Amazon Aktie: 200-Milliarden-Dilemma
Massive Kapitalausgaben für KI-Infrastruktur sorgen für Kursverluste, obwohl AWS und Werbegeschäft starke operative Zahlen vorweisen. Der nächste Quartalsbericht wird entscheidend.
Kurz zusammengefasst
- KI-Investitionsplan von 200 Mrd. Dollar überrascht Analysten
- AWS verzeichnet stärkstes Wachstum seit 13 Quartalen
- Satellitenprojekt Leo wird mit weiteren Starts ausgebaut
- Nächster Quartalsbericht am 23. April als wichtiger Indikator
Amazons Aktie steht unter Druck — und das hat wenig mit dem laufenden Geschäft zu tun. Der eigentliche Auslöser war die Ankündigung eines Investitionsplans, der selbst erfahrene Marktbeobachter überraschte. Seitdem ist die Aktie rund 15 Prozent unter ihren Stand vor der Bekanntgabe gefallen.
Capex-Schock trifft Bewertung
Im Februar überraschte Amazon mit Investitionsplänen von 200 Milliarden Dollar für 2026 — ein Wert, der den Analystenkonsens von rund 146 Milliarden Dollar weit übertraf. Der Großteil der Mittel soll in KI-Infrastruktur fließen. Das Problem dabei: Wenn die Kapitalausgaben von zuletzt 131 Milliarden auf 200 Milliarden Dollar steigen, könnte das operative Ergebnis von AWS — im vergangenen Jahr noch 45,6 Milliarden Dollar — bestenfalls stagnieren. Investoren, die bisher eine hohe Bewertungsprämie zahlten, hinterfragen nun, ob die historischen Renditen auf dieses Kapital noch erreichbar sind.
AWS-Zahlen als Gegengewicht
Die operativen Kennzahlen von AWS liefern ein anderes Bild. Im vierten Quartal wuchs der Cloud-Arm um 24 Prozent auf 35,6 Milliarden Dollar Umsatz — das stärkste Wachstum seit 13 Quartalen. Der Auftragsbestand stieg um 40 Prozent auf 244 Milliarden Dollar, was die Nachfrage für mehrere Jahre absichert.
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Auch das Werbegeschäft entwickelt sich stark: Amazon Ads kommt mittlerweile auf einen annualisierten Umsatz von 85 Milliarden Dollar, mit einem Wachstum von 22 Prozent im Jahresvergleich. Die eigenen Chips — Trainium und Graviton — erreichen zusammen bereits einen Jahresumsatz von über 10 Milliarden Dollar, mit dreistelligen Wachstumsraten.
Satelliteninternet als weiterer Faktor
Parallel baut Amazon sein Satellitenprojekt Leo aus. Bis Ende Februar wurden 212 Satelliten gestartet, 20 weitere Starts sind für 2026 geplant, über 30 für 2027. Die FCC genehmigte den Einsatz von 4.500 zusätzlichen Satelliten, womit die geplante Konstellation auf rund 7.700 Einheiten anwächst. Der nächste Start mit ULA ist für den 30. März angesetzt. Amazon plant, die Investitionen in Leo in diesem Jahr um eine weitere Milliarde Dollar zu erhöhen.
Quartalszahlen als Richtungsentscheid
Am 23. April legt Amazon seinen nächsten Quartalsbericht vor. Dann wird sich zeigen, ob die massiven KI-Ausgaben bereits messbare Erträge generieren — oder ob der Druck auf die Marge zunächst überwiegt. Bis dahin bleibt die Aktie, die aktuell rund acht Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt notiert, in einem Spannungsfeld zwischen starken operativen Fundamentaldaten und einer Investitionsagenda, deren Rendite der Markt noch nicht einpreisen will.
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