Ein Analysten-Call löste vergangene Woche einen Kurssturz von zeitweise 15 Prozent aus – den stärksten Wochenrückgang der Rheinmetall-Aktie seit 2020. Nun schaltet sich die Finanzaufsicht ein und prüft den Vorgang auf möglichen Marktmissbrauch. Was war geschehen?
Am Mittwochabend, 4. Februar 2026, lud Rheinmetall zu einem Pre-Close-Analysten-Call. Der Rüstungskonzern bestätigte zwar seine Ziele für 2025, präsentierte aber erstmals eine Indikation für 2026 – und die fiel deutlich schwächer aus als erwartet. Die Reaktion folgte prompt: Am Donnerstag brach die Aktie massiv ein.
Die Fakten im Überblick:
- Umsatzindikation 2026 (operativ): 15-16 Mrd. Euro im Verteidigungsgeschäft
- Nach Konsolidierungseffekt (~12%): berichteter Umsatz von 13,2-14,1 Mrd. Euro
- Laut Jefferies rund 12% unter bisherigem Konsens
- Erwartete EBIT-Marge 2026: 18-20%
- Prognostizierter Auftragsbestand Ende 2026: ca. 135 Mrd. Euro
Aufsicht mahnt zu Transparenz
Die BaFin reagierte auf die ungewöhnlichen Kursbewegungen mit einer Prüfung auf Marktmissbrauch. Gleichzeitig erneuerte die Behörde ihre Empfehlung, Pre-Close-Calls künftig nur noch als offen zugängliche Gruppen-Calls durchzuführen und Termine transparent auf der Unternehmenswebsite zu veröffentlichen.
Interessant: Während des Kurseinbruchs nutzte Aufsichtsrat Marc Tüngler die Gelegenheit zum Einstieg. Laut EQS-Meldung erwarb er am 5. Februar Aktien zu 1.555 Euro pro Stück – ein Signal des Vertrauens in die langfristige Entwicklung.
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Operative Stärke bleibt intakt
Trotz der enttäuschenden Umsatzindikation zeigt sich Rheinmetall in anderen Bereichen weiterhin robust. Der Konzern schloss 2025 schuldenfrei ab und erwartet für 2026 eine Cash Conversion deutlich über 50 Prozent. Der Auftragseingang soll bei rund 80 Milliarden Euro liegen.
Besonders bedeutsam: Rheinmetall rechnet in den kommenden vier Quartalen mit deutschen Aufträgen von insgesamt 67 Milliarden Euro. Kernstück ist das „Arminius“-Boxer-Paket mit einem festen Auftrag über 12,5 Milliarden Euro sowie einer Option von 25 Milliarden Euro für den Zeitraum 2030 bis 2035. Hinzu kommen erwartete Marineaufträge über 12 bis 13 Milliarden Euro.
JPMorgan senkte das Kursziel von 2.250 auf 2.130 Euro, beließ die Einstufung aber auf „Overweight“. Barclays bestätigte ebenfalls „Overweight“ mit einem Kursziel von 2.175 Euro. Die Analysten sehen die langfristigen Wachstumstreiber intakt, auch wenn die kurzfristige Umsatzdynamik schwächer ausfällt als erhofft.
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