Während Teile des Halbleitersektors unter den schwachen Aussichten von Intel litten, zeigte sich Infineon am Freitag erstaunlich stabil. Der Markt trennte klar zwischen PC-lastigen Geschäftsmodellen und Anbietern, die von strukturellem Wachstum in Elektromobilität und Künstlicher Intelligenz profitieren. Genau hier setzen mehrere Analystenhäuser bei ihrer positiven Einschätzung für Infineon an.
Analysten sehen strukturelle Stärke
Berenberg bestätigte in einer aktuellen Branchenanalyse die Einstufung „Buy“ für Infineon. Die Analystin verweist darauf, dass die Investitionstrends im Halbleitersektor insgesamt solide bleiben und damit die Nachfrage stützen. Zudem habe sich die Auftragslage von einem zuvor niedrigen Niveau aus etwas erholt – ein Signal, dass die Talsohle im Bestellverhalten durchschritten sein könnte.
Zusätzlichen Rückhalt lieferte Morgan Stanley. Die Experten betonen insbesondere:
- die starke Position im Bereich Automobilelektronik
- die führende Rolle bei Leistungshalbleitern
- die vergleichsweise geringe Abhängigkeit vom klassischen PC- und Servermarkt
Diese Ausrichtung sorgt dafür, dass Infineon weniger von den Problemen betroffen ist, die Intel mit seinem schwachen Ausblick offenlegte. Während Intel im Tagesverlauf zweistellige Kursverluste hinnehmen musste, hielt sich Infineon trotz eines leichten Rückgangs deutlich besser.
Der Schlusskurs am Freitag lag bei 42,30 Euro, ein Minus von 0,68 % zum Vortag. Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Anstieg von gut 23 % zu Buche. Der Kurs notiert damit nur knapp unter dem 52‑Wochen-Hoch von 42,59 Euro und rund 19 % über dem 200-Tage-Durchschnitt – ein Hinweis auf einen intakten mittelfristigen Aufwärtstrend.
KI und Elektromobilität als Treiber
Die positive Analystenstimmung basiert vor allem auf strukturellen Wachstumstreibern. Im Fokus steht dabei der Boom rund um Künstliche Intelligenz. Infineon liefert zentrale Komponenten für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren, also Bauteile, ohne die die rechenintensiven Systeme nicht effizient betrieben werden können.
Für dieses Segment strebt das Unternehmen im Geschäftsjahr 2026 eine Umsatzverdopplung an. Zusammen mit dem anhaltenden Hochlauf der Elektromobilität entsteht damit ein Portfolio, das sich deutlich von klassischen PC-Chip-Anbietern unterscheidet. Der Markt honoriert diese Positionierung: Die Aktie notiert deutlich über ihren mittelfristigen Durchschnittskursen, ohne zugleich in einen klar überhitzten Bereich zu laufen – der RSI von 46,3 signalisiert derzeit weder Überkauf noch Überverkauf.
Kurz gefasst sprechen die Analystenkommentare weniger von einem kurzfristigen „KI-Hype“, sondern von einer schrittweisen Neubewertung eines Halbleiterspezialisten, der in mehreren Zukunftsmärkten verankert ist.
Wichtiger Termin Anfang Februar
Spätestens am 4. Februar 2026 steht der nächste Bewährungstest an. Dann legt Infineon die finalen Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 vor. Im Mittelpunkt werden neben den konkreten Ergebnissen vor allem folgende Punkte stehen:
- bestätigt sich die Erholung der Auftragslage?
- liefert das Management weitere Details zur geplanten Umsatzverdopplung im KI-Stromversorgungsbereich?
- wie entwickelt sich das Geschäft in der Automobilelektronik?
Die Aussagen von Konzernchef Jochen Hanebeck zum Auftragseingang und zur Nachfrage in den Kernsegmenten werden für die weitere Kursentwicklung maßgeblich sein. Gelingt es Infineon, die optimistischen Erwartungen bei KI und Elektromobilität mit harten Zahlen zu untermauern, könnte der aktuell knappe Abstand zum 52‑Wochen-Hoch rasch in einen neuen Höchststand übergehen.
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