Tesla überrascht mit besser als erwarteten Quartalszahlen – und lenkt den Blick der Anleger klar weg vom reinen Autogeschäft hin zu künstlicher Intelligenz und Robotaxis. Hinter der ersten positiven Kursreaktion stehen jedoch sinkende Jahresumsätze, deutlich rückläufige Gewinne und ein strategischer Schwenk, der nicht ohne Risiko ist. Entscheidend ist daher: Warum honoriert der Markt ausgerechnet jetzt Teslas KI-Kurs, obwohl das Kerngeschäft unter Druck steht?
Zahlen zwischen Überraschung und Rückgang
Im Schlussquartal meldete Tesla einen Umsatz von 24,9 Milliarden US‑Dollar und lag damit knapp über den Analystenschätzungen von 24,79 Milliarden US‑Dollar. Deutlicher fiel der Überraschungseffekt beim Gewinn aus: Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 0,50 US‑Dollar über den erwarteten 0,45 US‑Dollar.
Brisant ist der Kontext: Erstmals in seiner Geschichte verzeichnete Tesla für das Gesamtjahr 2025 einen Umsatzrückgang. Die Erlöse sanken um 3 % auf 94,8 Milliarden US‑Dollar. Damit endet eine jahrelange Phase kontinuierlichen Wachstums – ein klarer Dämpfer für jene Investoren, die Tesla vor allem als Wachstumswert sehen.
Besonders belastet ist das Autogeschäft. Der Umsatz im Kerngeschäft brach im Jahresvergleich um 11 % auf 17,7 Milliarden US‑Dollar ein. Die Folge: Der Quartalsnettogewinn schrumpfte um 61 % auf 840 Millionen US‑Dollar. Positiv sticht allerdings eine Kennzahl heraus, die im Markt genau beobachtet wird: Die Automobil-Bruttomarge ohne regulatorische Kredite lag bei 17,9 % und damit deutlich über der Prognose von 14,3 %. Das zeigt, dass Tesla trotz Preisdruck und Rabatten operativ effizienter arbeitet, als viele befürchtet hatten.
Kursseitig spiegelt sich die Zwischensituation wider: Gestern schloss die Aktie bei 392,90 Euro und liegt damit rund 19 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch vom Dezember, aber deutlich über dem Tief von Anfang April.
Milliarden für xAI und Robotaxis
Die freundliche Reaktion der Anleger nach den Zahlen hängt nicht nur an den leicht besseren Kennziffern, sondern vor allem an einem klaren strategischen Signal. Tesla will 2 Milliarden US‑Dollar in xAI investieren, ein KI-Unternehmen, das ebenfalls von Elon Musk geführt wird. Damit untermauert der Konzern, dass er seine Zukunft nicht allein im Verkauf von Elektroautos sieht, sondern als Plattform für künstliche Intelligenz, autonome Mobilität und Robotik.
Die Botschaft an den Markt: Tesla soll stärker als Technologie- und Softwarekonzern wahrgenommen werden, weniger als klassischer Autobauer mit zyklischem Geschäft. Das passt zu der bereits länger erzählten Story rund um autonomes Fahren, Full Self-Driving und Robotaxis.
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Unterstrichen wird diese Linie durch die bekräftigten Produktionspläne:
- Die Fertigung des „Cybercab“ Robotaxis soll noch in diesem Jahr anlaufen.
- Auch der Zeitplan für die Produktion der Semi-Trucks bleibt unverändert.
Damit sendet Tesla das Signal, dass zentrale Zukunftsprojekte im Plan liegen – ein wichtiger Punkt für Investoren, die dem Unternehmen einen Großteil seines Wertes auf Basis dieser künftigen Plattform- und KI-Potenziale beimessen.
Autogeschäft unter Druck
Gleichzeitig bleibt das Umfeld im Fahrzeuggeschäft schwierig. Die weltweiten Auslieferungen gingen 2025 um 8,6 % auf 1,64 Millionen Fahrzeuge zurück. Damit ist eine langjährige Wachstumsserie unterbrochen. Ursache sind ein härter umkämpfter Markt, zunehmende Konkurrenz – insbesondere durch andere E‑Auto-Hersteller – und wachsende Zweifel an der kurzfristigen Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in einigen Regionen.
Tesla reagiert mit günstigeren Varianten des Model 3 und Model Y, um preissensible Käufer anzusprechen. Diese Preisanpassungen stützen zwar die Stückzahlen, drücken aber tendenziell auf Umsatz und Marge – umso bemerkenswerter ist, dass die ausgewiesene Bruttomarge besser als erwartet ausgefallen ist.
Für 2026 rechnen Wall-Street-Analysten mit einem Wiederanstieg der Auslieferungen auf 1,77 Millionen Fahrzeuge. Im Marktverständnis verschiebt sich der Fokus jedoch: Die Bewertung der Aktie orientiert sich zunehmend weniger an klassischen Größen wie Stückzahlen und Autoumsatz, sondern stärker an Fortschritten bei KI, Autonomie und Robotik-Projekten.
Übergangsphase mit klaren Stellschrauben
In der jetzigen Phase steht Tesla zwischen zwei Welten: Das traditionelle Fahrzeuggeschäft zeigt erstmals spürbare Bremsspuren, während das Unternehmen Milliarden in KI, xAI und Robotaxis steckt und seine Zukunftserzählung als Technologieplattform nachschärft. Kurzfristig bleiben rückläufige Umsätze und Gewinne eine Belastung, mittelfristig dürften vor allem drei Faktoren entscheidend sein: Ob Tesla seine ambitionierten Produktionsziele für Robotaxis und Semi einhält, ob die Margen trotz Preiswettbewerb stabil bleiben – und ob sich die hohen KI-Investitionen in konkrete, skalierbare Geschäftsmodelle übersetzen lassen.
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