Nokia nutzt den Mobile World Congress 2026 als Bühne, um sich als zentraler Baustein der kommenden KI-Infrastruktur zu positionieren. Innerhalb von nur 48 Stunden hat der Konzern gleich mehrere Partnerschaften und Technik-Demos vorgelegt – von „agentischer“ KI im Mobilfunknetz bis zu quantensicherer Datenübertragung. Was steckt hinter dieser Schlagzahl, und warum ist das für die Strategie so wichtig?
KI-Agenten im 5G-Netz – zusammen mit AWS
Am Montag kündigte Nokia eine Zusammenarbeit mit Amazon Web Services an: Gemeinsam wollen beide Unternehmen eine „agentic AI“-gestützte Network-Slicing-Lösung für 5G-Advanced in einem live 5G-Netz bereitstellen. Technisch kombiniert das Vorhaben Nokias AirScale-Basisstationen und die MantaRay-SMO-Plattform mit Amazons Bedrock-KI-Plattform.
Der Kernpunkt: KI-Agenten sollen offene Internetdaten wie Events, Verkehrsaufkommen, Standorte, Karten und Wetter auswerten und darauf basierend RAN-Richtlinien automatisch anpassen. Ziel sind „Premium“-Slices, also reservierte Netzbereiche mit zugesicherten Eigenschaften. Erste Netzbetreiber, die das in ihren laufenden Netzen erproben, sind du (VAE) und Orange (Frankreich). Genannt werden Einsatzfelder wie Großveranstaltungen, Notfallkommunikation und industrielle Anwendungen im Unternehmensumfeld.
Quantensicher: Demos in Japan und Kanada
Parallel treibt Nokia das Thema „quantensichere“ Netze voran – ebenfalls mit zwei Meldungen innerhalb von 48 Stunden.
In Japan meldete Nokia eine erfolgreiche Demonstration von quantensicherem optischem Transport im neuen Sakai Data Center von KDDI in Osaka. Zum Einsatz kamen laut Berichten und Unternehmensangaben die 1830 Photonic Service Switch (PSS) mit C+L-Band-Fähigkeiten sowie ein 1830 Security Management Server (SMS). Der Kontext ist klar: Das Rechenzentrum wurde laut Light Reading speziell für KI-Workloads gebaut, setzt auf nächste GPU-Servergenerationen und ist seit Januar 2026 in Betrieb.
In Kanada folgte am Montag die Validierung von „Blueprint 7“ zusammen mit der Non-Profit-Organisation Numana auf dem Kirq-Testbed – nach Angaben das einzige quantensichere Testfeld dieser Art in Kanada. Getestet wurde über drei Knoten in Québec City, Sherbrooke und Montréal. Das Ergebnis: Mehrere quantensichere Verschlüsselungstechnologien sollen in einer gemeinsamen, herstellerübergreifenden Netzwerkumgebung zusammen funktionieren. Beteiligt waren auch Crypto4A, evolutionQ und NowQuantum. Nokia verwies dabei auf den neuen Ottawa Innovation Campus als Entwicklungsstandort für quantensichere und KI-Netzwerke.
Warum Nokia das jetzt so sichtbar spielt
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Auf dem MWC 2026 in Barcelona will Nokia laut eigenen Angaben Live-Demos zeigen – inklusive der KI-Slicing-Lösung am Messestand in Halle 3. Inhaltlich passt das zu der Neuausrichtung, die der Konzern mit dem Ziel formuliert, vom klassischen Netzwerkausrüster stärker in Richtung margenstärkerer Software- und Serviceumsätze rund um den KI-Infrastrukturzyklus zu wachsen.
Finanziell hatte Nokia Ende Januar für 2026 eine Prognose für den vergleichbaren operativen Gewinn von 2,0 bis 2,5 Milliarden Euro genannt. Zudem wurde das Unternehmen zum 1. Januar 2026 in zwei operative Segmente reorganisiert: Network Infrastructure und Mobile Infrastructure.
Beim Kurs zeigt sich aktuell wenig Bewegung: Die Aktie notiert heute bei 6,32 Euro (-0,47%). Nach den jüngsten Ankündigungen dürfte für viele Anleger nun zählen, ob daraus messbare Aufträge und wiederkehrende Software-Erlöse entstehen.
Am 9. April steht die Hauptversammlung an, und am 23. April legt Nokia die Zahlen für das erste Quartal 2026 vor – dort wird sich zeigen, wie schnell die strategischen Schwerpunkte auch operativ greifen.
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