Nike setzt bei seiner internationalen Organisation den Hebel an – und der Markt reagiert positiv. Nach der Ankündigung weitreichender Personalwechsel in wichtigen Regionen und einer klaren Empfehlung durch Jefferies legte die Aktie gestern um fast 5 % auf 63,63 US‑Dollar zu. Im Zentrum stehen ein schwächelndes China-Geschäft, ein Strategiewechsel im Vertrieb und die Aussicht auf den Sprung zum „Dividend Aristocrat“.
Umbau in den Kernregionen
Am 20. Januar hat Nike eine Neuaufstellung der geografischen Führung angekündigt, um schwache Regionen zu stabilisieren und wieder in die Spur zu bringen.
Kernpunkte der Veränderungen:
- Größter Brennpunkt ist Greater China mit zuletzt 17 % Umsatzrückgang im Quartal
- Wechsel an der Spitze der China-Region zum 31. März
- Neue Verantwortliche für EMEA sowie eine Interimslösung für Asien/Pazifik & Lateinamerika
- Alle Personalien sind eng an die laufende „Sport Offense“-Strategie geknüpft
In China wird Angela Dong zum 31. März abtreten. Nachfolgerin wird Cathy Sparks, seit 25 Jahren im Unternehmen und zuvor verantwortlich für die Region Asien/Pazifik und Lateinamerika (APLA). Sie soll vor allem den deutlichen Umsatzrückgang in Greater China adressieren.
In der EMEA-Region übernimmt César Garcia bereits am 2. Februar die Rolle als VP/GM von Carl Grebert, der nach 30 Jahren im Unternehmen in den Ruhestand geht. Für APLA wurde Cristin Campbell als Interim-VP/GM eingesetzt.
CEO Elliott Hill verbindet die Personalien klar mit der Konzernstrategie. Die Neuaufstellung soll die „Sport Offense“-Agenda beschleunigen und verlorene Marktanteile zurückholen.
Analystenlob und Dividendenperspektive
Parallel zur organisatorischen Neuordnung untermauerte Jefferies seine positive Einschätzung. Das Haus bestätigte seine Kaufempfehlung und rät, die Aktie „aggressiv“ zu erwerben. Zudem wurde Nike zur Top-Empfehlung im Large-Cap-Segment für 2026 ausgerufen.
Ein Argument der Analysten: der Fortschritt in Richtung „Dividend Aristocrat“-Status. Nike hat seine Dividende seit 24 Jahren in Folge erhöht. Im laufenden Jahr könnte das Unternehmen den für diesen Titel erforderlichen 25‑Jahres-Meilenstein erreichen.
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Zahlen und Bewertung im Kontext
Die strukturellen Schritte kommen zu einem Zeitpunkt, an dem das Wachstum deutlich ausgebremst ist. Im zweiten Geschäftsquartal 2026 erzielte Nike:
- Umsatz von 12,43 Mrd. US‑Dollar, nur rund 1 % mehr als im Vorjahreszeitraum
- Nettoergebnis von 792 Mio. US‑Dollar, ein Rückgang um 32 %
Besonders belastend waren:
- ein Umsatzrückgang in Greater China um 17 % auf 1,42 Mrd. US‑Dollar
- ein Rückgang im Direktvertriebskanal „NIKE Direct“ um 8 %
An der Börse überlagerten die angekündigten Maßnahmen und die positive Analystenstimme diese Schwächephase zunächst. Die Kursreaktion signalisiert Zustimmung der Anleger zur klaren Adressierung der Problemzonen.
Unterstützt wird die Stimmung von ersten Erfolgen im Produktbereich. Die neu eingeführte, neurowissenschaftlich inspirierte „Mind 001/002“-Schuhlinie war kurz nach dem Launch Anfang Januar ausverkauft. Auf Plattformen wie StockX werden etwa die Mind 001 Slides mit einem Preisaufschlag von rund 98 % gehandelt.
Gleichzeitig ist die Bewertung anspruchsvoll. Auf Basis der Kurse von heute wird Nike mit einem KGV von etwa 37 gehandelt und liegt damit deutlich über dem Branchenschnitt im Luxussegment von rund 20.
Ausblick: Bewährungsprobe für neue Führung
Im Mittelpunkt steht nun die Umsetzung der beschlossenen Änderungen. Für Cathy Sparks ist der Auftrag klar umrissen: Die deutliche Umsatzschwäche in Greater China soll schrittweise eingedämmt und in eine Erholung überführt werden. Der Übergangszeitraum bis zum 31. März wird genau beobachtet werden, da hier die Weichen für die weitere Entwicklung in dieser Schlüsselregion gestellt werden.
Zusätzlich wirken externe Faktoren auf den Ausblick für das Geschäftsjahr 2026. Mögliche „Liberation Day“-Zölle könnten den Konzern nach internen Schätzungen mit einem jährlichen Betrag von rund 1,5 Mrd. US‑Dollar belasten und die Margen weiter unter Druck setzen. Während Jefferies trotz dieser Risiken eine optimistische Linie fährt, bleibt Barclays mit einem „Equal Weight“-Rating vorsichtiger und signalisiert, dass ein vollständiger finanzieller Turnaround Zeit benötigen dürfte. Einen ersten messbaren Eindruck der neuen Weichenstellungen dürfte der Markt mit der Veröffentlichung der Ergebnisse zum dritten Geschäftsquartal erhalten, wenn erste Effekte der organisatorischen Eingriffe und der aktuellen Produktinitiativen in den Zahlen sichtbar werden.
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