Klarna hat im vierten Quartal 2025 erstmals die Milliarden-Umsatzmarke geknackt — und trotzdem notiert die Aktie weit unter dem IPO-Preis. Starke operative Zahlen treffen auf ein skeptisches Marktumfeld. Das Auseinanderdriften von Geschäftsentwicklung und Börsenbewertung ist das zentrale Thema für Klarna-Investoren.
Rekordzahlen im Detail
Im Gesamtjahr 2025 verarbeitete Klarna ein Transaktionsvolumen (GMV) von 127,9 Milliarden Dollar — ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz stieg um 25 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar. Im Schlussquartal allein wuchs der Umsatz um 38 Prozent auf 1,082 Milliarden Dollar und übertraf damit die eigene Prognose.
Besonders auffällig: das US-Geschäft. Dort legte der Umsatz im vierten Quartal um 58 Prozent zu, das GMV um 43 Prozent. Inzwischen nutzen rund 29 Millionen Amerikaner Klarnas Dienste — etwa elf Prozent der US-Bevölkerung.
Vom Ratenkauf zur Digitalbank
Klarna wandelt sich gezielt vom reinen Buy-now-pay-later-Anbieter zur Vollbank. Kunden, die über Zahlungen hinaus weitere Dienste wie Karten, Sparprodukte oder Finanzierungsangebote nutzen, wuchsen um 101 Prozent auf 15,8 Millionen. Diese Nutzergruppe generiert mit 107 Dollar pro Kopf deutlich mehr Umsatz als der Durchschnittskunde mit 30 Dollar.
Parallel dazu hat Klarna seine Effizienz durch KI-Einsatz stark gesteigert. Der Umsatz pro Mitarbeiter hat sich auf 1,24 Millionen Dollar verdreifacht. Anfang Februar 2026 trat Klarna zudem Googles Universal Commerce Protocol bei — eine Kooperation, die bereits Google Pay, Google Cloud und weitere Google-Dienste umfasst und Klarna in aufkommende KI-gestützte Shopping-Systeme einbettet.
Die App zählt inzwischen 55 Millionen monatlich aktive Nutzer, neun Millionen davon täglich. Die tägliche Nutzung stieg im Jahresvergleich um rund 53 Prozent.
Bewertungslücke und rechtliche Risiken
An der Börse spiegeln sich diese Zahlen bislang nicht wider. Klarna ging am 10. September 2025 zu 40 Dollar je Aktie an die NYSE — bereits über der ursprünglich geplanten Spanne von 35 bis 37 Dollar. Der erste Handelstag schloss bei 45,82 Dollar. Seitdem hat die Aktie massiv an Wert verloren und liegt aktuell rund 66 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Damit ist die Marktkapitalisierung auf einen Bruchteil der einstigen Privatbewertung von über 45 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2021 geschrumpft.
Zusätzlichen Druck erzeugen laufende Klagen, die Klarna vorwerfen, kurz nach dem Börsengang Rückstellungsrisiken zu niedrig ausgewiesen zu haben. Am 15. April 2026 erwartet das Patentgericht in Schweden zudem ein Urteil im Kartellverfahren der Klarna-Tochter PriceRunner gegen Google.
Ausblick: Profitabilität als nächste Hürde
Für 2026 plant Klarna weiteres Umsatzwachstum und verbesserte Margen. Die Kreditausfallquote sank zuletzt auf 0,65 Prozent — ein Zeichen solider Risikosteuerung. Ob die Banking-Strategie mit ihrem deutlich höheren Umsatz pro Nutzer in eine stabile Nettorentabilität mündet, wird die entscheidende Frage für die Kursentwicklung der kommenden Quartale sein.
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