Oracle will 2026 richtig Tempo machen – und dafür tief in die Finanzierungskiste greifen. Ein Kapitalpaket von bis zu 50 Milliarden Dollar soll den Ausbau der Cloud-Infrastruktur beschleunigen, vor allem für KI-Kunden. Genau diese Größenordnung sorgt aber kurzfristig für Gegenwind: Anleger fürchten Verwässerung und mehr Risiko in der Bilanz.
50 Milliarden für die Cloud
Diese Woche hat Oracle einen Finanzierungsplan vorgestellt, der 2026 brutto 45 bis 50 Milliarden US-Dollar einbringen soll. Das Geld ist für einen massiven Ausbau von Oracle Cloud Infrastructure (OCI) vorgesehen, um die laut Unternehmen bereits vertraglich zugesicherte Nachfrage zu bedienen. Genannt werden dabei große Namen aus dem KI- und Tech-Umfeld, darunter OpenAI, Meta, NVIDIA und AMD.
Die Struktur des Pakets ist grob zweigeteilt:
- Schulden: Rund die Hälfte soll über Investment-Grade-Anleihen kommen.
- Eigenkapital/Eigenkapital-nah: Der Rest über Aktien und aktienähnliche Instrumente – darunter ein neu genehmigtes „At-the-market“-(ATM)-Programm über bis zu 20 Milliarden US-Dollar sowie pflichtwandelbare Vorzugsaktien.
Warum der Markt nervös reagiert
Der Knackpunkt ist weniger die KI-Story als die „Mechanik“ der Finanzierung. Ein größerer Aktienanteil bedeutet potenziell: mehr Aktien im Umlauf, geringerer Anteil je Aktie – also Verwässerung. Zusätzlich rückt bei einem gleichzeitigen Schuldenaufbau das Thema Leverage wieder stärker in den Fokus.
Entsprechend stand die Aktie in dieser Woche deutlich unter Druck. Auf 7-Tage-Sicht liegt sie 17,07% im Minus (aktueller Kurs: 136,48 USD). Damit überlagern kurzfristige Sorgen die langfristige Wachstumsfantasie, die Oracle mit KI-getriebener Cloud-Nachfrage verbindet.
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Rating, Risiken – und die nächsten Termine
S&P Global Ratings hat die geplanten unbesicherten Notes mit „BBB“ auf Emissionsebene eingestuft. Die Ratingagentur wertet den Eigenkapitalanteil als stabilisierend, weil dadurch nicht die gesamte Last über höhere Verschuldungskennzahlen läuft. Gleichzeitig verweist S&P auf Umsetzungsrisiken, die bei einer so schnellen, so großen Kapitalausweitung zwangsläufig steigen.
Entscheidend wird nun, ob Oracle die große Rechnung aufgehen lässt: Kann der Vertragsbestand tatsächlich zügig in margenstarke Umsätze umgewandelt werden, würde die zusätzliche Kapazität die Position im Cloud-Markt stärken. Kommt es dagegen zu einem Abflauen der KI-Ausgaben, drohen hohe Infrastrukturkosten – und ein höherer Aktienbestand.
Konkrete Wegmarken dafür stehen bereits fest: Im März werden die Q3-Zahlen (Geschäftsjahr 2026) erwartet; außerdem dürften Anleihe-Preisgestaltung und Nachfrage sowie die tatsächliche Nutzung des 20-Milliarden-ATM-Programms die Stimmung rund um die Aktie in den kommenden Wochen maßgeblich prägen.
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