Der erfolgreiche Erstflug der schweren Ariane 6 am gestrigen Donnerstag ist weit mehr als ein technologischer Achtungserfolg für Europa. Für den Bremer Konzern OHB markiert der Start den Beginn einer lukrativen Phase im kommerziellen Raumfahrtgeschäft. Mit Amazon als Ankerkunden und der vollen Kontrolle über wichtige Zuliefererketten stellt sich die Frage: Wie nachhaltig profitiert die Bilanz von dieser neuen Dynamik?
Profit durch Amazon-Großauftrag
Im Zentrum der aktuellen Entwicklung steht die OHB-Tochter MT Aerospace. Das Unternehmen, das seit Oktober 2025 vollständig zum Bremer Konzern gehört, liefert als Schlüssellieferant Tanks und Strukturkomponenten für die Ariane 6. Mit einem Arbeitsanteil von zehn Prozent profitiert OHB direkt von jedem Start der neuen Trägerrakete.
Der gestrige Transport von 32 Satelliten für Amazons Breitband-Konstellation „Leo“ war erst der Anfang. Der US-Gigant hat bereits 18 weitere Flüge fest gebucht, um sein Netzwerk aufzubauen. Diese Auftragslage garantiert eine langfristige Auslastung der Produktionskapazitäten bei der Augsburger Tochtergesellschaft. Die nun erprobte Vier-Booster-Konfiguration, die rund 20 Tonnen Nutzlast transportieren kann, macht die Ariane 6 auch für andere kommerzielle Schwerlast-Missionen wettbewerbsfähig.
Die Fakten im Überblick:
- Umsatz 9M 2025: 863,5 Mio. EUR (+21 %)
- EBITDA 9M 2025: 75,5 Mio. EUR
- Auftragsbestand: 18 feste Ariane-6-Flüge für Amazon
- Infrastruktur: ESA-Budget von 22,1 Mrd. EUR bis 2028 gesichert
Solide Zahlen und Rüstungsfantasie
Die operative Entwicklung spiegelt sich bereits in den Finanzkennzahlen wider. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 steigerte OHB den Umsatz um 21 Prozent auf über 863 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (EBITDA) kletterte dabei auf 75,5 Millionen Euro.
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Neben dem zivilen Raumfahrtgeschäft sorgt die Verteidigungssparte für Fantasie. Ende Januar bestätigte das Management Gespräche mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall. Dabei geht es um eine potenzielle Zusammenarbeit bei öffentlichen Beschaffungsprozessen. Auch wenn Details zu Umfang oder Zeitplan noch ausstehen, deutet dieser Schritt auf eine strategische Diversifizierung hin, die das Unternehmen unabhängiger von reinen Raumfahrt-Zyklen machen könnte.
Gleichzeitig treibt OHB die Expansion in Richtung Mondmissionen voran. Mit der Gründung der European Moonport Company am Standort Oberpfaffenhofen positioniert sich der Konzern frühzeitig für den Aufbau lunarer Infrastruktur.
Fazit
Die vollständige Integration von MT Aerospace in Kombination mit dem erfolgreichen Ariane-Start schafft ein stabiles Fundament für weiteres Wachstum. Flankiert von einem gesicherten ESA-Budget in Milliardenhöhe und der starken Positionierung Deutschlands als größtem Beitragszahler ist das Umfeld für OHB günstig. Die kommenden Quartalszahlen werden zeigen, wie effizient der Konzern die vollen Auftragsbücher in Margen ummünzen kann.
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