Der Donnerstag wird zum Albtraum für Rheinmetall-Aktionäre. Nach einem nachbörslichen Pre-Close-Call am Mittwochabend sackt die Aktie zeitweise um über 7 Prozent auf 1.559,50 Euro ab – und reißt die gesamte deutsche Rüstungsbranche mit. Was war passiert?
Umsatzziel verfehlt Erwartungen um 12 Prozent
Der Rüstungskonzern stellte für 2026 einen Konzernumsatz zwischen 13,2 und 14,1 Milliarden Euro in Aussicht. Der Mittelwert liegt laut Berenberg rund 12 Prozent unter den Konsensschätzungen von Visible Alpha. Besonders bitter: Rheinmetall lieferte in der Telefonkonferenz kaum Erklärungen für die Lücke. Die Analysten sprechen von einem „schwachen Ausblick“ – und die Märkte reagieren entsprechend.
Verantwortlich für das gedämpfte Wachstum ist vor allem das Verteidigungsgeschäft, einschließlich der laufenden Übernahme von Naval Vessels Lürssen (NVL). Immerhin: Der Auftragseingang könnte 2026 auf 80 Milliarden Euro klettern, der Auftragsbestand würde dann rund 135 Milliarden Euro erreichen. Davon sollen 67 Milliarden Euro aus deutschen Verteidigungsaufträgen stammen.
Analysten korrigieren Prognosen nach unten
Die Investmentbanken reagieren prompt. Jefferies senkte das Kursziel von 2.170 auf 2.060 Euro, Berenberg von 2.200 auf 2.100 Euro. Beide halten zwar an ihrer Kaufempfehlung fest, doch die Botschaft ist klar: Die Erwartungen waren zu hoch. JPMorgan-Analyst David Perry kürzte seine Ergebnisprognosen bis 2030 sogar um bis zu 14 Prozent. Seine Begründung: Der Produktionshochlauf gestalte sich komplizierter als gedacht.
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Besonders brisant ist die Lage beim neuen Luftverteidigungssystem Skyranger, das als kostengünstige Lösung gegen feindliche Drohnen dienen soll. Die ersten Bewertungen aus dem Ukraine-Einsatz werden im ersten Quartal erwartet – und könnten über die künftige Wachstumsstory entscheiden.
Branche unter Druck – Friedensverhandlungen im Blick
Die Nervosität erfasst den gesamten Sektor. HENSOLDT verliert zeitweise 2,19 Prozent, TKMS 3,82 Prozent, CSG Group 3,07 Prozent. Nur RENK kann sich mit einem minimalen Plus von 0,33 Prozent behaupten. Gleichzeitig richten sich die Blicke auf die Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Kreml-Sondergesandter Kirill Dmitrijew sprach am zweiten Verhandlungstag von „Fortschritten“ – eine Entwicklung, die für die Auftragslage der Rüstungskonzerne entscheidend sein könnte.
Trotz des Kursrutsches sehen Analysten langfristig Potenzial. Jefferies hält eine Vervierfachung des Umsatzes bis 2030 für möglich, gestützt durch den wachsenden deutschen Verteidigungsetat und die Expansion in neue Bereiche wie Drohnen, Raketen und Marineverteidigung. Doch kurzfristig bleibt die Aktie angeschlagen – und die Anleger verunsichert.
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