Nokia stellt sich zum Jahresbeginn strategisch neu auf – und die Börse reagiert mit einem klaren technischen Signal. Neben einer schlankeren Segmentstruktur rückt vor allem das Geschäft rund um datenintensive Netze und KI-Infrastruktur in den Mittelpunkt. Für Anleger stellt sich damit die Frage, ob der Konzern den Übergang von der Sanierungsstory hin zu einer wachstumsorientierten Netzwerkausrichtung schafft.
Technische Lage: Aufwärtstrend gefestigt
Die Nokia-Aktie hat in den vergangenen Wochen deutlich zugelegt und sich spürbar von ihren Tiefstständen entfernt. Auf Sicht von 30 Tagen ergibt sich ein Plus von über 22 %, auf Zwölfmonatssicht steht ein Anstieg von gut 50 % zu Buche. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 6,51 US‑Dollar und damit nur rund 5 % unter dem 52‑Wochen-Hoch.
Aus technischer Sicht gibt es mehrere unterstützende Signale:
- Der Kurs notiert rund 40 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt (4,63 US‑Dollar).
- Auch der 50‑Tage-Durchschnitt (5,58 US‑Dollar) wird klar übertroffen.
- Die 30‑Tage-Volatilität ist mit annualisiert gut 84 % hoch, was auf teils kräftige Schwankungen hinweist.
Das Bild zeigt: Die Aktie hat sich klar von ihrem 52‑Wochen-Tief bei 3,49 US‑Dollar gelöst und bewegt sich stabil in einer höheren Handelsspanne. Der sehr niedrige RSI-Wert von 19,3 signalisiert kurzfristig allerdings einen technisch überverkauften Zustand, was nach der Rally eher für eine Verschnaufpause als für eine ungebrochene Fortsetzung des Anstiegs spricht.
Neuer Zuschnitt: Zwei Kerneinheiten
Parallel zur technischen Erholung setzt Nokia ab dem 1. Januar 2026 auf eine vereinfachte Struktur mit zwei zentralen Geschäftseinheiten: Network Infrastructure und Mobile Infrastructure. Die bisherige Segmentlandschaft wird damit zu einem klareren Zwei-Säulen-Modell zusammengeführt.
Im Fokus stehen dabei vor allem:
- Network Infrastructure: Ausrichtung auf wachstumsstarke Felder wie Rechenzentrumsbau und KI-getriebene Netzwerklösungen. Hier soll der wachsende Bedarf an Bandbreite und effizientem Datenverkehr aufgegriffen werden.
- Mobile Infrastructure: Bündelung von Kern- und Funknetzen in einer Einheit, um das klassische Mobilfunkgeschäft operativ schlanker zu steuern.
Mit dieser Neuausrichtung verfolgt das Management das Ziel, Transparenz zu erhöhen und Kostenstrukturen zu straffen. Investoren und Analysten passen ihre Bewertungsmodelle entsprechend an, da Ergebnisse und Margen künftig entlang der zwei neuen Segmente berichtet werden. Erste Bewährungsprobe werden die Zahlen zum ersten Quartal 2026, wenn die Wirksamkeit der neuen Organisation erstmals messbar wird.
Treiber im Marktumfeld
Die aktuelle Kursstärke kommt nicht aus dem Nichts, sondern spiegelt mehrere Themen wider, die im Markt diskutiert werden:
- Nachfrage nach KI-Infrastruktur: Nokias Schwerpunkt auf „AI-native“ Netzwerklösungen trifft auf zunehmende Investitionen in Rechenzentren und datenintensive Anwendungen. Hier erhoffen sich Marktteilnehmer zusätzliche Wachstumsimpulse für Network Infrastructure.
- Partnerschaften im KI-Umfeld: Kooperationen im Bereich AI‑RAN, etwa mit Technologiekonzernen wie Nvidia, liefern einen unterstützenden Rahmen für die Story eines technologisch aufgerüsteten Netzwerkausrüsters.
- Kosteneffizienz durch Segmentumbau: Die straffere Struktur soll Skaleneffekte heben und die Profitabilität verbessern – ein Punkt, den Investoren in den kommenden Quartalen genau in den Margen nachprüfen werden.
Im Analystenlager überwiegt laut Quelltext eine moderat positive Grundhaltung („Moderate Buy“), mit durchschnittlichen Kurszielen im Bereich von rund 6,10 bis 7,50 US‑Dollar und einzelnen optimistischen Schätzungen bis 8 US‑Dollar. Voraussetzung für diese Szenarien ist, dass die Aktie ihr höheres Kursniveau verteidigt und das operative Geschäft die Erwartungen an Wachstum und Effizienz erfüllt.
Ausblick: Bewährungsprobe 2026
Für Nokia markiert der Start ins Jahr 2026 eine Phase erhöhter Erwartung: Die Aktie hat sich technisch klar stabilisiert, gleichzeitig muss das Management nun zeigen, dass die neue Zweiteilung in Network und Mobile Infrastructure mehr ist als ein Strukturwechsel auf dem Papier. Entscheidend wird sein, ob insbesondere die Network-Infrastructure-Sparte die erhofften Wachstumskennzahlen im Umfeld von KI und Rechenzentren liefert und damit die aktuelle Bewertung rechtfertigt oder sogar Spielraum nach oben eröffnet.
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