Hims & Hers bekommt es gleichzeitig mit Regulierern und einem Großkonzern aus der Pharmabranche zu tun. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat das Telemedizin-Unternehmen nach einem kurzen Vorstoß mit einer nachgeahmten, „compounded“ Version von Novo Nordisks Abnehmmittel Wegovy an das Justizministerium verwiesen. Für Anleger ist damit klar: Die rechtliche Unsicherheit bleibt hoch – und sie trifft auf eine Aktie, die zuletzt deutlich nachgegeben hat.
Wichtige Punkte auf einen Blick:
– FDA-Verweis an DOJ: Prüfung möglicher Verstöße gegen Bundesrecht
– Mögliche Folgen: Unterlassungsverfügung sowie zivil- oder strafrechtliche Geldbußen
– Zusatzbelastung: Patentklage von Novo Nordisk (eingereicht am Montag)
– Kursdruck: Neues 52‑Wochen‑Tief bei 16,69 US‑Dollar (Schlusskurs am Mittwoch)
FDA schaltet das Justizministerium ein
Auslöser ist laut einem Reuters-Bericht von heute der Versuch, eine zusammengesetzte (compounded) Version von Wegovy zu vermarkten. Die Trump-Regierung könnte demnach rechtlich gegen Hims & Hers vorgehen – etwa mit einer gerichtlichen Unterlassungsverfügung oder mit zivil- bzw. strafrechtlichen Geldbußen. Im Raum steht ein möglicher Verstoß gegen den „Food, Drug and Cosmetic Act“, weil ein nicht zugelassenes Arzneimittel vermarktet worden sein soll.
Mike Stuart, Chefjurist im US-Gesundheitsministerium (HHS), bestätigte gegenüber CNBC, dass die FDA den Fall an das Justizministerium (DOJ) abgegeben hat. Er begründete das Vorgehen unter anderem damit, Investitionen von Pharmaunternehmen in den klassischen FDA-Zulassungsprozess zu schützen und die Produktsicherheit zu gewährleisten.
Juristen wiesen gegenüber Reuters zugleich auf eine mögliche Begrenzung der Durchsetzung hin: Weil das Unternehmen das Angebot schnell wieder zurückgezogen habe, könnten die Optionen der Regierung eingeschränkt sein. Als nächster Schritt könnte die FDA laut Reuters zudem Unterlagen und Verschreibungsdokumentationen prüfen, um zu bewerten, ob Rezepte ordnungsgemäß dokumentiert wurden.
Patentklage von Novo Nordisk verschärft die Lage
Parallel zum regulatorischen Druck läuft seit Montag eine Patentverletzungsklage von Novo Nordisk. Reuters zufolge ist es die erste US-Patentklage des Konzerns wegen Wegovy gegen einen Anbieter aus dem „Compounding“-Bereich.
Hims & Hers reagierte in einem Statement auf X (ehemals Twitter) scharf und bezeichnete die Klage als „offensichtlichen Angriff“ eines dänischen Unternehmens auf Millionen Amerikaner, die für den Zugang zu personalisierter Versorgung auf „compounded“ Medikamente angewiesen seien.
Aktie rutscht auf 52‑Wochen‑Tief
Die Kombination aus Behörden- und Rechtsrisiken hat den Kurs sichtbar belastet. Laut Angaben auf der Investor-Relations-Seite schloss die Aktie am Mittwoch bei 16,69 US‑Dollar und markierte damit ein neues 52‑Wochen‑Tief. Historische Daten von Yahoo Finance zeigen: Am Montag lag der Schlusskurs noch bei 19,33 US‑Dollar, am Dienstag bei 17,24 US‑Dollar.
Auffällig war außerdem das Handelsvolumen: Am Montag wechselten mehr als 144 Millionen Aktien den Besitzer – deutlich über dem durchschnittlichen Tagesvolumen von rund 20 Millionen. Über die vergangenen drei Monate summiert sich das Minus laut Zacks Investment Research auf mehr als 55%. Was erklärt die hohe Aktivität? Vor allem die Verdichtung mehrerer belastender Nachrichten innerhalb weniger Tage.
Am 23. Februar will Hims & Hers zudem die Zahlen für das vierte Quartal sowie das Gesamtjahr 2025 vorlegen – ein Termin, der in dieser Gemengelage zusätzliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen dürfte.
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