Commerzbank Aktie: Politische Bremse

Mehrere Großbanken heben ihre Kursziele für die Commerzbank an, während die Bundesregierung eine mögliche Übernahme durch UniCredit weiterhin ablehnt. Die Aktie bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Ertragsstärke und politischen Vorgaben.

Kurz zusammengefasst:
  • Drei Analystenhäuser erhöhen Kursziele deutlich
  • Regierung blockiert Übernahmefantasie durch UniCredit
  • Aktie notiert deutlich unter 52-Wochen-Hoch
  • Nächster Meilenstein sind Quartalszahlen im Februar

Die Commerzbank steht zwischen zwei Fronten: Auf der einen Seite schieben mehrere Großbanken ihre Kursziele nach oben, auf der anderen blockiert die Bundesregierung unverändert einen möglichen Einstieg von UniCredit. Für den Markt prallen damit Ertragsfantasie und politischer Realismus direkt aufeinander. Wie wirkt sich dieses Spannungsfeld aktuell auf die Aktie aus?

Analysten erhöhen den Druck auf die Bewertung

In der zurückliegenden Woche haben drei große Häuser ihre Modelle für die Commerzbank aktualisiert – und liegen damit klar über dem jüngsten Kursniveau.

Commerzbank

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Die wichtigsten Punkte:

  • Deutsche Bank Research: Kursziel auf 38,00 Euro angehoben, Einstufung „Buy“
  • JPMorgan: neues Kursziel 36,00 Euro, Rating „Neutral“
  • RBC: Kursziel 37,00 Euro, Einstufung „Sector Perform“
  • Erwartung: starkes Schlussquartal 2025 und höherer Zinsüberschuss 2026
  • Schlusskurs Freitag: 34,39 Euro, rund 17 % unter 52‑Wochen-Hoch

Die Deutsche Bank begründet ihren Optimismus vor allem mit einem robusten Schlussquartal 2025 und einem angehobenen Ausblick für den Zinsüberschuss 2026. Das signalisiert, dass die Analysten von anhaltend hohen Erträgen aus dem Kerngeschäft ausgehen.

Auch JPMorgan und RBC liegen mit Kurszielen zwischen 36 und 37 Euro oberhalb des aktuellen Niveaus, bleiben in der Einstufung aber zurückhaltender. Unterm Strich entsteht ein Bild: Fundamental sehen viele Beobachter noch Luft nach oben, auch wenn sie das Chance-Risiko-Profil unterschiedlich gewichten.

Charttechnisch pendelt der Titel aktuell knapp unter seiner 50‑Tage-Linie. Der Schlusskurs von 34,39 Euro liegt nahe am gleitenden 50‑Tage-Durchschnitt von 35,16 Euro, während der 200‑Tage-Durchschnitt bei 31,57 Euro verläuft. Der Abstand von gut 9 % zur langfristigen Linie deutet trotz der jüngsten Konsolidierung auf einen intakten übergeordneten Aufwärtstrend hin.

Bundesregierung blockt Übernahmefantasie ab

Auf der politischen Seite bleibt die Tür für eine Übernahme klar zu. Aus Regierungskreisen wurde am 22. Januar erneut bekräftigt, dass ein Verkauf der Beteiligung – implizit an die italienische UniCredit – nicht zur Debatte steht. Damit setzt Berlin das Signal, dass eine grenzüberschreitende Großfusion derzeit nicht gewünscht ist.

Auch CEO Bettina Orlopp stellte sich in Davos nicht hinter ein mögliches UniCredit-Szenario. Sie machte deutlich, dass Konsolidierung nur dann Sinn ergebe, wenn sie klaren Mehrwert stifte. Die Botschaft: Ein Deal um jeden Preis ist weder politisch noch operativ das Ziel.

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Diese Kombination aus staatlichem Veto und zurückhaltender Haltung des Managements begrenzt kurzfristig die Fantasie für eine schnelle strategische Neuordnung. Die Bewertung der Aktie muss sich damit primär aus Ertragskraft, Kapitalausstattung und Ausschüttungsperspektiven ableiten – nicht aus Übernahmespekulationen.

Bewertung und Umfeld: Fundamentale Stärke, makroökonomische Fragezeichen

Fundamental erscheint die Bank laut den zugrunde liegenden Schätzungen moderat bewertet. Bei einem erwarteten Gewinn von rund 2,68 Milliarden Euro für 2024 ergibt sich ein vergleichsweise niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis. Die solide Kapitalbasis erhöht zudem den Spielraum für Dividenden und mögliche Rückflüsse an die Aktionäre, was nach Einschätzung vieler Analysten eine Art Untergrenze für den Kurs bildet.

Gleichzeitig agiert die Bank in einem schwierigen Umfeld: Die hauseigene Research-Abteilung rechnet mit steigenden Rohstoffpreisen und hat etwa die Gold-Prognose deutlich auf 4.900 US-Dollar angehoben. Das verweist auf anhaltende Inflations- und Unsicherheitsrisiken. Hinzu kommen mögliche geopolitische Belastungen wie zusätzliche US-Zölle.

Trotz der starken Erholung auf Sicht von zwölf Monaten – die Aktie liegt hier knapp 90 % über dem 52‑Wochen-Tief von 18,06 Euro – hat der Titel in den vergangenen 30 Tagen rund 17 % nachgegeben. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut 5 % zu Buche. Diese Korrektur spiegelt die Mischung aus politischer Blockade in der Übernahmefrage und globalen Risikofaktoren wider.

Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 45,6 signalisiert derzeit weder Überkauf noch Überverkauf. Mit einer annualisierten 30‑Tage-Volatilität von gut 69 % bleibt der Wert allerdings schwankungsanfällig – Nachrichten können sich schnell im Kurs niederschlagen.

Nächster Test: Zahlen am 11. Februar

Der nächste Fixpunkt ist bereits gesetzt: Am 11. Februar 2026 legt die Commerzbank ihre Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Dann zeigt sich, ob sich die von der Deutschen Bank erwartete Stärke zum Jahresende tatsächlich in den Büchern wiederfindet.

Charttechnisch bleibt kurzfristig die Zone um 34,50 Euro wichtig. Gelingt eine stabile Rückkehr über diese Marke, könnte die Aktie das positive Signal der jüngsten Analysten-Upgrades besser ausspielen. Auf der anderen Seite markiert der Abstand von rund 17 % zum 52‑Wochen-Hoch bei 41,58 Euro den Spielraum, den der Markt aktuell zwischen politischer Unsicherheit und fundamentaler Ertragskraft einpreist.

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