst Anfang Februar unterzeichnete das Management den Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon für 570 Millionen Euro. Zusammen mit der Veräußerung des Lampengeschäfts an Ushio summieren sich die Erlöse auf rund 670 Millionen Euro.
Diese Mittel sind dringend nötig, um die Bilanz zu reparieren. Durch die Desinvestitionen soll die Verschuldungsquote von 3,3x auf solidere 2,5x sinken. Gleichzeitig läuft das Sparprogramm „Simplify“, das jährliche Einsparungen von 200 Millionen Euro vorsieht und den Abbau von rund 2.000 Stellen beinhaltet.
Die Börse reagierte auf den Umbau zuletzt skeptisch. Mit einem aktuellen Kurs von 9,33 Euro notiert das Papier deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 13,84 Euro. Der RSI-Wert von 16,4 deutet auf eine technisch stark überverkaufte Situation hin, was das nervöse Marktumfeld unterstreicht.
Solide Zahlen, verhaltener Ausblick
Operativ zeigte sich das Unternehmen im vierten Quartal 2025 stabil. Der Umsatz lag mit 874 Millionen Euro über der Mitte der eigenen Prognose, die bereinigte EBITDA-Marge erreichte 18,4 Prozent. Auch ein Patentstreit mit dem chinesischen Wettbewerber Meizhi konnte beigelegt werden, was künftige Rechtsrisiken minimiert.
Für das laufende erste Quartal 2026 dämpft das Management jedoch die Erwartungen. Aufgrund der Verkäufe von Unternehmensteilen und Währungseffekten wird ein Umsatz von rund 760 Millionen Euro bei einer Marge von etwa 15 Prozent erwartet.
Der Fokus liegt nun auf der Umsetzung der langfristigen Ziele bis 2030. Ams Osram strebt im Kerngeschäft Halbleiter ab 2027 wieder deutliches Wachstum an. Ob die Kombination aus Verschlankung und Markenlizenzierung die gewünschte Wende bringt, wird sich spätestens beim nächsten Quartalsbericht am 7. Mai 2026 zeigen, wenn die ersten Effekte der Restrukturierung in den Zahlen sichtbar werden sollten.
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