Nach einem Kurssturz von über 40% in der Vorwoche hat die Diginex-Aktie am Freitag eine kräftige Gegenbewegung gezeigt. Der Kurs sprang um rund 15% nach oben, ohne dass neue Unternehmensnachrichten veröffentlicht wurden. Im Mittelpunkt steht damit weniger die Fundamentallage, sondern die Frage: Wie stabil ist diese Erholung nach dem technischen Rebound?
- Kursplus am Freitag: ca. +15% auf 4,64 USD
- Handelsvolumen: rund 1,78 Mio. Aktien (+174% ggü. Vortag)
- Vorwoche: Kursrutsch von 7,30 USD auf 4,17 USD (über –40%)
- Aktie notiert rund 60% unter 50- und 200-Tage-Durchschnitt
- Nächste Quartalszahlen: 13. Januar 2026
Technischer Rebound nach Ausverkauf
Der Anstieg am Freitag erfolgte ohne neue Meldungen des Unternehmens. Marktbeobachter sehen daher vor allem technische Faktoren am Werk.
Nach dem starken Abverkauf der Vorwoche kam es offenbar zu Short-Covering, also der Eindeckung zuvor leerverkaufter Positionen. Algorithmischer Handel dürfte diese Bewegung verstärkt haben. Das deutlich erhöhte Volumen spricht für eine hohe Aktivität spekulativer Marktteilnehmer, nicht für einen grundlegend veränderten Investment-Case.
Gleichzeitig bleibt das technische Bild schwach: Der Kurs liegt klar unter den wichtigen gleitenden Durchschnitten. Der 50-Tage-Durchschnitt notiert bei 11,49 USD, der 200-Tage-Durchschnitt bei 10,93 USD. Damit handelt die Aktie rund 60% unter diesen Marken. Weiss Ratings hält unverändert an einer „Sell“-Einschätzung fest.
Wachstumszahlen, aber steigende Verluste
Der starke Kursrutsch der Vorwoche reflektiert die zunehmende Skepsis gegenüber der aktuellen Unternehmensstrategie.
Zwar erzielte Diginex im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025 ein sehr hohes Umsatzwachstum von 293% auf 2,0 Mio. USD. Gleichzeitig weitete sich der operative Verlust auf 6,0 Mio. USD aus, nach 4,2 Mio. USD im Vorjahreszeitraum. Die allgemeinen Verwaltungskosten stiegen auf 8,1 Mio. USD, vor allem durch Rechts- und Beratungskosten im Zusammenhang mit M&A-Aktivitäten.
Damit bleibt die Diskrepanz zwischen starkem Wachstum und fehlender Profitabilität ein zentraler Belastungsfaktor für die Aktie.
M&A-Strategie im Fokus
Die aggressive Übernahmepolitik steht zunehmend unter Beobachtung, zumal nicht alle Transaktionen wie geplant vorankommen.
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Resulticks-Finanzierung ohne Verwässerung geplant
Bei der geplanten Übernahme von Resulticks Global Companies Pte Limited meldete Diginex am 23. Dezember Fortschritte. Die Verhandlungen befinden sich in der Endphase, die Vertragsbedingungen stehen. Die Finanzierung soll vollständig über Fremdkapital erfolgen, sodass keine zusätzliche Verwässerung für bestehende Aktionäre vorgesehen ist. Ein weiteres Update wird innerhalb der nächsten 30 Tage erwartet.
Verzögerungen und Absagen bei weiteren Deals
Weniger positiv verlief die Prüfung anderer Ziele. Die Due Diligence für die Übernahme von IDRRA Cyber Security Ltd. (Findings) wurde ausgesetzt, ein kurzfristiger Abschluss wird nicht mehr erwartet.
Auch die geplante Akquisition von Kindred OS dürfte nicht zustande kommen, da bislang keine substanziellen Due-Diligence-Unterlagen eingegangen sind. Das M&A-Programm verliert damit an Breite und Dynamik.
Remedy Project: Vertrag bereits unterzeichnet
Fortgeschrittener ist der Deal mit The Remedy Project Limited. Am 18. Dezember wurde eine definitive Kaufvereinbarung unterzeichnet. Der Abschluss steht noch aus und hängt von den üblichen Vollzugsbedingungen ab. Remedy ist im Bereich Menschenrechts-Due-Diligence in globalen Lieferketten aktiv und soll das bestehende Angebot ergänzen.
Veränderung im Management
Bereits am 11. Dezember hat Diginex die Führungsstruktur angepasst. Lorenzo Romano, bislang Head of M&A und Strategic Development, wurde zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt.
Romano war insbesondere an der Integration von Matter DK ApS beteiligt. Chairman Miles Pelham hob in diesem Zusammenhang seinen strategischen Weitblick und operativen Scharfsinn hervor. Die Personalie unterstreicht die Bedeutung der M&A-Aktivitäten für die weitere Unternehmensentwicklung.
Ausblick: Quartalszahlen und Deals als Taktgeber
Am 13. Januar will Diginex die nächsten Quartalszahlen vorlegen. Entscheidend wird sein, ob das Management einen nachvollziehbaren Weg in Richtung Profitabilität aufzeigen kann und wie sich Kosten und Verluste entwickeln.
Zudem rücken die nächsten Schritte bei der Resulticks-Transaktion und der Vollzug der Remedy-Übernahme in den Vordergrund. Parallel dazu bleibt der adressierte Markt attraktiv: Der globale Markt für Carbon-Management-Software soll von 16 Mrd. USD im Jahr 2025 auf 32 Mrd. USD im Jahr 2030 wachsen. Wie gut Diginex diesen Rückenwind nutzen kann, dürfte sich in den kommenden Berichts- und Transaktionsterminen zeigen.
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