Thyssenkrupp will den Umbau konsequent durchziehen – und schüttet trotzdem Geld an Aktionäre aus. Auf der Hauptversammlung gab es dafür breite Zustimmung, aber auch sichtbaren Gegenwind von Beschäftigten. Wie passt das zusammen?
Hauptversammlung: Zustimmung trotz Kritik
Auf der 27. ordentlichen Hauptversammlung am 30. Januar in Bochum haben die Aktionäre alle Tagesordnungspunkte verabschiedet. Kernpunkt: Die Dividende für das Geschäftsjahr 2024/2025 wird bei 0,15 Euro je Aktie liegen. Insgesamt entspricht das laut Unternehmen einer Ausschüttung von rund 93 Millionen Euro.
Vor der Versammlung demonstrierten mehrere hundert Beschäftigte gegen die Dividendenzahlung. Die IG Metall kritisierte die Ausschüttung in einem Flugblatt als „aus der Substanz“ und als „fatales Signal“ – auch mit Blick auf den jüngsten Börsengang der Marinewerft-Tochter TKMS.
Am Markt blieb die Aktie zuletzt stabil: Am Freitag schloss das Papier bei 11,29 Euro (Tagesplus 0,36%). Auffällig ist vor allem der Trend der vergangenen Wochen: In 30 Tagen steht ein Plus von 21,74% zu Buche.
Wichtige Fakten auf einen Blick:
– Dividende 2024/2025: 0,15 € je Aktie
– Gesamtausschüttung: ca. 93 Mio. €
– Schlusskurs Freitag: 11,29 €
– Performance: +21,74% (30 Tage), +133,70% (12 Monate)
– Nächster Termin: Q1-Zwischenbericht am 12. Februar 2026
TKMS und „ACES 2030“ – Rückenwind für den Umbau
Der Konzern bestätigte auf der Hauptversammlung den Transformationskurs unter dem Zukunftsmodell „ACES 2030“. Als Beleg für Fortschritte verwies Thyssenkrupp auf die „Wertkristallisierung“ durch den TKMS-Börsengang im Herbst 2025. Die TKMS-Aktie notiere seit dem IPO deutlich über dem Ausgabekurs, zudem sei die Tochter inzwischen im MDAX gelistet. Genannt wurde auch ein Rekord-Auftragsstand von rund 18,2 Milliarden Euro.
Auch die Thyssenkrupp-Aktie hat in den vergangenen 12 Monaten stark zugelegt. Mit den vorliegenden Kursdaten spiegelt sich das in einem Plus von 133,70% wider – nach einer Phase, in der der Titel deutlich tiefer notierte.
Stahlsparte bleibt der Bremsklotz
Trotz der positiven TKMS-Story bleibt die Stahlsparte das große Baustellen-Thema. Im Dezember 2025 schloss Thyssenkrupp Steel Europe mit der IG Metall einen Sanierungstarifvertrag. Das Zukunftskonzept sieht eine Reduzierung der Produktionskapazität auf ein Versandniveau von 8,7 bis 9 Millionen Tonnen vor.
Für das Geschäftsjahr 2025/2026 rechnet der Konzern zudem mit einem Nettoverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro – vor allem wegen Restrukturierungsrückstellungen im Stahlbereich. Parallel laufen Gespräche mit Jindal Steel International über einen möglichen Verkauf von Thyssenkrupp Steel Europe weiter.
Am 12. Februar 2026 legt Thyssenkrupp den Zwischenbericht zum ersten Quartal 2025/2026 vor – dort wird sich zeigen, wie stark Restrukturierung und Umbau die Zahlen bereits prägen und ob die operative Entwicklung den Transformationskurs stützt.
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